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Fold­able Smart­pho­nes: Das kön­nen die falt­ba­ren Handys

Das Samsung Galaxy Z Fold 2, Nachfolger des ersten Samsung-Faltphones, ist seit September 2020 auf dem Markt.

Klein genug für die Hosen­ta­sche, aber groß genug, um auf dem Weg zur Arbeit bequem die neue Fol­ge der Lieb­lings­se­rie zu schau­en oder eine Run­de zu zocken: Fold­able Smart­pho­nes ber­gen viel Poten­zi­al. UPDATED zeigt, wor­in die Vor­tei­le lie­gen und wel­che Model­le es gibt.

Was kön­nen die Foldables?

Der Erfolg von Fold­able Smart­pho­nes, kurz Fold­ables, ist vor allem der Dis­play­grö­ße der Gerä­te zu ver­dan­ken. Gro­ße Dis­plays sind gefragt, um genug Platz zum Lesen, Sur­fen oder Spie­len zu haben. Auf der ande­ren Sei­te kön­nen Smart­pho­nes aber nicht end­los ver­grö­ßert wer­den. Schließ­lich soll das Han­dy den Nut­zer im All­tag beglei­ten und dabei gut zu ver­stau­en sein.

Des­halb haben die Her­stel­ler in den letz­ten Jah­ren fort­lau­fend dar­an gear­bei­tet, immer grö­ße­re Dis­plays in den maxi­mal zumut­ba­ren Gehäu­se­grö­ßen unter­zu­brin­gen. Durch die fort­schrei­ten­de Tech­nik kom­men die Bild­schir­me mit immer schma­le­ren Rän­dern aus. Inzwi­schen sind soge­nann­te Full­screen-Dis­plays, die nahe­zu die kom­plet­te Vor­der­sei­te des Smart­pho­nes ein­neh­men, die Regel und nicht die Ausnahme.

Was genau hat es mit dem “Fal­ten“ von Dis­plays auf sich?

Dis­plays von falt­ba­ren Smart­pho­nes bestehen aus einem Mate­ri­al, das sich genau­ge­nom­men nicht fal­ten, son­dern extrem bie­gen lässt. Die Dis­plays von Fold­ables der ers­ten Genera­ti­on (zum Bei­spiel Gala­xy Fold und Moto­ro­la razr) bestehen aus Kunststoff.

Inzwi­schen wer­den falt­ba­re Dis­plays aus Glas ent­wi­ckelt. Die Her­aus­for­de­rung: Sie müs­sen so dünn sein, dass sie sich bie­gen las­sen, ohne zu bre­chen. Dabei sol­len sie genau­so sta­bil und wider­stands­fä­hig sein wie Goril­la Glass, dem qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­gen Stan­dard bei Dis­plays von nicht falt­ba­ren Smartphones.

Doch was kommt nach dem Full­screen-Han­dy? Eine Ant­wort der Her­stel­ler lau­tet: das Fold­able Smart­pho­ne. Durch das Auf­klap­pen erhältst du eine Bild­schirm­grö­ße, die der eines klei­nen Tablets ent­spricht, wie zum Bei­spiel beim Gala­xy Fold.

Es gibt aber auch Fold­ables, die ein ande­res Kon­zept ver­fol­gen. Die­se Gerä­te las­sen sich bei beson­ders kom­pak­ter Bau­wei­se zu einem Han­dy auf­klap­pen, des­sen Dis­play dann dem eines gro­ßen Smart­pho­nes ent­spricht. Gerä­te wie bei­spiels­wei­se das Moto­ro­la Razr 5G oder das Sam­sung Gala­xy Z Flip sind damit beson­ders gut zu ver­stau­en, tra­gen in der Hosen­ta­sche kaum auf – und bie­ten auf­ge­klappt das Dis­play eines gro­ßen Smartphones.

Die bei­den Ansät­ze für Fold­ables zusammengefasst:

  • Fold­ables mit übli­chen Smart­pho­ne-Abmes­sun­gen wer­den nach dem Aus­klap­pen zu einem XL-Bild­schirm, wie ihn sonst nur klei­ne Tablets haben.
  • Beson­ders kom­pak­te, leicht zu trans­por­tie­ren­de Fold­ables bie­ten nach dem Öff­nen ein Dis­play, wie es sonst grö­ße­re Smart­pho­nes mitbringen.

Wel­che tech­ni­schen Her­aus­for­de­run­gen gibt es bei Fold­able Smartphones?

Wenig über­ra­schend steht bei einem falt­ba­ren Smart­pho­ne das Dis­play im Fokus. Wie lässt sich ein Dis­play fal­ten? Wie erhält der Nut­zer ein bieg­sa­mes Dis­play, das auch nach Tau­sen­den von Falt­vor­gän­gen ohne Ein­schrän­kun­gen funktioniert?

Zunächst galt eine Kon­struk­ti­on aus Kunst­stoff als bes­te Lösung. Bereits 2011 stell­ten Unter­neh­men wie Sam­sung und LG ers­te OLED-Screens aus falt­ba­rem Plas­tik vor. Dabei han­delt es sich im Grun­de um Foli­en mit einem Film aus selbst­leuch­ten­den orga­ni­schen Licht­di­oden. Auch die elek­tri­schen Lei­ter­bah­nen sind in den Foli­en integriert.

Der nächs­te tech­ni­sche Schritt ist bereits voll­zo­gen: Längst arbei­ten die Her­stel­ler an Glas-Panels, die extrem gebo­gen wer­den kön­nen und den­noch sta­bil genug sind, um kei­ne Schä­den davon­zu­tra­gen (sie­he Info-Kasten).

Doch das Fal­ten eines Fold­able Smart­pho­nes betrifft auch die Kom­po­nen­ten im Inne­ren der Gerä­te. Jeder noch so klei­ne Anschluss, jede Lei­ter­plat­te, jedes Schräub­chen und jede Kabel­ver­bin­dung ist durch das Auf- und Zuklap­pen zusätz­li­chen Belas­tun­gen aus­ge­setzt. Und das bedeu­tet zusätz­li­chen Ver­schleiß. Das wirft die Fra­ge auf, wie lan­ge Fold­ables hal­ten. Bei aktu­el­len Model­len wird das die Zeit zeigen.

Auch der Akku falt­ba­rer Smart­pho­nes stellt Ent­wick­ler vor Her­aus­for­de­run­gen. Das gilt zumin­dest beim Kon­zept eines gro­ßen Dis­plays, das der Nut­zer zu einem noch grö­ße­ren auf­klap­pen kann. Wie lässt sich das – nun deut­lich strom­hung­ri­ge­re – Panel mit Strom ver­sor­gen? Und wie las­sen sich gleich­zei­tig Akku­lauf­zei­ten errei­chen, die an nicht falt­ba­re Smart­pho­nes herankommen?

Sam­sung und Hua­wei haben sich bei ihren ers­ten Fold­able-Model­len für eine Dop­pel-Akku-Lösung ent­schie­den. Es gibt zwei Akkus in den bei­den Smart­pho­ne-Hälf­ten, die durch den Knick getrennt sind. Sie wer­den als Ener­gie­ein­heit über einen ein­zi­gen Port geladen.

Wel­che Model­le gibt es schon, wel­che kom­men bald auf den Markt? 

Die ers­ten Fold­able Smart­pho­nes sind bereits erschie­nen. Wei­te­re Model­le wur­den ange­kün­digt oder sind in der Entwicklung.

Sam­sung Gala­xy Z Fold 2

Mit dem Gala­xy Z Fold2 ist seit Sep­tem­ber 2020 der Nach­fol­ger des ers­ten Sam­sung-Falt­pho­nes auf dem Markt – genau ein Jahr nach dem Launch des Gala­xy Fold 5G. Eben­so wie der Vor­gän­ger ver­fügt es über zwei Bild­schir­me: einen 6,23‑Zoll-Super-AMOLED-Bildschirm, der zuge­klappt außen ver­füg­bar ist, und einen 7,6‑Zoll-AMOLED-Bildschirm im auf­ge­klapp­ten Zustand. Damit ist es in aus­ge­klapp­ter Form zwar nur 0,3 Zoll grö­ßer als der Vor­gän­ger, der äuße­re Bild­schirm ist jedoch knapp 2,4 Zoll grö­ßer. Das Infi­ni­ty-Flex-Dis­play besteht nicht aus Glas, son­dern aus Kunststoff.

Als Pro­zes­sor ist ein Qual­comm Snap­dra­gon 855+ im Ein­satz, flan­kiert von 12 GB RAM und 256 GB inter­nem Spei­cher. Das 5G-Smart­pho­ne bie­tet eine Trip­le-Haupt­ka­me­ra mit drei­mal 12 Mega­pi­xeln. Für Sel­fies sind gleich zwei Kame­ras an Bord: eine auf der Innen­sei­te, eine außen. Hin­zu kommt ein Akku mit einer Kapa­zi­tät von 4.500 mAh.

Für 2021 wird bereits der Nach­fol­ger, das Sam­sung Gala­xy Z Fold3, erwar­tet. Eine offi­zi­el­le Ankün­di­gung steht der­zeit aller­dings noch aus.

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Hua­wei Mate Xs

Auch Hua­wei hat mit dem Mate Xs inzwi­schen ein Fold­able der zwei­ten Genera­ti­on am Start. Das Pre­mie­ren­ge­rät Hua­wei Mate X vom Novem­ber 2019 war nur in Chi­na erhält­lich; mit dem zwei­ten Modell vom Früh­jahr 2020 wagt sich das chi­ne­si­sche Unter­neh­men auch auf den glo­ba­len Markt. Das Mate Xs bie­tet zuge­klappt ein AMO­LED-Panel mit 6,6 Zoll und auf­ge­klappt ein OLED-Dis­play, das 8 Zoll misst und aus Kunst­stoff besteht.

Der ver­bau­te Pro­zes­sor ist ein HiSi­li­con Kirin 990, der von 8 GB RAM und 512 GB inter­nem Spei­cher unter­stützt wird. Eine Vier­fach-Kame­ra ist für Fotos und Vide­os zustän­dig. Der Akku bringt 4.500 mAh, Schnell­la­dung ist bis 55 W möglich.

In Chi­na hat Hua­wei im Früh­jahr 2021 bereits die drit­te Genera­ti­on sei­nes Falt­han­dys ver­öf­fent­licht. Das Hua­wei Mate X2 hat bis­lang aber noch kei­nen Ver­kaufs­start für Deutsch­land erhalten.

Moto­ro­la Razr 5G

Das Moto­ro­la Razr 5G ist eben­so wie die Smart­pho­nes von Sam­sung und Hua­wei bereits das zwei­te Fold­able-Modell. Das Razr 5G folgt dem klei­ne­ren Fold­able-Kon­zept und wur­de Mit­te Sep­tem­ber 2020 ver­öf­fent­licht. Sein exter­nes Dis­play misst 2,78 Zoll, auf­ge­klappt kannst du einen OLED-Kunst­stoff­bild­schirm von 6,2 Zoll nutzen.

Die Leis­tung ist im Ver­gleich zu den gro­ßen Fold­ables nied­ri­ger: Ein Qual­comm SM7250 Snap­dra­gon 765G 5G arbei­tet zusam­men mit 8 GB RAM und 256 GB inter­nem Spei­cher. Dazu gibt es eine Kame­ra mit 48-Mega­pi­xel-Sen­sor, dane­ben eine klei­ne Sel­fie-Kame­ra im Faltdisplay.

Sam­sung Gala­xy Z Flip

Neben sei­nem gro­ßen Fold­able hat Sam­sung noch ein klei­ne­res Modell im Pro­gramm: Das Sam­sung Gala­xy Z Flip ist im Febru­ar 2020 erschie­nen. Die­ses klei­ne Fold­able wird durch Auf­klap­pen nicht zu einem Tablet, aber immer­hin zu einem XL-Smart­pho­ne. Es stellt im auf­ge­klapp­ten Zustand ein 6,7‑Zoll-AMOLED-Display zur Ver­fü­gung, ein Snap­dra­gon 855 Plus gibt den Takt vor.

Neben der Dual-Kame­ra kannst du eine ein­zel­ne Sel­fie-Kame­ra nut­zen. Dazu sind 8 GB RAM und 256 GB inter­ner Spei­cher an Bord. Den 3.300-mAh-Akku kannst du draht­los laden. Wie schon beim Sam­sung Gala­xy Fold wird auch für das Z Flip für Spätsommer/Herbst 2021 ein aktua­li­sier­ter Nach­fol­ger erwartet.

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Xiao­mi Mi Mix Fold

Wer ein Mi Mix Fold von Xiao­mi ergat­tern möch­te, muss auf einen Import zurück­grei­fen, denn für das ers­te Fold­able der Chi­ne­sen ist bis­her kein glo­ba­ler Release vor­ge­se­hen. Das Mi Mix Fold ähnelt dem Sam­sung Gala­xy Z Fold, ist aber ins­ge­samt etwas grö­ßer und misst außen 6,5 Zoll, innen 8,01 Zoll. Die Kame­ra ist mit einem 108-MP-Sen­sor und einer Flüs­sig­keits­lin­se aus­ge­stat­tet. In Chi­na ist das Mi Mix Fold seit 16. April zu haben.

Micro­soft Sur­face Duo

Mit dem Micro­soft Sur­face Duo hat auch das US-Unter­neh­men ein Fold­able im Sor­ti­ment. Aller­dings: Ein ech­tes Fold­able ist es nicht, ver­gli­chen mit den oben genann­ten Anbie­tern, besteht es doch nicht aus einem falt­ba­ren Dis­play, son­dern aus zwei durch ein Schar­nier ver­bun­de­ne Bild­schir­me. Dadurch ist in der Mit­te immer ein Falz sicht­bar. Die Dis­plays mit jeweils einer Diago­nale von 5,6 Zoll erge­ben zusam­men eine Diago­nale von 8,1 Zoll, du kannst sie aber auch unab­hän­gig von­ein­an­der nutzen.

Der Pro­zes­sor ist ein Snap­dra­gon 855 Oct­a­core, innen hat das Sur­face Duo eine Kame­ra mit 11 Mega­pi­xeln, an der Außen­sei­te aller­dings kei­ne. Seit Febru­ar 2021 ist es auch in Deutsch­land in zwei Ver­sio­nen ver­füg­bar, wahl­wei­se mit 128 GB oder mit 256 GB Spei­cher. Hin­zu kom­men 6 GB Arbeits­spei­cher, als Betriebs­sys­tem ist Android 10 installiert.

Fold­ables 2021: Das kannst du die­ses Jahr noch erwarten

Blickt man nach vorn, tau­chen am Hori­zont schon die nächs­ten Fold­ables auf: Der chi­ne­si­sche Her­stel­ler Oppo will eben­falls ein Falt-Smart­pho­ne bau­en, hat bis­her aller­dings nur Pro­to­ty­pen gezeigt. Ande­re chi­ne­si­sche Smart­pho­ne-Her­stel­ler wie Vivo und auch Goog­le wol­len noch in die­sem Jahr falt­ba­re Smart­pho­nes ver­öf­fent­li­chen. Das Hua­wei Mate X2 ist zwar wie­der nur auf dem chi­ne­si­schen Markt ver­füg­bar. Das Gala­xy Z Fold3 und das Z Flip3 von Sam­sung aber wer­den noch in die­sem Jahr auf dem glo­ba­len Markt erwartet.

Und auch Apple denkt angeb­lich über ein falt­ba­res iPho­ne nach. Es wur­den bereits eini­ge Paten­te gesich­tet, die in die­se Rich­tung deu­ten. Genaue­re Infor­ma­tio­nen, Pro­to­ty­pen oder ähn­li­ches gibt es bis­lang nicht.

Main­stream oder Nische: Wie sieht die Zukunft der Fold­ables aus?

Wenn du ein Fold­able Smart­pho­ne kau­fen willst, musst du eini­ge Kom­pro­mis­se ein­ge­hen. Die tech­ni­sche Ent­wick­lung hat erst vor ver­gleichs­wei­se kur­zer Zeit begon­nen, des­halb gibt es noch eini­ge Her­aus­for­de­run­gen zu bewäl­ti­gen und Details zu verbessern.

Den­noch lie­gen in der neu­en Tech­nik unbe­streit­ba­re Vor­zü­ge: Ein Tablet im Smart­pho­ne- oder ein XL-Han­dy im Wes­ten­ta­schen-For­mat bie­tet eini­ge Vor­tei­le. Wer dar­auf und auf einen gro­ßen sty­lis­hen Fak­tor nicht ver­zich­ten will: Ein paar inter­es­san­te Model­le ste­hen bereits zur Aus­wahl. In Zukunft wer­den wei­te­re fol­gen – mit noch bes­se­ren Eigenschaften.

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