Der Postbote steht mit einem Paket vor deiner Haustür – du aber bist bei der Arbeit. Ärgerlich, dass du dich nun wieder an die ewig lange Schlange bei der Postfiliale anstellen musst. Wie praktisch wäre es doch, wenn du dem Postboten einfach Bescheid geben könntest, wo er dein Paket abstellen soll. Kannst du: mit einer Smart-Home-Türklingel. Denn wer hier klingelt, landet direkt auf deinem Handy – inklusive Videoübertragung. UPDATED zeigt dir, wie du eine IP-Türsprechanlage mit Telefon, Smartphone oder Tablet verbindest und steuerst.

Diese Möglichkeiten bieten IP-Türsprechanlagen

Das Smartphone ist sowohl daheim als auch unterwegs fast immer in Reichweite. Was liegt also näher, als das Handy auch zum Türöffnen zu benutzen? Wir zeigen dir, worauf es bei smarten Türklingeln ankommt und wie du sie am besten nutzt.


Smart-Home-Türklingel – darauf kommt es an

Welche IP-Türsprechanlage an deine Haustür sollte, hängt in erster Linie von deinen Anforderungen ab. Diese Features sind praktisch:

  • Kamera mit 180-Grad-Weitwinkel: Zeigt deine Besucher, auch wenn sie nicht direkt vor der Kamera stehen.
  • HD-Video-Funktion: Sorgt zusammen mit einer ausreichend hohen Übertragungsgeschwindigkeit für eine ruckelfreie Verbindung, wenn du mit deinem Besuch kurz per Video sprechen möchtest.
  • Verschlüsselung: Die Video-Aufnahmen sollten durch eine entsprechende Verschlüsselung geschützt sein.
  • Infrarot-Nachtsicht: Zeigt auch in der Dunkelheit, wer vor deiner Tür steht.
  • Integrierter Türöffner oder Kompatibilität mit vorhandenen Geräten wie Türgong, Türöffner oder Garagentoröffner.

Von zu Hause aus

Verfügt die Türklingel über eine Kamera, wird das Bild direkt auf das jeweilige Gerät übermittelt, das mit der smarten Klingel verbunden ist, zum Beispiel dein Smartphone. Du kannst also sofort sehen, wer vor deiner Haustür steht. Darf der Besuch gleich hereinkommen, reicht ein Fingertipp, und die Tür öffnet sich – zumindest wenn deine smarte Türklingel über einen Türöffner verfügt oder mit einem solchen verbunden ist.

Wer stattdessen kurz draußen warten soll, erhält über die Gegensprecheinrichtung eine entsprechende Info. Dank der meist stabilen WLAN-Verbindung ist das alles problemlos möglich. Die Steuerung nimmst du am besten über die App des Türklingel-Herstellers vor. In der Regel lässt sich die Türklingel sowohl mit Android- als auch iOS-Geräten nutzen.

Unterwegs

Richtig praktisch wird die smarte Türklingel, wenn sie sich auch außerhalb der eigenen vier Wände mit dem Smartphone oder Tablet steuern lässt. So kannst du etwa dem Postboten sagen, wo er das Paket ablegen soll, oder deinen Besuch schon mal ins Haus lassen, wenn du gerade nicht da bist. Hierfür brauchst du lediglich eine App und eine Internetverbindung.

Ob sich dein Handy dabei in einem anderen WLAN befindet oder du auf das mobile Datennetz zurückgreifst, ist grundsätzlich egal. Ist die Internetverbindung allerdings zu schwach, können Video- oder Sprachqualität darunter leiden. Dann besteht die Gefahr, dass du nicht richtig mit deinem Besuch kommunizieren kannst.

So verbindest du die Türklingel mit Handy oder Tablet

Damit das Türklingeln auch auf deinem Smartphone oder Tablet ankommt, stellst du einmalig eine Verbindung zwischen Klingel und Mobilgerät her. Das klappt am besten per App, geht aber auch über den Router.

Per App:

  1. Kaufe eine Smarte Türklingel. Hier hast du die verschiedensten Auswahlmöglichkeiten. Worauf du beim Kauf achten solltest, zeigt dir unser Infokasten.
  2. Bringe die Türklingel nach Anleitung des Herstellers an und installiere ggf. den zugehörigen Türöffner bzw. verbinde den vorhandenen mit der smarten Klingel.
  3. Lade die Hersteller-App aus dem App Store bzw. Google Play Store herunter. In der Regel werden sowohl iOS- als auch Android-Betriebssysteme unterstützt.
  4. Folge den Anweisungen in der App, um die smarte Türklingel mit dem Smartphone oder Tablet zu verbinden.
  5. Du kannst auch mehrere Geräte mit der Türsprechanlage verknüpfen. Je nach Hersteller kann die maximale Anzahl variieren. Oft sind bis zu acht Geräte möglich.
  6. In der jeweiligen App kannst du nun eine Reihe von Einstellungen vornehmen: etwa Töne für den Türgong auswählen oder die Lautstärke festlegen.

Nun kannst du deinem nächsten Besucher ganz einfach mit Smartphone oder Tablet die Tür öffnen. Auf dem Handy etwa wird das Klingeln wie ein eingehender Anruf angezeigt.

Über den Router:

Das Smartphone kann auch über einen Router, etwa eine FRITZ!Box, mit der Klingel verbunden werden. Hier nimmst du dieselben Schritte vor, mit denen du auch die Verbindung zu deinem Festnetztelefon herstellst. Da es allerdings nicht möglich ist, das Türklingeln gleichzeitig auf das Handy und das Festnetztelefon weiterleiten zu lassen, bietet es sich an, die Verknüpfung über den Router den Festnetztelefonen vorzubehalten und auf dem Handy die entsprechende App des Herstellers zu nutzen, um die smarte Türklingel zu steuern.

Türklingel-Kamera mit Monitor verbinden – so gehst du vor

Die smarte Türklingel lässt sich in der Regel nicht nur mit Handy und Co. verbinden, sondern auch mit Monitoren, die speziell für Video-Türklingeln gemacht sind. Damit der Bildschirm zeigt, was die Kamera sieht, werden beide Geräte gepaart bzw. verbunden. Die Schritte variieren je nach Hersteller leicht. In der Regel läuft der Paarungsvorgang etwa so ab:

  1. Schalte Monitor und Türklingel-Kamera ein.
  2. Gehe nun auf dem Monitor ins Menu.
  3. Wähle dort Verbinden bzw. Paaren aus. Lies ggf. in der Bedienungsanleitung nach, ob der Hersteller einen anderen Begriff gewählt hat.
  4. Sobald der Paarungsvorgang gestartet wurde, hast du in der Regel eine bis zwei Minuten Zeit, eine sogenannte Pairing-Taste an deiner Video-Türklingel zu drücken. Dadurch “finden” sich die beiden Geräte und bauen eine Verbindung auf.
  5. Die meisten Geräte geben als Bestätigung einer erfolgreichen Verbindung einen Signalton aus bzw. zeigen eine entsprechende Meldung auf dem gepaarten Monitor an.

Wurden die beiden Geräte einmal erfolgreich verbunden, finden sie nach jedem Einschalten automatisch zueinander.


Türklingel mit dem Festnetztelefon verbinden und steuern

Eine IP-Türsprechanlage lässt sich nicht nur von Smartphone und Tablet aus steuern. Auch mit einem konventionellen Telefon arbeitet die smarte Türklingel gut zusammen. Läutet es an der Tür, klingelt auch das Telefon – und wird zur Gegensprechanlage. Du kannst also mit dem Besucher sprechen, ihm mittels einer bestimmten Tastenkombination die Tür öffnen und genauso einfach wieder auflegen, um die Verbindung zu beenden.

Dazu ist es nötig, dass die IP-Türsprechanlage mit der Telefonanlage verbunden wird. Die FRITZ!Box und die meisten anderen Router bieten die Möglichkeit, eine WLAN-Türklingel mit dem Haustelefon zu verbinden. Alternativ kann die Verbindung über Funk hergestellt werden. Dann können auch DECT-Telefone als mobile Gegensprechanlage genutzt werden. Dazu wird die Türklingel ebenfalls mit dem Router verbunden.

Die einzelnen Schritte können bei unterschiedlichen Routern abweichen. So gehst du bei der FRITZ!Box 7590 vor:

  1. Verbinde einen Computer über das Netzwerkkabel mit der FRITZ!Box.
  2. Öffne ein Browserfenster deiner Wahl.
  3. Gib http://fritz.box in die Adressleiste des Browsers ein. Nun öffnet sich die Benutzeroberfläche der FRITZ!Box.
  4. Wähle Telefonie und dann Telefoniegeräte aus.
  5. Klicke Neues Gerät einrichten an.
  6. Dort kannst du Türsprechanlage auswählen und dieses mit Weiter bestätigen.
  7. Setze einen Haken bei LAN/WLAN(IP-Türsprechanlage) und klicke wieder auf Weiter.
  8. Wähle einen Benutzernamen und ein sicheres Kennwort aus. Hier kann dir unser Ratgeber Merkbare Passwörter generieren: Tipps und Tools weiterhelfen. Bestätige erneut mit Weiter.
  9. Schreibe in das Feld Rufnummer der Klingeltaste die Telefonnummer, die in der Türsprechanlage für die Klingel festgelegt ist. Schau hierzu in das Handbuch deiner smarten Türklingel.
  10. Schließlich wählst du Klingel weiterleiten an aus und gibst das entsprechende Telefon an. Du kannst die Türklingel natürlich auch auf alle Telefone im Haus weiterleiten. Über Ausgehende Rufe über lässt sich das Klingeln ebenso auf ein Handy oder einen externen Festnetzanschluss weiterleiten. Es ist allerdings nicht möglich, interne und externe Rufnummern zu kombinieren.
  11. Jetzt brauchst du nur noch auf Weiter und Übernehmen zu klicken und deine Einstellungen sind gespeichert.
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Smarte Türklingeln erhöhen auch die Sicherheit

Ding Dong: Wenn die smarte Türklingel läutet, kannst du ganz entspannt auf dem Sofa liegen bleiben und trotzdem die Tür öffnen – mit dem Smartphone, Tablet oder Festnetztelefon. Selbst wenn du unterwegs bist, verpasst du keinen Besuch mehr. Doch die Smart-Home-Erweiterung macht dein Zuhause nicht nur bequemer, sondern auch sicherer. Einbrecher betätigen die Türklingel zum Beispiel zur Anwesenheitskontrolle – und landen so prompt auf deinem Handydisplay. So weißt du auch dann, wer vor deiner Haustür steht, wenn du gerade gar nicht da bist. Und wenn du dich einmal ausgesperrt hast, dann machst du dir einfach selbst die Tür auf: mit deinem Smartphone.