Die Mond­fins­ter­nis zieht Men­schen schon seit Jahr­hun­der­ten in ihren Bann. Es ist ein ech­tes Natur­schau­spiel, wenn der Mond Stück für Stück “ver­schwin­det” . Noch spek­ta­ku­lä­rer wird es, wenn er sich bei einer soge­nann­ten tota­len Kern­schat­ten­fins­ter­nis in ein sat­tes, dunk­les Oran­ge färbt und zum Blut­mond wird. Wer bei einem sol­chen Spek­ta­kel zur Kame­ra greift, soll­te sich gut vor­be­rei­ten, um wirk­lich schö­ne Fotos zu machen. UPDATED erklärt dir, wie du Mond­fins­ter­nis und Blut­mond frust­frei ablich­test und ide­al in Sze­ne setzt.

All­ge­mein: Equip­ment und Vor­aus­set­zun­gen

Willst du eine Mond­fins­ter­nis oder einen Blut­mond foto­gra­fie­ren, soll­test du vor­ab unbe­dingt einen Blick auf den Wet­ter­be­richt wer­fen. Steht eines die­ser astro­no­mi­schen Phä­no­me­ne an, soll­te der Him­mel mög­lichst ster­nen­klar sein. Leich­te Bewöl­kung kann zwar sehr atmo­sphä­risch wir­ken – wird die Wol­ken­de­cke aller­dings zu dick, ist von Mond­fins­ter­nis oder Blut­mond schnell nichts mehr zu sehen.

Auch leich­ter Regen kann zur Her­aus­for­de­rung wer­den. Der ist für dich und dei­ne Kame­ra mit einer wet­ter­fes­ten Aus­rüs­tung zwar kein Pro­blem, ver­wirrt aber den Fokus der Lin­se. Zusätz­lich könn­te er uner­wünsch­te Refle­xio­nen oder Spie­ge­lun­gen auf dem Foto ver­ur­sa­chen. Wenn es also leicht bewölkt ist, soll­te es zumin­dest tro­cken sein. Sonst fällt das Shoo­ting wort­wört­lich ins Was­ser.

Was ist ein Blut­mond eigent­lich?

Ein kräf­tig oran­ge­rot gefärb­ter Mond wird auch “Blut­mond” genannt. Dabei steht der Mond im tota­len Kern­schat­ten der Erde. Die Erde schiebt sich also zwi­schen Son­ne und Mond und wirft einen Schat­ten, in dem der Mond voll­kom­men “ver­schwin­det”. Dadurch errei­chen ihn nur noch lang­wel­li­ge rote Licht­strah­len und er erhält sei­ne cha­rak­te­ris­ti­sche Fär­bung.

Mond­fins­ter­nis oder Blut­mond foto­gra­fie­ren: Die rich­ti­ge Kame­ra

Um Mond­fins­ter­nis oder Blut­mond auf einem Foto fest­zu­hal­ten, ist eine qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Kame­ra not­wen­dig. Das Smart­pho­ne eig­net sich hier­für lei­der nicht. Ide­al sind digi­ta­le Spie­gel­re­flex­ka­me­ras – kurz DSLR. Hier sind selbst Ein­stei­ger­mo­del­le für eine Mond-Foto­ses­si­on voll­kom­men aus­rei­chend. Wich­tig ist vor allem, dass die Kame­ra auch bei höhe­ren ISO-Zah­len noch rela­tiv rausch­ar­me Bil­der erzeugt. So bleibt das Foto auch bei einer hohen Licht­emp­find­lich­keit scharf und weist kei­ne stö­ren­de Kör­nung auf.

Astro­fo­to­gra­fie: Das rich­ti­ge Objek­tiv

Der Mond befin­det sich etwa 385.000 Kilo­me­ter von der Erde ent­fernt. Möch­test du ihn gut sicht­bar und detail­liert abbil­den, ist ein Tele­ob­jek­tiv nötig. Es soll­te min­des­tens 200 mm Brenn­wei­te besit­zen und eine Maxi­malb­len­de von etwa f/5.6 ermög­li­chen.

Beach­te: Bei der Mond­fins­ter­nis und beim Blut­mond ist wesent­lich weni­ger Licht vor­han­den als bei einem hell leuch­ten­den Erd­tra­ban­ten. Eine stark geöff­ne­te Blen­de ist den­noch nicht zu emp­feh­len, da sonst zu vie­le Tei­le dei­nes Fotos in Unschär­fe ver­schwim­men. Eine Blen­de von f/5.6 ist also aus­rei­chend.

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Treu­er Hel­fer: Das Sta­tiv

Damit dei­ne Bil­der von der Mond­fins­ter­nis oder dem Blut­mond gesto­chen scharf sind, ist das Foto­gra­fie­ren mit einem Sta­tiv drin­gend emp­feh­lens­wert.

Der Hin­ter­grund: Abhän­gig von den nächt­li­chen Licht­ver­hält­nis­sen und dei­ner gewähl­ten Blen­de kön­nen rela­tiv lan­ge Belich­tungs­zei­ten not­wen­dig wer­den. Dadurch kann dei­ne Kame­ra selbst schwa­ches Licht auf­neh­men und auf dem Foto spei­chern.

Da Licht bei einer Mond­fins­ter­nis oder einem Blut­mond nur sehr spär­lich vor­han­den ist, sind Belich­tungs­zei­ten von bis zu zehn Sekun­den not­wen­dig. Bewegst du dei­ne Kame­ra wäh­rend die­ser zehn Sekun­den auch nur um einen Mil­li­me­ter, wird dein Bild unscharf und ver­schwimmt. Foto­gra­fen spre­chen hier von der Bewe­gungs­un­schär­fe, die in die­sem Fall nicht erwünscht ist. Des­halb soll­test du ein Sta­tiv benut­zen – so ver­wa­ckelt nichts.

Spe­zi­al­ge­biet I: Mond­fins­ter­nis foto­gra­fie­ren

Das Wet­ter stimmt, die Mond­fins­ter­nis ist wun­der­schön zu sehen, dein Equip­ment steht. Bleibt nur die Fra­ge: Wel­che Ein­stel­lun­gen sind beim Foto­gra­fie­ren der Mond­fins­ter­nis die rich­ti­gen? Eine all­ge­mein­gül­ti­ge Ant­wort gibt es lei­der nicht. Du kannst dich aber grob an den fol­gen­den Richt­li­ni­en ori­en­tie­ren:

  • ISO: Wäh­le einen ISO zwi­schen 400 und 800, abhän­gig von der Men­ge an Licht, die du durch den Sucher dei­ner Kame­ra wahr­nimmst. Neue­re Kame­ra­mo­del­le kön­nen bis zu einem Wert von 1.600 noch rela­tiv rausch­freie Bil­der erzeu­gen. Scheue dich also nicht vor höhe­ren ISO-Zah­len.
  • Blen­de: Wäh­le min­des­tens eine Blen­de von f/5.6, um alle Berei­che dei­nes Fotos – etwa den gan­zen Mond – scharf ein­zu­fan­gen. Klei­ne­re Blen­den­zah­len sor­gen für eine gerin­ge­re Tie­fen­schär­fe. Sie fokus­sie­ren dadurch nur einen Teil des Fotos und stel­len den Rest unscharf dar.
  • Belich­tungs­zeit: Für die Belich­tungs­zeit gibt es kei­ne ver­bind­li­che Anga­be. Gene­rell gilt: Je weni­ger Licht am Him­mel sicht­bar ist, des­to län­ger soll­te die Belich­tungs­zeit sein. Im Ide­al­fall benutzt du ein Objek­tiv mit einer Brenn­wei­te zwi­schen 200 und 300 mm. Hier kannst du die Belich­tungs­zeit zunächst auf 0,7 bis 1 s (= Sekun­de) set­zen. Nach einem Test­fo­to kannst du ent­schei­den, ob du die Ein­stel­lung even­tu­ell noch anpasst. Ist das Bild zu dun­kel, ver­län­ge­re die Belich­tungs­zeit.

Spe­zi­al­ge­biet II: Blut­mond foto­gra­fie­ren

Im Gegen­satz zur Mond­fins­ter­nis zeigt der Blut­mond ein wenig mehr Licht. Hier besteht die Her­aus­for­de­rung dar­in, die kräf­tig oran­ge­ro­te Far­be des Erd­tra­ban­ten mög­lichst natur­ge­treu ein­zu­fan­gen. Berück­sich­ti­ge dabei fol­gen­de Tipps:

  • ISO: Ver­su­che es zunächst mit einem ISO von maxi­mal 400. Der Blut­mond lie­fert eine stär­ke­re Licht­quel­le als die Mond­fins­ter­nis. Ein gerin­ge­rer ISO-Wert ist daher in der Regel aus­rei­chend und sorgt neben­bei für rausch­freie­re Bil­der.
  • Blen­de: Abhän­gig von dei­ner Bild­kom­po­si­ti­on soll­te die Blen­de beim Foto­gra­fie­ren eines Blut­monds zwi­schen f/2.8 und f/5.6 lie­gen. Die Blen­den­zahl darf hier etwas klei­ner aus­fal­len als regu­lär, um dem Mond durch die Tie­fen­schär­fe die nöti­ge Mys­tik zu ver­lei­hen.
  • Belich­tungs­zeit: Um den Blut­mond mit einer mög­lichst kräf­ti­gen Far­be dar­zu­stel­len, soll­test du das Bild nicht zu lan­ge belich­ten. Bei Belich­tungs­zei­ten von über einer Sekun­de ver­liert der Mond sei­ne Fär­bung und wird hel­ler dar­ge­stellt, als er eigent­lich ist. Ver­su­che test­wei­se eine Belich­tungs­zeit von 0,5 s (eine hal­be Sekun­de). Ist das Bild zu dun­kel, öff­ne lie­ber die Blen­de ein wenig mehr oder wäh­le einen höhe­ren ISO, als die Belich­tungs­zeit zu ver­län­gern. Gehe mög­lichst nicht über 0,7 s hin­aus.

Mit dem rich­ti­gen Hand­werks­zeug zum schö­nen Mond-Foto

Die Mond­fins­ter­nis ist in Deutsch­land rela­tiv häu­fig zu sehen, meist ein- bis zwei­mal pro Jahr. Der Blut­mond dage­gen mit Glück ein­mal pro Jahr – und mit Pech nur ein­mal in 150 Jah­ren. Wer die­se astro­no­mi­schen Ereig­nis­se foto­gra­fisch fest­hal­ten will, schnappt sich am bes­ten eine Spie­gel­re­flex­ka­me­ra mit einem Tele­ob­jek­tiv und hofft auf einen kla­ren Him­mel. Mit den rich­ti­gen Kame­ra­ein­stel­lun­gen ent­ste­hen spek­ta­ku­lä­re Auf­nah­men, mit denen du den Blut­mond oder die Mond­fins­ter­nis jeden Tag aufs Neue bewun­dern kannst.

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