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Kodi ein­rich­ten: So nutzt du die Media-Center-Software

Das Media Center von Kodi ist besser ausgestattet als der in Windows 10 integrierte Player.

Den gan­zen Tag hast du dich dar­auf gefreut, die DVD mit dem Block­bus­ter auf dei­nem Note­book anzu­se­hen. Doch als du die Disc ein­schiebst, stellst du fest, dass der Media Play­er in Win­dows 10 mit DVDs nicht zurecht­kommt. Statt­des­sen könn­test du dir nun eine Micro­soft-App her­un­ter­la­den – doch die ist kos­ten­pflich­tig. Mit dem Pro­gramm Kodi geht es kos­ten­los. Das Media Cen­ter kann aber noch viel mehr: Es gibt auch Inhal­te vom Com­pu­ter oder aus ande­ren Quel­len wie­der und ver­wal­tet sie – und lässt sich mit unzäh­li­gen Add-ons erwei­tern. UPDATED erklärt, wel­che Vor­tei­le Kodi hat, wie du es ein­rich­test und nutzt.

Was Kodi ist und wel­che Vor­tei­le es hat

Kodi ist eine kos­ten­lo­se Soft­ware, mit der du dir ein Media Cen­ter ein­rich­ten kannst. Sie bringt deut­lich mehr Funk­tio­nen mit als der in Win­dows 10 inte­grier­te Media Play­er, der bei­spiels­wei­se kei­ne DVDs abspie­len kann.

Du instal­lierst Kodi auf einem Com­pu­ter oder auf einem Mobil­ge­rät und bedienst es mit Tas­ta­tur und Maus, per Touch­screen oder mit einer Fern­be­die­nung. So kannst du auch Inhal­te auf ver­schie­de­nen ver­bun­de­nen Gerä­ten abspie­len, zum Bei­spiel auf dem Fern­se­her. Außer­dem orga­ni­sierst du damit dei­ne Fil­me oder Musikdateien.

Kodi wur­de 2002 eigent­lich für Micro­softs Spie­le­kon­so­le Xbox unter dem Namen “Xbox Media Play­er“ ent­wi­ckelt. Spä­ter war die Soft­ware unter dem Namen “Xbox Media Cen­ter“ (XBMC) bekannt. Seit 2015 heißt sie “Kodi“. 

Die Anwen­dung bringt eini­ge Vor­tei­le mit:

  • Kodi ist Open-Source, das heißt, jeder kann die Soft­ware ver­bes­sern und weiterentwickeln. 
  • Es gibt unzäh­li­ge Add-ons für das Pro­gramm mit zusätz­li­chen Funk­tio­nen. Du kannst Kodi damit nach dei­nem Geschmack anpassen.
  • Das Tool ist plattformunabhängig. 
  • Das Pro­gramm kann Infor­ma­tio­nen aus dem Inter­net abru­fen und die Medi­en damit ergän­zen. Bei Fil­men blen­dest du bei­spiels­wei­se Unter­ti­tel ein, bei Musik lässt du dir die Tex­te anzeigen.
  • Kodi kommt mit allen mög­li­chen Datei­for­ma­ten, Inhal­ten und Quel­len zurecht.

Mit der Soft­ware kannst du unter ande­rem Fol­gen­des abspie­len und anzeigen:

  • Vide­os und Filme
  • Musik
  • Bil­der
  • Online-Inhal­te zum Bei­spiel von Spo­ti­fy, You­Tube oder Mediatheken
  • TV- und Radioprogramme

Kodi greift dabei auf ver­schie­de­ne Quel­len zu:

  • CDs, DVDs, Blu-rays
  • Inhal­te von der Festplatte
  • Medi­en aus dem Heimnetzwerk
  • Streams aus dem Internet

Auf wel­chen Betriebs­sys­te­men Kodi läuft und wie du es installierst

Mit Kodi bist du nicht auf eine bestimm­te Platt­form fest­ge­legt. Es läuft auf allen gän­gi­gen Betriebssystemen: 

  • Win­dows
  • macOS
  • Linux 
  • Android 
  • iOS

Außer­dem ist Kodi als App zum Bei­spiel auf der Xbox-Spiel­kon­so­le und auf Sony-Smart-TVs ver­füg­bar. Die Soft­ware läuft dar­über hin­aus auf dem Raspber­ry Pi, einem klei­nen, pro­gram­mier­ba­ren Einplatinen-Computer. 

Kodi stellt wenig Ansprü­che an die Gerä­te, auf denen du das Media Cen­ter instal­lie­ren willst. Für Win­dows und Linux ist fol­gen­de Min­dest­aus­stat­tung nötig: 

  • ein x86-basier­ter Com­pu­ter mit min­des­tens Intel Pen­ti­um 4, Intel Pen­ti­um M, AMD Ath­lon XP/64, AMD Opteron
  • eine Dop­pel­kern-CPU, um H.264-Videos in FullHD deko­die­ren zu können
  • ein Gra­fik­chip von ATI/AMD, Intel oder idea­ler­wei­se NVIDIA, der min­des­tens OpenGL 1.3 (+ GLSL) unterstützt

Für die ande­ren Platt­for­men gel­ten fol­gen­de Voraussetzungen:

  • macOS: min­des­tens Mac OS X 10.8.
  • Android: min­des­tens Android 5.0.
  • iOS: min­des­tens iOS 6.0.

So instal­lierst du Kodi

  1. Um das Media Cen­ter zu instal­lie­ren, rufst du die Kodi-Down­load-Sei­te auf.
  2. Scrol­le nach unten und kli­cke auf das Feld mit dem Betriebs­sys­tem, das du benutzt, also bei­spiels­wei­se Win­dows.
  3. Es öff­net sich ein neu­es Fens­ter. Wäh­le aus, ob du das Pro­gramm in der Ver­si­on mit 64 Bit oder 32 Bit instal­lie­ren willst und kli­cke auf das ent­spre­chen­de Feld. Der Instal­ler soll­te zum Pro­zes­sor in dei­nem Com­pu­ter pas­sen – also bei­spiels­wei­se 64 Bit, wenn du einen 64-Bit-Pro­zes­sor hast.
  4. Kli­cke dop­pelt auf die her­un­ter­ge­la­de­ne Datei und bestä­ti­ge mit Ja, dass du das Pro­gramm instal­lie­ren willst.
  5. Kli­cke im klei­nen Fens­ter mehr­mals auf Next sowie auf I agree, um die Soft­ware zu instal­lie­ren. Am Ende bestä­tigst du mit Finish. Jetzt kannst du das Pro­gramm mit der über­sicht­li­chen Benut­zer­ober­flä­che öffnen.

Musik­play­er für Win­dows: Drei Alter­na­ti­ven zum Media Player

Du kannst ver­schie­de­ne kos­ten­lo­se Media Play­er als Alter­na­ti­ve für das in Win­dows 10 inte­grier­te Pro­gramm verwenden. 

  • VLC Play­er: Der Play­er spielt CDs, DVDs und Musik­da­tei­en ab. Er kann mit unzäh­li­gen Typen von Datei­en umge­hen und die­se außer­dem konvertieren.
  • Win­amp: Das Pro­gramm gehört zu den ältes­ten Media Play­ern. Du kannst damit auch Online-Radio hören, außer­dem lässt sich Win­amp mit Add-ons individualisieren.
  • foobar2000: Das Pro­gramm kon­zen­triert sich auf Musik. Es kann Songs abspie­len, kon­ver­tie­ren, orga­ni­sie­ren, von CDs rip­pen oder brennen.

So rich­test du Kodi ein

Du hast Kodi instal­liert und öff­nest das Pro­gramm zum ers­ten Mal. Aber noch ist das Media Cen­ter leer. Wie fügst du dei­ne Medi­en­da­tei­en hin­zu und wie berei­test du sie vor? Das ist in weni­gen Schrit­ten erledigt.

Vor­ab ein Hin­weis zur Bedie­nung von Kodi: Lass dich nicht davon ver­wir­ren, dass in der Soft­ware häu­fig But­tons feh­len, um zu navi­gie­ren. Willst du bei­spiels­wei­se zur vor­he­ri­gen Sei­te zurück­keh­ren, klickst du unter­halb der blau­en Leis­te in die lin­ke obe­re Ecke. Willst du eine Sei­te schlie­ßen, klickst du nach rechts oben, erst dann wird das klei­ne Kreuz sichtbar.

Spra­che auf Deutsch umstellen

Kodi hat von Haus aus eine eng­lisch­spra­chi­ge Benut­zer­ober­flä­che. Du kannst sie aber auf Deutsch verwenden:

  1. Öff­ne Kodi und gehe in der obe­ren lin­ken Ecke auf das Zahn­rad, um die Ein­stel­lun­gen zu öffnen.
  2. Gehe zum Punkt Inter­face und wäh­le Regio­nal.
  3. Kli­cke auf den obe­ren Punkt Lan­guage und gehe im klei­nen Fens­ter zu Ger­man. Kodi lädt nun das Sprach­pa­ket her­un­ter und instal­liert es. Du brauchst dazu eine Inter­net­ver­bin­dung. Anschlie­ßend stellt sich die Spra­che auto­ma­tisch auf Deutsch um.
  4. Du soll­test noch die Tas­ten­be­le­gung ver­än­dern, damit Kodi dei­ne Ein­ga­ben rich­tig erfasst. Vor­ein­ge­stellt ist das eng­li­sche Lay­out QWERTY. Kli­cke erneut auf Regio­nal in der Sei­ten­leis­te und auf Tas­ta­tur­be­le­gun­gen. Es öff­net sich ein klei­nes Fens­ter, suche dar­in den Punkt Deutsch QWERTZ. Kli­cke dar­auf, die Schrift­far­be ver­än­dert sich zu Grün.
  5. Kli­cke anschlie­ßend auf den bereits vor­ausge­wähl­ten, grün ein­ge­färb­ten Ein­trag Eng­lish QWERTY. Er soll­te weiß wer­den. Bestä­ti­ge danach mit OK auf der rech­ten Seite.
  6. Wäh­le im Menü Regio­nal zuletzt Stan­dard­for­mat für Regi­on. Kli­cke dort auf Deutsch­land

Tipp: Gefällt dir die Optik von Kodi nicht, klickst du im Menü unter Inter­face auf Skins und dort erneut auf Skins. Dort fin­dest du eine Aus­wahl an alter­na­ti­ven Designs. Kli­cke auf Mehr, um sie zu erweitern.

Dei­ne Medi­en­da­tei­en vorbereiten

Soge­nann­te Scra­per sind eine prak­ti­sche Ergän­zung in Kodi. Mit ihrer Hil­fe greift das Media Cen­ter auf Daten­quel­len aus dem Inter­net zu, zum Bei­spiel auf die Inter­net Movie Data­ba­se (IMDb). Die Fil­me, Seri­en­fol­gen und Vide­os in dei­ner Biblio­thek wer­den dann auto­ma­tisch mit pas­sen­den Tags ver­se­hen. Aus den so ermit­tel­ten Daten erstellt Kodi eine Daten­bank mit Titeln, Bil­dern oder Inhalts­an­ga­ben. Du kannst dann dei­ne Inhal­te nach Gen­res, Schau­spie­lern oder dem Erschei­nungs­jahr durch­su­chen. Dei­ne Medi­en­da­tei­en sind gleich­zei­tig gut organisiert.

Damit das funk­tio­niert und die rich­ti­gen Infor­ma­tio­nen zuge­ord­net wer­den, soll­ten dei­ne Medi­en­da­tei­en kor­rekt benannt sein:

  • Jeden Film legst du idea­ler­wei­se in einen Ord­ner ab, der nach dem Film­ti­tel benannt ist.
  • Bei Seri­en erstellst du für jede Staf­fel einen eige­nen Unter­ord­ner. Die Fol­gen benennst du nach fol­gen­dem Sche­ma: “Serienname_S01E01“ (“S”eason “01”, “E”pisode “01”) usw.
  • Bei Musik­da­tei­en erstellst du für jeden Inter­pre­ten einen eige­nen Ord­ner. Für jedes Album gibt es einen Unter­ord­ner und die ein­zel­nen Titel sind nummeriert. 

Medi­en­quel­len hinzufügen

Als Nächs­tes teilst du Kodi mit, wo sich die Fil­me, Songs oder Bil­der auf dei­ner Fest­plat­te befin­den. UPDATED zeigt das exem­pla­risch am Bei­spiel von Musik. Genau­so gehst du auch bei Vide­os, Fil­men oder ande­ren Inhal­ten vor.

  1. Öff­ne Kodi und gehe zur Start­sei­te. Wäh­le den Bereich aus, den du bear­bei­ten willst, also etwa Musik.
  2. Im neu­en Fens­ter gehst du zu Datei­en und zu +Musik hin­zu­fü­gen.
  3. Kli­cke als Nächs­tes auf Durch­su­chen. Jetzt bestimmst du den Ort, an dem die Songs abge­legt sind – also auf der Fest­plat­te oder im Netz­werk. Suche den rich­ti­gen Pfad. Für den Desk­top dei­nes Win­dows-Rech­ners gehst du auf Home Ord­ner und dann auf Desk­top
  4. Bestä­ti­ge mit OK. Kodi berück­sich­tigt auto­ma­tisch alle Unterordner.
  5. Nun kannst du einen Namen ver­ge­ben, unter dem die Medi­en­quel­le im Media Cen­ter erscheint. Vor­ge­ge­ben ist der Name des Ord­ners. Bestä­ti­ge mit OK.
  6. Kodi fragt dich, ob die Medi­en die­ses Ver­zeich­nis­ses zur Biblio­thek hin­zu­ge­fügt wer­den sol­len. Bestä­ti­ge mit Ja
  7. Bei eini­gen Medi­en­quel­len wie Fil­men oder Vide­os kannst du zusätz­lich bestim­men, wel­che Art von Datei­en in dem Ord­ner lie­gen, zum Bei­spiel “Fil­me“. Triff hier eine Aus­wahl, damit die Scra­per sie rich­tig zuord­nen kön­nen. Alle dei­ne Medi­en fin­dest und öff­nest du anschlie­ßend über die Kodi-Start­sei­te und die ein­zel­nen Kategorien.

Tipp: Du kannst auch meh­re­re Ord­ner aus ver­schie­de­nen Quel­len hin­zu­fü­gen. Ach­te aber dar­auf, dass du die unter­schied­li­chen Medi­en­da­tei­en getrennt hältst, um den Über­blick zu behal­ten. Unter “Musik“ soll­ten sich nur Songs fin­den, unter “Seri­en“ nur Serienfolgen.

Add-ons ergän­zen

Du kannst über Kodi auch You­Tube-Vide­os anse­hen oder Online-Radio hören. Vor­aus­set­zung: Du fügst die­se Quel­len hin­zu. Das funk­tio­niert über Add-ons. So gehst du vor:

  1. Öff­ne Kodi und gehe auf der Start­sei­te auf den Menü­punkt Addons
  2. In der Sei­ten­leis­te erschei­nen diver­se Kate­go­rien, zum Bei­spiel Musik-Addons oder Video-Addons. Wäh­le eine aus und kli­cke rechts auf Zum Addon-Brow­ser
  3. Es öff­net sich jeweils eine Lis­te mit ver­schie­de­nen Erwei­te­run­gen. Wäh­le eine aus, zum Bei­spiel You­Tube. Kli­cke anschlie­ßend auf Instal­lie­ren. Das jewei­li­ge Add-on fin­dest du anschlie­ßend über die Kodi-Start­sei­te und dort im Bereich Addons.

Jetzt hast du die wich­tigs­ten Schrit­te erle­digt, um Kodi nut­zen zu kön­nen. Klickst du anschlie­ßend auf einen Film, auf einen Musik­ti­tel oder ein You­Tube-Video in der Soft­ware, wer­den sie direkt im Pro­gramm abgespielt.

Kodi ist das Media Cen­ter für dei­ne Fil­me, Musik und Fotos

Die kos­ten­lo­se Soft­ware Kodi dient als Medi­en­zen­tra­le in dei­nem Haus­halt. Du spielst dar­über Fil­me, Vide­os, Seri­en­fol­gen oder Musik ab und schaust Fotos an – nicht nur auf dem Com­pu­ter, son­dern auch auf dem Fern­se­her. Die Datei­en kön­nen von dei­ner Fest­plat­te, aus dem Netz­werk oder aus dem Inter­net stam­men. Mit Kodi kannst du dei­ne Samm­lung außer­dem orga­ni­sie­ren und auto­ma­tisch ver­schlag­wor­ten las­sen. Das Pro­gramm kommt mit ver­schie­de­nen Betriebs­sys­te­men zurecht. Mit­hil­fe von Add-ons kannst du es personalisieren.

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