Du hast dir ein neu­es Note­book gekauft und wun­derst dich über einen unbe­kann­ten Steck­platz. Neben den ganz nor­ma­len USB-Slots fin­det sich dort auch eine klei­ne­re, fla­che­re Schnitt­stel­le. Hier­bei han­delt es sich um einen USB-C-Anschluss. Das For­mat kommt auch bei vie­len Smart­pho­nes zum Ein­satz. Die Tech­no­lo­gie bringt eini­ge Vor­tei­le mit. Aller­dings gibt es ver­schie­de­ne USB-C-Vari­an­ten und ‑Bezeich­nun­gen. UPDATED erklärt dir in die­sem Rat­ge­ber die Unter­schie­de und ver­rät, wor­auf du ach­ten soll­test.

Was ist USB‑C und wel­che Vor­tei­le hat der Stan­dard?

Exter­ne Fest­plat­te, Note­book, Smart­pho­ne oder Com­pu­ter: Vie­le Gerä­te sind inzwi­schen mit einem USB-C-Anschluss aus­ge­rüs­tet. Eini­ge hoch­wer­ti­ge Lap­tops wie App­les Mac­Book oder Goo­g­les Pixel­book brin­gen sogar nur eine ein­zi­ge USB-Schnitt­stel­le mit – und zwar des Typs USB‑C.

Dabei han­delt es sich um eine Wei­ter­ent­wick­lung des USB-For­mats, dem wich­tigs­ten Stan­dard, um Gerä­te mit dem Com­pu­ter oder unter­ein­an­der zu ver­bin­den. Weit ver­brei­tet sind immer noch USB-A-Ste­cker mit unter­schied­li­chen Daten­über­tra­gungs­ra­ten. Außer­dem gibt es klei­ne­re Mini- sowie Micro-USB-Anschlüs­se.

USB‑C ist den ande­ren Vari­an­ten tech­nisch über­le­gen und nicht mit ihnen kom­pa­ti­bel. In Zukunft soll USB‑C alle ande­ren USB-Stan­dards erset­zen. Dann benö­ti­gen Nut­zer nicht mehr ver­schie­de­ne USB-Kabel für unter­schied­li­che Gerä­te und Zwe­cke.

Vor­tei­le von USB‑C:

  • Kom­pak­te Grö­ße: Ein USB-C-Ste­cker ist nur 8,3 mm breit und 2,4 mm hoch. Zum Ver­gleich: Ein nor­ma­ler USB-A-Ste­cker misst 12 mm in der Brei­te und 4,5 mm in der Höhe. Die dün­ne, schma­le USB-C-Buch­se kann auch in klei­nen und sehr fla­chen Gerä­ten ver­baut wer­den.
  • Ein­fa­che Hand­ha­bung: Anders als bei einem USB-A-Ste­cker brauchst du nicht zu über­le­gen, wie her­um der Ste­cker ein­ge­steckt wird: Beim Typ C sind die obe­re und die unte­re Sei­te gleich. Das Ein­ste­cken ist beque­mer und der Ste­cker geht nicht so leicht kaputt.
  • Schnel­le Daten­über­tra­gung: USB-C-Ste­cker und ‑Ports über­tra­gen Daten mit höhe­rer Geschwin­dig­keit. Bis zu 10 Gbit/s sind mög­lich. Die genaue Daten­über­tra­gungs­ra­te hängt aller­dings davon ab, wel­ches Gerät du ver­wen­dest und wel­chen USB-Stan­dard es unter­stützt (sie­he Kapi­tel “Die Daten­über­tra­gung”). 
  • Effek­ti­ves Laden: Die Ener­gie­über­tra­gung wur­de bei USB-C-Kabeln deut­lich ver­bes­sert: Du kannst zum Bei­spiel dein Smart­pho­ne damit schnel­ler auf­la­den als mit einem Micro-USB-Kabel.
  • Mul­ti­funk­tio­na­li­tät: USB-C-Kabel kön­nen gleich­zei­tig Daten, Video- und Audio­si­gna­le sowie Strom über­tra­gen. Das bedeu­tet: Ein Note­book benö­tigt nur noch einen ein­zi­gen Anschluss – statt zum Bei­spiel einen für das Lade­ka­bel, einen wei­te­ren für die Laut­spre­cher sowie einen HDMI-Port für einen exter­nen Moni­tor. Beim Smart­pho­ne kannst du dank USB‑C ein und die­sel­be Buch­se nut­zen, um das Han­dy auf­zu­la­den oder einen Kopf­hö­rer anzu­schlie­ßen. 

Nach­tei­le von USB‑C:

  • Nicht immer mul­ti­funk­tio­nal: Du kannst dein Han­dy nicht gleich­zei­tig laden und einen Kopf­hö­rer anschlie­ßen. Ent­we­der du brauchst einen Adap­ter oder du ver­wen­dest Blue­tooth-Kopf­hö­rer.
  • Nicht alle auf ein­mal: Hat dein Lap­top nur einen ein­zi­gen USB-C-Anschluss, benö­tigst du ein Dock bzw. einen Hub, um ver­schie­de­ne Gerä­te gleich­zei­tig zu ver­wen­den.
  • Nicht immer schnel­ler: Nutzt du ein USB-A-Gerät an einer USB-C-Schnitt­stel­le (dafür gibt es Adap­ter), wer­den Daten nicht mit den maxi­mal mög­li­chen 10 Gbit/s über­tra­gen. Wie schnell sie über­tra­gen wer­den, hängt davon ab, ob Gerät und Com­pu­ter USB 2.0, 3.0 oder 3.1 unter­stüt­zen (sie­he Kapi­tel “Die Daten­über­tra­gung”).

Die Unter­schie­de zwi­schen ver­schie­de­nen USB-C-Kabeln und ‑Anschlüs­sen

USB-C-Kabel sind in unter­schied­li­chen Vari­an­ten erhält­lich. Je nach Modell unter­schei­den sich die Leis­tun­gen in den Berei­chen Daten­über­tra­gung und Strom­ver­sor­gung. Nicht jedes USB-C-Kabel kann ein Note­book laden oder Daten mit hoher Geschwin­dig­keit über­tra­gen. Man­che USB-C-Kabel laden zwar Smart­pho­nes, über­tra­gen Daten aber nur mit lang­sa­men 480 Mbit/s. Genau­so wenig bie­tet jede USB-C-Buch­se die glei­chen Funk­tio­nen.

Die Daten­über­tra­gung

Nur weil dein Com­pu­ter einen USB-C-Anschluss hat oder du ein USB-C-Kabel ver­wen­dest, heißt das noch nicht, dass Daten mit 10 Gbit/s über­tra­gen wer­den.

Das funk­tio­niert nur, wenn Ste­cker und Buch­se die Über­tra­gung mit USB 3.1 unter­stüt­zen. Denn es gibt nicht nur ver­schie­de­ne Typen von USB-Ste­ckern und ‑Anschlüs­sen, son­dern auch unter­schied­li­che Daten­trans­fer­ra­ten. Sie tra­gen die Bezeich­nun­gen USB 2.0, 3.0 und 3.1.

Ver­wir­rend ist aller­dings, dass die­se Bezeich­nun­gen immer wie­der ver­än­dert wur­den:

  • USB 2.0 schafft theo­re­tisch eine Daten­über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit von bis zu 480 Mbit/s. Ein wei­te­rer Name hier­für ist “Hi-Speed“.
  • USB 3.0 beherrscht in der Theo­rie bis 5 Gbit/s. Die­se Anschlüs­se und Ste­cker sind innen oft blau ver­klei­det. Die Bezeich­nun­gen wur­den 2019 ange­passt, sodass USB 3.0 nun “USB 3.2 Gen 1“ genannt wird. Eine wei­te­re Bezeich­nung ist “Super­Speed USB“.
  • USB 3.1 lei­tet bis zu 10 Gbit/s wei­ter. Wei­te­re Bezeich­nun­gen sind “USB 3.1 Gen 2“ sowie seit 2019 “USB 3.2 Gen 2“ oder “Super­Speed USB 10 Gbps“. Du erkennst die­se Trans­fer­ra­te an einem bestimm­ten Logo auf Kabel oder Buch­se. Es zeigt ein Doppel‑S für “Super­Speed“ mit einer klei­nen “10” dane­ben.
  • USB 3.2 oder “USB 3.2 Gen 2×2“ bzw. “Super­Speed USB 20 Gbps“ ermög­licht Über­tra­gungs­ra­ten von bis zu 20 Gbit/s. Die­ser Stan­dard ist aller­dings noch wenig ver­brei­tet.

Die Strom­ver­sor­gung

USB-C-Kabel unter­schei­den sich auch bei der maxi­mal mög­li­chen Strom­ver­sor­gung, die sie leis­ten kön­nen.

Typ-C-Gerä­te haben in der Regel eine Span­nung von 5 Volt und eine Strom­stär­ke von 3 Ampere, also 15 Watt. Wenn ein Gerät die Bezeich­nung “USB Power Deli­very“ (USB PD) trägt, dann bie­tet es die Mög­lich­keit zum Schnell­la­den.

Die unab­hän­gi­ge Orga­ni­sa­ti­on USB-IF, die alle Spe­zi­fi­ka­tio­nen für USB defi­niert, hat inner­halb von USB PD fünf Pro­fi­le mit jeweils unter­schied­li­chen Span­nun­gen und Strom­stär­ken defi­niert: von 5 Volt bei 2 Ampere (10 Watt – nutz­bar für Smart­pho­nes) bis hin zu 20 Volt bei 5 Ampere (100 W – nutz­bar für Note­books).

USB-PD-Kabel oder ‑Buch­sen erkennst du an dem Dop­pel-S-Logo für “Super­Speed“ und der Zahl 10, das in die­sem Fall in eine Bat­te­rie mit schwar­zem Hin­ter­grund ein­ge­bet­tet ist.

Tipp: Auch auf USB-C-Kabeln steht manch­mal eine Anga­be zur Leis­tung (in der Regel auf einem der Ste­cker). Dort fin­dest du eine Zahl mit der maxi­ma­len Strom­stär­ke in Ampere oder der Leis­tung in Watt, etwa 5A oder 15W.

Wie fin­de ich das rich­ti­ge Kabel für mei­nen Ein­satz­zweck?

Wenn du dir ein USB-C-Kabel zule­gen willst, über­le­ge zuerst, was du damit machen willst: Möch­test du ein Gerät damit laden, willst du außer­dem Daten über­tra­gen oder soll das Kabel zusätz­lich einen Moni­tor anschlie­ßen? Ent­schei­dend ist jeweils nicht nur das Kabel, son­dern auch die Buch­se: Sie muss die ent­spre­chen­de Funk­ti­on eben­falls mit­brin­gen. 

Nur laden

Möch­test du mit dem Kabel ein Gerät mit Strom ver­sor­gen, ist ent­schei­dend, ob es sich dabei um ein Smart­pho­ne, Tablet oder ein Note­book han­delt. Hin­ter­grund: Um einen Lap­top zu laden, muss das USB-C-Kabel wesent­lich mehr Leis­tung erbrin­gen, als wenn nur ein Smart­pho­ne gela­den wird (sie­he “Die Strom­ver­sor­gung” oben). Wich­tig: Die Leis­tung von USB-C-Kabel und dem Gerät, das du laden willst, muss über­ein­stim­men. Ent­schei­dest du dich für ein fal­sches Kabel, kannst du im schlimms­ten Fall das zu laden­de Gerät beschä­di­gen.

Nur USB-C-Kabel mit “USB PD”-Bezeichnung eig­nen sich, um den Akku von Lap­tops mit Strom zu ver­sor­gen.

Laden und Daten über­tra­gen

Willst du mit dem Kabel sowohl ein Gerät auf­la­den als auch Daten über­tra­gen? Dann kom­men zu den Punk­ten unter “Nur laden” wei­te­re hin­zu. 

Stel­le sicher, dass das Kabel “Super­Speed USB 10 Gbps“ beherrscht – genau wie die Buch­se am Gerät, an das du es anschließt. Nur dann kannst du die schnel­le Über­tra­gungs­ge­schwin­dig­keit von 10 Gbit/s nut­zen.

Laden, Daten über­tra­gen und mehr

Soll dein Kabel außer­dem Audio- und Video­si­gna­le über­tra­gen kön­nen? Dann ach­te auf die Anga­ben des Her­stel­lers. Denn nicht jedes USB-C-Kabel ver­fügt über sol­che Zusatz­funk­tio­nen. Man­che Anbie­ter kenn­zeich­nen ihre Kabel mit Logos. Zum Bei­spiel bedeu­tet ein Sym­bol, das die Buch­sta­ben D und P ver­eint, dass Anschluss oder Kabel die Über­tra­gung via “Dis­play­Port” ermög­li­chen. Dar­über schließt du zum Bei­spiel einen Moni­tor an. Aller­dings wer­den die­se Logos nicht ein­heit­lich ver­wen­det.

Eine Aus­nah­me ist das Thun­der­bolt-3-Sym­bol, ein Blitz. Thun­der­bolt ist eine Schnitt­stel­le, die mit USB‑C kom­pa­ti­bel ist. Die meis­ten neu­en Apple-Gerä­te ver­wen­den sie. Ist der Blitz auf dei­nem Kabel abge­bil­det, kannst du damit die Dis­play­Port-Über­tra­gung nut­zen sowie Daten mit schnel­len 40 Gbit/s sen­den und emp­fan­gen. 

USB-C-Kabel und ‑Schnitt­stel­len sind viel­sei­tig und schnell

Ein Ste­cker oder Anschluss mit USB‑C kann Daten mit hoher Geschwin­dig­keit über­tra­gen. Außer­dem kannst du damit Smart­pho­nes, Tablets und Note­books auf­la­den (wenn die Leis­tung stimmt) sowie Video- und Audio­si­gna­le über­tra­gen – vor­aus­ge­setzt, das Kabel unter­stützt die jewei­li­ge Funk­ti­on. Der USB-C-Ste­cker ist oben und unten gleich, des­halb kannst du ihn nicht falsch her­um ein­ste­cken. Zudem ist er fla­cher und schma­ler als nor­ma­le USB-A-Ste­cker und passt somit auch in sehr fla­che Gerä­te.

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