Du bist umge­zo­gen und willst das Inter­net für ver­schie­de­ne Netz­werk­ge­rä­te nut­zen. Auf­grund der bau­li­chen Vor­aus­set­zun­gen mit meh­re­ren Stock­wer­ken kommt rei­nes WLAN nicht in Fra­ge, weil das Signal nicht zuver­läs­sig in jeden Win­kel reicht. Netz­werk­ka­bel kannst oder willst du nicht in dei­ner Woh­nung ver­le­gen. Ein Fall, in dem sich ein LAN über die Steck­do­se anbie­tet. UPDATED erklärt, wie das als Power-LAN, Power­line-LAN oder dLAN bezeich­ne­te Netz­werk funk­tio­niert – und wie du es ein­rich­test.

So funk­tio­niert die Power­line-Tech­nik

Bei der Power­line-Tech­nik wer­den Daten von einem Power­line-Adap­ter, auch als PLC-Adap­ter bezeich­net, zu einem oder meh­re­ren ande­ren PLC-Adap­tern über die Strom­lei­tung geschickt.

Adap­ter eins wird in die Steck­do­se gesteckt und über ein LAN-Kabel mit dem Rou­ter ver­bun­den. Er wan­delt das digi­ta­le Ein­gangs­si­gnal zunächst in ein ana­lo­ges Signal um. Die­ses gelangt über das Strom­netz zu allen Steck­do­sen der Woh­nung.

Adap­ter zwei sowie ggf. wei­te­re Adap­ter fil­tern das ana­lo­ge Signal aus dem Strom­netz. Sie wan­deln es wie­der in digi­ta­le Daten um. Die Daten wer­den ent­we­der über ein Kabel oder als WLAN-Signal bei­spiels­wei­se an einen Rech­ner in der Nähe geschickt, wo sie als Daten-Pake­te ankom­men.

Auf die­se Wei­se kannst du bis zu 16 Adap­ter zu einem Power­line-Netz­werk kom­bi­nie­ren. Eine Ver­schlüs­se­lung schützt davor, dass Frem­de auf die Daten zugrei­fen.

Ver­fügst du über einen eini­ger­ma­ßen moder­nen Strom­kreis, ste­hen stan­dard­mä­ßig Lei­tun­gen mit drei Adern zur Ver­fü­gung:

  • L: Pha­se
  • N: Neu­tral­lei­ter
  • PE: Schutz­lei­ter

Bei älte­ren Lei­tun­gen ent­fällt der Schutz­lei­ter. Willst du Power­line mit dem schnel­len Giga­bit-Stan­dard ver­wen­den, brauchst du eine Ver­ka­be­lung mit drei Adern. Auch eine Steck­do­se mit Schutz­kon­takt (Schu­ko) ist Vor­aus­set­zung für die schnel­le Vari­an­te. Die­se schickt die Daten rund 60 bis 80 Pro­zent schnel­ler als die Vari­an­te mit zwei Adern.

Wie schnell ist ein Power­line-Netz­werk?

Je nach gewähl­tem Her­stel­ler und Gerä­te­aus­füh­rung des Power­line-Adap­ters sind die auf dem Papier mög­li­chen Maxi­mal­ge­schwin­dig­kei­ten sehr unter­schied­lich. So lie­gen die theo­re­ti­schen Daten­über­tra­gungs­ra­ten je nach Modell zwi­schen 500 und 1.300 MBit/s.

Wel­cher Inter­net­an­schluss lie­fert wel­che Geschwin­dig­keit?

Je nach Art des Inter­net­an­schlus­ses unter­schei­det sich die Geschwin­dig­keit bei der Daten­über­tra­gung enorm. Hier die unter­schied­li­chen Anschluss­ar­ten im Ver­gleich. Die­se Zei­ten wer­den benö­tigt, um ein Daten­pa­ket von 700 MB aus dem Inter­net her­un­ter­zu­la­den:

  • DSL 6000 (mit 6 Mbit/s)
    16 min
  • DSL 16000 (mit 16 Mbit/s)
    6 min
  • VDSL / Kabel Inter­net (mit 50 Mbit/s)
    2 min
  • Glas­fa­ser, Vec­to­ring (mit 100 Mbit/s)
    1 min

Was am Ende tat­säch­lich bei den Gerä­ten im Netz­werk ankommt, steht auf einem ande­ren Blatt und unter­schrei­tet in der Regel stark die maxi­mal mög­li­chen Raten. Zwei Bei­spie­le: In eher schwie­ri­gen Umge­bun­gen – wie grö­ße­ren Alt­bau­woh­nun­gen oder drei­stö­cki­gen Häu­sern – kom­men auf einer Stre­cke von rund zehn Metern je nach Modell theo­re­tisch um die 200 MBit/s in der Woh­nung oder rund 50 MBit/s im drit­ten Stock an. Das liegt im Fall der Alt­bau­woh­nun­gen an ver­al­te­ten Kabeln und bei meh­re­ren Stock­wer­ken dar­an, dass die zurück­zu­le­gen­de Kabel­stre­cke ent­spre­chend zunimmt.

Die Geschwin­dig­keit der Inter­net­ver­bin­dung hängt außer­dem von der Art der Lei­tung und von dem Tarif ab, den du bei dei­nem Inter­net­an­bie­ter abge­schlos­sen hast. Die schnells­ten Ver­bin­dun­gen ermög­li­chen Glas­fa­ser­lei­tun­gen. Sie bie­ten – in der Theo­rie – eine Down­load­ge­schwin­dig­keit von etwa 1000 MBit/s bezie­hungs­wei­se 1 Giga­bit pro Sekun­de.

In Pri­vat­haus­hal­ten kön­nen die­se Raten in der Regel aber nicht genutzt wer­den. In der Pra­xis liegt die Down­load­ge­schwin­dig­keit selbst bei Anschlüs­sen mit Glas­fa­ser oder Vec­to­ring und dem bes­ten Tarif bei maxi­mal 100 Mbit/s. Für nor­ma­le Ver­brau­cher ist das aller­dings mehr als aus­rei­chend. Damit lässt sich bei­spiels­wei­se ein Daten­pa­ket von 700 MB Grö­ße in einer Minu­te her­un­ter­la­den. Wei­te­re Zah­len zum Ver­gleich der Geschwin­dig­kei­ten von Inter­net­an­schlüs­sen fin­dest du im Info­kas­ten.

Wei­te­re Bedin­gun­gen, die Power­line-Netz­wer­ke beein­flus­sen

Wie schnell das Power­line-Netz­werk am Ende tat­säch­lich Daten über­trägt, ist von wei­te­ren Fak­to­ren abhän­gig. Die­se sind unter ande­rem:

  • Qua­li­tät und Alter von Strom­lei­tun­gen
  • wei­te­re PLC-Adap­ter von Woh­nungs­nach­barn (sie kön­nen dafür sor­gen, dass sich der Daten­durch­satz im gan­zen Haus redu­ziert)
  • Qua­li­tät der Netz­tei­le in den Steck­do­sen dei­ner Woh­nung

Tipp: Schlie­ße dei­nen PLC-Adap­ter nur direkt an Wand­steck­do­sen und nicht an Steck­do­sen­leis­ten an. Auch letz­te­re kön­nen je nach Bau­art den Durch­satz ver­lang­sa­men.

Neben einer zu hohen Anzahl an PLC-Adap­tern kön­nen auch ver­al­te­te Bau­tei­le im Strom­kreis dein Power­line-Netz­werk auf Dau­er lang­sa­mer machen. Dazu gehö­ren:

  • Über­span­nungs­fil­ter
  • FI-Schutz­schal­ter
  • Strom­zäh­ler
  • Kabel­ver­bin­dun­gen (z. B. Ver­teil­erdo­sen)

Wel­che Gerä­te sind im Power­line-Netz­werk nutz­bar?

Im Han­del fin­dest du diver­se Anbie­ter von Power­line-Adap­tern, bei­spiels­wei­se TP-Link, AVM und Net­ge­ar. Für den Ein­stieg eig­nen sich kos­ten­güns­ti­ge Star­ter-Kits mit zwei Adap­tern. Wei­te­re Adap­ter kannst du je nach Bedarf hin­zu­kau­fen. Neben den rei­nen Power­line-Adap­tern gibt es auch sol­che mit inte­grier­ten Steck­do­sen, auch als „Pass-Thru“ bezeich­net. Der Vor­teil: Der Adap­ter gibt nicht nur das Inter­net wei­ter, son­dern bie­tet auch die Mög­lich­keit, ein ande­res Gerät oder eine Ste­cker­leis­te mit Strom zu ver­sor­gen.

Die Adap­ter sind in vie­len Fäl­len mit einer oder meh­re­ren Ether­net-Buch­sen aus­ge­stat­tet. Die­se wer­den über ein Kabel mit dem End­ge­rät, zum Bei­spiel einem PC, ver­bun­den und ermög­li­chen theo­re­tisch Giga­bit-Geschwin­dig­keit. Wenn du mobi­le Gerä­te wie ein Note­book, Smart­pho­ne oder Tablet mit dem Inter­net ver­bin­den möch­test, ist ein Power­line-Adap­ter mit WLAN die rich­ti­ge Wahl. Er stellt die Ver­bin­dung nicht per Kabel, son­dern per Funk her. Die maxi­ma­le Geschwin­dig­keit der Daten­über­tra­gung ist deut­lich nied­ri­ger als bei der Ether­net-Ver­bin­dung, für die nor­ma­le Pri­vat­an­wen­dung aber in der Regel aus­rei­chend.

Power­line-Netz­werk ein­rich­ten – Schritt für Schritt

Um dein Netz­werk über die Strom­lei­tung auf­zu­bau­en, bie­tet sich wie erwähnt ein Set eines Her­stel­ler mit min­des­tens zwei Adap­tern an. Dar­über hin­aus sind in vie­len Fäl­len auch die benö­tig­ten Kabel Teil eines sol­chen Pakets. Bei einem sol­chen Star­ter-Kit ist einer der Adap­ter als Sen­der und der ande­re als Emp­fän­ger vor­ge­se­hen. In den meis­ten Fäl­len kann der zwei­te Adap­ter auch als WLAN-Repea­ter ein­ge­setzt wer­den. (Mehr zum The­ma WLAN-Repea­ter erfährst du im Rat­ge­ber “WLAN-Repea­ter ein­rich­ten: So geht’s”).

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Das sind die grund­sätz­li­chen Schrit­te, um das Power­line-Netz­werk ein­zu­rich­ten (die Details unter­schei­den sich je nach Her­stel­ler und Modell):

  1. Ste­cke den Power­line Adap­ter, der als Sen­der die­nen soll, in eine Wand­steck­do­se in der Nähe dei­nes Rou­ters.
  2. Ver­bin­de den Power­line-Adap­ter mit einem frei­en LAN-Anschluss dei­nes Rou­ters über das mit­ge­lie­fer­te Netz­werk­ka­bel.
  3. Soll­ten alle LAN-Ports dei­nes Rou­ters belegt sein, kannst du einen Switch ver­wen­den.
  4. Zur ers­ten Ein­rich­tung ste­cke den zwei­ten Adap­ter aus dem Set in eine Steck­do­se, die sich im sel­ben Raum befin­det (das kann tem­po­rär auch eine Steck­do­sen­leis­te sein). Durch die Nähe stellst du sicher, dass die Erst­ver­bin­dung erfol­gen kann, ohne das eine län­ge­re Ver­bin­dung über dein Strom­netz unter Umstän­den Pro­ble­me ver­ur­sacht. Spä­ter kannst du den Adap­ter in eine Steck­do­se dei­ner Wahl ste­cken, also genau dort, wo du ein Netz­werk­ge­rät (Com­pu­ter, Smart-TV, Tablet etc.) nut­zen willst.
  5. In vie­len Fäl­len sind die Power­line-Adap­ter des Sets bereits ab Werk vor­kon­fi­gu­riert. Das stellt sicher, dass das Netz­werk über die Strom­lei­tung auto­ma­tisch auf­ge­baut und ver­schlüs­selt wird. Des­halb brauchst du meis­tens kei­ne wei­te­ren Ein­stel­lun­gen vor­neh­men.
  6. Ob alles ord­nungs­ge­mäß ein­ge­rich­tet wur­de, kannst du bei den meis­ten Model­len über ein Lämp­chen am jewei­li­gen Adap­ter über­prü­fen. Es soll­te an bei­den Adap­tern dau­er­haft grün leuch­ten.

Ver­fügt der Emp­fangs-Adap­ter über ein eige­nes WLAN-Modul, um als Repea­ter zu die­nen, ist die­ses geson­dert zu kon­fi­gu­rie­ren. Dafür bie­ten vie­le Model­le eine Ver­bin­den-, Con­nect- oder WPS-Tas­te. Drü­cke die­se so lan­ge, bis die WLAN-Kon­troll-LED blinkt. Anschlie­ßend wird auto­ma­tisch die Ver­bin­dung her­ge­stellt und alle WLAN-Ein­stel­lun­gen des Rou­ters wer­den über­nom­men. Ist alles kor­rekt, leuch­tet die LED wie­der dau­er­haft grün.

So behältst du den Über­blick über dein Power­line-Netz­werk

So gut wie jeder Her­stel­ler bie­tet zu sei­nen Power­line-Adap­tern eine pas­sen­de Soft­ware, die zum Über­blick und zur Kon­fi­gu­ra­ti­on des Netz­werks dient. Nach dem Down­load und Start der Soft­ware auf dei­nem Com­pu­ter wird meis­tens zunächst ein Über­blick über dein Power­line-Netz­werk ange­zeigt.

Im Fal­le eines Star­ter-Kits mit zwei Adap­tern siehst du an die­ser Stel­le die zwei Gerä­te. Bewegst du den Maus­zei­ger über einen der Adap­ter, erhältst du in vie­len Soft­ware-Vari­an­ten zusätz­li­che Infor­ma­tio­nen. Dazu gehö­ren z.B:

  • aktu­el­le Sen­de-und Emp­fangs­leis­tung
  • maxi­mal mög­li­che LAN-Geschwin­dig­keit
  • Modell­be­zeich­nung
  • Sta­tus der Ver­schlüs­se­lung

Ins­be­son­de­re wenn du ein Netz­werk mit vie­len Adap­tern ein­ge­rich­tet hast, soll­test du die Adap­ter ein­zeln benen­nen, damit du den Über­blick nicht ver­lierst. So bie­tet es sich etwa an, die ein­zel­nen Gerä­te jeweils nach ihrem Stand­ort zu bezeich­nen, z.B. “Küche”, “Schlaf­zim­mer” etc.

Power­line-Netz­werk erwei­tern: So gehst du vor

Rei­chen dir zwei Adap­ter nicht aus, weil du meh­re­re Gerä­te in ver­schie­de­nen Zim­mern über das Strom­netz­werk mit dem Inter­net ver­bin­den willst, kannst du wei­te­re hin­zu­fü­gen.

So gehst du grund­sätz­lich vor, ein­zel­ne Ein­stel­lun­gen unter­schei­den sich je nach Her­stel­ler und Modell der Adap­ter:

  1. Öff­ne an einem Rech­ner, der mit einem Power­line-Adap­ter ver­bun­den ist, die Soft­ware des jewei­li­gen Her­stel­lers.
  2. Kli­cke auf Hin­zu­fü­gen, Hin­zu­fü­gen eines neu­en Geräts oder eine ähn­li­che Bezeich­nung.
  3. Gib das Gerä­te-Kenn­wort ein, das sich in den meis­ten Fäl­len auf der Rück­sei­te des jewei­li­gen Adap­ters befin­det, den du hin­zu­fü­gen willst.
  4. Bestä­ti­ge mit OK.
  5. Ste­cke nun den neu­en Adap­ter inner­halb eines bestimm­ten Zeit­raums (oft eine oder zwei Minu­ten) in eine Steck­do­se. Die Ver­bin­dung wird anschlie­ßend auto­ma­tisch her­ge­stellt.
  6. Je nach Her­stel­ler oder Modell kön­nen wei­te­re Ein­stel­lun­gen zur Kon­fi­gu­ra­ti­on nötig sein.

LAN über Steck­do­se: Unkom­pli­ziert und zügig ein­ge­rich­tet via Strom­netz­werk

Je nach den Bedin­gun­gen in der Woh­nung oder dem Haus, in dem du wohnst, kann ein LAN-Netz­werk über die Steck­do­se die bes­te oder sogar die ein­zi­ge prak­ti­ka­ble Mög­lich­keit sein, ver­schie­de­ne Gerä­te zuver­läs­sig mit dem Inter­net zu ver­bin­den.

Ver­schie­de­ne Her­stel­ler bie­ten in den meis­ten Fäl­len kos­ten­güns­ti­ge Sets mit min­des­tens zwei Adap­tern an, damit du mit dei­nem Power­line-Netz­werk schnell los­le­gen kannst. Die Hard­ware und das Zusam­men­spiel mit den jewei­li­gen Gerä­ten ist in vie­len Fäl­len sehr ein­fach, da die Adap­ter plug-and-play-fähig sind – also ohne gro­ßen Kon­fi­gu­ra­ti­ons­auf­wand zusam­men­ar­bei­ten.

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