Kein Stativ, schlechte Lichtverhältnisse, lange Belichtungszeiten: In dieser Situation reicht schon die kleinste Bewegung und dein Bild verschwimmt unschön. Bis zu einem gewissen Grad an Unschärfe kann dir Photoshop helfen, das Problem zu beheben. UPDATED zeigt dir mehrere Möglichkeiten, wie du dein Bild einfach und schnell schärfst.

Scharfzeichnen: Welche Bilder sind geeignet?

Vorab solltest du dir einer Sache bewusst sein: Ist dein Bild zu unscharf, kann dir Photoshop nicht mehr so einfach helfen, diesen Fehler zu beheben. Ebenso sind Bildteile, die außerhalb des Schärfebereichs deines Fotos liegen – etwa ein Hintergrund mit Bokeh-Effektnicht dafür geeignet, nachträglich geschärft zu werden.

Schärfst du diese eigentlich gezielt unscharf gehaltenen Bildbereiche, stellt sich eine starke Körnung ein. Der ursprüngliche Effekt verfehlt damit sein Ziel: Das Bild wirkt uneben und staubig.

Besser zum Scharfzeichnen geeignet sind Bilder, bei denen nur ein kleiner Teil nachbearbeitet werden soll, der eine leichte Unschärfe aufweist. Denkbar sind auch Fotos, die eine geringe Tiefenschärfe aufweisen, dort aber noch einen Funken mehr Brillanz vertragen könnten.

Generell gilt: Übertreib es mit dem Scharfzeichnen nicht. Subtile Bearbeitungen wirken viel natürlicher als starke Editierungen, die die Struktur des Bilds zerstören. Einen genauen Anhaltspunkt, wann ein Bild zu unscharf ist, gibt es übrigens nicht. Im Zweifelsfall versuchst du einfach, dein Foto zu schärfen. Erzielst du dabei keine guten Ergebnisse, war das Ausgangsmaterial höchstwahrscheinlich schon zu verschwommen.

Option 1: Bild scharfzeichnen

Die einfachste und schnellste Möglichkeit, dein Bild in Photoshop scharfzuzeichnen, ist der spezielle Scharfzeichnen-Filter. Gehe dazu folgendermaßen vor:

  1. Ziehe dein Foto per Drag-and-drop in Photoshop. Es wird im Ebenenkasten Hintergrund genannt.
  2. Klicke auf deinen Hintergrund im Ebenenkasten und drücke auf deiner Tastatur Strg + J (auf einem Mac: cmd + J). So erstellst du eine Kopie des Hintergrunds, die du weiter bearbeiten kannst. Photoshop nennt die Kopie automatisch Ebene 1.
  3. Klicke die Ebene 1 nun mit rechts an und wähle im Kontextmenü In Smartobjekt konvertieren. Dadurch verhinderst du, dass das Scharfzeichnen die Pixelstruktur deines Fotos zerstört. So umgehst du starke Körnungen.
  4. Gehe nun in der oberen Menüleiste auf Filter > Scharfzeichnungsfilter > Scharfzeichnen. Diesen Vorgang kannst du beliebig häufig wiederholen, bis dir das Ergebnis gefällt.
    Tipp: Alternativ kannst du auch versuchen, auf Filter > Scharfzeichnungsfilter > Stärker scharfzeichnen zu klicken. Allerdings solltest du mit diesem Filter nur sehr sparsam umgehen – er sorgt schnell für eine graue und unschöne Körnung.

Option 2: Bild selektiv scharfzeichnen

Eine weitere Möglichkeit, ein Bild zu schärfen, ist der selektive Scharfzeichner. Dieses Werkzeug gibt dir erweiterte Möglichkeiten, das Scharfzeichnen zu steuern. Du kannst damit mehrere Arten der Unschärfe ausgleichen und die Intensität des Scharfzeichnens individuell festlegen.

Aber auch hier gilt: Ist das Ausgangsmaterial zu unscharf, stellt sich eine unschöne Körnung ein. Bearbeite also nur dezent nach:

  1. Lade dein Foto in Photoshop, kopiere den Hintergrund und verwandle ihn in ein Smartobjekt, wie weiter oben in Punkt 1 bis Punkt 3 beschrieben.
  2. Gehe nun über die obere Menüleiste zu Filter > Scharfzeichnungsfilter > Selektiver Scharfzeichner.
  3. Im aufpoppenden Fenster siehst du nun ein kleines Vorschaubild und mehrere Möglichkeiten, dein Bild zu schärfen. Du kannst die Art der Unschärfe bestimmen (Bewegungsunschärfe, Objektivunschärfe, Gaußscher Weichzeichner), wie stark du sie ausgleichen willst und ob eventuelles Rauschen reduziert werden soll.
    Tipp: Halte bei deinen Bearbeitungen den Radius möglichst gering. Er ist meist der Schuldige, wenn sich eine unschöne Körnung einstellt. Setze ihn auf einen Wert zwischen 0,5 und 1 px.
  4. Experimentiere mit den Settings, indem du die Schieberegler der einzelnen Punkte nach rechts und links ziehst. Wie sich die Veränderungen jeweils auf dein Bild auswirken, siehst du auf dem kleinen Vorschaubild. Sobald du mit dem Ergebnis zufrieden bist, klickst du auf OK.

Beim selektiven Scharfzeichnen gehst du meist eher dezent vor. Die Veränderung deines Fotos wird dir unter Umständen im ersten Moment gar nicht auffallen. In den Details zeigt sich aber ein wesentlich besserer Kontrast zwischen scharfen und unscharfen Bildteilen.

Bildrauschen reduzieren mit Hochpass-Filter

Wurde ein Bild bei ungünstigen Lichtverhältnissen aufgenommen, können dunkle Stellen einen rötlichen Schleier aufweisen. Dieser Schleier wird auch Bildrauschen genannt. Mit Photoshop lässt sich ein solches Rauschen folgendermaßen reduzieren:

  1. Ziehe dein Bild in Photoshop und kopiere die Hintergrund-Ebene.
  2. Gehe zu Filter > Sonstige Filter > Hochpass.
  3. Stelle etwa 10 Pixel ein und klicke auf OK.
  4. Ändere abschließend den Mischmodus der Ebene auf Weiches Licht. Gehe dazu in den Ebenenkasten und klicke oben links, wo du Normal liest, auf den nach unten zeigenden Pfeil. Es öffnet sich ein Drop-down-Menü, in dem du Weiches Licht auswählen kannst.

Dein Bild wirkt dadurch schärfer und weniger “verrauscht”.

Option 3: Bild unscharf maskieren

Die sanfteste Variante, ein Bild scharf zu zeichnen, ist das unscharfe Maskieren. Normalerweise schärft Photoshop ein Foto, indem das Programm die Kanten verschiedener Objekte trennt und den Kontrast zwischen ihnen erhöht.

Beim unscharfen Maskieren hingegen bearbeitet Photoshop ganze Pixel. Dadurch wirkt die Bildschärfe natürlicher, obwohl sie durch nachträgliche Bildbearbeitung entstanden ist.

Wie immer gilt aber auch in diesem Fall: Ein zu unscharfes Bild kann Photoshop nicht mehr retten.

Gehe folgendermaßen vor, um dein Bild unscharf zu maskieren:

    1. Lade dein Bild in Photoshop, kopiere die Hintergrund-Ebene und konvertiere sie in ein Smartobjekt, wie weiter oben beschrieben.
    2. Gehe anschließend zu Filter > Scharfzeichnungsfilter > Unscharf maskieren.
    3. Im aufpoppenden Fenster siehst du ein kleines Vorschaubild und mehrere Parameter, die du einstellen kannst. Halte den Radius hier relativ gering, um ein natürliches Ergebnis zu erzielen.
    4. Ziehe die einzelnen Schieberegler nach links oder rechts, bis sich ein Ergebnis einstellt, mit dem du zufrieden bist. Klicke danach auf OK, um deine Einstellungen zu speichern.

Hast du die Bearbeitung abgeschlossen, speicherst du dein Bild über Datei > Speichern unter. Wähle einen Dateinamen und ein Dateiformat und klicke auf Speichern. Für ein detailreiches Ergebnis wählst du das Dateiformat PNG. Es speichert mehr Pixel und daher mehr Informationen ab als zum Beispiel JPEG. Dadurch bleibt dein Bild detaillierter und schärfer.

Unscharfe Bilder mit Photoshop retten

Wunder vollbringen kann Photoshop zwar nicht, aber leicht unscharfe Bilder kann das Programm durchaus noch retten. Dir stehen dazu mehrere Filter zur Verfügung – je nachdem, wie stark dein Bild verschwommen ist, eignen sich andere Filter, um den Fehler zu beheben. Achte dabei aber immer darauf, die Bearbeitung möglichst natürlich zu halten. Nur so erzielst du ein zufriedenstellendes Ergebnis ohne unschönes Rauschen.

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