Der Fern­seh­abend ist zu Ende, doch nach­dem Sie die “Power”-Taste auf der Fern­be­die­nung gedrückt haben, leuch­tet ein rotes Lämp­chen am TV-Gerät wei­ter. Das wirft eine Fra­ge auf: Braucht die Lam­pe dafür etwa kei­nen Strom? Doch, das tut sie — so wie jede ande­re Funk­ti­on, die ein Elek­tro­ge­rät im soge­nann­ten Stand­by-Modus bereit­hält. Wir ver­ra­ten Ihnen, was die­ser Modus im Detail bedeu­tet und wie viel Strom er ver­braucht.

So viel Strom ver­brau­chen Alt­ge­rä­te im Stand­by-Modus gegen­über Neu­ge­rä­ten

Die Euro­päi­sche Uni­on hat den Strom­ver­brauch im Stand­by-Modus mit vie­len Vor­ga­ben begrenzt. Seit 2010 dür­fen Fern­se­her und ande­re Gerä­te nur noch in den Han­del kom­men, wenn sie im Bereit­schafts­mo­dus maxi­mal 1 Watt Strom benö­ti­gen. Seit 2013 gilt sogar eine Gren­ze von 0,5 Watt, sofern es kei­ne Digi­tal­an­zei­ge gibt. Doch die­se Gren­zen gel­ten nur für neue Model­le. Älte­re Elek­tro­ge­rä­te haben im Stand­by mit­un­ter einen deut­lich höhe­ren Ener­gie­be­darf, wie die fol­gen­de Über­sicht zeigt.

Dies sind die durch­schnitt­li­chen Ver­brauchs­wer­te von Alt­ge­rä­ten*:

Fern­se­her: 1–14 Watt
Hi-Fi-Anla­ge: 10–12 Watt
DSL-Mode­m/W­LAN-Rou­ter: 5–12 Watt
PC + Moni­tor + Dru­cker: 8–10 Watt
SAT/DVBT-Recei­ver: 5–10 Watt
DVD-Play­er: 3–5 Watt
Kaf­fee­au­to­mat: 3 Watt
Tele­fon, schnur­los: 2–3 Watt
Mikro­wel­le: 2–2,5 Watt
Wasch­ma­schi­ne: 1–3 Watt
Spiel­kon­so­le: 0,5–3 Watt
Han­dy-Lade­ge­rät am Netz: 0,3–1 Watt

*Durch­schnitts­wer­te nach Unter­su­chun­gen der Ver­brau­cher­zen­tra­le Rhein­land-Pfalz (von 2014 für Gerä­te älter als 5 Jah­re), der gemein­nüt­zi­gen Ener­gie­be­ra­tungs­ge­sell­schaft co2online (von 2013), der dena Deut­sche Ener­gie-Agen­tur (von 2010) und dem Pro­jekt Seli­na (Stand­by and Off Mode Ener­gy Los­ses in New App­li­an­ces Mea­su­red in Shops) von 2010

Die­se Kos­ten ver­ur­sacht der Stand­by-Modus

So sen­ken Sie die Stand­by-Kos­ten

  • Ach­ten Sie am bes­ten bereits beim Kauf eines Geräts dar­auf, dass die­ses einen “ech­ten” Aus­schal­ter besitzt.
  • Ver­glei­chen Sie vor dem Neu­kauf ver­schie­de­ne Gerä­te hin­sicht­lich des Strom­ver­brauchs im Stand­by-Modus mit­ein­an­der.
  • Tes­ten Sie, wel­che Gerä­te in Ihrem Haus­halt im Stand­by-Modus blei­ben müs­sen (zum Bei­spiel Radio­we­cker, Tele­fon) und wel­che nicht (Fern­se­her, PC, Mikro­wel­le und so wei­ter).
  • Schlie­ßen Sie die Gerä­te, die aus­ge­schal­tet wer­den kön­nen, an schalt­ba­re Steck­do­sen­leis­ten an, am bes­ten mit Über­span­nungs­schutz gegen Schä­den, die zum Bei­spiel durch Blitz­ein­schlag ent­ste­hen kön­nen.
  • Wäh­len Sie die Ver­ka­be­lung an schalt­ba­ren Steck­do­sen­leis­ten so, dass Sie nur die­je­ni­gen Gerä­te anschal­ten, die gleich­zei­tig genutzt wer­den.
  • Neh­men Sie vor Ihrem Urlaub alle Elek­tro­ge­rä­te vom Strom.
  • Nut­zen Sie nach Mög­lich­keit Wecker oder Taschen­rech­ner mit Akkus bezie­hungs­wei­se Solar­zel­len.
Auch der gerin­ge Strom­ver­brauch des Stand­by-Modus sum­miert sich. Ein Bei­spiel: Wenn sich ein Elek­tro­ge­rät 23 Stun­den am Tag im Stand­by-Modus befin­det, kann es in Aus­nah­me­fäl­len sogar mehr Strom ver­brau­chen als im nor­ma­len Betrieb.Rund ein Zehn­tel der gesam­ten Strom­rech­nung machen unnö­ti­ge Kos­ten durch Elek­tro­ge­rä­te im Stand­by-Modus aus. Bis zu 100 Euro und mehr kann ein durch­schnitt­li­cher Haus­halt im Jahr spa­ren, wenn er die Stand­by-Kos­ten senkt (sie­he Kas­ten). Nach Ein­schät­zung der Inter­na­tio­na­len Ener­gie­agen­tur IEA könn­ten im Jahr 2030 bis zu 15 Pro­zent des gesam­ten welt­wei­ten Strom­ver­brauchs nur durch Gerä­te im Stand­by-Modus ver­ur­sacht wer­den.

So mes­sen und berech­nen Sie Ihre Stand­by-Kos­ten

Ob ein Gerät sich über­haupt in einem Stand­by-Modus befin­det, ist für den Nut­zer nicht immer sofort ersicht­lich. Eine klei­ne leuch­ten­de Lam­pe oder eine Datums­an­zei­ge sind unüber­seh­bar, aber man­che Gerä­te, zum Bei­spiel ein Toas­ter oder eine Wasch­ma­schi­ne, besit­zen kei­ne so ein­deu­ti­gen Anzei­chen. Den­noch kön­nen sie in Bereit­schaft ste­hen und Strom ver­brau­chen.

Wel­che Gerä­te wie viel Strom zie­hen, ermit­teln Sie mit einem soge­nann­ten Strom­mess­ge­rät. So ein Gerät kön­nen Sie zum Bei­spiel bei vie­len Ver­brau­cher­zen­tra­len, Strom­an­bie­tern oder Umwelt­in­itia­ti­ven aus­lei­hen.

Anschlie­ßend berech­nen Sie, wie viel Sie der Stand­by-Modus des betref­fen­den Geräts pro Jahr effek­tiv kos­tet. So rech­nen Sie:

Leis­tungs­auf­nah­me des Geräts im Stand­by-Modus
x Stun­den Stand­by-Modus pro Tag
x 365 Tage
x Strom­preis

Bei­spiel: Ihr Fern­se­her ver­braucht 5 Watt (W) im Stand­by-Modus. Sie selbst sehen durch­schnitt­lich vier Stun­den am Tag fern, danach steht er 20 Stun­den (h) am Tag auf Stand­by. Bei einem durch­schnitt­li­chen Strom­preis von 29 Cent pro Kilo­watt­stun­de (kWh) lau­tet die Rech­nung:

5 W x 20 h x 365 Tage/Jahr = 36.500 Wh = 36,5 kWh
36,5 kWh x 0,29 Euro = 10,59 Euro

Der Fern­se­her in unse­rem Bei­spiel ver­ur­sacht also Stand­by-Kos­ten von 10,59 Euro im Jahr.

War­um Elek­tro­ge­rä­te nach dem Aus­schal­ten noch Strom ver­brau­chen

Aus ist nicht gleich aus. Das gilt zumin­dest für moder­ne Elek­tro­ge­rä­te. Denn wo Fern­se­her, Radio und Co. frü­her per Aus-Schal­ter voll­stän­dig vom Netz getrennt wur­den, blei­ben sie heut­zu­ta­ge in Bereit­schaft, im soge­nann­ten Stand­by-Betrieb. So kön­nen Sie schnell wie­der auf Ihr Gerät zugrei­fen. Ein PC ist bei­spiels­wei­se im Stand­by-Modus schnel­ler ein­satz­fä­hig, als wenn er vor­her kom­plett aus dem aus­ge­schal­te­ten Zustand hoch­fah­ren muss. Die­ser Modus benö­tigt zwar weni­ger Ener­gie, Strom­kos­ten ver­ur­sacht Stand­by den­noch.

Es gibt Elek­tro­ge­rä­te, bei denen sich die­ser Strom­ver­brauch nicht ver­mei­den lässt. Ein schnur­lo­ses Tele­fon könn­te kei­ne Anru­fe ent­ge­gen­neh­men und ein Video- oder Fest­plat­ten­re­kor­der kei­ne TV-Sen­dun­gen auf­zeich­nen. Bei vie­len Gerä­ten bringt ein Stand­by-Modus aller­dings kei­nen erkenn­ba­ren Nut­zen, etwa bei Wasch­ma­schi­nen oder Mikro­wel­len.

Mit einem kri­ti­schen Bewusst­sein und einem ein­zi­gen zusätz­li­chen Klick auf den “Aus”-Schalter des Geräts oder einer Strom­leis­te mit Über­span­nungs­schutz kön­nen Sie also bares Geld spa­ren. Vie­le wei­te­re Tipps und Tricks zum Ener­gie­spa­ren fin­den Sie auch hier bei re:BLOG!

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