Wel­che App haben Sie zuletzt auf Ihren Com­pu­ter gela­den? Und was war Ihre letz­te Such­an­fra­ge im Inter­net? Sie wis­sen es nicht mehr? Ihr Com­pu­ter schon, denn Win­dows 10 ist ganz schön neu­gie­rig und möch­te am liebs­ten alles über Sie erfah­ren – um Anwen­dun­gen aber auch Kauf­emp­feh­lun­gen direkt auf Ihre Bedürf­nis­se zuzu­schnei­den. Doch kei­ne Angst, mit weni­gen Ein­stel­lun­gen kön­nen Sie Ihr neu­gie­ri­ges Betriebs­sys­tem ganz leicht nach Ihren Wün­schen gestal­ten. Wir stel­len Ihnen 6 Tipps vor:

Tipp 1: All­ge­mei­nen Daten­schutz ein­stel­len

Win­dows 10 ist von Haus aus, also mit den Stan­dard­ein­stel­lun­gen, ein wiss­be­gie­ri­ges Betriebs­sys­tem, das sich jede Men­ge Rech­te ein­räumt und vie­le Daten des Nut­zers sam­melt. Nor­ma­ler­wei­se ist das kein Pro­blem, denn Win­dows nutzt die­se Daten, um das Betriebs­sys­tem noch indi­vi­du­el­ler zu gestal­ten. Sie kön­nen aber alle Ein­stel­lun­gen bei Win­dows 10 zum all­ge­mei­nen Daten­schutz nach Ihren Wün­schen gestal­ten und ent­spre­chend abschal­ten oder anpas­sen.

Rufen Sie dazu durch gleich­zei­ti­ges Drü­cken der Win­dows-Tas­te und i die Ein­stel­lun­gen auf und wäh­len Sie dann Daten­schutz aus. Sie sehen dann links Unter­punk­te wie Kame­ra oder Mikro­fon, die Sie ein­zeln ankli­cken kön­nen, um die Nut­zungs­rech­te für Micro­soft per Schie­be­reg­ler abzu­schal­ten.

Bei­spiel: Unter dem Punkt Kame­ra fin­den Sie den Punkt Apps die Ver­wen­dung mei­ner Kame­ra erlau­ben. Hier kön­nen Sie nun zwi­schen Ein und Aus wäh­len oder gezielt ein­zel­nen Apps den Zugriff gewäh­ren. Wenn Sie sich all­ge­mein für Ein ent­schei­den, dann gewäh­ren Sie auch Win­dows 10 Zugriff auf die Nut­zung. Wenn Sie die Funk­ti­on gänz­lich abschal­ten, kann es pas­sie­ren, dass bestimm­te Funk­tio­nen von Win­dows 10 dann nur ein­ge­schränkt oder gar nicht genutzt wer­den kön­nen, etwa ein Sky­pe-Video-Anruf. Hier müs­sen Sie als Nut­zer abwä­gen, ob Ihnen die Sicher­heit oder der Kom­fort wich­ti­ger ist.

War­um Micro­soft Daten sam­melt

Die Fra­ge, war­um Fir­men wie Micro­soft die Daten ihrer Nut­zer ein­sam­meln, lässt sich nicht ganz leicht beant­wor­ten. Das Unter­neh­men begrün­det das Sam­meln der Infor­ma­ti­on mit Dienst am Kun­den: Durch die Aus­wer­tung der gewal­ti­gen Daten­men­gen, die von Mil­lio­nen Nut­zern gesam­melt wer­den, könn­te Micro­soft sei­ne Pro­duk­te bes­ser an die Wün­sche der Kun­den anpas­sen. Außer­dem wird laut Micro­soft die Nut­zung des Betriebs­sys­tems und der dazu­ge­hö­ri­gen Pro­gram­me wie Edge oder Cor­ta­na durch die User­da­ten kom­for­ta­bler.

Tipp 2: Cor­ta­na abschal­ten

Die vir­tu­el­le Assis­ten­tin Cor­ta­na soll hel­fen, bei vie­len Fra­gen und Pro­ble­men schnell eine Lösung zu fin­den. Sie ver­steht dabei sowohl ein­ge­tipp­te Fra­gen als auch, wenn ein Mikro­fon ange­schlos­sen ist, gespro­che­ne. Damit Cor­ta­na rich­tig arbei­ten kann, müs­sen sie Cor­ta­na aller­dings weit­rei­chen­den Zugriff auf Ihre Daten zum Ver­hal­ten, Kon­tak­ten und mehr ein­räu­men.

Wün­schen Sie das nicht, kön­nen Sie Cor­ta­na auch abschal­ten. Dazu gehen Sie erneut in die Ein­stel­lun­gen. Unter Sprach­er­ken­nung, Frei­hand und Ein­ga­be kön­nen Sie Cor­ta­na abstel­len. Dazu müs­sen Sie nur den Schie­be­schal­ter auf Aus stel­len. Um alle Cor­ta­na-Daten­samm­lun­gen zu ver­hin­dern, soll­ten Sie im glei­chen Menü unter Cloud­in­for­ma­tio­nen ver­wal­ten die Bing-Web­site auf­ru­fen und dort auf Ein­stel­lun­gen gehen. Hier kön­nen Sie noch die bereits gesam­mel­ten per­sön­li­chen Daten löschen.

Tipp 3: Micro­soft Brow­ser Edge kon­fi­gu­rie­ren

Micro­softs neu­er Brow­ser Edge arbei­tet eng mit der kon­zern­ei­ge­nen Such­ma­schi­ne Bing und dem Nach­rich­ten­dienst MSN – eben­falls ein Micro­soft-Pro­dukt – zusam­men. Dadurch wird das Nut­zer­ver­hal­ten ana­ly­siert, der Stand­ort über­mit­telt und jede besuch­te Sei­te direkt an Micro­soft über­mit­telt. Wenn Sie das nicht wün­schen, kön­nen Sie den Micro­soft Brow­ser Edge ent­spre­chend kon­fi­gu­rie­ren.

Um die Ein­stel­lun­gen zu ändern, kli­cken Sie im Brow­ser­fens­ter von Edge oben rechts auf das Sym­bol mit den drei Punk­ten. Öff­nen Sie jetzt das Menü Ein­stel­lun­gen und danach Neue Tabs öff­nen mit. Hier wäh­len Sie Lee­re Sei­ten aus, um emp­foh­le­ne MSN-Inhal­te aus­zu­blen­den. Unter Erwei­ter­te Ein­stel­lun­gen fin­den Sie außer­dem die Schie­be­reg­ler Such­vor­schlä­ge bei der Ein­ga­be anzei­gen, Sei­ten­vor­her­sa­ge ver­wen­den und Mei­nen PC mit Smart­S­creen für schäd­li­chen Web­sites und Down­loads schüt­zen. Wenn Sie die­se auf Aus stel­len, ist Edge ent­schie­den weni­ger neu­gie­rig und lei­tet Daten zu Ihrem Brow­ser­ver­hal­ten nicht mehr wei­ter. Hier kön­nen Sie auch Cor­ta­na geson­dert für Bing abschal­ten.

Tipp 4: Vor­schlä­ge von Win­dows 10 abschal­ten

Wenn Sie bei Win­dows 10 mit einem Micro­soft-Kon­to ange­mel­det sind – und die meis­ten Nut­zer sind das – macht Ihnen das Betriebs­sys­tem bei jedem Start des Com­pu­ters Vor­schlä­ge, wel­che Apps für Sie inter­es­sant oder nütz­lich sein könn­ten. Für die­se Tipps sam­melt das Betriebs­sys­tem Daten dar­über, wel­che Apps und Pro­gram­me sich auf dem Com­pu­ter befin­den und her­un­ter­ge­la­den wur­den. Auch die Nut­zung bestimm­ter Pro­gram­me und Apps wird fest­ge­hal­ten. Wün­schen Sie nicht, dass Micro­soft die­se Daten erhebt, gehen Sie in die Ein­stel­lun­gen und dort in das Menü Per­so­na­li­sie­rung, um für den Sperr­bild­schirm und das Start­me­nü die Funk­ti­on abzu­schal­ten. Und schon sind die Tipps – und der damit ver­bun­de­ne Daten­trans­fer – Geschich­te. Wol­len Sie die­sen Ser­vice nut­zen, gibt es kei­ne Alter­na­ti­ve zu der damit ver­bun­de­nen Daten­über­mitt­lung.

Daten­trans­fer unter­bin­den — und dann?

Und was pas­siert nun mit dem Com­pu­ter, wenn Sie den Daten­trans­fer unter­bin­den? Im All­tag wer­den Sie das ver­mut­lich kaum spü­ren, denn die Daten wer­den typi­scher­wei­se zur Per­so­na­li­sie­rung (z.B. von Wer­bung) genutzt. Man­che Apps benö­ti­gen aller­dings den Zugang zu eini­gen Daten, um kor­rekt zu lau­fen. Hier gilt es abzu­wä­gen, was Ihnen wich­ti­ger ist, Daten­schutz oder Funk­tio­na­li­tät der App.
Was letzt­end­lich mit den Daten pas­siert, ist schwer nach­zu­prü­fen. Hier müs­sen Sie den Her­stel­lern ver­trau­en, die einen Miss­brauch meist in ihren AGBs aus­schlie­ßen.

Tipp 5: Neu­gie­ri­ge Apps aus­brem­sen

Vie­le Apps for­dern Zugriff auf Ihre Daten, damit sie über­haupt funk­tio­nie­ren. Win­dows 10 sam­melt die­se Infor­ma­tio­nen und stellt sie den Apps stan­dard­mä­ßig zur Ver­fü­gung. Bei­spiels­wei­se über den Stand­ort des Nut­zers, sein Surf­ver­hal­ten im Inter­net und vie­les mehr. Das kann der App dabei hel­fen, ihre Auf­ga­be gut zu erfül­len, aber es wer­den auch teil­wei­se per­sön­li­che Infor­ma­tio­nen genutzt.

Die Daten­er­fas­sung lässt sich im Menü Ein­stel­lun­gen unter Daten­schutz abschal­ten. Ein­fach unter Daten­schutz­op­ti­on ändern, alle Schie­be­reg­ler auf Aus stel­len und die Neu­gier der Apps hat ein Ende. Wenn Sie aller­dings bestimm­ten Apps oder Pro­gram­men eine bestimm­te Daten­nut­zung ein­räu­men möch­ten oder sogar müs­sen, damit sie funk­tio­nie­ren, kön­nen Sie das auch in den Ein­stel­lun­gen der ent­spre­chen­den Apps selbst tun. So haben Sie bes­se­re Kon­trol­le dar­über, wel­chen Anwen­dun­gen Sie Zugrif­fe auf Ihre Daten erlau­ben – und wel­chen nicht.

Tipp: Gewäh­ren Sie nur Apps aus zuver­läs­si­gen Quel­len Zugang zu Ihren Daten.

Tipp 6: One­Dri­ve mit Pass­wort nut­zen

Jeder Nut­zer bekommt von Win­dows stan­dard­mä­ßig 5 GB Spei­cher­platz auf der Online-Fest­plat­te One­Dri­ve von kos­ten­los zur Ver­fü­gung gestellt. Micro­soft behält sich dabei das Recht vor, Foto-Datei­en zu scan­nen. Begrün­det wird das mit der Suche nach ille­ga­len Inhal­ten. Möch­ten Sie One­Dri­ve nut­zen, ohne dass Micro­soft sich Ihre Bil­der ansieht, gibt es nur eine Mög­lich­keit: Sie schüt­zen die Bil­der in einem eige­nen ver­schlüs­sel­ten Con­tai­ner, den Sie mit Pass­wort ver­se­hen. Sie kön­nen meh­re­re Bil­der in einen Con­tai­ner legen und die­sen dann mit einem Pass­wort ver­schlüs­seln.

Siche­rer und selbst­be­stimm­ter Umgang mit Ihren pri­va­ten Daten

Wenn Sie erhöh­ten Wert auf den Schutz Ihrer Daten legen, dann kön­nen Sie bei Win­dows 10 vie­le Ein­stel­lun­gen vor­neh­men, um selbst zu ent­schei­den wel­che App wel­che Daten bekommt. Auch ganz all­ge­mein kön­nen Sie fest­le­gen, wel­che Daten Win­dows 10 sam­meln darf und wel­che lie­ber nicht. Ach­ten Sie jedoch dabei auch auf die Funk­tio­na­li­tät der jewei­li­gen App. Eine zu star­ke Ein­schrän­kung der Daten­über­mitt­lung kann näm­lich auch zu einem ein­ge­schränk­ten Nut­zer­erleb­nis füh­ren.

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