Klein genug für die Hosen­ta­sche, aber groß genug, um auf dem Weg zur Arbeit bequem die neue Fol­ge der Lieb­lings­se­rie zu schau­en oder eine Run­de zu zocken: Fold­able Smart­pho­nes ber­gen viel Poten­zi­al. UPDATED zeigt, wor­in die Vor­tei­le lie­gen und wel­che Model­le es gibt.

Was kön­nen die Fold­ables?

Der Erfolg von Fold­able Smart­pho­nes, kurz Fold­ables, ist vor allem der Dis­play­grö­ße der Gerä­te zu ver­dan­ken. Gro­ße Dis­plays sind gefragt, um genug Platz zum Lesen, Sur­fen oder Spie­len zu haben. Auf der ande­ren Sei­te kön­nen Smart­pho­nes auch nicht end­los ver­grö­ßert wer­den. Schließ­lich soll das Han­dy den Nut­zer im All­tag beglei­ten und dabei gut zu ver­stau­en sein.

Des­halb haben die Her­stel­ler in den letz­ten Jah­ren fort­lau­fend dar­an gear­bei­tet, immer grö­ße­re Dis­plays in den maxi­mal zumut­ba­ren Gehäu­se­grö­ßen unter­zu­brin­gen. Durch die fort­schrei­ten­de Tech­nik kom­men die Bild­schir­me mit immer schma­le­ren Rän­dern aus. Inzwi­schen sind soge­nann­te Full­screen-Dis­plays, die nahe­zu die kom­plet­te Vor­der­sei­te des Smart­pho­nes ein­neh­men, eher Regel als Aus­nah­me.

Doch was kommt nach dem Full­screen-Han­dy? Die Ant­wort der Her­stel­ler: das Fold­able Smart­pho­ne. Durch das Auf­klap­pen erhältst du eine Bild­schirm­grö­ße, die der eines klei­nen Tablets ent­spricht, wie zum Bei­spiel beim Gala­xy Fold.

Es gibt aber auch Fold­ables, die ein ande­res Kon­zept ver­fol­gen. Die­se Gerä­te las­sen sich bei beson­ders kom­pak­ter Bau­wei­se zu einem Han­dy auf­klap­pen, des­sen Dis­play dann dem eines gro­ßen Smart­pho­nes ent­spricht. Gerä­te wie bei­spiels­wei­se das Moto­ro­la razr sind damit beson­ders gut zu ver­stau­en, tra­gen in der Hosen­ta­sche kaum auf – und bie­ten auf­ge­klappt das Dis­play eines gro­ßen Smart­pho­nes.

Die bei­den Ansät­ze für Fold­ables zusam­men­ge­fasst:

  • Fold­ables mit übli­chen Smart­pho­ne-Abmes­sun­gen wer­den nach dem Aus­klap­pen zu einem XL-Bild­schirm, wie ihn sonst nur klei­ne Tablets haben.
  • Beson­ders kom­pak­te, leicht zu trans­por­tie­ren­de Fold­ables bie­ten nach dem Öff­nen ein Dis­play, wie es sonst grö­ße­re Smart­pho­nes mit­brin­gen.

Was genau hat es mit dem “Fal­ten“ von Dis­plays auf sich?

Dis­plays von falt­ba­ren Smart­pho­nes bestehen aus einem Mate­ri­al, das sich genau­ge­nom­men nicht fal­ten, son­dern extrem bie­gen lässt. Die Dis­plays von Fold­ables der ers­ten Genera­ti­on (zum Bei­spiel Gala­xy Fold und Moto­ro­la razr) bestehen aus Kunst­stoff.

Inzwi­schen wer­den falt­ba­re Dis­plays aus Glas ent­wi­ckelt. Die Her­aus­for­de­rung: Sie müs­sen so dünn sein, dass sie sich bie­gen las­sen, ohne zu bre­chen. Dabei sol­len sie genau­so sta­bil und wider­stands­fä­hig sein wie Goril­la Glass, dem qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Stan­dard bei Dis­plays von nicht falt­ba­ren Smart­pho­nes.

Wel­che tech­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen gibt es bei Fold­able Smart­pho­nes?

Wenig über­ra­schend steht bei einem falt­ba­ren Smart­pho­ne das Dis­play im Fokus. Wie lässt sich ein Dis­play fal­ten? Wie erhält der Nut­zer ein bieg­sa­mes Dis­play, das auch nach Tau­sen­den von Falt­vor­gän­gen ohne Ein­schrän­kun­gen funk­tio­niert?

Zunächst galt eine Kon­struk­ti­on aus Kunst­stoff als bes­te Lösung. Bereits 2011 stell­ten Unter­neh­men wie Sam­sung und LG ers­te OLED-Screens aus falt­ba­rem Plas­tik vor. Dabei han­delt es sich im Grun­de um Foli­en mit einem Film aus selbst­leuch­ten­den orga­ni­schen Licht­di­oden. Auch die elek­tri­schen Lei­ter­bah­nen sind in den Foli­en inte­griert.

Der nächs­te tech­ni­sche Schritt ist bereits voll­zo­gen: Längst arbei­ten die Her­stel­ler an Glas-Panels, die extrem gebo­gen wer­den kön­nen und den­noch sta­bil genug sind, um kei­ne Schä­den davon­zu­tra­gen (sie­he Info-Kas­ten).

Doch das Fal­ten eines Fold­able Smart­pho­nes betrifft auch die Kom­po­nen­ten im Inne­ren der Gerä­te. Jeder noch so klei­ne Anschluss, jede Lei­ter­plat­te, jedes Schräub­chen und jede Kabel­ver­bin­dung ist durch das Auf- und Zuklap­pen zusätz­li­chen Belas­tun­gen aus­ge­setzt. Und das bedeu­tet zusätz­li­chen Ver­schleiß. Das wirft die Fra­ge auf, wie lan­ge Fold­ables hal­ten. Bei aktu­el­len Model­len wird das die Zeit zei­gen.

Auch der Akku falt­ba­rer Smart­pho­nes stellt Ent­wick­ler vor Her­aus­for­de­run­gen. Das gilt zumin­dest beim Kon­zept eines gro­ßen Dis­plays, das der Nut­zer zu einem noch grö­ße­ren auf­klap­pen kann. Wie lässt sich das – nun deut­lich strom­hung­ri­ge­re – Panel mit Strom ver­sor­gen? Und wie las­sen sich gleich­zei­tig Akku­lauf­zei­ten errei­chen, die an nicht falt­ba­re Smart­pho­nes her­an­kom­men?

Sam­sung und Hua­wei haben sich bei ihren ers­ten Fold­able-Model­len für eine Dop­pel-Akku-Lösung ent­schie­den. Es gibt zwei Akkus in den bei­den Smart­pho­ne-Hälf­ten, die durch den Knick getrennt sind. Sie wer­den als Ener­gie­ein­heit über einen ein­zi­gen Port gela­den.

Wel­che Model­le gibt es schon, wel­che kom­men bald auf den Markt?

Die ers­ten Fold­able Smart­pho­nes sind bereits erschie­nen. Wei­te­re Model­le wur­den ange­kün­digt oder sind in der Ent­wick­lung.

Der­zeit erhält­li­che falt­ba­re Smart­pho­nes

Das Sam­sung Gala­xy Fold 5G kam nach eini­gen Pan­nen beim ers­ten Launch im Sep­tem­ber 2019 auf den Markt. Es ver­fügt über zwei Bild­schir­me: einen klei­nen 4,6‑Zoll-Super-AMOLED-Bildschirm, der im zuge­klapp­ten Zustand außen ver­füg­bar ist, und einen 7,3‑Zoll-AMOLED-Bildschirm im auf­ge­klapp­ten Zustand. Das Infi­ni­ty-Flex-Dis­play besteht nicht aus Glas, son­dern aus Kunst­stoff. Als Pro­zes­sor ist ein Qual­comm Snap­dra­gon 855 im Ein­satz, flan­kiert von 12 GB RAM und 512 GB inter­nem Spei­cher. Das 5G-Smart­pho­ne bie­tet sechs Kame­ras (Sel­fie-Kame­ra außen, Dual-Sel­fie-Kame­ra innen und Trip­le-Haupt­ka­me­ra auf der Rück­sei­te) und einen Akku mit einer Kapa­zi­tät von 4.380 mAh.

Das Hua­wei Mate X erschien im Novem­ber 2019 und ist der­zeit nur in Chi­na erhält­lich. (Stand: April 2020) Es bie­tet zuge­klappt ein AMO­LED-Panel mit 6,6 Zoll und auf­ge­klappt ein OLED-Dis­play, das 8 Zoll misst und aus Kunst­stoff besteht. Als Pro­zes­sor ist ein HiSi­li­con Kirin 980 im Ein­satz, der von 8 GB RAM und 512 GB inter­nem Spei­cher unter­stützt wird. Eine Vier­fach-Kame­ra ist für Fotos und Vide­os zustän­dig. Der Akku bringt 4.500 mAh, Schnell­la­dung ist bis 55 W mög­lich.

Das Moto­ro­la razr ver­folgt das klei­ne­re Fold­able-Kon­zept und wur­de Mit­te Novem­ber 2019 ver­öf­fent­licht. Sein exter­nes Dis­play misst 2,78 Zoll, auf­ge­klappt kannst du einen OLED-Kunst­stoff­bild­schirm von 6,2 Zoll nut­zen. Die Leis­tung ist im Ver­gleich zu den gro­ßen Fold­ables nied­ri­ger: Ein Qual­comm SDM710 Snap­dra­gon 710 arbei­tet zusam­men mit 6 GB RAM und 128 GB inter­nem Spei­cher. Dazu gibt es eine Dual-Haupt­ka­me­ra in Ver­bin­dung mit einer ein­zel­nen Sel­fie-Cam. Das Gerät bie­tet mit sei­nem cha­rak­te­ris­ti­schen Kinn ein ähn­li­ches Clam­s­hell-Design wie jenes, das in den 2000ern Kult­sta­tus erlangt hat.

Das Sam­sung Gala­xy Z Flip ist im Febru­ar 2020 erschie­nen. Die­ses Modell ist ein klei­nes Fold­able, das durch Auf­klap­pen zum XL-Smart­pho­ne wird. Es stellt im auf­ge­klapp­ten Zustand ein 6,7‑Zoll-AMOLED-Display zur Ver­fü­gung, ein Snap­dra­gon 855 Plus gibt den Takt vor. Neben der Dual-Kame­ra kannst du eine ein­zel­ne Sel­fie-Kame­ra nut­zen. Dazu sind 8 GB RAM und 256 GB inter­ner Spei­cher an Bord. Der 3.300-mAh-Akku kann draht­los gela­den wer­den.

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Mög­li­che Fold­ables wei­te­rer Her­stel­ler

Das chi­ne­si­sche Unter­neh­men Xiao­mi hat mit dem Xiao­mi Mi Fold bereits sein ers­tes falt­ba­res Smart­pho­ne als Pro­to­typ und Video­de­mo gezeigt. Das Modell kommt mög­lich­wei­se unter einem Namen wie “Dual Flex” oder “Mix Flex” auf den Markt. Laut Patent­zeich­nun­gen könn­te eine der bei­den Hälf­ten deut­lich dicker gestal­tet sein. Dort dürf­te sich die meis­te Hard­ware befin­den, wie Akku und Kame­ras. Die ande­re Sei­te besteht wahr­schein­lich fast nur aus Dis­play. Das XL-Dis­play soll im zuge­klapp­ten Zustand außen lie­gen statt innen, wie es bei­spiels­wei­se beim Gala­xy Fold der Fall ist.

Der chi­ne­si­sche Kon­kur­rent Oppo will laut eige­nen Aus­sa­gen bei stei­gen­der Nach­fra­ge eben­falls ein Falt-Smart­pho­ne bau­en. Auch Oppo hat bereits einen Pro­to­typ ver­öf­fent­licht. Das Kon­zept ähnelt dem von Xiao­mi: Das Dis­play liegt im zuge­klapp­ten Modus kom­plett außen.

Mit dem Micro­soft Sur­face Duo hat auch das US-Unter­neh­men ein Fold­able ange­kün­digt. Es soll zwei 5,6‑Zoll-Bildschirme haben, die durch ein dün­nes 360-Grad-Metall­schar­nier ver­bun­den sind. Der Pro­to­typ wur­de von Qual­comms Snap­dra­gon 855 ange­trie­ben, die Soft­ware soll als Android-Vari­an­te in Zusam­men­ar­beit mit Goog­le ent­wi­ckelt wer­den. Das Modell könn­te bereits im Som­mer 2020 auf den Markt kom­men.

Apple denkt angeb­lich über ein falt­ba­res iPho­ne nach. Es wur­den bereits eini­ge Paten­te gesich­tet, die in die­se Rich­tung deu­ten. Genaue­re Infor­ma­tio­nen, Pro­to­ty­pen oder ähn­li­ches gibt es bis­lang nicht.

Fold­able Smart­pho­nes: Zukunfts­aus­sich­ten

Wenn du ein Fold­able Smart­pho­ne kau­fen willst, musst du eini­ge Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Die tech­ni­sche Ent­wick­lung hat erst vor ver­gleichs­wei­se kur­zer Zeit begon­nen, des­halb gibt es noch eini­ge Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen und Details zu ver­bes­sern.

Den­noch lie­gen in der neu­en Tech­nik unbe­streit­ba­re Vor­zü­ge: Ein Tablet im Smart­pho­ne- oder ein XL-Han­dy im Wes­ten­ta­schen-For­mat bie­tet eini­ge Vor­tei­le. Wer dar­auf und auf einen gro­ßen sty­lis­hen Fak­tor nicht ver­zich­ten will: Ein paar inter­es­san­te Model­le ste­hen bereits zur Aus­wahl. In Zukunft wer­den wei­te­re fol­gen – mit noch bes­se­ren Eigen­schaf­ten.

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