Moder­ne Gefrier­schrän­ke und Kühl-Gefrier-Kom­bi­na­tio­nen sind häu­fig mit No-Frost aus­ge­stat­tet. Es gibt aber auch Gerä­te mit Low-Frost, Stop-Frost und Smart-Frost. Was ist eigent­lich der Unter­schied zwi­schen all die­sen Tech­no­lo­gi­en? UPDATED erklärt, was dahin­ter­steckt und wel­che Tech­no­lo­gie sich wirk­lich lohnt.

Hin­weis: Wir spre­chen im Fol­gen­den der Ein­fach­heit hal­ber von Kühl­ge­rä­ten – gemeint sind Gefrier­schrän­ke und Kühl-Gefrier-Kom­bi­na­tio­nen.

No-Frost: Nie wie­der Eis­krat­zen?

Bei her­kömm­li­chen Kühl­ge­rä­ten kön­nen inner­halb kür­zes­ter Zeit die Innen­wän­de und Kühl­ele­men­te zufrie­ren. Das min­dert die Effi­zi­enz des Geräts. Damit der Gefrier­schrank bzw. die Kühl-Gefrier-Kom­bi­na­ti­on rich­tig funk­tio­niert, müs­sen nor­ma­le Gerä­te des­halb regel­mä­ßig abge­taut wer­den – teil­wei­se mehr­mals im Jahr.

Hier kommt die No-Frost-Tech­nik ins Spiel. Sie soll die Bil­dung von Eis zuver­läs­sig ver­hin­dern und so ein Abtau­en über­flüs­sig machen – und damit jede Men­ge Zeit und Auf­wand spa­ren.

Was ist eine Abtau­au­to­ma­tik?

Abtau­au­to­ma­tik und No-Frost-Tech­no­lo­gie wer­den häu­fig gleich­ge­setzt, dabei sind es zwei völ­lig unter­schied­li­che Sys­te­me. Wäh­rend die No-Frost-Tech­nik mit ihrem spe­zi­el­len Belüf­tungs­sys­tem die Eis­bil­dung von vorn­her­ein ver­hin­dert, kommt die Abtau­au­to­ma­tik zum Ein­satz, wenn sich bereits Eis gebil­det hat.

Die Abtau­au­to­ma­tik besteht aus Heiz­stä­ben hin­ter den Sei­ten­wän­den des Kühl­ge­räts. Sie wer­den ein­ge­schal­tet, sobald die gewünsch­te Kühl­tem­pe­ra­tur erreicht ist und der Kom­pres­sor nicht mehr küh­len muss. Die Heiz­stä­be brin­gen die dün­ne Eis­schicht an den Wän­den zum Schmel­zen. Das Schmelz­was­ser fließt durch eine Rin­ne an den Sei­ten­wän­den ab und ver­duns­tet in der Regel mit­hil­fe der Abwär­me des Kühl­ge­räts.

Wie funk­tio­niert die Tech­nik?

Bei No-Frost wird das Inne­re des Kühl­ge­räts mit Umluft gekühlt. Sie zir­ku­liert mit­hil­fe eines Lüf­ters. Dabei wird die Luft­feuch­tig­keit aus dem Gerät her­aus gelei­tet. So kann sie sich nicht im Inne­ren des Kühl­ge­räts nie­der­schla­gen – folg­lich kann sich kein Eis bil­den. Statt­des­sen setzt sich die Feuch­tig­keit an Kühl­la­mel­len außer­halb des Kühl­raums ab und wird dort zu Eis. Damit die Lamel­len nicht zufrie­ren, wer­den sie regel­mä­ßig erwärmt. Das Tau­was­ser wird abge­lei­tet und durch die Wär­me, die jedes Kühl­ge­rät abstrahlt, ver­duns­tet.

Ener­gie spa­ren mit No-Frost?

No-Frost-Gerä­te ver­brau­chen 10 bis 30 Pro­zent mehr Strom als her­kömm­li­che Kühl­ge­rä­te. Was nach einem gro­ßen Nach­teil klingt, kann sich auf lan­ge Sicht jedoch aus­glei­chen: Zum Bei­spiel ent­fällt das auf­wen­di­ge Abtau­en ein­schließ­lich Aus- und Anstel­len des Geräts, was sehr viel Strom ver­braucht. Außer­dem küh­len No-Frost-Gerä­te effi­zi­en­ter: Wäh­rend nor­ma­le Kühl­ge­rä­te mehr Leis­tung auf­brin­gen müs­sen, sobald der Innen­raum ver­eist, ent­fällt die­ser zusätz­li­che Strom­ver­brauch bei No-Frost-Gerä­ten.

Gene­rell gilt: Wer sich ein Kühl­ge­rät mit No-Frost-Tech­no­lo­gie anschaf­fen möch­te, soll­te bei der Pla­nung den ver­hält­nis­mä­ßig hohen Anschaf­fungs­preis berück­sich­ti­gen.

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Was bedeu­tet Low-Frost? 

Die Low-Frost-Tech­no­lo­gie funk­tio­niert ähn­lich wie No-Frost, ver­zich­tet aller­dings auf den Lüf­ter. Die beson­ders glat­ten Wän­de sol­len eine Eis­bil­dung ver­hin­dern und dafür sor­gen, dass das Tau­was­ser abläuft und sich in einem Behält­nis sam­melt. Die Tech­nik soll die Eis­bil­dung in Kühl­ge­rä­ten um bis zu 80 Pro­zent redu­zie­ren.

Was ist der Unter­schied zu No-Frost?

Im Gegen­satz zu No-Frost-Gerä­ten ver­brau­chen Low-Frost-Model­le nur gering­fü­gig mehr Strom als her­kömm­li­che Kühl­ge­rä­te. Außer­dem kos­ten Low-Frost-Gerä­te nicht so viel mehr als Gerä­te ohne jeg­li­che Anti-Frost-Tech­nik.

Um das läs­ti­ge Abtau­en kommst du bei die­sen Model­len aller­dings nicht her­um. Denn in Kühl­ge­rä­ten mit Low-Frost bil­det sich mit der Zeit eine dün­ne Eis­schicht, die du ent­fer­nen musst, damit das Gerät ord­nungs­ge­mäß arbei­tet und der Strom­ver­brauch nicht unnö­tig steigt. Um der Ver­ei­sung vor­zu­beu­gen, soll­test du die Tür nie unnö­tig lan­ge offen las­sen. Das ist bei No-Frost-Gerä­ten nicht so ent­schei­dend.

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Wenn es schnell gehen muss: Stop-Frost

Die Stop-Frost-Metho­de haben eini­ge Her­stel­ler, bei­spiels­wei­se Bauknecht und Lieb­herr, als Alter­na­ti­ve zu No-Frost ent­wi­ckelt. Je nach Her­stel­ler wird die Tech­nik unter­schied­lich umge­setzt. Bei Bauknecht gibt es zum Bei­spiel eine soge­nann­te Stop-Frost-Plat­te unter der Decke des Kühl­ge­räts. Hier sam­melt sich das Eis, sodass du die Plat­te ein­fach her­aus­neh­men und inner­halb einer Minu­te mit flie­ßen­dem, hei­ßen Was­ser ent­ei­sen kannst.

Stop-Frost im Ver­gleich zu No-Frost

Im Ver­gleich zu No-Frost ist Stop-Frost weni­ger ener­gie­in­ten­siv. Auch der Anschaf­fungs­preis von Stop-Frost-Gerä­ten ist gerin­ger als bei No-Frost-Model­len. Zwar ent­fällt das Abtau­en nicht kom­plett, es ist aber dank der prak­ti­schen Kon­zen­tra­ti­on des Eises auf einen ein­ge­grenz­ten Bereich deut­lich ein­fa­cher als bei her­kömm­li­chen Gerä­ten.

Was steckt hin­ter dem Begriff Smart-Frost?

Die Smart-Frost-Tech­no­lo­gie soll Kühl­ge­rä­te ganz beson­ders effi­zi­ent machen. Sie arbei­ten ener­gie­spa­rend, lie­fern eine gute Kühl­leis­tung und redu­zie­ren die Eis­bil­dung im Innen­raum so gut wie mög­lich. Wie die Gerä­te die­ses Ziel errei­chen, ist teil­wei­se unter­schied­lich, da ver­schie­de­ne Tech­no­lo­gi­en und bau­li­che Beson­der­hei­ten mit­ein­an­der kom­bi­niert wer­den. Smart-Frost-Kühl­ge­rä­te punk­ten zum Bei­spiel mit einer guten Iso­lie­rung, spe­zi­ell ver­lau­fen­den Kühl­schlei­fen und/oder beson­ders glat­ten Innen­wän­den.

Wie unter­schei­den sich Smart-Frost und No-Frost?

Im Gegen­satz zur No-Frost-Tech­no­lo­gie, die eine Ver­ei­sung kom­plett ver­hin­dert, kann bei Smart-Frost ein Abtau­en des Innen­raums alle paar Jah­re nötig sein. Der Anschaf­fungs­preis ist in der Regel nied­ri­ger als bei No-Frost-Gerä­ten, eben­so der Ener­gie­ver­brauch.

Aller­dings geht der ange­ge­be­ne Ener­gie­ver­brauch von Smart-Frost-Model­len wie bei allen Gerä­ten davon aus, dass sie eis­frei sind. Sobald eine Eis­schicht da ist, muss stär­ker gekühlt wer­den, was wie­der­um den Strom­ver­brauch erhöht.

Ver­schie­de­ne Tech­ni­ken, ein Ziel: Weni­ger Eis im Kühl­ge­rät

In her­kömm­li­chen Kühl­ge­rä­ten ohne spe­zi­el­le Anti-Frost-Tech­no­lo­gie bil­den sich mit der Zeit Eis­ab­la­ge­run­gen. Die Fol­ge: Die Gerä­te müs­sen mehr Kühl­leis­tung erbrin­gen, was den Strom­ver­brauch deut­lich erhöht. Ver­schie­de­ne Anti-Frost-Sys­te­me kön­nen die Eis­bil­dung redu­zie­ren oder sogar kom­plett ver­hin­dern. Die No-Frost-Tech­nik ist am effek­tivs­ten.

Bei No-Frost-Gerä­ten sind der Anschaf­fungs­preis und der Ener­gie­ver­brauch höher als bei allen ande­ren Sys­te­men. Aber: Die­se Inves­ti­ti­on kann sich bei lan­ger Nut­zungs­dau­er des Geräts amor­ti­sie­ren.

Low-Frost, Stop-Frost, Smart-Frost und ähn­li­che Sys­te­me sind nicht ganz so effek­tiv wie No-Frost, aber immer noch bes­ser als ein her­kömm­li­ches Kühl­ge­rät ohne jeg­li­che Anti-Frost-Funk­ti­on. Denn auch Low-Frost und Co. sor­gen dafür, dass du dein Kühl­ge­rät wesent­lich sel­te­ner abtau­en musst – eini­ge Tech­no­lo­gi­en ver­rin­gern sogar den Auf­wand des Abtau­ens.

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