Der Blick auf die Lich­ter der Stadt fas­zi­niert Sie bei Ihrem Spa­zier­gang kurz vor Mit­ter­nacht. Sie wol­len die Ein­drü­cke von Licht und Schat­ten dau­er­haft fest­hal­ten, schau­en auf Ihr iPho­ne und fra­gen sich, ob die Kame­ra den Licht­ver­hält­nis­sen gewach­sen ist. Die kur­ze Ant­wort lau­tet: ja, denn die Smart­pho­nes von Apple ver­fü­gen über licht­star­ke Kame­ra­lin­sen, die sich auch zur Foto­sa­fa­ri bei Nacht eig­nen. UPDATED erklärt Ihnen, wie Sie mit dem iPho­ne im Dun­keln detail­rei­che und beein­dru­cken­de Bil­der machen.

Das kann Ihre iPho­ne-Kame­ra bei Nacht

Die Kame­ras der iPho­ne-Model­le sind bereits mit recht licht­star­ken Objek­ti­ven aus­ge­stat­tet. Zum Bei­spiel ver­fügt das iPho­ne 7 über eine f/1.8‑Blende, was bedeu­tet, dass viel Licht auf den Sen­sor ein­fal­len kann. Damit ist die Kame­ra gut für Auf­nah­men bei schwa­chen Licht­ver­hält­nis­sen geeig­net. Auch die Lin­sen der Model­le von iPho­ne 5, 6 und SE sind mit einer Blen­de von jeweils f/2.2 noch sehr licht­stark.

Die Blen­den­wer­te sind bei allen Smart­pho­nes fest und kön­nen nicht ver­än­dert wer­den. Des Wei­te­ren nimmt das iPho­ne die Ein­stel­lun­gen für Belich­tungs­zeit und ISO-Wert auto­ma­tisch vor, indem es Infor­ma­tio­nen über einen ein­ge­bau­ten Licht­sen­sor bezieht. Mit der haus­ei­ge­nen Kame­ra-App von Apple haben Sie eini­ge Mög­lich­kei­ten, Fil­ter­ein­stel­lun­gen vor­zu­neh­men – die (für Nacht­auf­nah­men) wich­ti­gen Para­me­ter ISO-Wert und Belich­tungs­zeit kön­nen Sie aller­dings nicht beein­flus­sen. Als Alter­na­ti­ve ste­hen Foto-Apps mit mehr Ein­stel­lungs­mög­lich­kei­ten im App Store zum Down­load bereit.

So wäh­len Sie bei der Nacht­fo­to­gra­fie das rich­ti­ge Motiv aus

Mit den auto­ma­ti­sier­ten Ein­stel­lun­gen der in iOS vor­in­stal­lier­ten Kame­ra-App sind Sie bes­tens für die Nacht­fo­to­gra­fie gerüs­tet. Mit einem kur­zen Antip­pen des Kame­ra-Sym­bols star­tet die App und bie­tet Ihnen Zugriff auf ver­schie­de­ne Auf­nah­me­mo­di wie etwa einen Pan­ora­ma-Modus (lesen Sie hier­zu auch unse­ren Rat­ge­ber zur Pan­ora­ma-Foto­gra­fie) und Ein­stel­lun­gen für den Blitz. Die­se wer­den spä­ter noch wich­tig.

Nur Ihr Foto­mo­tiv müs­sen Sie natür­lich selbst wäh­len. Dabei soll­ten Sie auf fol­gen­de Din­ge ach­ten:

Die Kame­ra-Details der aktu­el­len iPho­ne-Model­le

Die Anga­ben bezie­hen sich jeweils auf die Haupt­ka­me­ra an der Rück­sei­te:

Die Model­le der neu­es­ten Rei­he iPho­ne 7 haben eine beson­ders licht­star­ke Lin­se ein­ge­baut, was für detail­rei­che­re Bil­der im Dun­keln sorgt.

  • 12-Mega­pi­xel-Kame­ra mit 28-Mil­li­me­ter-Weit­win­kel­lin­se
  • Blen­de: f/1.8
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekun­de

Dazu ver­fügt das iPho­ne 7 Plus dank Dual-Kame­ra noch über eine zusätz­li­che Tele-Lin­se für Auf­nah­men mit mehr Tie­fen­schär­fe:

  • 12-Mega­pi­xel-Kame­ra mit 56-Mil­li­me­ter-Tele­lin­se
  • Blen­de: f/2.8
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekun­de

Bei iPho­ne SE, 6s und 6s Plus haben Apple-Kame­ras erst­mals die 10-Mega­pi­xel-Mar­ke über­schrit­ten und sor­gen somit für höhe­re Auf­lö­sun­gen, die auch in grö­ße­ren Druck­for­ma­ten noch scharf aus­se­hen.

  • 12-Mega­pi­xel-Kame­ra mit 29-Mil­li­me­ter-Weit­win­kel­lin­se
  • Blen­de: f/2.2
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekun­de

iPho­ne 5s

  • 8‑Me­ga­pi­xel-Kame­ra mit 29-Mil­li­me­ter-Weit­win­kel­lin­se
  • Blen­de: f/2.2
  • Maxi­ma­le Belich­tungs­zeit: 1/3 Sekun­de

Suchen Sie sich beleuch­te­te Moti­ve 

Ein dunk­ler Wald­weg bei Nacht bleibt ein dunk­ler Wald­weg bei Nacht. Das Foto wür­de folg­lich schwarz wer­den. Sie benö­ti­gen also eine Licht­quel­le wie etwa Stra­ßen­la­ter­nen, damit ein aus­drucks­star­kes Bild ent­ste­hen kann. Bei der städ­ti­schen Nacht­fo­to­gra­fie, zum Bei­spiel von Sky­lines, kön­nen auch Wer­be­ta­feln mit unter­schied­li­chen Far­ben für tol­le Effek­te sor­gen. Moti­ve wie etwa Per­so­nen oder Sta­tu­en, die nur weni­ge Meter von Ihnen ent­fernt sind, kön­nen Sie auch mit eige­nen Leuch­ten, Taschen­lam­pen und ähn­li­chem auf­hel­len.
Tipp: Las­sen Sie das Licht dabei nicht von vorn, son­dern von der Sei­te ein­strah­len – die­ses soge­nann­te Schlag­licht sorgt für tol­le Schat­ten­ef­fek­te. Schal­ten Sie des Wei­te­ren den Blitz aus, indem Sie in der App das Blitz-Sym­bol antip­pen und das durch­ge­stri­che­ne Sym­bol aus­wäh­len. Da der Blitz des iPho­nes fron­tal auf Ihr Motiv strahlt, wer­den Schat­ten und Kon­tu­ren zu ein­sei­tig beleuch­tet. Das Bild wirkt damit ein­fach nur grell und über­be­lich­tet.

Legen Sie den Fokus auf beleuch­te­te Ele­men­te
Bei Nacht­auf­nah­men hebt der Fokus auf die hel­len Bild­ele­men­te die­se als Haupt­be­zugs­punkt beim Betrach­ter her­vor (sie­he Bei­spiel­bild). Das gilt vor allem für strah­len­de Licht­quel­len (wie etwa eine Later­ne) oder Glanz­lich­ter, also reflek­tie­ren­de Ober­flä­chen wie bspw. regen­nas­ser Asphalt unter einer Later­ne).

Das Foto wird dadurch ins­ge­samt dunk­ler und schär­fer. Die Belich­tungs­zeit ver­rin­gert sich, der Fokus liegt auf den hel­len Ele­men­ten, die­se tra­ten schär­fer als die weni­ger detail­lier­ten dunk­len Berei­che her­vor. In der Kame­ra-App kön­nen Sie den Schär­fe-Fokus der Kame­ra­lin­se fest­le­gen, indem Sie vor dem Aus­lö­sen den Bereich des Bil­des antip­pen, der scharf­ge­stellt wer­den soll. Tip­pen Sie also den hells­ten Bereich Ihres Motivs an – er wird dar­auf­hin mit einem gel­ben Qua­drat mar­kiert. Möch­ten Sie den Fokus auch auf dunk­le­re Berei­che legen, tip­pen Sie statt­des­sen ein wenig neben die hel­len Berei­che. Beden­ken Sie aber, dass sich dadurch die Belich­tungs­zeit etwas ver­län­gert.

Stel­len Sie die Auf­hel­lung ein
Sie kön­nen die Belich­tungs­zeit nicht frei wäh­len – wohl aber eine digi­ta­le Auf­hel­lung des Gesamt­bil­des. Wenn Sie den gewünsch­ten Bereich mar­kiert haben, kön­nen Sie durch ein län­ge­res Antip­pen eines ande­ren Berei­ches des Bild­aus­schnit­tes noch einen klei­nen Schie­be­reg­ler öff­nen, mit dem Sie die Auf­hel­lung des Bild vor dem Aus­lö­sen kon­trol­lie­ren. Die Soft­ware ver­ar­bei­tet dann alle Bild­ele­men­te ein wenig hel­ler. Bei vie­len sehr dunk­len Berei­chen kann das aber zu einer Kör­nung des Bil­des füh­ren sowie hel­le Berei­che über­be­lich­tet wir­ken las­sen. Pro­bie­ren Sie also aus, wie weit Sie mit der Auf­hel­lung arbei­ten wol­len.

In unse­rem all­ge­mei­nen Rat­ge­ber zur Smart­pho­ne-Foto­gra­fie fin­den Sie noch wei­te­re Tipps zur Motiv­wahl.

Gute Nacht­auf­nah­men gelin­gen bes­ser mit Smart­pho­ne-Sta­tiv

Nicht nur das rich­ti­ge Motiv, son­dern auch die rich­ti­ge Hand­ha­bung Ihres iPho­nes ist wich­tig, wenn Sie bei Nacht beein­dru­cken­de Fotos schie­ßen wol­len. Fol­gen­des gilt es dabei zu beach­ten:

Hal­ten Sie das iPho­ne ruhig, am bes­ten benut­zen Sie ein Sta­tiv. Auf­nah­men bei Nacht benö­ti­gen eine län­ge­re Belich­tungs­zeit, damit der Sen­sor aus­rei­chend Bild­in­for­ma­tio­nen sam­meln kann. Das heißt, dass die iPho­ne-Kame­ra nach dem Aus­lö­sen bei Dun­kel­heit eine län­ge­re Zeit (fast eine Sekun­de lang) arbei­tet als tags­über. Dadurch erhöht sich das Risi­ko, durch kleins­te Ver­wack­ler Unschär­fen im Bild zu erhal­ten. Von daher soll­ten Sie mit dem iPho­ne nachts nicht aus der Hand foto­gra­fie­ren, son­dern ein Sta­tiv benut­zen oder das Smart­pho­ne auf einem fes­ten Unter­grund sta­bi­li­sie­ren.
Für den Fall, dass Sie oft und gern nachts foto­gra­fie­ren, lohnt des­halb die Anschaf­fung eines Smart­pho­ne-Sta­tivs.

Machen Sie meh­re­re Auf­nah­men
Es kann nicht scha­den, ein Motiv mehr­mals zu foto­gra­fie­ren. Sie wer­den sehen, dass es mini­ma­le Schär­fe­un­ter­schie­de in den ein­zel­nen Auf­nah­men gibt, aus denen Sie dann die Auf­nah­me aus­wäh­len kön­nen, die Ihnen am bes­ten gefällt. Manch­mal ver­än­dert sich der Inhalt des Bild­aus­schnitts auch ein wenig, wenn Sie etwa eine befah­re­ne Stra­ße foto­gra­fie­ren oder einen beleb­ten Markt­platz. Kleins­te Ver­än­de­run­gen kön­nen ein Motiv plötz­lich noch bes­ser wir­ken las­sen: Gera­de im Dun­keln kann etwa eine klei­ne Ver­än­de­rung Ihrer Posi­ti­on den Schat­ten­wurf und damit die Dyna­mik des Bil­des enorm beein­flus­sen.

Hin­weis: Beach­ten Sie bei der Foto­gra­fie mit Ihrem iPho­ne, dass es tech­nisch bedingt nicht mög­lich ist, die Wer­te für die Blen­de zu ver­än­dern. Die­se sind bei Smart­pho­nes gene­rell fest und kön­nen nicht beein­flusst wer­den. Des Wei­te­ren behält sich die iOS-Kame­ra-App den Zugriff auf Para­me­ter wie Belich­tungs­zeit und ISO-Wert vor. Der Sen­sor erkennt nach Ihrer Fokus-Aus­wahl auto­ma­tisch, wel­che Ein­stel­lung die bes­te ist.

Das iPho­ne bringt Licht ins Dun­kel

Für die nächs­te nächt­li­che Foto­tour sind Sie mit dem iPho­ne bes­tens gerüs­tet. Dabei nimmt Ihnen die star­ke Hard­ware der iOS-Gerä­te und die cle­ve­re Soft­ware von App­les Kame­ra-App einen Groß­teil der Arbeit ab. Hal­ten Sie sich zusätz­lich noch an unse­re Tipps, wer­den Ihre Nacht­auf­nah­men auf jeden Fall Ein­druck schin­den.

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