Verabredung zum Abendessen, Geburtstagsplanung oder Familiengruppe – WhatsApp ist hierzulande der am häufigsten genutzte Instant-Messaging-Dienst. Doch Sie möchten sich den beliebten Messenger nicht herunterladen, weil Sie Bedenken wegen des Datenschutzes haben? Oder Sie suchen nach einer App, auf die Sie ausweichen können, falls WhatsApp einmal nicht funktioniert? UPDATED stellt Ihnen Alternativen zu WhatsApp vor: 6 Instant-Messenger für iOS und Android in der Übersicht.

Threema: Sichere Alternative zu WhatsApp

Der Instant-Messaging-Dienst “Threema” hat sich Anonymität groß auf die Fahne geschrieben. Nach eigener Aussage befinden sich alle Server des Dienstes in der Schweiz und unterliegen strengen Datenschutzgesetzen – Kontakte werden nicht darüber verwaltet, sondern allein über Ihr Smartphone. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung soll außerdem gewährleisten, dass weder Nachrichten noch Mediendaten in die Hände von Dritten fallen.

Das kann “Threema”: Mit dem Messenger können Sie sowohl Text- und Sprachnachrichten als auch Bilder, Videos, Kontakte und Standorte verschicken. In Gruppenchats haben bis zu 50 Mitglieder die Möglichkeit, miteinander zu kommunizieren. Mit “Threema” lassen sich außerdem Abstimmungen in Chats erstellen. Sprach- und Videoanrufe über die App sind allerdings nicht möglich.

Der große Vorteil von “Threema”: Eine E-Mail-Adresse und Telefonnummer brauchen Sie nicht zwangsläufig zu hinterlegen. Stattdessen erhalten die Nutzer eine zufällig generierte “Threema”-ID zur Identifizierung.

Den Messenger “Threema” können Sie bei iTunes und Google Play kostenpflichtig runterladen.

Signal: Edward Snowdens Empfehlung

Kein Geringerer als Whistleblower Edward Snowden empfiehlt den Messaging-Dienst “Signal” von Open Whisper Systems. Die Daten sind auch bei diesem Messenger Ende-zu-Ende verschlüsselt. Die Anmeldung erfolgt über die Telefonnummer, Kontakte findet die App über das Telefonbuch. Der Nutzer bekommt einen Schlüssel aus Buchstaben und Zahlen zugeordnet, eine Art digitalen Fingerabdruck, der sich ändert, sobald er das Smartphone wechselt oder die App neu installiert.

Das kann “Signal”: Mit der App lassen sich Text- und Sprachmitteilungen, Bilder, Videos, Dokumente und GIFs bequem verschicken. Der Messenger bietet außerdem (Video-)Anrufe und das Erstellen von Gruppennachrichten an. Derzeit ist “Signal” allerdings noch nicht mit Tablets kompatibel.

Der große Vorteil von “Signal”: Die App läuft unter Open-Source-Lizenz. Weil die Verschlüsselung quelloffen entwickelt wurde, können Kenner ihre Zuverlässigkeit leicht überprüfen – und sich überzeugen. Screenshots sind in dem Messenger nur möglich, wenn die Funktion aktiviert ist. Das bedeutet, dass Sie und Ihr Chatpartner nicht einfach Screenshots von der Konversation machen und möglicherweise an Dritte weiterleiten können, wenn die Einstellung ausgeschaltet ist.

Den Instant-Messenger “Signal” können Sie kostenlos bei iTunes und Google Play herunterladen.

Telegram: Messenger mit Selbstlösch-Funktion

Eine minimalistische und schnörkellose Benutzeroberfläche soll gewährleisten, dass “Telegram” geschwind und einfach zu bedienen ist. Nach Angaben der Entwickler ist es der schnellste Messenger, der auch bei langsamer mobiler Verbindung funktioniert und Nachrichten mit möglichst wenig Datenverkehr überträgt.

Das kann “Telegram”: Die App versendet Textnachrichten, Dateien und Dokumente, die bis zu 1,5 Gigabyte groß sind. Diese müssen nicht auf dem Telefon gespeichert sein, sondern finden ihren Platz in der Telegram-Cloud. Gruppennachrichten bieten Raum für bis zu 5.000 Mitglieder.

Der große Vorteil von “Telegram”: Über den Instant-Messenger lassen sich geheime Chats mit einem Kontakt eröffnen. Diese nutzen Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Doch damit nicht genug: Nachrichten, Bilder und Videos löschen sich auf Wunsch nach Ablauf einer vorgegebenen Zeit bei beiden Chatpartnern von selbst. Außerdem lassen sich bereits gesendete Nachrichten in normalen Chats wieder löschen.

”Telegram” laden Sie kostenlos bei iTunes und Google Play herunter.

Google Allo: Der intelligente Instant-Messenger

“Google Allo” ist der Versuch des Suchmaschinen-Riesen, auf dem Messenger-Markt Fuß zu fassen – mit künstlicher Intelligenz: Der Google Assistant ist schon in den Messaging-Dienst integriert. Er ermöglicht es beispielsweise, dass der Nutzer den Chat nicht zu verlassen braucht, um Informationen zu googeln. Ein einfaches “@google” im Nachrichtenfenster genügt, um eine Suchanfrage zu starten.

Das kann “Google Allo”: Über den Messenger lassen sich die üblichen Dateiformate wie Bilder, Videos und GIFs verschicken. Dazu kommt bei “Google Allo” noch eine Vielzahl an Stickern, Emojis und solche Spielereien wie “Schreien” oder “Flüstern”, die die Textgröße der Chatnachricht verändern.

Der große Vorteil von “Google Allo”: Der Messenger lernt Sie im Laufe der Zeit immer besser kennen, sodass er in der Lage ist, passende Schnell-Antworten zu generieren, die Ihren Schreibgewohnheiten entsprechen. Wem das zu offenherzig ist, der geht einfach in den Inkognito-Modus mit Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und eigenständiger Festlegung, wie lange der Dienst Chats speichern soll.

”Google Allo” können Sie kostenlos bei iTunes und Google Play herunterladen.

Wire: Diese WhatsApp-Alternative verspricht absolute Privatsphäre

Wire Swiss, das Unternehmen hinter dem Messenger “Wire”, betont, dass sich alle Server in der EU befinden. Der Quellcode ist frei zugänglich, sodass theoretisch jeder die Sicherheit der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung überprüfen kann. Die eigene Telefonnummer muss der Nutzer nicht mit anderen teilen, er kann sich auch nur über einen Benutzernamen mit ihnen verbinden.

Das kann “Wire”: Der Messenger verfügt über ähnliche Funktionen wie WhatsApp: Sprach- und Videotelefonate (mit bis zu zehn Personen), Chats (Text, Ton, Video), Bilder, Videos, Dateien, GIFs und Sketches lassen sich damit versenden. In Gruppenunterhaltungen können sich bis zu 128 Mitglieder austauschen.

Der große Vorteil von “Wire”: Nachrichten lassen sich nach dem Versenden wieder löschen oder noch einmal bearbeiten. So kann der Nutzer zum Beispiel Rechtschreibfehler korrigieren.

Den Messenger “Wire” laden Sie kostenlos bei iTunes und Google Play herunter.

LINE: Der Messenger für Sticker-Fans

“LINE” ist hierzulande (noch) ein relativ unbekannter Instant-Messenger. In Asien ist die japanische App dagegen äußerst beliebt. Eine große Sticker-Auswahl, viele Emojis, bunte Symbole, neue Designs und eine Timeline-Funktion sorgen dafür, dass “LINE” vor allem von denjenigen genutzt wird, die nicht bloß Texte verschicken wollen, sondern verspielte Nachrichten. Zu diesem Zweck werden auch In-App-Käufe angeboten.

Das kann “LINE”: Auch mit diesem Messenger lassen sich Text- und Sprachnachrichten, der Standort, Bilder, Videos und andere Dateien in den (Gruppen-)Chats teilen. (Video-)Telefonie ist möglich – und das mit bis zu 200 Personen. “LINE” setzt ebenfalls auf Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, der Quellcode ist allerdings nicht einsehbar.

Der große Vorteil von “LINE”: Textnachrichten sind hier nicht nur Buchstaben und Worte, sondern personalisierte Botschaften. Die Timeline-Funktion macht den Messenger schon fast zu einem sozialen Netzwerk und kann als eine Art digitales Tagebuch genutzt werden.

Den Instant-Messenger “LINE” können Sie kostenfrei bei iTunes und Google Play herunterladen.

Was ist die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung?

Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung werden alle Daten und Dateien, egal ob Text, Bild oder Video, über alle Übertragungsstationen durchweg verschlüsselt übertragen. Wenn Sie eine Nachricht verschicken, wird diese erst beim Empfänger wieder entschlüsselt.
Fängt beispielsweise ein Hacker Ihre Botschaft ab, kann er damit erst einmal nichts anfangen. Denn jede Nachricht hat ihr eigenes Schloss, zu dem nur Sie und Ihr Chatpartner den Schlüssel besitzen.

Viele Instant-Messenger für unterschiedliche Bedürfnisse

Für welchen Messenger Sie sich letztendlich entscheiden, hängt ganz davon ab, wie Ihre individuellen Bedürfnisse aussehen. Wird Datenschutz bei Ihnen großgeschrieben, entscheiden Sie sich vielleicht für “Signal”. Möchten Sie einen Instant-Messaging-Dienst mit vielen Funktionen, empfiehlt sich “LINE”. Eine Frage sollten Sie allerdings noch in Ihre Entscheidung einbeziehen: Wie viele Ihrer Freunde und Bekannten nutzen ebenfalls den Messenger Ihrer Wahl? Denn was nützt die beste App, wenn Sie dort niemanden Ihrer Kontakte finden? Oder Sie leisten Überzeugungsarbeit und bewegen Ihre Freunde dazu, ebenfalls zum neuen Messenger zu wechseln …

 

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