Die Angebote von Internetanbietern, den sogenannten Providern, klingen verführerisch: immer schnellere Internetverbindungen, immer größere Datenmengen in kürzester Zeit. Doch läuft ein Download nach einem Tarifwechsel wirklich schneller als zuvor? Bauen sich Webseiten tatsächlich rasanter auf? Hält das Tempo der Leitung, was der Tarifvertrag verspricht? Finden Sie es heraus. Wie Sie die Geschwindigkeit Ihres Internets messen können und was den Speed bremst, erklären wir Ihnen hier.

Darum sollten Sie das Tempo Ihrer Internetverbindung testen

Ein Speedtest, also eine Prüfung, wie schnell Ihre Internetverbindung wirklich ist, lohnt sich sowohl für DSL-Benutzer als auch für mobile Surfer. Zum einen ermitteln Sie so, ob Ihr Internetanbieter überhaupt die Leistung zur Verfügung stellt, die er Ihnen berechnet. Zum anderen erfahren Sie, ob zum Beispiel eine neue Software, ein anderer Browser, ein neuer Standort für den WLAN-Router beziehungsweise LTE-Router Auswirkungen auf das Tempo der Verbindung haben. Auch um die Leitung zu optimieren, ist ein regelmäßiger Speedtest ratsam.

Für einen Speedtest stehen Ihnen zwei Optionen zur Verfügung. Entweder Sie nutzen ein Online-Tool, für das Sie keine weitere Software benötigen. Oder Sie laden sich ein Programm herunter, mit dem Sie die Geschwindigkeit messen können und das häufig weitere Features bietet.

3 Online-Tools zur Messung der Internetgeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit Ihrer Internetverbindung können Sie direkt online messen, indem Sie zum Beispiel eines der drei folgenden Tools nutzen.

breitbandmessung.de

Der kostenlose Speedtest wird von der Bundesnetzagentur bereitgestellt und kommt deshalb ohne Werbung aus. Außer Ihrem Standort und Tarif geben Sie hier auch an, wie zufrieden Sie mit Ihrem Anbieter sind.

Hintergrund: Die Bundesnetzagentur will gleichzeitig Informationen über die Netzqualität in Deutschland sammeln.

Hier geht es zum Test unter www.breitbandmessung.de.

Speedtest von T-Online

Die Bonner waren eine der Ersten, die eine Speedtest-Software angeboten hatten. Nun stellen sie auch einen kostenlosen Online-Test zur Verfügung.

Der Vorteil: Sie können das Programm starten, ohne Informationen zu Standort oder Anbieter preiszugeben. Der Test funktioniert auch mit einem Smartphone, wenn Sie die Geschwindigkeit Ihrer mobilen Verbindung testen wollen.

Hier geht es zum Speedtest von T-Online.

wieistmeineip.de/speedtest

Das Angebot des Axel-Springer-Verlags bietet neben einem Speedtest für DSL auch gleich noch weitere für Kabel, mobile Internetverbindungen und LTE.

Hier geht es zum Speedtest von wieistmeineip.de.

3 passende Programme und Apps

Wenn Sie einen Speedtest auf dem Smartphone immer dabeihaben wollen, etwa um weitere Optionen zu nutzen oder durch das Icon auf Reisen an die Möglichkeit eines Speedtests erinnert zu werden, gibt es auch passende Apps.

Speedtest-App der Bundesnetzagentur

Die Bundesnetzagentur, Anbieter des Online-Tests breitbandmessung.de, stellt auch eine App für die Prüfung einer mobilen Internetverbindung zur Verfügung. Sie ist kostenlos und werbefrei. Entwickler des Tests ist die Firma zafaco GmbH, deshalb ist sie bei Google Play und im App Store als Anbieter genannt.

Hier laden Sie die Version für ein Android-Smartphone herunter.
Hier laden Sie die Version für ein iPhone herunter.

Download Speed

Das Programm Download Speed ist schon etwas in die Jahre gekommen, die letzte Aktualisierung stammt von 2008. Deshalb bietet es außer dem Speedtest noch Tools für eine Kostenkontrolle. Die sind für Flatrate-Nutzer zwar nicht nötig, bei Tarifen mit Datenvolumen oder Zeitbegrenzung jedoch sehr hilfreich, um die Kosten im Griff zu behalten.

Hier laden Sie das Programm Download Speed herunter.

PingPlotter Free

Wenn die Internetverbindung nicht das hält, was sie verspricht, bietet diese kostenlose Software eine Analyse, wo die Ursache liegt: Ist es der Server der angesteuerten Website, der Provider oder gibt es auf dem Weg zu Ihnen einen Flaschenhals? Mit “PingPlotter” finden Sie es heraus.

Hier laden Sie das Programm PingPlotter Free herunter.

Diese Faktoren beeinflussen die Geschwindigkeit des Internets

Wenn der Film beim Streamen ruckelt, sich die gewünschte Website nur Pixel für Pixel aufbaut oder sich die E-Mail beim Versenden ewig Zeit nimmt, kann das verschiedene Ursachen haben. Diese Faktoren drosseln das Tempo:

  • Offene Programme
  • Virenschutzprogramme
  • Firewall
  • Die Übertragungsstrecke
  • Der Standort
  • Umgebung (speziell bei WLAN)
  • Anzahl der aktiven Nutzer im WLAN, Netzwerk oder am Hauptverteiler
  • Übertragungs-Geschwindigkeit und Empfang (beim mobilen Internetzugang)
  • Hardware-Voraussetzungen

Das passiert bei einem Speedtest

Für die Messung der Geschwindigkeit sendet der Server des Test-Anbieters mehrere Datenpakete unterschiedlicher Größe an Ihren Rechner. Dieser lädt die Datenpakete herunter und sendet sie anschließend zurück. Aus der Zeit, die dieser gesamte Vorgang dauert, errechnet die Test-Software die durchschnittliche Geschwindigkeit für Download und Upload. Voraussetzung ist natürlich, dass der Server des Test-Anbieters über Maximal-Geschwindigkeit verfügt, damit es nicht auf seiner Seite zu Verzögerungen kommt.

Für verlässliche Ergebnisse ist es erforderlich, dass Sie keine parallelen Anwendungen wie Downloads, Spiele, Updates und Programme während des Tests durchführen. Auch ein Antiviren-Programm oder eine Firewall können die Messung beeinflussen oder sogar blockieren, indem sie den nötigen Upload vom Testserver verhindern. Deaktivieren Sie auch den Energiesparmodus beim Endgerät, und schließen Sie bei Ihrem Laptop das Netzteil an, um die volle Geschwindigkeit zu gewährleisten. Die genauesten Messergebnisse bekommen Sie, wenn Sie die Internetverbindung über ein LAN-Kabel herstellen. Bei einem WLAN-Test sollten Sie sichergehen, dass keine weiteren Geräte während des Tests auf das WLAN zugreifen.

Mit High-Speed durchs World Wide Web

Immer schneller, immer weiter, immer reibungsloser – damit locken die Provider. Doch sowohl in den Angeboten als auch in den Verträgen stehen stets die beiden kleinen Worte “bis zu”. Denn geboten wird immer nur eine Leistung “bis zu” einer Geschwindigkeit. Wenn das Tempo dann nicht erreicht wird, ist zwar nicht immer der Provider schuld, schließlich können auch die Hardware oder die Anzahl der Nutzer in einer Leitung den Highspeed-Spaß bremsen. Testen Sie dennoch, ob und wie weit Ihre Internetverbindung von der versprochenen, theoretischen maximalen Geschwindigkeit abweicht. So finden Sie Schwachstellen, können die Verbindung optimieren und in Zukunft ungebremst durch die Weiten des World Wide Web surfen.

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