Das soll der feu­rig-fun­keln­de Rot­wein sein, der vor ein paar Jah­ren im Urlaub noch so edel und voll­mun­dig geschmeckt hat? Und jetzt, wo Sie ihn Ihren Freun­den kre­den­zen wol­len, kommt nur eine rosa­far­be­ne Flüs­sig­keit aus der Fla­sche, die einen säu­er­li­chen und faden Ein­druck auf der Zun­ge hin­ter­lässt? Schimp­fen Sie nicht zu früh über den Wein­händ­ler, er kann womög­lich nichts dafür. Viel­leicht haben Sie den Wein falsch gela­gert. UPDATED sagt Ihnen, wie Ihre edlen Trop­fen den vol­len Geschmack und Anla­ge­ob­jek­te ihren Wert erhal­ten.

Bei wel­cher Tem­pe­ra­tur soll­te Wein lagern?

Je wär­mer die Umge­bungs­tem­pe­ra­tur, des­to schnel­ler ver­flüch­ti­gen sich die Aro­ma­stof­fe. Wär­mer als 20 Grad soll­te es also nicht sein an dem Ort, wo Ihr Wein lagert. Wenn Sie Ihren Wein nur bis zu einem Jahr lagern, sind Tem­pe­ra­tu­ren bis 20 Grad kein Pro­blem. Bei län­ge­rer Lage­rung oder wenn der Wein über meh­re­re Jah­re hin­weg noch rei­fen soll, soll­ten es aber eher zwi­schen 8 und 16 Grad sein. Auf Num­mer sicher gehen Sie mit einer Tem­pe­ra­tur zwi­schen 10 und 12 Grad.

Fast noch wich­ti­ger als die Tem­pe­ra­tur ist es aber, den Wein vor Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen zu schüt­zen. Denn das beschleu­nigt den Alte­rungs­pro­zess.

Was ist die opti­ma­le Luft­feuch­tig­keit zum Wein lagern?

Die Luft­feuch­tig­keit, die Sie ganz ein­fach mit einem Hygro­me­ter mes­sen, spielt weni­ger für den Wein selbst als viel­mehr für den Kor­ken eine Rol­le. Bei einer zu tro­cke­nen Umge­bungs­luft kann der Ver­schluss bei lan­ger Lager­zeit porös wer­den und Luft in die Fla­sche las­sen. Damit der Kor­ken elas­tisch bleibt, soll­te die Luft­feuch­tig­keit bei über 45 Pro­zent lie­gen. Ide­al für eine lan­ge Lager­zeit sind 70 bis 80 Pro­zent Luft­feuch­tig­keit. Doch Vor­sicht: Bei zu hoher Luft­feuch­tig­keit von über 90 Pro­zent kön­nen die Kor­ken schim­meln und den Wein unge­nieß­bar machen.

Für eine Lager­zeit von ein bis zwei Jah­ren spielt die Luft­feuch­tig­keit kei­ne so gro­ße Rol­le und kann auch nur um 30 Pro­zent betra­gen. Des­halb kön­nen Sie Wein für die­se Zeit­span­ne auch ein­fach irgend­wo in den hei­mi­schen vier Wän­den lagern, hier liegt die Luft­feuch­tig­keit im Schnitt zwi­schen 40 und 60 Pro­zent.

Lie­gend oder ste­hend? In wel­cher Posi­ti­on soll­te Wein gela­gert wer­den?

Ganz klar: Guter Wein soll­te lie­gen. Auch hier ist der Kor­ken der Grund. Denn wenn die Fla­sche liegt, wird der Kor­ken stän­dig befeuch­tet und trock­net nicht aus. Andern­falls könn­te er undicht wer­den und sowohl Sauer­stoff als auch Feuch­tig­keit ins Inne­re der Fla­sche . Soll der Wein aber nur ein paar Mona­te gela­gert wer­den oder ist er mit einem Kunst­stoff­kor­ken, einem Schraub­ver­schluss oder einem Glas­kor­ken ver­schlos­sen, kann er auch ste­hend auf­be­wahrt wer­den. Erkun­di­gen Sie sich am bes­ten bei Ihrem Händ­ler nach der Ver­schluss­art, falls es nicht von außen ersicht­lich ist.

War­um soll­te Wein vor Licht geschützt sein?

Wein wird in der Regel in Fla­schen aus far­bi­gem Glas ver­kauft, das die Licht­strah­len fil­tert. Der Grund: Licht setzt che­mi­sche Pro­zes­se in Gang, die den Wein oxi­die­ren und dadurch schnel­ler altern las­sen. Zusätz­lich ver­liert er an Far­be. Lagern Sie den Wein also stets in einer dunk­len Ecke, die vor Licht geschützt ist, also im Kar­ton oder in einem geschlos­se­nen Schrank.

Wie der Wein vor Erschüt­te­run­gen geschützt sein soll­te

Bei einer lan­gen Lage­rung bil­det sich ein fei­ner Boden­satz, das soge­nann­te Depot. Das Depot im Rot­wein besteht haupt­säch­lich aus Farb- und Gerb­stof­fen, die der Wein erst nach län­ge­rer Lage­rung in teil­wei­se fes­ter Form abgibt und somit aus­schei­det. Wird es immer wie­der durch­ein­an­der gerüt­telt, kann das die Rei­fung und den Geschmack nega­tiv beein­flus­sen. Wenn Sie ein Wein­re­gal errich­ten, soll­ten Sie also dar­auf ach­ten, dass es auf fes­tem Boden steht und nicht wackeln kann. Ver­mei­den Sie die Nähe von Wasch­ma­schi­nen, Trock­nern, Hei­zungs­an­la­gen und allem ande­ren, was Vibra­tio­nen über­tra­gen kann.

War­um und wie der Wein vor Gerü­chen geschützt wer­den soll­te

Wein atmet. Das kann selbst der bes­te Kor­ken nicht voll­stän­dig ver­mei­den. Des­halb soll­te der Wein vor frem­den Gerü­chen geschützt wer­den. Zwar schrän­ken sie die Qua­li­tät des Wei­nes nicht ein, trotz­dem ist der Trink­ge­nuss beein­träch­tigt, wenn der Wein mit den Jah­ren plötz­lich nach Knob­lauch riecht. Des­halb gilt: Der Wein benö­tigt sei­nen eige­nen Lager­platz, wo sich nach Mög­lich­keit kei­ne ande­ren Lebens­mit­tel in nächs­ter Nähe befin­den, schon gar kei­ne beson­ders geruchs­in­ten­si­ven wie Zwie­beln, Bana­nen oder Kaf­fee. Auch Che­mi­ka­li­en wie zum Bei­spiel Pflan­zen­schutz­mit­tel oder aggres­si­ve Rei­ni­ger in der Nähe soll­ten tabu sein. Ide­al ist ein geschlos­se­ner Schrank, der Gerü­che außen vor hält.

Oder Sie sor­gen für eine aus­rei­chen­de Belüf­tung. Wenn es zum Bei­spiel leicht zieht, ohne dass die Tem­pe­ra­tur schwankt, mischen sich auch noch nach Jah­ren kei­ne uner­wünsch­ten Gerü­che in den Wein.


Tipp für den opti­ma­len Wein­ge­nuss

Wenn Sie sich selbst einen geeig­ne­ten Lager­platz für Wein ein­ge­rich­tet haben, tes­ten Sie doch ein­mal selbst, wie der Rei­fe­pro­zess einen Wein zur Voll­endung bringt. Statt je drei Fla­schen von zehn Sor­ten wäh­len Sie zehn Fla­schen von drei Sor­ten. Jetzt kön­nen Sie regel­mä­ßig eine Fla­sche öff­nen und selbst prü­fen, wie sich der Wein ent­wi­ckelt. So gewin­nen Sie ein Gespür dafür, wel­cher Wein unter wel­chen Bedin­gun­gen wann sei­nen bes­ten Geschmack ent­fal­tet.

Opti­mal genie­ßen Sie jun­gen, fri­schen Weiß­wein bei einer Trink­tem­pe­ra­tur von 8 bis 10 Grad, wür­zi­ger und rei­fe­re Weiß­wei­ne ent­wi­ckeln ihr bes­tes Aro­ma bei rund 12 Grd. Rot­wei­ne genie­ßen Sie am bes­ten bei einer Trink­tem­pe­ra­tur zwi­schen 12 (bei jun­gen Wei­nen) bis 18 Grad (bei kräf­ti­gen, gehalt­vol­len Wei­nen). Vor allem Rot­wein soll­ten Sie vor dem Ser­vie­ren min­des­tens 20 Minu­ten “atmen” las­sen und ihn dafür aus der Fla­sche in eine Karaf­fe oder in die Glä­ser ein­fül­len.

Wie lan­ge kann man Wein lagern?

Die gro­ße Mehr­zahl der Wei­ne, die heu­te ange­bo­ten wer­den, sind für eine lan­ge Lage­rung weder vor­ge­se­hen noch geeig­net. Denn sie wer­den so aus­ge­baut, dass sie schnell trink­bar sind und in den Ver­kauf kön­nen, ohne lan­ge viel Lager­platz zu bean­spru­chen. Der Geschmack wird durch eine lan­ge Lage­rung nicht bes­ser, eher im Gegen­teil. Sol­che nor­ma­len Qua­li­täts­wei­ne soll­ten Sie inner­halb von drei Jah­ren genie­ßen. Pla­nen Sie den Auf­bau eines grö­ße­ren Wein­kel­lers, wen­den sie sich bei Fra­gen zur Lage­rung am bes­ten an den jewei­li­gen Händ­ler.

Eine Aus­nah­me bil­den Wei­ne, die mit den Jah­ren erst ihr vol­les Geschmacks­po­ten­zi­al ent­fal­ten. Grund­sätz­lich ist ein Wein umso län­ger halt­bar, wenn er fol­gen­de Kri­te­ri­en auf­weist:

  • Hoher Alko­hol­ge­halt von etwa 13 Pro­zent und mehr
  • Kräf­ti­ge Süße und/oder hohen Säu­re­ge­halt
  • Beim Rot­wein: Hoher Anteil von Gerb­stof­fen (Tan­ni­nen)

Je nach Prä­di­kat kön­nen Wei­ne unter­schied­lich lang gela­gert wer­den. Spät­le­sen etwa, die aus rei­fen Trau­ben gewon­nen wer­den, kön­nen mit ihrer höhe­ren Süße bis zu fünf Jah­re gela­gert wer­den, Aus­le­sen aus voll­rei­fen Bee­ren bis zu sechs Jah­re. Bee­ren­le­sen aus über­rei­fen Trau­ben sind selbst nach 100 Jah­ren noch genieß­bar. Das Prä­di­kat fin­den Sie auf dem Eti­kett bezie­hungs­wei­se im Namen des Wei­nes. Erkun­di­gen Sie sich im Zwei­fel bei Ihrem Wein­händ­ler nach der Lager­fä­hig­keit.


Für Lieb­ha­ber und Anle­ger: Lagern im Wein­sto­rage

Sta­bi­le Rega­le, gegen Erschüt­te­run­gen geschützt, in denen der Wein bei opti­ma­len kli­ma­ti­schen Bedin­gun­gen gela­gert wer­den kann: Das ver­spre­chen soge­nann­te Wein­sto­rages, ein Ser­vice für begeis­ter­te Wein­samm­ler und Anle­ger. Wein­sto­rages fin­den Sie im Inter­net, wenn Sie nach die­sem Begriff suchen.

Ähn­lich wie bei einem Bank­schließ­fach oder einer Post-Paket­sta­ti­on erhal­ten Kun­den ein eige­nes Fach, in dem sie ihre Qua­li­täts­wei­ne unter­brin­gen kön­nen. Das kön­nen Sie in der Regel mit einem eige­nen Zugang auf­su­chen, dort etwas her­aus­neh­men oder die Vor­rä­te neu auf­sto­cken.

Ide­al zum Wein lagern: Der Wein­kühl­schrank

Wol­len Sie Wein über Jah­re opti­mal lagern, soll­ten Sie über einen Wein­kühl­schrank nach­den­ken. Die­se Spe­zi­al­schrän­ke ver­fü­gen meis­tens über zwei sepa­ra­te Tem­pe­ra­tur­zo­nen und bie­ten so für Rot­wein als auch für Weiß­wein stets die bes­ten Bedin­gun­gen. Oben­drein schützt er den Wein vor Gerü­chen.

Über­le­gen Sie vor dem Kauf, wie viel Wein Sie dau­er­haft lagern wol­len, damit Sie die rich­ti­ge Grö­ße wäh­len. Bleibt ein zu gro­ßer Wein­kühl­schrank halb leer, ver­braucht er unnö­tig Strom und Raum. Ein zu klei­ner Wein­kühl­schrank dage­gen bie­tet schon bald nicht mehr aus­rei­chend Platz.

Obwohl Top-Model­le sogar über Stoß­dämp­fer ver­fü­gen, soll­ten Sie einen Wein­kühl­schrank nicht in der Nähe von Wasch­ma­schi­nen oder Trock­nern auf­stel­len, um sie vor Erschüt­te­run­gen zu schüt­zen.

Dann steht inten­si­ven, gehalt­vol­len, edlen wein­se­li­gen Geschmacks­er­leb­nis­sen nichts mehr im Wege. Denn wie es der Win­zer Lud­wig Neu­may­er for­mu­lier­te: “Der bes­te Lager­platz für Wein ist die Erin­ne­rung.”

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