Küche

Eis­kalt frisch: 12 Tipps zum Ein­frie­ren von Lebensmitteln

Länger haltbar, länger frisch, länger lecker: Mit den UPDATED-Tipps können Sie Lebensmittel optimal einfrieren.

Beim Ein­kauf leuch­te­te das Gemü­se noch in kna­ckigs­ten Far­ben, nach eini­gen Wochen im Tief­küh­ler sind Glanz und Fri­sche ver­blasst. Eini­ge ande­re Lebens­mit­tel haben im Käl­te­schlaf Fle­cken bekom­men oder schme­cken nach dem Auf­tau­en fade oder säu­er­lich. Wenn Sie bloß recht­zei­tig reagiert hät­ten – doch zwi­schen all den Dosen und Tüten im Gefrier­schrank den Über­blick zu behal­ten ist schwer. Wie Sie die Lebens­mit­tel im Tief­küh­ler lagern, alles über­sicht­lich im Blick haben und sogar noch Ener­gie spa­ren, erfah­ren Sie hier.

So bleibt das Gefrier­gut so frisch wie möglich

Der Käl­te­schlaf im Tief­küh­ler bremst den Pro­zess, der Lebens­mit­tel ver­der­ben lässt. Doch wie erfolg­reich die­se Brem­se wirkt und wie frisch die Kost nach dem Auf­tau­en noch schmeckt, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab. Mit den fol­gen­den Maß­nah­men schaf­fen Sie geeig­ne­te Verhältnisse.

Tipp 1: Frisch einkaufen

Kau­fen Sie die Lebens­mit­tel so frisch wie mög­lich und frie­ren Sie die­se so schnell wie mög­lich ein, am bes­ten gleich nach dem Ein­kauf. Denn der Qua­li­täts­ver­lust vorm Ein­frie­ren ist nicht wie­der auszugleichen.

Tipp 2: Ver­mei­den Sie Luft in der Verpackung

Ob im Gefrier­beu­tel oder in der Plas­tik­do­se: Las­sen Sie mög­lichst wenig Luft in der Ver­pa­ckung, da sonst Gefrier­brand droht. Dies ver­mei­den Sie, indem Sie eine Dose groß­zü­gig befül­len oder einen Beu­tel fes­ter um das Gefrier­gut wickeln. Auch soll­ten weder Luft noch Feuch­tig­keit von außen die Ver­pa­ckung durch­drin­gen kön­nen. Fleisch und Fisch las­sen Sie am bes­ten vom Händ­ler vakuumieren.

Aber Ach­tung: Fül­len Sie eine Ver­pa­ckung nicht kom­plett bis unter den Rand. Denn was­ser­hal­ti­ge Spei­sen deh­nen sich mit­un­ter aus, sodass Tüten dann auf­plat­zen oder sich die Deckel von Plas­tik­do­sen öff­nen könnten.

Tipp 3: Frie­ren Sie por­ti­ons­wei­se ein

Ein­mal auf­ge­tau­te Lebens­mit­tel soll­ten nicht ein zwei­tes Mal ein­ge­fro­ren wer­den, wenn sie län­ge­re Zeit der Zim­mer­tem­pe­ra­tur aus­ge­setzt waren. Por­tio­nie­ren Sie des­halb das Gefrier­gut vor, sodass Sie immer nur die Men­ge auf­tau­en, die Sie auch tat­säch­lich ver­brau­chen. Ein wei­te­re Vor­teil: Klei­ne­re Por­tio­nen frie­ren schnel­ler ein.

Flüs­sig­kei­ten kön­nen Sie in Eis­wür­fel­for­men vor­por­tio­nie­ren. Das eig­net sich für alles, wovon Sie beim Kochen klei­ne­re Men­gen benö­ti­gen, zum Bei­spiel Kokos­milch oder Brühe.

Tipp 4: Berei­ten Sie das Gefrier­gut vor

Jedes Lebens­mit­tel kann vorm Ein­frie­ren auf den Käl­te­schlaf vor­be­rei­tet wer­den, um die Fri­sche best­mög­lich zu erhalten.

  • Gemü­se soll­te grund­sätz­lich blan­chiert werden.
  • Sofern es nicht gleich beim Ein­kauf vaku­um­iert wur­de, neh­men Sie Fleisch so schnell wie mög­lich aus der Ver­pa­ckung und tup­fen es vor dem Ein­frie­ren trocken.
  • Klei­ne Obst­stü­cke las­sen Sie – neben­ein­an­der auf einen Tel­ler gelegt – im Tief­küh­ler run­de zwei Stun­den vor­fros­ten und geben Sie erst dann in die end­gül­ti­ge Ver­pa­ckung, so kle­ben sie nicht aneinander.
  • Frisch zube­rei­te­te Sau­cen oder Essens­res­te geben Sie gleich in die Ver­pa­ckung, damit die Hit­ze der Spei­sen noch Sauer­stoff ver­braucht und auf die­se Wei­se einen Vaku­um­ef­fekt ermög­licht. Nach dem Abküh­len geht es dann ins Gefrierfach.

Mehr Tipps zum Ein­frie­ren ein­zel­ner Lebens­mit­tel wie Brot, Kuchen, Käse, But­ter oder Kräu­ter fin­den Sie im Ratgeber
Wein im Tief­kühl­fach? Die­se 10 Lebens­mit­tel kön­nen Sie tat­säch­lich einfrieren

Tipp 5: Las­sen Sie die Lebens­mit­tel schnell durchfrieren

Je schnel­ler die Lebens­mit­tel kom­plett durch­frie­ren, umso weni­ger Qua­li­täts­ver­lust ent­steht. Bei Gefrier­gut mit einem Gewicht über einem Kilo nut­zen Sie – wenn mög­lich – eine “Schockfrost”-Funktion Ihres Tief­kühl­ge­räts. Sinn­voll ist es auch, neu­es Gefrier­gut zunächst mög­lichst frei in den Tief­küh­ler zu legen, anstatt es auf ande­re Tei­le zu legen. So friert es gleich­mä­ßi­ger durch.

So hal­ten Sie Ord­nung im Gefrierkühlschrank

Der Gefrier­schrank läuft schon fast über und Sie haben die Über­sicht ver­lo­ren, was Sie wann ein­ge­fro­ren haben und wo es sich befin­det? Die fol­gen­den Maß­nah­men hel­fen Ihnen.

Tipp 6: Sta­peln Sie das Gefrier­gut optimal

Je kas­ten­för­mi­ger die Ver­pa­ckung, des­to über­sicht­li­cher lässt sich das Gefrier­gut über­ein­an­der – in Schub­la­den­fä­chern auch neben­ein­an­der – sta­peln. Damit Sie nicht zu vie­le Dosen dafür benö­ti­gen und je nach Por­ti­ons­grö­ße ein­frie­ren kön­nen, hilft fol­gen­der Trick:

  • Geben Sie das Gefrier­gut in einen Gefrier­beu­tel und die­sen in eine recht­ecki­ge Box, etwa eine Gefrier­do­se oder eine qua­dra­ti­sche Schüssel.
  • Idea­ler­wei­se besitzt der Gefrier­beu­tel an der obe­ren Sei­te einen gera­den Zip-Ver­schluss oder ist zuge­schweißt. Ist er ver­kno­tet, plat­zie­ren Sie den Kno­ten mög­lichst weit an der Seite.
  • Stel­len Sie die Box für rund zwei Stun­den in den Tiefkühler.
  • Neh­men Sie den Beu­tel aus der Box und prü­fen Sie, ob er sei­ne recht­ecki­ge Form behält. Falls ja, geben Sie den Beu­tel solo in den Gefrier­schrank, andern­falls las­sen Sie alles noch ein wenig län­ger vorfrosten.
  • Wenn Sie immer die­sel­be recht­ecki­ge Box benut­zen, erhal­ten Sie stets Gefrier­tü­ten mit fla­chem Boden glei­cher Län­ge und Brei­te, die sich opti­mal sta­peln lassen.

Tipp 7: Beschrif­ten Sie das Gefriergut

Wenn Sie vie­le ver­schie­de­ne Lebens­mit­tel ein­frie­ren, hilft Ihnen eine sorg­fäl­ti­ge Kenn­zeich­nung, den Über­blick zu behalten.

  • Benut­zen Sie am bes­ten Auf­kle­ber oder den­ken Sie dar­an, auf Dosen abwisch­ba­re Stif­te zu ver­wen­den. Man­che Gefrier­beu­tel besit­zen wei­ße Fel­der, die Sie direkt beschrif­ten kön­nen, ohne dass sich die Schrift vor dem Gefrier­gut im Hin­ter­grund schlecht lesen lässt.
  • Schrei­ben Sie mit einem dicken Stift, des­sen Schrift Sie auf den ers­ten Blick in den Tief­küh­ler lesen kön­nen, ohne das Gefrier­gut her­aus­neh­men zu müssen.
  • Schrei­ben Sie auf den Auf­kle­ber: den Inhalt, das Ein­frier­da­tum, das unge­fäh­re Ablauf­da­tum (sie­he Kasten).
  • Plat­zie­ren Sie den Auf­kle­ber an der­je­ni­gen Sei­te, die Ihnen beim Blick in den Gefrier­schrank zuge­wandt ist.

Noch mehr Tipps für Platz und Über­sicht im Tief­küh­ler fin­den Sie im Ratgeber
Gefrier­schrank rich­tig ein­räu­men: Tipps für mehr Übersicht

Ener­gie spa­ren beim Ein­frie­ren – so geht’s

Mit den rich­ti­gen Maß­nah­men ist Ein­frie­ren nicht nur eine beson­ders effek­ti­ve, son­dern auch güns­ti­ge Metho­de, um Lebens­mit­tel halt­bar zu machen.

Tipp 8: Den Gefrier­schrank rich­tig aufstellen

Stel­len Sie den Gefrier­schrank an einem mög­lichst küh­len Ort auf. Denn je küh­ler die Umge­bungs­luft, umso weni­ger Ener­gie benö­tigt Ihr Tief­küh­ler, um die Frost-Tem­pe­ra­tur auf­recht zu erhalten.

Tipp 9: Den Gefrier­schrank regel­mä­ßig abtauen

Tau­en Sie den Gefrier­schrank regel­mä­ßig ab, bevor sich eine Eis­schicht an den Wän­den bil­det. Bis zu einem Drit­tel mehr Ener­gie benö­tigt ein Gerät bei nur weni­gen Mil­li­me­tern Eisbildung.

Tipp 10: Wäh­len Sie einen mög­lichst klei­nen Gefrierschrank

Nut­zen Sie den Innen­raum Ihres Tief­kühl­ge­räts mög­lichst voll­stän­dig aus. Umso grö­ßer ist der Frost­ef­fekt und umso weni­ger Ener­gie ver­brau­chen Sie, um einen Raum zu küh­len, den Sie gar nicht benö­ti­gen. Möch­ten Sie sich einen neu­en Gefrier­schrank anschaf­fen, über­le­gen Sie, wie viel Sie maxi­mal ein­frie­ren, um beim Tief­küh­ler die kleinst­mög­li­che Grö­ße zu wählen.

So kön­nen Sie Lebens­mit­tel wie­der rich­tig auftauen

Auch nach dem Käl­te­schlaf kön­nen Sie der Qua­li­tät der Lebens­mit­tel noch scha­den, indem Sie beim Auf­tau­en falsch vor­ge­hen. Mit den fol­gen­den Tipps sind Sie auf der siche­ren Seite.

Tipp 11: Nut­zen Sie man­che Lebens­mit­tel sofort

Eini­ge Lebens­mit­tel müs­sen über­haupt nicht auf­ge­taut wer­den. Das gilt nicht nur für Tief­kühl­piz­za, die sofort in den Ofen kann. Auch Gemü­se kön­nen Sie sofort nach dem Griff in den Tief­küh­ler ver­wen­den, so gehen weni­ger Inhalts­stof­fe ver­lo­ren. Geben Sie das Gemü­se – oder den noch geschlos­se­nen Gefrier­beu­tel – in einen Topf mit hei­ßem Was­ser und garen Sie das Gemü­se für kur­ze Zeit. Auch gefro­re­nes Obst kön­nen Sie direkt ver­ar­bei­ten, etwa für Des­serts oder auf dem Teig­bo­den für den Kuchen.

Tipp 12: Fleisch und Fisch: Lang­sam ist besser

Fleisch und Fisch soll­ten mög­lichst lang­sam und scho­nend auf­ge­taut wer­den. Dabei ist Fol­gen­des zu beachten:

  • Idea­ler­wei­se tau­en Sie Fisch und Fleisch bereits einen Tag vor dem Ver­brauch auf.
  • Geben Sie bei­des zum Auf­tau­en in den Kühl­schrank. Zim­mer­tem­pe­ra­tur und erst recht die Hei­zung sind tabu, da sich bei der Wär­me Kei­me und Bak­te­ri­en schnel­ler ver­meh­ren. Erst etwa eine Stun­de vor dem Bra­ten soll­te Fleisch aus dem Kühl­schrank genom­men werden.
  • Las­sen Sie Fleisch und Fisch beim Auf­tau­en noch in der Ver­pa­ckung oder sor­gen Sie dafür, dass das Auf­tau­was­ser abflie­ßen kann, etwa indem Sie die Lebens­mit­tel in einen Behäl­ter mit Sieb legen.
  • Das Auf­tau­was­ser nicht ver­wen­den! Das gilt ins­be­son­de­re für das Abtau­was­ser von Geflü­gel, da sich Sal­mo­nel­len dar­in befin­den können.
  • Um den Auf­tau­vor­gang zu beschleu­ni­gen, legen Sie die noch gefro­re­ne Ver­pa­ckung in ein kal­tes Was­ser­bad. Benut­zen Sie kein hei­ßes Was­ser, um nicht den Gar­vor­gang auszulösen.
  • Lebens­mit­tel, die Sie nach dem Auf­tau­en län­ge­re Zeit bei Zim­mer­tem­pe­ra­tur gela­gert haben, soll­ten aus Sicher­heits­grün­den nicht wie­der ein­ge­fro­ren wer­den. Das gilt ins­be­son­de­re bei rotem Fleisch.

Was hält wie lange?

Eine pau­scha­le Min­dest­halt­bar­keit von tief­ge­fro­re­nen Lebens­mit­teln gibt es nicht. Bei Fleisch gilt: je fet­ter, des­to kür­zer; bei Käse: je här­ter und tro­cke­ner, umso län­ger. Für die gän­gigs­ten Nah­rungs­mit­tel gel­ten die fol­gen­den Richtzeiten:

  • Rind­fleisch: 10–12 Monate
  • Schwei­ne­fleisch: 4–8 Monate
  • Geflü­gel: 8–10 Monate
  • Kalb­fleisch: 9–12 Monate
  • Hack­fleisch: 1–3 Monate
  • Fisch: 4 Monate
  • Gemü­se: 3–12 Monate
  • Obst: 9–12 Monate
  • Käse: 2–6 Monate
  • Weiß­brot: 1–3 Monate
  • Voll­korn­brot: 4–6 Monate

Bes­ser ein­frie­ren – fri­scher genießen

Die Tief­küh­lung hat für Ver­brau­cher enor­me Vor­tei­le. Bei Win­ter­ge­mü­se im Som­mer oder fri­schen Kräu­tern in der kal­ten Jah­res­zeit gibt es kuli­na­risch qua­si kei­ne Jah­res­zei­ten mehr. Zudem erspart es viel Arbeit, gro­ße Men­gen vor­zu­ko­chen und immer fer­ti­ge Spei­sen im Haus zu haben, wenn die Zeit für die fri­sche Zube­rei­tung ein­mal nicht reicht. Und oben­drein wer­den die Vit­ami­ne und ande­ren wert­vol­len Inhalts­stof­fe etwa von Gemü­se oder Früch­ten nicht nur län­ger, son­dern auch noch bes­ser erhal­ten. Wenn Sie dann auch noch alles pas­send ein­frie­ren und auf­tau­en sowie mit weni­gen Knif­fen den Über­blick im Tief­küh­ler behal­ten, kön­nen Sie alle die­se Vor­tei­le voll aus­kos­ten – im wahrs­ten Sin­ne des Wortes.

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