Du willst eine Lam­pe für dei­nen Gar­ten kau­fen? Dabei muss gewähr­leis­tet sein, dass sie Regen und Näs­se stand­hält und durch auf­wir­beln­den Staub nicht in ihrer Funk­ti­on beein­träch­tigt wird. IP-Schutz­ar­ten, fälsch­li­cher­wei­se auch häu­fig als IP-Schutz­klas­sen bezeich­net, geben dar­über Auf­schluss, in wel­chem Umfang elek­tri­sche und elek­tro­ni­sche Gerä­te äuße­ren Ein­wir­kun­gen gewach­sen sind. UPDATED erklärt die Unter­schie­de zwi­schen IP-Schutz­ar­ten und Schutz­klas­sen und wel­che Infor­ma­tio­nen sie lie­fern.

IP-Schutz­art und Schutz­klas­se: Wo ist der Unter­schied? 

Wenn es um Tech­nik geht, ist häu­fig von IP-Schutz­klas­sen oder auch IP-Schutz­ar­ten die Rede. Bei­de Begrif­fe wer­den oft syn­onym ver­wen­det – obwohl sie eigent­lich zwei voll­kom­men unter­schied­li­che Din­ge bezeich­nen. Denn: Wäh­rend es bei IP-Schutz­ar­ten um den Schutz des tech­ni­schen Geräts geht, dreht sich bei den Schutz­klas­sen alles um den Schutz des Nut­zers.

Das sind die Unter­schie­de zwi­schen IP-Schutz­ar­ten und Schutz­klas­sen:

  • IP-Schutz­ar­ten: Sie geben Auf­schluss dar­über, wie gut ein Gehäu­se gegen Was­ser, Berüh­rung oder Fremd­kör­per geschützt ist. Mit Fremd­kör­pern sind zum Bei­spiel Stein­chen oder auch Staub gemeint. Die IP-Schutz­ar­ten wer­den in IP-Codes ein­ge­teilt und auf Pro­duk­ten ange­ge­ben.
  • Schutz­klas­sen: Sie beschrei­ben die Sicher­heits­maß­nah­men, die getrof­fen wur­den, um einen elek­tri­schen Schlag beim Nut­zer zu ver­mei­den.

IP-Schutz­ar­ten: Das bedeu­ten die ver­schie­de­nen IP-Codes 

Du möch­test wis­sen, ob dein Wunsch-Smart­pho­ne was­ser­dicht ist? Dann soll­test du auf der Ver­pa­ckung oder im Daten­blatt nach dem IP-Code Aus­schau hal­ten. Die Abkür­zung “IP” steht für “Inter­na­tio­nal Pro­tec­tion” und ver­rät dir zusam­men mit der nach­fol­gen­den Zah­len­kom­bi­na­ti­on, wie gut ein Gerät gegen Was­ser und ande­re äuße­re Ein­flüs­se geschützt ist.

Nor­ma­ler­wei­se bestehen IP-Codes aus den Buch­sta­ben “IP” und zwei Zah­len (“IP XX”). Die ers­te Zahl ver­rät dir, wie gut ein Gerät gegen Staub und Berüh­rung geschützt ist. Die zwei­te Zif­fer gibt die Was­ser­fes­tig­keit an. Für man­che Gerä­te ist aller­dings nur eine der Zah­len von Bedeu­tung. In die­sem Fall wird die Zahl, die kei­ne Rol­le spielt, durch ein “X” ersetzt. So kom­men IP-Schutz­ar­ten wie IPX4 oder IP5X zustan­de.

In den fol­gen­den Tabel­len fin­dest du die wich­tigs­ten Infos zu den IP-Schutz­ar­ten:

Schutz gegen Fremd­kör­per und Berüh­rung

IP0XKein Schutz gegen Fremd­kör­per und Berüh­rung
IP1XGeschützt gegen fes­te Fremd­kör­per mit einem Durch­mes­ser von mehr als 50 Mil­li­me­tern und Berüh­rung mit dem Hand­rü­cken
IP2X Geschützt gegen fes­te Fremd­kör­per mit einem Durch­mes­ser von mehr als 12 Mil­li­me­tern und Berüh­rung mit dem Fin­ger
IP3X Geschützt gegen fes­te Fremd­kör­per mit einem Durch­mes­ser von mehr als 2,5 Mil­li­me­tern und Berüh­rung mit einem Werk­zeug
IP4XGeschützt gegen fes­te Fremd­kör­per mit einem Durch­mes­ser von mehr als 1 Mil­li­me­ter und Berüh­rung mit einem Draht
IP5X Geschützt gegen Staub in schä­di­gen­der Men­ge und voll­stän­di­ger Schutz gegen Berüh­rung
IP6XStaub­dicht und voll­stän­di­ger Schutz gegen Berüh­rung

Schutz gegen Was­ser

IPX0 Kein Schutz
IPX1 Schutz gegen Tropf­was­ser
IPX2 Schutz gegen fal­len­des Tropf­was­ser, wenn das Gerät bis zu 15 Grad geneigt ist
IPX3 Schutz gegen fal­len­des Sprüh­was­ser, bis zu 60 Grad gegen die Senk­rech­te
IPX4 Schutz gegen Spritz­was­ser von allen Sei­ten
IPX5 Schutz gegen Strahl­was­ser aus jedem Win­kel
IPX6 Schutz gegen star­kes Strahl­was­ser
IPX7 Schutz gegen zeit­wei­li­ges Unter­tau­chen für bis zu 30 Minu­ten und einem Meter Was­ser­tie­fe
IPX8 Schutz gegen dau­er­haf­tes Unter­tau­chen, die Was­ser­tie­fe vari­iert je nach Her­stel­ler

Schutz gegen Fremd­kör­per und Berüh­rung: Bei­spie­le

Wel­che IP-Schutz­art ein Gerät min­des­tens erfül­len soll­te, hängt davon ab, was du mit ihm vor­hast. Ein Blue­tooth-Laut­spre­cher soll­te zum Bei­spiel min­des­tens IP3X bie­ten, wenn du ihn beden­ken­los im Gar­ten nut­zen möch­test. Soll der Laut­spre­cher mit an den Strand, darf es auch ger­ne IP5X oder bes­ser sein

Schutz gegen Was­ser: Bei­spie­le

Egal, ob Spritz­was­ser beim Kochen oder Schweiß beim Sport: Gerä­te wie Smart­pho­nes, Tablets, Kopf­hö­rer und Fit­ness-Tra­cker müs­sen heu­te min­des­tens einen gewis­sen Schutz gegen Feuch­tig­keit bie­ten, um wirk­lich all­tags­taug­lich zu sein.

So soll­te dein Sport­kopf­hö­rer zum Bei­spiel mit IPX4 oder bes­ser gekenn­zeich­net sein, damit ihm der Schweiß beim Work­out oder ein leich­ter Regen wäh­rend der Jog­gin­grun­de nichts anha­ben kann. Glei­ches gilt für dein Smart­pho­ne oder Tablet, wenn du zum Bei­spiel Rezep­te beim Kochen davon able­sen möch­test.

Lam­pen, die du in Feuch­träu­men wie dem Bade­zim­mer ein­bau­en möch­test, soll­ten eben­falls mög­lichst gut gegen Feuch­tig­keit gewapp­net sein. Immer­hin bekom­men sie es im Bad auch mit war­mem Was­ser­dampf zu tun. Je nach Bereich ist des­halb IPX4 (ab 60 Zen­ti­me­ter Abstand zu Bade­wan­ne oder Dusche) oder sogar IPX7 (Innen­be­reich der Bade­wan­ne oder Dusche) vor­ge­schrie­ben.

Schutz gegen Fremd­kör­per, Berüh­rung und Was­ser: Bei­spie­le

Ist eine Lam­pe für den unge­schütz­ten Außen­be­reich oder Gar­ten vor­ge­se­hen, soll­te sie wie­der­um min­des­tens durch IP 44 geschützt sein. Das heißt, dass weder Regen noch klei­ne Fremd­kör­per ihr etwas anha­ben und sich auch kei­ne Insek­ten in ihr ein­nis­ten kön­nen. Ab IP64 ist eine Lam­pe wirk­lich staub­dicht und soll­te dir aus tech­ni­scher Sicht lan­ge Freu­de im Gar­ten berei­ten. Eine Leuch­te für den Innen­raum kann dage­gen mit IP20 aus­kom­men, also nur leicht gegen Fremd­kör­per geschützt sein.

Gene­rell gilt: Je höher die IP-Schutz­art eines Geräts aus­fällt, des­to unbe­sorg­ter kannst du es im Außen­be­reich oder in feuch­ter Umge­bung nut­zen.

Schutz­klas­sen: Die­se gibt es und das bedeu­ten sie 

Oft ist von IP-Schutz­klas­sen die Rede, wenn eigent­lich die IP-Schutz­art gemeint ist. Schutz­klas­sen haben jedoch eine ande­re Bedeu­tung und wer­den nicht mit dem IP-Kür­zel ver­se­hen. Die Bezeich­nung “IP-Schutz­klas­se” ist somit nicht kor­rekt.

Statt­des­sen ist hier nur von “Schutz­klas­sen” die Rede. Es han­delt sich dabei um eine Kenn­zeich­nung dafür, wie gut ein Gerät dage­gen geschützt ist, einen Strom­schlag zu ver­ur­sa­chen.

Es wer­den vier Schutz­klas­sen unter­schie­den:

Schutz­klas­se 0

Bei die­ser Schutz­klas­se sind die strom­füh­ren­den Tei­le eines Geräts mit einer Basis­iso­lie­rung ver­se­hen. Es gibt aller­dings kei­nen zusätz­li­chen Schutz gegen Strom­schlä­ge. Gerä­te, die die­se Schutz­klas­se auf­wei­sen, dür­fen in Deutsch­land und Öster­reich des­halb nicht benutzt oder ver­kauft wer­den.

Schutz­klas­se 1

Die Schutz­klas­se 1 sieht vor, dass ein soge­nann­ter Schutz­lei­ter ver­baut wer­den muss. Er ver­hin­dert, dass Nut­zer einen Strom­schlag bekom­men, auch wenn ein strom­füh­ren­des Teil im Gerät einen Defekt auf­weist. Der Schutz­lei­ter ist ein Kabel, das zwi­schen den strom­füh­ren­den Tei­len und der Erdung sitzt und Span­nung auto­ma­tisch ablei­tet. Er sorgt zum Bei­spiel dafür, dass es bei einer Fehl­span­nung zum Kurz­schluss kommt und ver­hin­dert so Schlim­me­res. Vor allem Haus­halts­groß­ge­rä­te wie Kühl­schrän­ke und Wasch­ma­schi­nen sind mit Schutz­klas­se 1 aus­ge­stat­tet.

Schutz­klas­se 2

Bei Schutz­klas­se 2 gibt es zwar kei­nen Schutz­lei­ter, dafür aber eine dop­pel­te oder ver­stärk­te Iso­lie­rung. Sie schirmt die strom­füh­ren­den von den berühr­ba­ren Tei­len eines Geräts ab. Die Span­nung bleibt so in jedem Fall im Inne­ren und der Nut­zer kann kei­nen Strom­schlag bekom­men. Zur Schutz­klas­se 2 zäh­len vor allem Haus­halts­klein­ge­rä­te wie Ven­ti­la­to­ren oder auch Elek­tro­ge­rä­te zur Kör­per­pfle­ge wie Epi­lie­rer. Auch Elek­tro­werk­zeu­ge fal­len in die­sen Bereich.

Schutz­klas­se 3

Gerä­te, die zur Schutz­klas­se 3 gehö­ren, sind eben­falls beson­ders gut iso­liert. Zusätz­lich wer­den sie aus­schließ­lich mit einer soge­nann­ten Sicher­heits­klein­span­nung (SELV, Safe­ty Extra Low Vol­ta­ge) oder auch Schutz­klein­span­nung (PELV, Pro­tec­ti­ve Extra Low Vol­ta­ge) betrie­ben. Das heißt, dass höchs­tens 50 Volt Wech­sel­span­nung oder 120 Volt Gleich­span­nung flie­ßen dür­fen. Hier­zu gehö­ren etwa Spiel­zeu­ge und Gerä­te, die in oder in der Nähe von Bade­wan­ne oder Dusche benutzt wer­den, oder auch ver­schie­de­ne medi­zi­ni­sche Gerä­te.

Schutz­klas­sen und IP-Schutz­ar­ten: Klingt ähn­lich, ist aber nicht das­sel­be

Die Begrif­fe “IP-Schutz­klas­se” und “IP-Schutz­art” wer­den oft syn­onym ver­wen­det. Im Grun­de haben sie aber nichts gemein­sam. Bei den IP-Schutz­ar­ten dreht sich alles um den Schutz dei­nes tech­ni­schen Geräts vor äuße­ren Ein­flüs­sen. Die IP-Schutz­art wird auf Gerä­ten meist als IP-Code aus­ge­wie­sen. Sie zeigt an, wie gut Smart­pho­ne, Lam­pe und Co. gegen Staub, Berüh­rung und Was­ser geschützt sind. Tabel­len geben Aus­kunft über die ver­schie­de­nen IP-Schutz­ar­ten und ihre Bedeu­tung.

Die Schutz­klas­sen, fälsch­li­cher­wei­se oft als “IP-Schutz­klas­sen” bezeich­net, zei­gen an, wie gut du als Nut­zer eines Geräts vor Strom­schlä­gen geschützt bist.

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