Du freust dich schon dar­auf, die Urlaubs-Schnapp­schüs­se dei­nen Freun­den und Ver­wand­ten zu zei­gen. Zu Hau­se stellst du fest, dass eini­ge der Auf­nah­men unschö­ne Makel auf­wei­sen. Kein Pro­blem, mit der pas­sen­den Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware kannst du auch aus durch­schnitt­li­chen Fotos so eini­ges her­aus­ho­len. Eine Pro­fi-Soft­ware wie “Pho­to­shop CC” brauchst du gar nicht. UPDATED stellt dir 6 kos­ten­lo­se Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me für Mac vor. 

Was bedeu­tet Open-Source-Lizenz?

“Open Source” bezeich­net Pro­gram­me, deren Quell­code – der zugrun­de lie­gen­de Pro­gramm­code – für alle ein­seh­bar ist. Der Quell­code kann in unter­schied­li­chen Pro­gram­mier­spra­chen vor­lie­gen und ent­hält alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen des Pro­gramms.

Vie­le quell­of­fe­ne Pro­gram­me erlau­ben den Ein­griff in den Pro­gramm­code. Bei­spiels­wei­se, um indi­vi­du­el­le Anpas­sun­gen vor­zu­neh­men und die Soft­ware auf dei­ne Bedürf­nis­se zuzu­schnei­den.

Soft­ware mit Open Source-Lizenz gestat­tet es einem gro­ßen Per­so­nen­kreis, Feh­ler und Lücken im Code aus­fin­dig zu machen. Die­se Pro­gram­me las­sen sich folg­lich ten­den­zi­ell schnel­ler ver­bes­sern als Soft­ware mit stren­gen Lizenz­vor­ga­ben.

1. “GIMP”: Kos­ten­lo­se Pho­­to­­shop-Alter­­na­­ti­­ve

Beim GNU Image Mani­pu­la­ti­on Program (“GIMP”) han­delt es sich um eine Open-Source-Sof­t­­wa­re (sie­he Kas­ten). Unter den kos­ten­los ver­füg­ba­ren Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­men für Mac wirst du kein ande­res fin­den, das dir mehr Funk­tio­nen und Bear­bei­tungs­mög­lich­kei­ten bie­tet als “GIMP”.

Das kann “GIMP”:

  • Mit “GIMP” kannst du zahl­rei­che Datei­for­ma­ten öff­nen, bear­bei­ten und in belie­bi­gen ande­ren For­ma­ten umwan­deln.
  • Du möch­test bei der Bear­bei­tung dei­ner Bil­der Zeit spa­ren? Dafür kannst du Skrip­te erstel­len und ver­wen­den.
    Hin­weis: Ein Skript ist eine Art klei­nes Pro­gramm inner­halb des Pro­gramms. Skrip­te erfor­dern zunächst etwas Ein­ar­bei­tung – hast du sie erst­mal ange­legt, über­neh­men stan­dar­di­sier­te Bear­bei­tungs­pro­zes­se. Möch­test du zum Bei­spiel vie­le ver­schie­de­ne Bil­der auf eine bestimm­te Grö­ße zuschnei­den, kannst du das unkom­pli­ziert per Skript tun – ohne jedes Bild ein­zeln zuschnei­den zu müs­sen. Wie du bei “GIMP” Skrip­te erstellst und ver­wen­dest, erfährst du hier.
  • Erfah­re­ne Hob­­by-Foto­­gra­­fen kön­nen den Funk­ti­ons­um­fang noch erwei­tern, indem sie Plug-ins instal­lie­ren. Es han­delt sich um ein­zel­ne Funk­ti­ons­er­wei­te­run­gen, die nicht Bestand­teil der Basis­ver­si­on von “GIMP” sind. Die Instal­la­ti­on eines ent­spre­chen­den Plug-ins erlaubt es bei­spiels­wei­se, RAW-Datei­en (unbe­ar­bei­te­te Roh­da­ten) digi­tal nach­zu­be­ar­bei­ten.

Am ein­fachs­ten gelangst du über die “GIMP”-Website an das Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm. Dort fin­dest du auch das bebil­der­te Hand­buch, das vor allem Neu­lin­gen eine stei­le Lern­kur­ve ermög­licht. Lade dir das Hand­buch her­un­ter und instal­lie­re es. Star­te anschlie­ßend “GIMP” und nut­ze die Menüfol­ge Hil­fe > Benut­zer­hand­buch.

Tipp: Man­che Nut­zer kri­ti­sie­ren die frei schwe­ben­den Werk­zeug­fens­ter bei “GIMP”. Der Vor­teil ist zwar, dass sich die Fens­ter belie­big auf dem Desk­top anord­nen las­sen. Wenn du jedoch nur einen Bild­schirm ver­wen­dest, kann es schnell unüber­sicht­lich wer­den. Abhil­fe schafft der Ein­zel­fens­ter­mo­dus. Du fin­dest den gleich­na­mi­gen Ein­trag oben im Menü unter Fens­ter. Stan­dard­mä­ßig sind dann links die Werk­zeu­ge inklu­si­ve zuge­hö­ri­ger Optio­nen auf­ge­führt, wäh­rend du rechts Ebe­nen und Co. fin­dest.

Die Vor- und Nach­tei­le von “GIMP”:

+ Zahl­rei­che Bear­bei­tungs­mög­lich­kei­ten
+ Alle gän­gi­gen Datei­for­ma­te wer­den unter­stützt
+ Inte­grier­te Skript-Funk­ti­on
+ Bebil­der­tes Benut­zer­hand­buch
- Benut­zer­ober­flä­che kann zu Beginn über­la­den wir­ken
- Skript-Funk­ti­on erfor­dert Ein­ar­bei­tung

2. “Fotos für macOS”: Smar­te Bild­bearbeitung

Die Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware “Fotos für macOS” stammt von Apple und gehört stan­dard­mä­ßig zum Umfang dei­nes Mac-Com­pu­ters. Es lohnt sich, sie zumin­dest ein­mal aus­zu­pro­bie­ren.

Das kann “Fotos für macOS”:

  • Das Apple-Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm ist nicht so umfang­reich wie spe­zi­el­le Zusatz­pro­gram­me, dafür aber ver­gleichs­wei­se selbst­er­klä­rend auf­ge­baut und intui­tiv bedien­bar. Die Benut­zer­ober­flä­che ist Apple-typisch schick und nicht über­la­den.
  • Auch wenn du dich noch nicht umfas­send mit der Bild­be­ar­bei­tung am Mac aus­ein­an­der­ge­setzt hast, wird dir die Bedie­nung kaum Pro­ble­me berei­ten. Beson­ders Ein­stei­ger wer­den die vor­ge­fer­tig­ten Fil­ter zu schät­zen wis­sen.
  • “Fotos für macOS” ist kom­pa­ti­bel mit RAW-Datei­en. Durch die direk­te Anbin­dung an die iCloud kannst du von ver­schie­de­nen iOS-Gerä­ten dei­ne bear­bei­te­ten Bil­der zugrei­fen.

Es ste­hen acht Fil­ter bereit, die du jeweils mit einem ein­zi­gen Klick anwen­dest. Ein­fach aus­pro­bie­ren! Wel­che Fil­ter im Ein­zel­nen zur Ver­fü­gung ste­hen, erfährst du auf der Home­page von Apple. Dort kannst du das kos­ten­lo­se Pro­gramm her­un­ter­la­den und anhand von Bei­spiel­fo­tos sehen, wie sich der jewei­li­ge Fil­ter auf das Bild aus­wirkt.

Die Vor- und Nach­tei­le von “Fotos für macOS”:

+ Anspre­chend gestal­te­te Benut­zer­ober­flä­che
+ Ein­stei­ger­freund­li­che Menü­füh­rung
+ Vor­ge­fer­tig­te Fil­ter
+ iCloud-Anbin­dung
- Weni­ger umfang­reich als bei­spiels­wei­se “GIMP”

Fil­ter: Was ist damit gemeint?

Fil­ter fas­sen ver­schie­de­ne Ein­stel­lun­gen für ein­zel­ne Bild­ei­gen­schaf­ten wie Schär­fe, Kon­trast oder Hel­lig­keit zusam­men. Ein­zel­ne Fil­ter unter­schei­den sich etwa in den ein­ge­stell­ten Wer­ten für Schär­fe, Kon­trast und Far­be. Nutzt du einen Fil­ter, wer­den die ent­spre­chen­den Ein­stel­lun­gen auto­ma­tisch auf dein Bild ange­wen­det.

Fil­ter sind von Vor­teil, wenn du mit mög­lichst gerin­gem Auf­wand aus einem unspek­ta­ku­lä­ren Foto etwas Beson­de­res zau­bern möch­test. Mit einem pas­sen­den Fil­ter kannst du ein Bild schnell ver­bes­sern, gezielt ver­frem­den oder mit einem Effekt ver­se­hen – und das alles in einem Arbeits­schritt, manu­el­le Bear­bei­tung unnö­tig.

3. “Pho­toS­cape X”: Spaß statt Arbeit

Das kos­ten­lo­se Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm “Pho­tos­cape X” über­zeugt mit logi­scher Menü­füh­rung und intui­ti­ver Bedien­bar­keit. Wich­ti­ge Funk­tio­nen ver­ste­cken sich nicht im Menüd­schun­gel. Das ist beson­ders hilf­reich, da die Soft­ware nur auf Eng­lisch ver­füg­bar ist. Wenn du dich ein wenig mit dem Fach­vo­ka­bu­lar der Bild­be­ar­bei­tung aus­ein­an­der­ge­setzt hast, soll­te die Bedie­nung kei­ne gro­ße Her­aus­for­de­rung mehr dar­stel­len. Du kannst das Mac-Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm kos­ten­los über die ”Pho­toS­cape X”-Website down­loa­den.

Das kann “Pho­toS­cape X”:

  • Du kannst mit dem Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm GIFs erstel­len. Das sind kur­ze Ani­ma­tio­nen, die durch Anein­an­der­rei­hung ein­zel­ner Bil­der ent­ste­hen. Die Bild­wie­der­ho­lungs­ra­te ist gerin­ger als bei Video­clips, die Datei­grö­ße viel klei­ner.
  • “Pho­toS­cape X” unter­stützt alle gän­gigs­ten Datei­for­ma­te – auch RAW-Bild­ma­te­ri­al kann das Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm bear­bei­ten.
  • Plus­punkt: Dei­ne gesam­mel­ten Wer­ke kannst du mit der “Pho­toS­cape X”-Software über­sicht­lich ord­nen und im Hand­um­dre­hen Col­la­gen erstel­len.

Die Vor- und Nach­tei­le von “Pho­toS­cape X”:

+ Ver­ständ­li­che Menü­struk­tur
+ Erstel­lung von GIFs und Col­la­gen
+ Inte­grier­te Datei­ver­wal­tungs­funk­ti­on
- Nicht in deut­scher Spra­che ver­füg­bar

4. “Fotor”: Kunst­vol­le Col­la­gen erstel­len

Der “Fotor Pho­to Edi­tor” ist wie “Pho­toS­cape X” lei­der nicht auf Deutsch ver­füg­bar. Den­noch ist die kos­ten­lo­se Bild­be­ar­bei­tungs­soft­ware für Mac emp­feh­lens­wert.

Das kann “Fotor”:

  • “Fotor” ist umfang­reich aus­ge­stat­tet und leicht zu bedie­nen. Alle manu­el­len Funk­tio­nen und Werk­zeu­ge für grund­le­gen­de Ansprü­che und Anfor­de­run­gen sind mit an Bord.
  • Hin­zu kom­men unter ande­rem digi­ta­le Fil­ter, die auto­ma­tisch und inner­halb kür­zes­ter Zeit dein Bild­ma­te­ri­al opti­mie­ren. Falls dir die Fil­ter nicht aus­rei­chen, kannst du dei­ne Fotos auch mit einem Rah­men ver­se­hen oder­Spe­zi­al­ef­fek­te hin­zu­fü­gen.
  • Mit “Fotor” kannst du alle gän­gi­gen Bild­for­ma­te, inklu­si­ve RAW-Bild­ma­te­ri­al, öff­nen und bear­bei­ten. Fer­ti­ge Bil­der las­sen sich unkom­pli­ziert zu span­nen­den Col­la­gen zusam­men­fü­gen.

Die Edi­tor-Soft­ware kannst du dir kos­ten­los aus dem App Store und von der Fotor-Web­site her­un­ter­la­den.

Die Vor- und Nach­tei­le von “Fotor”:

+ Ange­mes­se­ner Funk­ti­ons­um­fang
+ Vor­de­fi­nier­te Fil­ter und Effek­te
+ Unter­stützt zahl­rei­che Datei­for­ma­te
+ Unkom­pli­zier­te Erstel­lung von Col­la­gen
- Nicht in deut­scher Spra­che ver­füg­bar

5. “XnView MP”: Bringt Ord­nung ins Cha­os

Mit “XnView MP” erhältst du in ers­ter Linie ein Werk­zeug zum Ver­wal­ten dei­ner Bil­der und der zuge­hö­ri­gen Ord­ner. Die gra­fi­sche Benut­zer­ober­flä­che wirkt weni­ger durch­ge­stylt als bei “Fotor”, Fotos für macOS” und “Pho­toS­cape X”. “XnView MP” kannst du auf der XnSoft-Home­page kos­ten­los her­un­ter­la­den.

Das kann “XnView MP”:

  • Das Pro­gramm ermög­licht es dir zahl­rei­che Ver­än­de­run­gen und Ver­bes­se­run­gen am Aus­gangs­ma­te­ri­al vor­zu­neh­men, Moti­ve zurecht­zu­schnei­den und Schär­fe, Kon­trast sowie Farb­sät­ti­gung anzu­pas­sen.
  • Auch vor­ge­fer­tig­te Fil­ter kannst du bei Bedarf schnell und ein­fach anwen­den.
  • Dabei unter­stützt “XnView MP” alle gän­gi­gen Bild­da­tei­for­ma­te. Die Kon­ver­tie­rung in ande­re For­ma­te ist mög­lich.
  • Mit­hil­fe der prak­ti­schen Batch­ver­ar­bei­tungs­funk­ti­on (Sta­pel­ver­ar­bei­tung) kannst du grö­ße­re Bil­der­men­gen auto­ma­ti­siert ver­än­dern. So lässt sich bei­spiels­wei­se die Auf­lö­sung einer Foto­fol­ge anpas­sen, ohne dass du dich jeder Bild­da­tei ein­zeln zuwen­den musst.

Die Vor- und Nach­tei­le von “XnView MP”:

+ Ide­al zur Ver­wal­tung von sehr vie­len Bil­dern
+ Vor­ge­fer­tig­te Fil­ter
+ Unter­stützt alle gän­gi­gen Datei­for­ma­te
+ Inte­grier­te Sta­pel­ver­ar­bei­tung
- Eher klas­sisch gestal­te­te Benut­zer­ober­flä­che

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6. “Pho­to­shop Express”: Bild­be­ar­bei­tung für zwi­schen­durch

So ganz ohne Pho­to­shop kommt die­se Über­sicht der bes­ten Mög­lich­kei­ten für eine kos­ten­lo­se Bild­be­ar­bei­tung am Mac nicht aus. Es han­delt sich um die kos­ten­freie “Express”-Version. Sie bie­tet einen ein­ge­schränk­ten Funk­ti­ons­um­fang im Ver­gleich zum gro­ßen Bru­der “Pho­to­shop CC”.

Das kann “Pho­to­shop Express”:

  • Zahl­rei­che Mög­lich­kei­ten der Pho­to­shop-Voll­ver­si­on wer­den von Hob­by-Anwen­dern ohne­hin kaum oder gar nicht in Anspruch genom­men. Davon abge­se­hen sind die wich­tigs­ten und grund­le­gends­ten Funk­tio­nen auch in der Free­ware-Ver­si­on ent­hal­ten.
  • Oben­drein ist “Pho­to­shop Express” auf­grund der über­sicht­li­che­ren Ober­flä­che deut­lich leich­ter zu bedie­nen als sein pro­mi­nen­tes und kos­ten­pflich­ti­ges Pen­dant.
  • “Pho­to­shop Express” musst du nicht her­un­ter­la­den und auf dei­nem Mac instal­lie­ren. Sämt­li­che Arbeits­schrit­te kannst du direkt im Brow­ser erle­di­gen.
    Vor­aus­set­zung: Pho­to­shop-Home­page auf­ru­fen und das Foto hoch­la­den, das du bear­bei­ten möch­test. Wer­muts­trop­fen: Die Web-App unter­stützt ledig­lich die Bear­bei­tung von Bil­dern im gän­gi­gen JPEG-For­mat (Datei­endung “.jpg”).

Die Vor- und Nach­tei­le von “Pho­to­shop Express”:

+ Kei­ne Instal­la­ti­on not­wen­dig
+ Nut­zer­freund­li­ches Bedien­kon­zept
- Ver­gleichs­wei­se über­schau­ba­rer Funk­ti­ons­um­fang
- Funk­tio­niert aus­schließ­lich bei JPEG-Datei­en

Geht gra­tis: Pro­fes­sio­nel­le Bild­be­ar­bei­tung am Mac

Es gibt beson­de­re Momen­te, die sich in der Form nie wie­der nach­stel­len las­sen. Ist dann das Foto die­ses Augen­blicks schein­bar miss­lun­gen, kommt moder­ne Soft­ware ins Spiel: Aus­ge­klü­gel­te Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gram­me wie “GIMP”, “Pho­toS­cape X” und “XnView MP” holen meis­tens doch noch deut­lich mehr aus dem Roh­ma­te­ri­al her­aus als gedacht – und das sogar voll­kom­men kos­ten­los.

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