Zurück aus dem Urlaub betrach­test du daheim dei­ne Fotos am PC und stellst fest: Den eigent­lich wun­der­schö­nen Moti­ven fehlt das gewis­se Etwas. Oft reicht schon ein Hauch digi­ta­ler Bild­be­ar­bei­tung, um einen ein­fa­chen Schnapp­schuss in ein pro­fes­sio­nell anmu­ten­des Foto zu ver­wan­deln. Dabei hilft GIMP: Es ist eines der belieb­tes­ten Bild­be­ar­bei­tungs-Pro­gram­me für PCs – sowohl für Win­dows, macOS und Linux. UPDATED erklärt dir, wie du das Pro­gramm nutzt und zeigt dir die wich­tigs­ten Tricks. 

Gimp-Tuto­ri­al: Bild öff­nen oder neu­es Doku­ment erstel­len

GIMP steht auf der Web­sei­te der Ent­wick­ler gra­tis als Down­load zur Ver­fü­gung und zwar für macOS, Win­dows und Linux.

Star­test du das Pro­gramm zum ers­ten Mal, wirst du mer­ken: Stan­dard­mä­ßig zeigt GIMP die Schalt­flä­chen für Werk­zeu­ge und Ebe­nen in frei beweg­li­chen Fens­tern an. Das mag für Nut­zer mit meh­re­ren Moni­to­ren prak­tisch sein, auf einem ein­zel­nen Moni­tor lei­det dar­un­ter aber die Über­sicht­lich­keit. Des­halb emp­feh­len wir in unse­rem GIMP-Tuto­ri­al als ers­ten Schritt nach der Instal­la­ti­on die Akti­vie­rung des Ein­zel­fens­ter-Modus. Klick dafür auf den Menü­punkt Fens­ter in der obe­ren Menü­leis­te und wäh­le dann den Ein­trag Ein­zel­fens­ter-Modus aus, indem du dort ein Häk­chen setzt.

Nun steht es dir frei, ein neu­es Doku­ment zu erstel­len oder ein vor­han­de­nes Bild zu öff­nen. Ein neu­es Doku­ment erstellst du so:

  1. Um ein lee­res Doku­ment zu erstel­len, klickst du Sie auf Datei ganz links oben in der Leis­te und dann auf den obers­ten Ein­trag Neu. Alter­na­tiv kannst du auch mit dem Tas­ta­tur­kür­zel Strg+N eine neue Datei erstel­len.
  2. Ein neu­es Fens­ter öff­net sich: Hier wählst du ent­we­der aus dem Drop-down-Menü eine Vor­la­ge aus oder gibst die gewünsch­te Bild­grö­ße manu­ell ein. Vor­la­gen fin­dest du in Form von Pixel­ma­ßen wie 1600x1200 eben­so wie für den Druck spe­zi­fi­zier­te Nor­men von A3 bis B5. Die manu­el­le Ein­ga­be erfolgt wahl­wei­se in Pixeln oder Län­gen­an­ga­be, wobei meh­re­re Ein­hei­ten zur Ver­fü­gung ste­hen. Mit den bei­den klei­nen But­tons dar­un­ter wech­selst du zwi­schen Hoch­for­mat (links) und Quer­for­mat (rechts).
  3. Mit einem Klick auf OK erstellt du dann ein neu­es Doku­ment mit dei­nen Ein­stel­lun­gen.

Prak­ti­sche Tas­ten­kür­zel für GIMP

Die meis­ten Befeh­le in GIMP las­sen sich nicht nur per Maus­klick, son­dern auch über die Tas­ta­tur aus­füh­ren: Im Menü (z. B. unter Datei) siehst du hin­ter dem jewei­li­gen Ein­trag die Tas­ten­kür­zel für den ent­spre­chen­den Befehl.

  • Mit der Tas­ten­kom­bi­na­ti­on Strg+Z machst du den letz­ten Arbeits­schritt rück­gän­gig.
  • Anders­her­um stellst du einen rück­gän­gig gemach­ten Arbeits­schritt mit Strg+Y wie­der her.
  • Soll­test du ein­mal nicht wei­ter­wis­sen, dann schau im inte­grier­ten Benut­zer­hand­buch nach. Dies lässt sich jeder­zeit mit F1 öff­nen.
  • Mit einem Druck auf die rech­te Maus­tas­te rufst du an Ort und Stel­le ein Menü auf, in dem die­sel­ben Punk­te wie im Menü am obe­ren Bild­schirm­rand ent­hal­ten sind.

Um ein vor­han­de­nes Bild zu öff­nen, gehst du fol­gen­der­ma­ßen vor:

  1. Klick auf Datei ganz links oben in der Leis­te und wäh­le Öff­nen. Das dazu­ge­hö­ri­ge Tas­ta­tur­kür­zel lau­tet Strg+O.
  2. Nun öff­net sich ein Fens­ter, das links die Datei­pfa­de dei­nes PCs anzeigt und im gro­ßen Fens­ter rechts dane­ben den Inhalt des jewei­li­gen Pfa­des oder Ord­ners.
  3. Navi­gie­re zum gewünsch­ten Ord­ner und wäh­le das Bild, das du öff­nen willst, mit einem Maus­klick aus. Ein letz­ter Klick auf Öff­nen schließt den Vor­gang ab.
  4. Alter­na­tiv lässt sich eine Bild­da­tei auch ein­fach per Drag and Drop in das GIMP-Fens­ter hin­ein­zie­hen, um sie zu öff­nen.

Wie kann ich Bil­der in GIMP zuschnei­den?

Was nicht passt, wird pas­send gemacht: Ein Bild kannst du in GIMP schnell zuschnei­den. Dein Urlaubs­fo­to trimmst du mit weni­gen Hand­grif­fen auf das gewünsch­te For­mat – etwa, um über­flüs­si­ge Rän­der abzu­schnei­den oder ein Motiv nach dem Gol­de­nen Schnitt bes­ser in den Mit­tel­punkt zu rücken. Der Screen­shot zeigt, wo sich das Sym­bol für das Tool befin­det.

Das Tas­ten­kür­zel in GIMP, um das Zuschnei­de-Werk­zeug aus­zu­wäh­len, lau­tet Shift+C. Für einen Zuschnitt ziehst du einen recht­ecki­gen Rah­men um den Bereich des Bil­des, der am Ende ste­hen blei­ben soll. Das machst du so:

  1. Über­le­ge zunächst, auf wel­chen Bereich du das Bild zuschnei­den willst, und posi­tio­nie­re den Maus­zei­ger in der lin­ken obe­ren Ecke die­ses neu­en, gedach­ten Bil­des.
  2. Von dort aus ziehst du dann mit gedrück­ter lin­ker Maus­tas­te einen Rah­men auf die gewünsch­te Grö­ße und lässt die Maus­tas­te dann wie­der los.
  3. Ein Druck auf die Enter-Tas­te schnei­det das Bild nun auf den vor­ge­ge­be­nen Aus­schnitt zu.

Wie kann ich die Bild­grö­ße in GIMP ändern?

Wenn du ein Urlaubs­fo­to in einem bestimm­ten For­mat aus­dru­cken oder für den Ein­satz auf einer Web­site vor­be­rei­ten willst, kannst du es mit GIMP ganz ein­fach auf die rich­ti­ge Grö­ße brin­gen. Grö­ßen­än­de­run­gen führst du in einem sepa­ra­ten Fens­ter aus, in dem du indi­vi­du­el­le Maße für dein Bild ein­ge­ben kannst.

  1. Wäh­le dazu zunächst den Punkt Bild und dann Bild ska­lie­ren aus. Ein Fens­ter öff­net sich wie im Screen­shot unten. Hier las­sen sich unter Bild­grö­ße die genau­en Pixel­ma­ße manu­ell ein­ge­ben.
  2. Rechts neben den Fel­dern für die Bild­ma­ße befin­det sich ein Ket­ten­glied-Icon. Ist die Ket­te geschlos­sen, kannst du nur die Län­ge einer Sei­te ver­än­dern und GIMP passt die ande­re Sei­te auto­ma­tisch an, sodass die Pro­por­tio­nen des Bil­des bei­be­hal­ten wer­den. Mit einem Maus­klick auf das Ket­ten­glied-Icon deak­ti­vierst du die­se Funk­ti­on und kannst bei­de Sei­ten­län­gen unab­hän­gig von­ein­an­der ändern.
  3. Klick dann auf Ska­lie­ren, um die Grö­ßen­än­de­rung aus­zu­füh­ren.

Wie kann ich Far­ben und Kon­tras­te in GIMP ändern?

Bun­ter Hund statt graue Maus: Vie­len Fotos fehlt bis­wei­len nur eine dezen­te Farb- oder Kon­tra­stän­de­rung, um sie zum ech­ten Hin­gu­cker zu machen. Viel­leicht möch­test du ein Por­trait dei­ner Liebs­ten in Schwarz-Weiß gestal­ten oder eine Wie­se noch etwas grü­ner erschei­nen las­sen. Die Far­ben eines Bil­des passt du in GIMP fol­gen­der­ma­ßen an:

  1. Klick im Menü am obe­ren Bild­schirm­rand auf Far­ben und dann auf den Punkt Farb­ton / Sät­ti­gung. Du gelangst in ein neu­es Fens­ter, das meh­re­re Schie­be­reg­ler ent­hält.
  2. Unter der Über­schrift Gewähl­te Far­be bear­bei­ten befin­det sich der Reg­ler Farb­ton.
  3. Sobald du die­sen Reg­ler bewegst, änderst du die Far­ben dei­nes Bil­des gemäß einer Farb­ska­la. Die Ände­run­gen siehst du in Echt­zeit im Bild – aber nur als Vor­schau. Erst mit einem Klick auf OK über­nimmt GIMP die Anpas­sun­gen final. Ein Klick auf Zurück­set­zen stellt die Reg­ler wie­der auf ihre ursprüng­li­che Ein­stel­lung.
  4. Es gibt noch zwei wei­te­re Reg­ler, mit denen du farb­li­che Ände­run­gen an dei­nem Bild vor­neh­men kannst: Schie­be den Reg­ler Hel­lig­keit nach links, wird das Bild dunk­ler, schiebst du ihn nach rechts, wird es ent­spre­chend hel­ler. Mit dem Reg­ler Sät­ti­gung ver­hält es sich ähn­lich: Je wei­ter du den Schie­be­reg­ler nach rechts ziehst, des­to kräf­ti­ger leuch­ten die Far­ben. Steht der Reg­ler ganz links, erscheint das Bild in Schwarz-Weiß.

Effek­te auf Knopf­druck: Wie kann ich Fil­ter in GIMP anwen­den?

Mit Bild­fil­tern las­sen sich mal dras­ti­sche, mal sub­ti­le Ände­run­gen an einem Bild vor­neh­men. GIMP bringt eine Viel­zahl die­ser Fil­ter mit. So gibt es etwa einen Fil­ter, um rote Augen aus Por­träts zu ent­fer­nen oder um ein Bild in Kacheln auf­zu­tei­len. Da GIMP zu vie­le Fil­ter im Gepäck hat, um sie alle ein­zeln vor­zu­stel­len, wird im Fol­gen­den stell­ver­tre­tend für alle Fil­ter die Funk­ti­on Schär­fen beschrie­ben.

  1. Du fin­dest die Funk­ti­on unter Fil­ter > Ver­bes­sern > Schär­fen. Genau wie bei vie­len ande­ren Fil­tern öff­net sich danach ein Fens­ter für die Fein­ab­stim­mung der Ein­stel­lun­gen.
  2. In die­sem sepa­ra­ten Fens­ter kannst du nun die Stär­ke des Effekts via Schie­be­reg­ler ein­stel­len. Eine Vor­schau, wie sich der Fil­ter auf dein Bild aus­wirkt, lie­fert GIMP in einem klei­nen Bild­aus­schnitt.
    Tipp: Das Vor­schau­bild ist zunächst ziem­lich klein. Um es zu ver­grö­ßern, kannst du ein­fach das gesam­te Fil­ter-Fens­ter mit der Maus grö­ßer zie­hen. Oder du bewegst dich mit­hil­fe der Scroll-Bal­ken rechts und unter dem Bild durch dein Foto, um den Effekt des aus­ge­wähl­ten Fil­ters auch in ande­ren Bild­be­rei­chen zu sehen.
  3. Ein Klick auf den OK-But­ton wen­det die vor­ge­nom­me­nen Ein­stel­lun­gen an und schärft in die­sem Fall das Bild. Bei auf­wen­di­gen Fil­tern und/oder sehr gro­ßen Bil­dern kann die Anwen­dung eines Effekts eini­ge Sekun­den in Anspruch neh­men. In dem Fall blen­det GIMP einen grü­nen Fort­schritts­bal­ken ein.

GIMP ist anders: Wie kann ich rich­tig spei­chern?

In den meis­ten Bild­be­ar­bei­tungs-Pro­gram­men lau­tet der Menü­punkt zum Spei­chern eines Bil­des ent­we­der Spei­chern oder Spei­chern als/unter. GIMP bie­tet die­se Optio­nen zwar auch, sie haben aller­dings eine ande­re Bedeu­tung. Ab Ver­si­on 2.8 ver­wen­det GIMP die­sen Menü­punkt aus­schließ­lich für das Abspei­chern von Bil­dern im eige­nen .XCF-For­mat.

Die­ses Datei­for­mat spei­chert sämt­li­che Bild­in­for­ma­tio­nen und ist dann die bes­te Wahl, wenn du ein Werk spä­ter noch wei­ter bear­bei­ten möch­test. Wenn du ein Foto nach voll­ende­ter Bear­bei­tung aber zum Bei­spiel als JPG, PNG oder TIFF spei­chern möch­test, dann wäh­le unter Datei den Befehl Expor­tie­ren als aus.

Pro­fes­sio­nel­le Fotos im Hand­um­dre­hen

Grund­le­gen­de Bild­be­ar­bei­tung mit GIMP lässt sich ganz ein­fach durch­füh­ren – auch ohne jeg­li­ches Vor­wis­sen im Umgang mit Gra­fik­pro­gram­men. Wenn du irgend­wann auf­wen­di­ge­re Ände­run­gen an dei­nen Bil­dern vor­neh­men willst, dann fin­dest du bei UPDATED auch noch wei­te­re GIMP-Tuto­ri­als. Dar­in erfährst du etwa, wie du ein­zel­ne Bild­tei­le frei­stel­len oder Plugins instal­lie­ren kannst.

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