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So schüt­zen Sie Ihr Han­dy vor Viren

Ihnen springt eine als kos­ten­lo­ses Top-Spiel bewor­be­ne App für Ihr Smart­pho­ne ins Auge. Die Vor­schau­bil­der sehen viel­ver­spre­chend aus, die App ist gera­de mal zwei Tage online und hat schon duzen­de Fünf-Ster­ne-Bewer­tun­gen. Sie star­ten den Down­load – und erhal­ten Augen­bli­cke spä­ter einen Alarm Ihres Han­dy-Viren­scan­ners, denn das ver­meint­li­che Spit­zen­spiel bringt einen Virus mit. Glück gehabt! UPDATED zeigt Ihnen, wel­che Scan­ner Ihr Smart­pho­ne vor fie­sen Schäd­lin­gen schützen.

Viren­scan­ner für Android – brau­che ich das wirklich?

Smart­pho­nes und Tablet-PCs mit Android-Betriebs­sys­tem sind bei Hackern beliebt. Als Markt­füh­rer unter den Mobil­be­triebs­sys­te­men läuft Android auf Hun­der­ten Mil­lio­nen Gerä­ten, sodass Angrif­fe für Kri­mi­nel­le dem­entspre­chend loh­nens­wert erschei­nen. Dar­über hin­aus weist Goo­g­les offen kon­stru­ier­tes Betriebs­sys­tem, ähn­lich wie Win­dows, eini­ge kon­zep­tio­nel­le Eigen­hei­ten auf, die es Viren und ande­ren Schad­pro­gram­men immer wie­der ermög­li­chen, ein Gerät zu infi­zie­ren. So erlaubt Android die Instal­la­ti­on unge­prüf­ter Apps, die nicht aus dem offi­zi­el­len Goog­le Play Store stammen.

Auf die App-Zugriffs­rech­te achten

Man­che dubio­sen Apps für Android las­sen sich schon an der Lis­te der benö­tig­ten Zugriffs­rech­te erken­nen, die Ihnen im Goog­le Play Store bei der Instal­la­ti­on der App auto­ma­tisch ange­zeigt wird. For­dert eine Nach­rich­ten-App oder ein Spiel zum Bei­spiel Zugang zu den WLAN-Ver­bin­dungs­in­for­ma­tio­nen, die Gerä­te-ID oder ande­re Anru­f­in­for­ma­tio­nen, soll­ten zumin­dest die Alarm­glo­cken klin­geln. Um her­aus­zu­fin­den, ob die App in Ord­nung ist, emp­fiehlt es sich, im Web über den App-Namen nach wei­te­ren Infor­ma­tio­nen suchen. 

Erschwe­rend kommt hin­zu, dass Updates bei Android nicht zen­tral von Goog­le für alle Smart­pho­nes und Tablets ver­teilt wer­den, son­dern der jewei­li­ge Her­stel­ler des Geräts für die Aus­lie­fe­rung der Aktua­li­sie­run­gen ver­ant­wort­lich ist. Es hängt also von Sam­sung, HTC, Hua­wei, Sony, Leno­vo, LG & Co. ab, ob und zu wel­chem Zeit­punkt Sicher­heits-Updates für die ein­zel­nen Gerä­te­mo­del­le zur Ver­fü­gung ste­hen. Vie­le Her­stel­ler rei­chen neu­es­te Android-Updates oft erst sehr spät an die Nut­zer weiter.

Android lässt sich aber eben­so wie Win­dows ver­hält­nis­mä­ßig ein­fach absi­chern. Der ers­te und wich­tigs­te Schritt: Spie­len Sie alle Betriebs­sys­tem-Updates umge­hend ein. In der Regel bekom­men Sie die neu­es­te Android-Ver­si­on als Online-Update. Das bedeu­tet: Auf Ihrem Han­dy erscheint eine Mel­dung, dass ein Update zur Ver­fü­gung steht. Mit einem Tas­ten­druck laden Sie die Aktua­li­sie­rung her­un­ter, die anschlie­ßen­de Instal­la­ti­on erfolgt automatisch.

Wenn Sie dann noch die Sicher­heits­funk­tio­nen in Android 6.0 und neu­er nut­zen, um die Zugriffs­be­rech­ti­gun­gen beim Start von Apps zu prü­fen und anzu­pas­sen, kei­ne unbe­kann­ten Links in Mails ankli­cken, aus­schließ­lich auf popu­lä­ren Web­sites sur­fen und aus dem Goog­le Play Store nur die belieb­tes­ten Apps laden, sind Sie weit­ge­hend auf der siche­ren Sei­te und kom­men ohne Viren­schutz aus. In allen ande­ren Kon­stel­la­tio­nen und ins­be­son­de­re wenn der Her­stel­ler Ihres Smart­pho­nes kei­ne Android-Updates anbie­tet oder Sie sich bei der Han­dy-Nut­zung mög­lichst wenig Gedan­ken um Sicher­heits­aspek­te machen möch­ten, gilt die Emp­feh­lung: Besor­gen Sie sich einen guten Viren­scan­ner für Ihr Smart­pho­ne oder Tablet.

Fünf emp­feh­lens­wer­te Anti­vi­ren-Apps für Android

AVG, Avi­ra, Kas­pers­ky, Nor­ton, Sophos und eini­ge wei­te­re Unter­neh­men haben sich als Her­stel­ler von Viren­scan­nern und Anti-Mal­wa­re-Tools für Win­dows-PCs und Ser­ver einen Namen gemacht. Sie alle bie­ten auch Anti­vi­ren-Apps für Android an. In der Regel han­delt es sich dabei um Sicher­heits­kom­plett­lö­sun­gen, die aus meh­re­ren Modu­len mit ein­heit­li­chem Aus­wahl­me­nü bestehen. Sie alle besit­zen einen Viren­scan­ner mit Echt­zeit­er­ken­nung neu­er Android-Schäd­lin­ge. Eini­ge der Apps kön­nen Sie in einer funk­ti­ons­re­du­zier­ten Ver­si­on sogar kos­ten­los nut­zen oder in einer Test­ver­si­on meist 30 Tage lang aus­pro­bie­ren. Für die Voll­ver­si­on mit allen Pro­gramm­funk­tio­nen wird eine jähr­li­che Pau­scha­le von bis zu 30 Euro erhoben.

So arbei­ten Viren­scan­ner für Android: Auch wenn Android ein offe­nes Sys­tem ist, kann ein Viren­scan­ner tech­nisch bedingt nicht jede ein­zel­ne auf dem Smart­pho­ne oder Tablet vor­han­de­ne Datei über­prü­fen. Statt­des­sen scan­nen die Sicher­heits­pro­gram­me alle auf dem Gerät instal­lier­ten Apps und glei­chen die­se mit einer Daten­bank schäd­li­cher Anwen­dun­gen ab. Wird eine instal­lier­te App in der Daten­bank gefun­den, schlägt der Viren­scan­ner Alarm. Von der Aktua­li­tät der Daten­bank hängt es also ab, wie gut eine Sicher­heits-App schützt.

AVG Anti­Vi­rus für Android

Die tsche­chi­sche Soft­ware­schmie­de AVG bie­tet mit AVG Anti­Vi­rus für Android einen in der Basis­va­ri­an­te wer­be­fi­nan­zier­ten Schäd­lings­scan­ner an, bei dem Sie die Funk­tio­nen der Pro-Ver­si­on nach der Instal­la­ti­on 30 Tage lang kos­ten­los tes­ten kön­nen. Gut gefällt der kla­re Hin­weis auf die ent­hal­te­nen, über­aus deut­lich sicht­ba­ren Wer­be­ein­blen­dun­gen mit der Mög­lich­keit, die­se direkt zu Beginn für 8,49 Euro im Jahr zu entfernen.

Auf Wunsch scannt AVG Ihr Smart­pho­ne ein­mal täg­lich, ansons­ten las­sen sich Such­läu­fe über das Haupt­me­nü per Klick auf den run­den Scan-But­ton anwer­fen. Ob neben Viren auch poten­zi­ell uner­wünsch­te Pro­gram­me und wer­be­fi­nan­zier­te Apps gemel­det wer­den, ist ein­stell­bar. Mit dem Dateiscan­ner prü­fen Sie Ord­ner wie das Stamm­ver­zeich­nis des inter­nen Spei­chers, Ihre Down­loads, Bil­der, Musik oder eine Spei­cher­kar­te auf Schädlinge.

An Extras gibt es eine Han­dy-Suche über Goog­le Maps, einen Task-Mana­ger zum Been­den von Apps und Opti­mie­rungs­mög­lich­kei­ten für die Akku- und Spei­cher­nut­zung sowie eine Daten­sperr- und Ver­schlüs­se­lungs­funk­ti­on. Spe­zi­ell für Android-Tablets gibt‘s noch das kos­ten­lo­se AVG Anti­Vi­rus FREE für Tablet.

Avi­ra Anti­vi­rus Security

Die Sicher­heits-Suite von Avi­ra besteht im Kern aus einem Mal­wa­re-Scan­ner mit einem Arse­nal ange­dock­ter Secu­ri­ty-Tools. Dazu gehö­ren die Anzei­ge von Apps, die per­sön­li­che Daten aus­spio­nie­ren, das Sper­ren belie­bi­ger Apps mit einem Pass­wort, ein Face­book-Schutz und eine Ortungs­funk­ti­on ein­schließ­lich Sperr- und Fern­lösch­mög­lich­keit für ein ver­lo­re­nes Smart­pho­ne. Die Bedien­ober­flä­che ist ein Plus­punkt der App: Die gro­ßen Schalt­flä­chen las­sen sich auch auf klei­nen Dis­plays und aus eini­ger Ent­fer­nung gut able­sen. Neben dem inter­nen Gerä­te­spei­cher wer­den bei der Prü­fung auch Spei­cher­kar­ten berücksichtigt.

Die kos­ten­lo­se Ver­si­on des Avi­ra-Scan­ners finan­ziert sich wie üblich durch Wer­bung. Die Wer­be­ein­blen­dun­gen erfol­gen an pro­mi­nen­ter Stel­le. So wur­de uns auf unse­rem Test­ge­rät stän­dig ein But­ton für die Instal­la­ti­on des Bahn-Navi­ga­tors vor­ge­schla­gen, auf den wir ver­mut­lich frü­her oder spä­ter ver­se­hent­lich geklickt hätten.

Kas­pers­ky Anti­vi­rus & Security

Die ehe­mals unter dem Namen Kas­pers­ky Inter­net Secu­ri­ty for Android ange­bo­te­ne Lösung heißt jetzt Kas­pers­ky Anti­vi­rus & Secu­ri­ty. Bei der Inbe­trieb­nah­me zeich­net sich die App durch eine Viel­zahl an Ein­stell­mög­lich­kei­ten aus, ohne dadurch über­frach­tet oder unüber­sicht­lich zu wir­ken. Der aktu­el­le Sicher­heits­sta­tus des Android-Smart­pho­nes ist anhand der Far­be des raum­fül­len­den Kas­pers­ky-Schilds am Dis­play leicht zu erken­nen. Grün bedeu­tet alles in Ord­nung, Oran­ge zeigt an, dass Sie etwas über­prü­fen soll­ten und Rot signa­li­siert „Mal­wa­re gefun­den“. Wie bei Viren­such-Apps üblich, kön­nen Sie auch das Kas­pers­ky-Tool 30 Tage lang mit akti­vier­ten Pre­mi­um­funk­tio­nen tes­ten, bevor es in den funk­ti­ons­re­du­zier­ten Scan-only-Modus wech­selt. Mit 10,95 Euro für ein Pre­mi­um-Jahr zählt Kas­pers­ky zu den teu­re­ren Antiviren-Apps.

Abseits des eigent­li­chen Scan­ners gibt es an zusätz­li­chen Sicher­heits­funk­tio­nen Anruf- und SMS-Fil­ter, Schutz vor betrü­ge­ri­schen Web­sei­ten, Tele­fon­or­tung und eine Vor­beu­gung vor Iden­ti­täts­dieb­stahl. Inter­es­sant für Nut­zer einer Android-Smart­watch ist die Unter­stüt­zung von Android-Wear.

Nor­ton Anti­vi­rus & Sicherheit

Im Lie­fer­um­fang unter­schei­det sich die App Nor­ton Anti­vi­rus & Sicher­heit, die am tra­di­tio­nell im Unter­neh­mens-Gelb umran­de­ten Vor­hän­ge­schloss-Icon erkenn­bar ist, nur unwe­sent­lich von der Kon­kur­renz: Neben der Haupt­funk­ti­on zum Auf­spü­ren von schad­haf­ten Apps schützt die Nor­ton-Soft­ware vor infi­zier­ten Web­sei­ten sowie gefälsch­ten Mails und kann ein geklau­tes oder ver­lo­ren­ge­gan­ge­nes Han­dy aus der Fer­ne sper­ren. Auch eine Back­up-Funk­ti­on für Kon­tak­te ist vorhanden.

Beim Preis belegt Nor­ton Anti­vi­rus & Sicher­heit aller­dings den Spit­zen­platz: Stol­ze 29,99 Euro für ein Jahr ver­langt der Her­stel­ler Syman­tec für sei­ne App. Auch die Zwei­jah­res­li­zenz ist umge­rech­net nicht viel güns­ti­ger, hier wer­den 49,99 Euro fällig.

Die App glänzt mit kur­zen Update-Inter­val­len und einer erfah­rungs­ge­mäß kur­zen Reak­ti­ons­zeit beim Erschei­nen neu­er Android-Schädlinge.

Sophos Mobi­le Secu­ri­ty für Android

Kom­plett kos­ten­los und ohne Wer­bung ist Sophos Mobi­le Secu­ri­ty für Android. In die­sem Punkt unter­schei­det sich die Sicher­heits-App vom Kon­kur­renz­um­feld. Nach der Ein­rich­tung der App wer­den Sie zur Instal­la­ti­on eines eben­falls kos­ten­lo­sen Add-ons auf­ge­for­dert, das für die Hin­ter­grund­über­wa­chung zustän­dig ist.

Anschlie­ßend prä­sen­tiert sich die App mit einem unschein­ba­ren Haupt­me­nü. Hier star­ten Sie den Ein­zel-Scan, rich­ten nach dem Tip­pen auf den But­ton mit den drei Punk­ten in den Ein­stel­lun­gen eine inter­vall­ge­tak­te­te Prü­fung ein und star­ten den Sicher­heits­be­ra­ter, der Tipps zu poten­zi­ell unsi­che­ren Android-Ein­stel­lun­gen bie­tet. Zu den wei­te­ren Funk­tio­nen zäh­len ein Web­fil­ter, ein Pri­vat­sphä­ren­be­ra­ter und die Mög­lich­keit, sein Mobil­ge­rät im Fal­le eines Ver­lusts wie­der­zu­fin­den, zu sper­ren und in letz­ter Kon­se­quenz zu löschen.

Nur einen Virenscanner

Viel hilft viel – die­se Bin­sen­weis­heit gilt nicht bei Viren­scan­nern für Ihr Han­dy. So ver­lo­ckend es sein mag, sich vor den zuneh­men­den Inter­net-Bedro­hun­gen durch zwei und mehr par­al­lel instal­lier­te Android-Viren­scan­ner zu schüt­zen, Ihr Smart­pho­ne wird dadurch nicht bes­ser, son­dern eher schlech­ter vor Schäd­lin­gen geschützt.

Da die Sicher­heits-Apps par­al­lel im Hin­ter­grund arbei­ten, kom­men sie sich bei den Zugriffs­rech­ten zwangs­wei­se in die Que­re. Außer­dem belas­ten die Pro­gram­me den Pro­zes­sor und Arbeits­spei­cher Ihres Smart­pho­nes, das dadurch lang­sa­mer wird und trä­ge reagiert. Wenn Sie einen neu­en Viren­scan­ner aus­pro­bie­ren, emp­fiehlt es sich, zunächst den alten über den Goog­le Play Store zu deinstal­lie­ren, bevor Sie die neue App herunterladen.

Ver­seuch­te Apps erkennen

Ein Groß­teil der erfolg­rei­chen Schäd­ling­s­at­ta­cken auf Android-Smart­pho­nes basiert auf ver­seuch­ten Apps im Goog­le Play Store. Man­che Anwen­der instal­lie­ren wahl­los im Play Store ange­bo­te­ne Anwen­dun­gen und Spie­le, wenn sie nur halb­wegs Span­nung ver­spre­chen oder gute Nut­zer­be­wer­tun­gen erzielt haben. Neben vie­len Tau­sen­den unauf­fäl­li­ger Apps schaf­fen es jedoch regel­mä­ßig auch schäd­li­che Pro­gram­me in den Store. Deren Hin­ter­män­ner sor­gen mit tech­ni­schen Tricks dafür, dass die­se Apps dank gefälsch­ter Posi­tiv­be­wer­tun­gen von mög­lichst vie­len Nut­zern wahr­ge­nom­men und auf ihren Gerä­ten gela­den wer­den. Dabei ist es gar nicht so schwer, poten­zi­ell gefähr­li­che Apps aus­zu­ma­chen. Ach­ten Sie dabei auf die­se bei jeder App im Goog­le Play Store ange­ge­be­nen Kriterien:

  • Wie lan­ge ist die App bereits im Goog­le Play Store zu haben?
  • Wie vie­le Nut­zer haben sie bereits heruntergeladen?
  • Wie bewer­ten ande­re Nut­zer die App?

Stol­pern Sie im Play Store über eine brand­neue App, die erst weni­ge Tage ange­bo­ten wird, die bis­lang nur von einer Hand­voll Nut­zer instal­liert wur­de und sehr posi­ti­ve, wenn­gleich nichts­sa­gen­de Bewer­tun­gen hat, emp­fiehlt es sich, mit dem Down­load bes­ser ein paar Tage zu war­ten, um nicht auf eine App-Fäl­schung oder eine viren­ver­seuch­te App hereinzufallen.

Es gibt jedoch immer wie­der Apps, die bereits seit Län­ge­rem im App Store ange­bo­ten wur­den, dem­entspre­chend von vie­len Anwen­dern genutzt wer­den und urplötz­lich mit einem Virus ver­seucht sind. In sol­chen Fäl­len hel­fen die aktu­ells­ten Nut­zer­kom­men­ta­re. Haben Sie Zwei­fel an einer App, emp­fiehlt es sich, zunächst ein­mal im Web nach wei­te­ren Infor­ma­tio­nen zu die­ser App suchen. 

iOS-Gerä­te vor Viren schützen

Anti­vi­rus-Apps sind in iOS auf­grund der Abschot­tung des Betriebs­sys­tems nicht wirk­sam und damit über­flüs­sig. Den­noch fin­den sich im App Store ver­meint­li­che Viren­scan­ner und Secu­ri­ty-Sui­ten teils von nam­haf­ten Her­stel­lern, die den Anschein erwe­cken, Mal­wa­re vom iPho­ne oder iPad fern­zu­hal­ten. Anders als in Android lau­fen die ein­zel­nen Apps in iOS und das Betriebs­sys­tem selbst abge­schot­tet von­ein­an­der. Dadurch ist ein Viren­scan­ner nicht in der Lage, ande­re lau­fen­de Pro­gram­me oder gar das Gesamt­sys­tem nach Schäd­lin­gen abzu­su­chen. Viren­scan­ner, die den Spei­cher und die Apps unter­su­chen, funk­tio­nie­ren in iOS schlicht­weg nicht.

Auch aus die­sem Grund gilt iOS unter Sicher­heits­ex­per­ten der­zeit im Hin­blick auf klas­si­sche Viren als ein weit­ge­hend siche­res Mobil­be­triebs­sys­tem. Im Unter­schied zu Android, das als offe­nes Sys­tem kon­zi­piert wur­de, sind Angrif­fe durch Schad­pro­gram­me auf App­les geschlos­se­nen iOS-Kos­mos zwar nicht unmög­lich, aber das Sys­tem ist ins­ge­samt weni­ger anfäl­lig dafür.

Auch Gefahr für iOS durch viren­ver­seuch­te Mai­l­an­hän­ge droht nor­ma­ler­wei­se nicht, denn sol­che Viren kön­nen in der Mail-App in iOS kei­nen Schad­code aus­füh­ren. Denk­bar sind aller­dings viren­ver­seuch­te Mai­l­an­hän­ge, die Win­dows-PCs infi­zie­ren und sich auf die dort instal­lier­te iTu­nes-Soft­ware stür­zen, mög­li­che Sicher­heits­lü­cken aus­nut­zen und so beim nächs­ten Syn­chro­ni­sie­ren aufs iPho­ne oder iPad gelan­gen. Sie schüt­zen sich best­mög­lich davor, indem Sie iTu­nes und iOS regel­mä­ßig aktua­li­sie­ren. iTu­nes-Updates spie­len Sie in macOS über den App Store ein, in Win­dows erhal­ten Sie beim Start von iTu­nes einen Update-Hin­weis, sobald eine neue­re Ver­si­on ver­füg­bar ist. Auf Updates für iOS weist Sie Ihr iPho­ne und iPad auto­ma­tisch hin.

Ein Jail­b­reak, unter dem das Ent­fer­nen von Nut­zungs­be­schrän­kun­gen zu ver­ste­hen ist und der alle von Apple in iOS ein­ge­bau­te Sicher­heits­me­cha­nis­men aus­hebt, bedeu­tet ein dras­tisch erhöh­tes Risi­ko eines Befalls mit schäd­li­chen Programmen.

Ers­te Hil­fe bei Virenfund

Hat ein Virus den Weg auf Ihr Smart­pho­ne oder Tablet gefun­den, haben Sie meh­re­re Mög­lich­kei­ten, den Schäd­ling los­zu­wer­den. Wenn Sie bereits einen Viren­scan­ner auf Ihrem Gerät instal­liert haben, der Ihnen den Schäd­lings­fund mel­det, fol­gen Sie den Anwei­sun­gen der App zur Ent­fer­nung des digi­ta­len Para­si­ten. Am sichers­ten ist es, den Infek­ti­ons­herd direkt vom Viren­scan­ner löschen zu las­sen. Ist noch kein Viren­scan­ner aktiv, instal­lie­ren Sie einen.

Beson­ders hart­nä­cki­ge Viren set­zen sich so im Sys­tem fest, dass eine Ent­fer­nung fehl­schla­gen kann. In die­sem Fall emp­fiehlt sich ein Zurück­set­zen des Geräts auf die Werks­ein­stel­lun­gen. Dabei wird der gesam­te Spei­cher­in­halt gelöscht und damit eben­falls die Mal­wa­re bzw. der Virus beseitigt.

Fazit: Auf Dau­er viren­los am Smartphone

Gefah­ren für Smart­pho­nes und Tablets dro­hen von vie­len Sei­ten: Ver­seuch­te Apps oder schäd­li­che Web­sei­ten könn­ten Sicher­heits­lü­cken aus­nut­zen und infol­ge­des­sen Daten steh­len oder mani­pu­lie­ren. Auch die Anzahl an Mails mit viren­ver­seuch­tem Anhang steigt kon­ti­nu­ier­lich. Da ist es eine gute Idee, das eige­ne Android-Smart­pho­ne mit einem aktu­el­len Viren­scan­ner zu schüt­zen. Wich­tig ist es, die Anti­vi­ren-App selbst auf dem neu­es­ten Stand zu hal­ten, um deren Sicher­heit zu gewährleisten.

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