Dunk­le Wol­ken am Him­mel, tie­fes Don­ner­grol­len und dazwi­schen schie­ßen grel­le Blit­ze durch die Luft – Gewit­ter sind ein fas­zi­nie­ren­des Natur­schau­spiel. Gera­de die Blit­ze geben immer wie­der ein fas­zi­nie­ren­des Bild ab. Mit der rich­ti­gen Vor­ge­hens­wei­se kön­nen Sie die­se Momen­te für spä­ter fest­hal­ten. Wir zei­gen Ihnen, wie ein­drucks­vol­le Blitz-Foto­gra­fie gelingt.

Die­se Kame­ra-Aus­rüs­tung brau­chen Sie

Blit­ze sind ein anspruchs­vol­les Foto­ob­jekt. Sie ent­ste­hen nur unter bestimm­ten Bedin­gun­gen, sind sehr hell, aber auch sehr kurz. Soll das Foto gelin­gen, brau­chen Sie eine dar­auf abge­stimm­te Aus­rüs­tung. Dazu gehört:

  • Kame­ra: Ob Sie mit einer Sucher- oder Spie­gel­re­flex­ka­me­ra foto­gra­fie­ren wol­len, spielt kei­ne Rol­le. Der Appa­rat muss aber manu­ell ein­stell­bar sein. Das spielt für das rich­ti­ge Ein­stel­len von Schär­fe, Blen­de und Ver­schluss­zeit eine wich­ti­ge Rol­le. Ach­ten Sie dar­auf, dass die Batterien/Akkus voll sind und neh­men Sie im Zwei­fel einen fri­schen Ersatz mit.
  • Objek­tiv: Damit die Blit­ze ein­drucks­voll zu sehen sind, soll­te ein mög­lichst gro­ßer Teil des Him­mels abge­bil­det wer­den kön­nen. Neh­men Sie des­halb bei einer Kame­ra mit Wech­sel­ob­jek­ti­ven ein Weit­win­kel-Objek­tiv mit einer mög­lichst kur­zen Brenn­wei­te (ab 45 mm abwärts). Bei einer Kame­ra mit Zoom-Objek­tiv ent­spre­chend die kür­zes­te Brenn­wei­te wäh­len.
  • Sta­tiv: Blitz-Foto­gra­fie erfor­dert rela­tiv lan­ge Belich­tungs­zei­ten. Wenn die Kame­ra sich nur ein wenig bewegt, wird das Bild unscharf. Ein sta­bi­les Sta­tiv ist des­we­gen wich­tig.
  • Exter­ner Aus­lö­ser: Blit­ze sind nicht kal­ku­lier­bar. Des­we­gen müs­sen vie­le Bil­der gemacht wer­den, um eine schö­ne Aus­wahl zu bekom­men. Ein Fern- oder Inter­vall­aus­lö­ser erleich­tert die­se Arbeit und redu­ziert die Gefahr des Ver­wa­ckelns, wie sie bei direk­tem Aus­lö­sen besteht.
  • Ergän­zen­des Zube­hör: Gewit­ter bedeu­tet in der Regel schlech­tes Wet­ter, es kön­nen Wind­bö­en oder Regen auf­tre­ten. Prak­tisch ist daher ein UV-Fil­ter, der die Lin­se vor Was­ser­fle­cken (zum Bei­spiel Regen­trop­fen) schützt. Ein Tuch zum Abwi­schen der Kame­ra oder ein Schirm als Wet­ter­schutz sind eben­so sinn­voll. Wol­len Sie tags­über foto­gra­fie­ren, emp­feh­len wir zudem den Ein­satz eines ND-Fil­ters. Der Neu­t­ral­dich­te-Fil­ter ver­min­dert den Licht­ein­fall in das Objek­tiv und ermög­licht so län­ge­re Ver­schluss­zei­ten.

Von wo Blit­ze foto­gra­fie­ren? – Stand­ort und Sicher­heits­re­geln

Blit­ze an sich sind schon ein­drucks­voll. Aber mit dem rich­ti­gen Stand­ort gelin­gen Ihnen beson­ders impo­san­te Bil­der. Suchen Sie sich bei­spiels­wei­se einen Stand­ort mit einem inter­es­san­ten Vor­der­grund. Ein Blitz-Bild mit einer Stadt-Sil­hou­et­te kann span­nen­der sein als der Blitz allein.
Ver­su­chen Sie zudem, vor oder neben dem Gewit­ter zu foto­gra­fie­ren. Wenn Sie hin­ter dem Gewit­ter sind, zieht es von Ihnen ab, die Blit­ze ent­fer­nen sich also und wer­den immer klei­ner – das ver­rin­gert die Chan­ce auf ein schö­nes Motiv. Das gilt übri­gens auch, wenn Sie bei Regen foto­gra­fie­ren. Regen bringt Stö­run­gen ins Bild und kann durch Refle­xio­nen den Blitz buch­stäb­lich ver­wi­schen.

Wo fin­de ich Blit­ze zum Foto­gra­fie­ren?

Blit­ze foto­gra­fie­ren ist kein spon­ta­nes Vor­ha­ben, son­dern braucht etwas Vor­be­rei­tung. Es ist also hilf­reich, früh­zei­tig zu wis­sen, wann und wo mit Blit­zen zu rech­nen ist. Ein Blick in den ört­li­chen Wet­ter­be­richt gibt hier ers­te Infor­ma­tio­nen. Spe­zi­ell für Blitz­vor­her­sa­gen ist die Web­sei­te www.blitzortung.de. Hier kön­nen Sie live sehen, wo gera­de Blitz­ak­ti­vi­tä­ten sind.
Der Blitz­spi­on des Unter­neh­mens Sie­mens zeigt Blit­ze sowie deren Aus­brei­tung und Bewe­gungs­rich­tung auf einer Kar­te an. 155 ver­bun­de­ne Mess­sta­tio­nen ermög­li­chen eine Ortung auf 100 Meter genau. Eine wei­te­re Quel­le zum Auf­spü­ren von Blit­zen ist Lightningmaps.org. Hier kann mit­tels einer Film­funk­ti­on sogar geprüft wer­den, in wel­che Rich­tung ein Gewit­ter zieht. Auf der Web­site sind außer­dem Links zu Apps für Android und iOS hin­ter­legt

Ach­tung: Blit­ze sind Stark­strom-Phä­no­me­ne, die lebens­ge­fähr­lich sein kön­nen. Wenn Sie drau­ßen bei Gewit­ter foto­gra­fie­ren, soll­ten Sie eini­ge Sicher­heits­maß­nah­men bei der Stand­ort­wahl beach­ten:

  • Hal­ten Sie aus­rei­chen­den Sicher­heits­ab­stand zum Gewit­ter. Die Distanz lässt sich leicht abschät­zen: Mes­sen Sie die Zeit zwi­schen Don­ner und Blitz. Liegt sie bei cir­ca 3 Sekun­den, ist das Unwet­ter unge­fähr einen Kilo­me­ter ent­fernt. Der Abstand soll­te grö­ßer als 3 Kilo­me­ter sein, wenn Sie sich nach drau­ßen bege­ben, um Blit­ze zu foto­gra­fie­ren.
  • Hal­ten Sie sich nicht auf offe­nen Flä­chen oder erhöh­ten Posi­tio­nen auf.
  • Foto­gra­fie­ren Sie nie von Was­ser­flä­chen aus.
  • Hal­ten Sie Abstand zu hohen Mas­ten, Bäu­men oder Tür­men.

Wenn es bedroh­lich wird, ret­ten Sie sich in ein fes­tes Gebäu­de oder ein Auto. Not­falls gilt es, dem Blitz mög­lichst wenig Angriffs­flä­che zu bie­ten. Das heißt: Füße zusam­men, Kopf ein­zie­hen, die Arme eng an den Kör­per und hin­ho­cken – mög­lichst auf einer nicht­lei­ten­den Flä­che.

Mit die­sen Ein­stel­lun­gen gelingt das Bild

Das eigent­li­che Foto­gra­fie­ren ist rela­tiv ein­fach. Wenn Sie die fol­gen­den Rat­schlä­ge beach­ten, soll­ten ein­drucks­vol­le Blitz-Bil­der mög­lich sein.

  • Bau­en Sie die Kame­ra auf einem sta­bi­len Unter­grund auf dem Sta­tiv auf.
  • Deak­ti­vie­ren Sie einen even­tu­ell im Objek­tiv ver­bau­ten Bild­sta­bi­li­sa­tor. Er wür­de sonst immer ver­su­chen, nicht vor­han­de­ne Bewe­gun­gen aus­zu­glei­chen. Das ver­ur­sacht Pro­ble­me mit der Bild­schär­fe.
  • Stel­len Sie die Kame­ra auf manu­el­le Steue­rung ein. So ver­hin­dern Sie, dass sich die­se unge­wollt auf schwan­ken­de Umwelt­be­din­gun­gen ein­stellt (zum Bei­spiel Hel­lig­keits­schwan­kun­gen).
  • Bei einer digi­ta­len Kame­ra soll­te mög­lichst RAW als Bild­for­mat gewählt wer­den. Es bie­tet gute Vor­aus­set­zun­gen für spä­te­re Nach­be­ar­bei­tun­gen des Bil­des.
  • Wäh­len Sie einen nied­ri­gen ISO-Wert. Falls die Kame­ra es ermög­licht, ist beim nächt­li­chen Foto­gra­fie­ren ein ISO-Wert unter 200 gut, das ver­min­dert stö­ren­des Bild­rau­schen. Der ISO-Wert beschreibt die ein­ge­stell­te Licht­emp­find­lich­keit des Bildsensors/Filmes.
  • Sehr wich­tig ist die Ver­schluss­zeit. Um Blit­ze gut zur Gel­tung zu brin­gen, sind lan­ge Ver­schluss­zei­ten nötig, um mög­lichst viel Licht ein­fan­gen zu kön­nen. Pro­bie­ren Sie es mit Zei­ten zwi­schen 4 und 30 Sekun­den. Je län­ger die Zeit, des­to mehr Blit­ze kön­nen ein­ge­fan­gen wer­den. Ande­rer­seits kann bei star­ker Blitz­ak­ti­vi­tät eine kür­ze­re Zeit gegen Über­be­lich­tun­gen sinn­voll sein.
  • Wel­che Blen­de beim Blit­ze foto­gra­fie­ren genom­men wer­den soll­te, lässt sich nicht pau­schal sagen. Meis­tens passt eine Ein­stel­lung zwi­schen f/5.6 und f/8. Die Blen­de steu­ert die Licht­men­ge, die durch das Objek­tiv auf den Bildsensor/Film trifft. Je klei­ner die Blen­den­zahl, des­to grö­ßer der Licht­durch­lass. Und je grö­ßer der Licht­ein­fall, des­to kür­zer muss die Belich­tungs­zeit sein, um Über­be­lich­tun­gen zu ver­mei­den.
  • Bleibt noch das Ein­stel­len der Schär­fe. Vie­le Kame­ras stel­len sich per Auto­fo­kus-Funk­ti­on (AF) selbst scharf. Das funk­tio­niert grund­sätz­li­che auch bei der Blitz-Foto­gra­fie. Nur wenn der Appa­rat ein Pro­blem mit dem Scharf­stel­len hat (das erken­nen Sie an stän­di­gen Ein­stel­lungs­be­we­gun­gen des Objek­tivs, das Pro­ble­me hat, sich auf einen fes­ten Punkt zu fokus­sie­ren), soll­ten Sie auf Manu­ell umstel­len und per Hand auf “Unend­lich” fokus­sie­ren.

Beden­ken Sie, dass Blit­ze ein unru­hi­ges und kaum vor­aus­seh­ba­res Bild­mo­tiv sind. Es ist daher sinn­voll, mit einer Grund­ein­stel­lung – bei­spiels­wei­se ISO 100, Blen­de 8, 15 Sekun­den Aus­lö­se­zeit – zu begin­nen und dann meh­re­re Seri­en mit vari­ie­ren­den Ein­stel­lun­gen zu schie­ßen. Bei einer Digi­tal­ka­me­ra kön­nen Sie die Ergeb­nis­se direkt im Dis­play ver­glei­chen. So fin­den Sie schnell die idea­le Kom­bi­na­ti­on an Ein­stel­lun­gen her­aus.

Tipp: Ist das Bild zu dun­kel, öff­nen Sie die Blen­de stär­ker (klei­ne­re Zahl). Danach kann eine zusätz­li­che Erhö­hung des ISO-Wer­tes hel­fen. Bei Über­be­lich­tung redu­zie­ren Sie die Ver­schluss­zeit.

Schö­ne Bil­der von Blit­zen mit etwas Grund­wis­sen

Gewit­ter-Blit­ze sind ein ein­drucks­vol­les Natur­schau­spiel, das Sie mit etwas Vor­be­rei­tung gut im Bild fest­hal­ten kön­nen. Dafür brau­chen Sie nur eine auf manu­el­le Funk­tio­nen ein­stell­ba­re Kame­ra mit Weit­win­kel-Objek­tiv und mög­lichst ein Sta­tiv. Mit lan­ger Ver­schluss­zeit, einem nied­ri­gen ISO-Wert und einem guten Stand­ort soll­ten Ihnen mit etwas Expe­ri­men­tie­ren mit den Ein­stel­lun­gen bald tol­le Blitz-Bil­der gelin­gen. Beim Foto­gra­fie­ren in Gewit­ter­nä­he soll­ten Sie aber Ihrer per­sön­li­chen Sicher­heit immer den Vor­rang vor einem schö­nen Bild geben.

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