Ein Dampf­rei­ni­ger löst hart­nä­cki­gen Schmutz förm­lich in Luft auf. Doch kalk­hal­ti­ges Was­ser setzt dem Gerät mit der Zeit zu. Die Fol­ge: Kalk­ab­la­ge­run­gen im Inne­ren! UPDATED erklärt, wie du dei­nen Dampf­rei­ni­ger ent­kalkst und pflegst, damit du mög­lichst lan­ge Freu­de an dem prak­ti­schen Haus­halts­hel­fer hast.

Wel­che Dampf­rei­ni­ger gibt es?

Wer mit Dampf put­zen möch­te, hat die Wahl zwi­schen unter­schied­li­chen Gerä­ten: Dampf­rei­ni­ger, Hand­dampf­rei­ni­ger, Dampf­be­sen und Dampf­sau­ger besit­zen jeweils eige­ne Vor­tei­le, funk­tio­nie­ren aber grund­sätz­lich nach dem­sel­ben Prin­zip.

Alle Gerä­te aus der Grup­pe der Dampf­rei­ni­ger ver­fü­gen über einen inte­grier­ten Was­ser­tank. Das hier ein­ge­füll­te Was­ser wird für die Rei­ni­gung von Böden und Co. zunächst auf min­des­tens 100 Grad Cel­si­us erhitzt. Dabei kom­men Heiz­ele­men­te im Boden des Was­ser­tanks zum Ein­satz. Die­se erhit­zen das Was­ser, bis es ver­dampft. Die­ser Dampf wird durch das Dampf­rohr gelei­tet und ent­weicht unter Druck aus der Boden­dü­se. Ver­schmut­zun­gen wer­den dabei von dem hei­ßen Was­ser­dampf abge­löst. Im sel­ben oder nächs­ten Arbeits­schritt neh­men die Bors­ten oder das Mikro­fa­ser­tuch der Boden­dü­se den Schmutz auf.

Pas­send dazu

Die hohen Tem­pe­ra­tu­ren ermög­li­chen eine gründ­li­che Rei­ni­gung und haben zugleich eine des­in­fi­zie­ren­de Wir­kung, ganz ohne che­mi­schen Rei­ni­ger. Da Par­ti­kel wie Staub durch den Was­ser­dampf gebun­den und so beim Put­zen nicht auf­ge­wir­belt wer­den, sind die Gerä­te beson­ders für All­er­gi­ker geeig­net.

Ähn­lich wie bei Staub­saugern gibt es auch für Dampf­rei­ni­ger diver­ses Zube­hör: etwa unter­schied­lich gro­ße Boden­dü­sen, Rund- oder Drei­ecks­bürs­ten aus ver­schie­de­nen Mate­ria­li­en sowie spe­zi­el­le Fens­ter­auf­sät­ze.

Für wel­che Ober­flä­chen sind Dampf­rei­ni­ger geeig­net?

Dampf­rei­ni­ger eig­nen sich für zahl­rei­che Ober­flä­chen: Flie­sen, PVC, Tep­pich, Pols­ter, Pols­ter­mö­beln, Tex­ti­li­en und Fens­ter kannst du damit rei­ni­gen. Vor­sicht ist dage­gen bei Lami­nat oder Par­kett gebo­ten. Vor allem unver­sie­gel­tes oder geöl­tes Par­kett kann unter Umstän­den bei der Behand­lung mit dem hei­ßen Dampf lei­den. Zumin­dest wird nach eini­ger Zeit eine Neu­be­hand­lung des Bodens mit Pfle­ge­öl nötig. Zur Sicher­heit soll­test du zuerst an einer unauf­fäl­li­gen Stel­le tes­ten, wie dein Boden auf die Dampf­rei­ni­ger­be­hand­lung reagiert.

Die unter­schied­li­chen Gerä­te­ty­pen im Über­blick

Dampf­rei­ni­ger: Dampf­rei­ni­ger lösen Schmutz durch hei­ßen Was­ser­dampf an und neh­men Feuch­tig­keit und Ver­un­rei­ni­gun­gen danach mit­hil­fe eines Mikro­fa­ser­tuchs auf. Von der Bau­art her erin­nern sie optisch stark an einen her­kömm­li­chen Beu­tel­staub­sauger.

Hand­dampf­rei­ni­ger: Hand­dampf­rei­ni­ger sind die deut­lich hand­li­che­re Ver­si­on der regu­lä­ren Dampf­rei­ni­ger. Sie eig­nen sich daher beson­ders zur Rei­ni­gung von Pols­tern und Tex­ti­li­en, aber auch für Ober­flä­chen in Bad und Küche, etwa für Wand­flie­sen.

Dampf­be­sen: Dampf­be­sen zeich­nen sich durch eine beson­ders schma­le Bau­form aus. Sowohl Heiz­sys­tem als auch Was­ser­tank sind im Stil des Geräts unter­ge­bracht. Der Was­ser­tank ist durch die­se Bau­form eher klein: Das bedeu­tet zwar eine kür­ze­re Auf­heiz­pha­se, gleich­zei­tig muss Was­ser öfter nach­ge­füllt wer­den. Durch das ins­ge­samt meist gerin­ge­re Gewicht ermög­li­chen sie ein beson­ders kraft­s­pa­ren­des Arbei­ten.

Dampf­sau­ger: Dampf­sau­ger stel­len im Grun­de eine Kom­bi­na­ti­on aus Dampf­rei­ni­ger und Staub­sauger dar und sau­gen Feuch­tig­keit und gelös­ten Schmutz in einem Arbeits­schritt auf. Es wer­den daher kei­ne Mikro­fa­ser­tü­cher benö­tigt, wie es bei her­kömm­li­chen Dampf­rei­ni­gern der Fall ist.

War­um ent­ste­hen Kalk­ab­la­ge­run­gen?

Dampf­rei­ni­ger arbei­ten mit Was­ser, das durch Erhit­zen in Was­ser­dampf umge­wan­delt wird. Ist das ver­wen­de­te Was­ser kalk­hal­tig, bleibt der Kalk beim Ver­damp­fen im Was­ser­tank zurück. Mit der Zeit bil­det sich so eine immer dicke­re Kalk­schicht am Tank­bo­den. Das Pro­blem: Die Schicht wirkt däm­mend, sodass die Heiz­ele­men­te im Tank­bo­den immer län­ger brau­chen, um das Was­ser im Tank auf­zu­hei­zen.

Wel­che Ent­kal­kungs­mög­lich­kei­ten gibt es?

Neben indus­tri­el­len Ent­kal­kungs­mit­teln auf che­mi­scher Basis bie­ten sich ein­fa­che Ent­kal­ker an, wie sie etwa auch für Kaf­fee­ma­schi­nen ver­wen­det wer­den.

Alter­na­tiv kannst du zu haus­halts­üb­li­chen Essig grei­fen, um die Kalk­ab­la­ge­run­gen aus dei­nem Dampf­rei­ni­ger zu ent­fer­nen. Der ein­zi­ge Nach­teil die­ser Metho­de: der für Essig typi­sche Geruch, der über meh­re­re Stun­den im Bereich dei­nes Dampf­rei­ni­gers wahr­zu­neh­men sein wird.

Wie oft soll­test du den Dampf­rei­ni­ger ent­kal­ken?

Wie oft du dei­nen Dampf­rei­ni­ger ent­kal­ken soll­test, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab:

Die Was­ser­här­te: Ist das Was­ser, das du für dei­nen Dampf­rei­ni­ger ver­wen­dest, eher kalk­hal­tig, bil­den sich schnel­ler Abla­ge­run­gen im Was­ser­tank. Eine Ent­kal­kung des Geräts ist schnel­ler nötig.

Die Ein­satz­häu­fig­keit: Je öfter du dei­nen Dampf­rei­ni­ger benutzt, des­to öfter soll­test du ihn ent­kal­ken.

Die Emp­feh­lung des Her­stel­lers: Dampf­rei­ni­ger kön­nen gerä­te­spe­zi­fi­sche Anfor­de­run­gen an Rei­ni­gung und Pfle­ge stel­len. Im Zwei­fel gibt ein Blick auf die Emp­feh­lun­gen des Her­stel­lers (etwa in der Bedie­nungs­an­lei­tung des Geräts) Auf­schluss.

Unab­hän­gig von die­sen Fak­to­ren lässt sich fest­hal­ten, dass ein Dampf­rei­ni­ger etwa alle vier bis spä­tes­tens acht Wochen ent­kalkt wer­den soll­te. Ohne eine regel­mä­ßi­ge Ent­kal­kung bil­det sich eine immer dicke­re Kalk­schicht am Boden des Was­ser­tanks. Das wie­der­hol­te Auf­hei­zen und Abküh­len der Kalk­schicht wäh­rend der Nut­zung des Dampf­rei­ni­gers kann dazu füh­ren, dass der Kalk frü­her oder spä­ter auf­platzt und dabei den Was­ser­tank beschä­digt.

Dampf­rei­ni­ger ent­kal­ken: Schritt für Schritt

Wenn du dei­nen Dampf­rei­ni­ger mit spe­zi­el­len che­mi­schen Ent­kal­kungs­mit­teln rei­ni­gen möch­test, soll­test du dich an die ent­spre­chen­de Packungs­bei­la­ge hal­ten. Ziehst du dage­gen her­kömm­li­che Kaf­fee­ma­schi­nen­ent­kal­ker oder Essig vor, gehst du dafür wie folgt vor.

Den Dampf­rei­ni­ger mit Essig ent­kal­ken:

  1. Fül­le etwa 100 Mil­li­li­ter han­dels­üb­li­chen Essig in den Was­ser­tank dei­nes kal­ten Dampf­rei­ni­gers.
  2. Las­se den Essig 24 Stun­den ein­wir­ken und schal­te das Gerät in die­ser Zeit nicht an.
  3. Gie­ße den Essig aus, bezie­hungs­wei­se las­se ihn über das Aus­lass­ven­til des Was­ser­tanks kom­plett ablau­fen.
  4. Spü­le den Dampf­rei­ni­ger im Anschluss mehr­fach mit kla­rem Was­ser aus, um Essig­rück­stän­de zu besei­ti­gen.
  5. Zum Abschluss kannst du auch die Dampf­dü­se mit Essig behan­deln. Las­se den Essig für etwa 1 Stun­de ein­wir­ken und wische die Düse danach mit einem feuch­ten Tuch ab.

Den Dampf­rei­ni­ger mit Kaf­fee­ma­schi­nen­ent­kal­ker rei­ni­gen:

  1. Löse den Ent­kal­ker in Was­ser auf. Rich­te dich bei der Men­ge nach den Anga­ben des Her­stel­lers, die­se lässt sich auch auf dei­nen Dampf­rei­ni­ger anwen­den.
  2. Fül­le die Ent­kal­ker­lö­sung in den Was­ser­tank dei­nes Dampf­rei­ni­gers.
  3. Schal­te dei­nen Dampf­rei­ni­ger kurz an, damit er sich auf­heizt, und dann wie­der aus.
  4. Lass die Ent­kal­ker­lö­sung danach zunächst für etwa zwei Stun­den ein­wir­ken. Löst sich der Kalk, kannst du die Ent­kal­ker­lö­sung aus­gie­ßen und wie unter “Den Dampf­rei­ni­ger mit Essig ent­kal­ken”, Punkt 4 und 5 beschrie­ben vor­ge­hen. Ansons­ten las­se die Mischung noch etwas län­ger ein­wir­ken.

Tipp: Du möch­test dir das Ent­kal­ken spa­ren? Es gibt auch Dampf­rei­ni­ger mit einer auto­ma­ti­schen Selbst­rei­ni­gungs- und Ent­kal­kungs­funk­ti­on.

Ent­kal­kung: Che­mie vs. Haus­mit­tel

Che­mi­sche Ent­kal­ker sor­gen meist schnel­ler für einen sau­be­ren Dampf­rei­ni­ger, dafür sind sie oft teu­rer und kön­nen der Umwelt scha­den. Haus­mit­tel wie Essig haben hier kla­re Vor­tei­le, denn sie sind güns­tig und umwelt­freund­lich. Dafür soll­test du etwas mehr Zeit ein­pla­nen, um dein Gerät damit zu säu­bern.

Neu­er Ver­kal­kung des Rei­ni­gers vor­beu­gen: So geht’s

Ist dein Dampf­rei­ni­ger wie­der frei von Kalk, soll er das natür­lich auch mög­lichst lan­ge blei­ben. Ganz ver­hin­dern lässt sich eine Abla­ge­rung von Kalk im Gerät nicht, du kannst sie aber zumin­dest hin­aus­zö­gern. Ver­wen­de dafür zum Bei­spiel Was­ser mit einem mög­lichst gerin­gen Kalk­ge­halt, etwa Regen­was­ser aus einer Sam­mel­ton­ne oder Was­ser aus dem Kon­den­s­trock­ner. Was­ser aus der Regen­ton­ne soll­te aber vor­her gefil­tert wer­den, um mög­li­che Ver­schmut­zun­gen zu besei­ti­gen.

Alter­na­tiv kannst du destil­lier­tes Was­ser aus der Dro­ge­rie mit 10 Pro­zent Lei­tungs­was­ser ver­mischt ver­wen­den. Um Kalk­ab­la­ge­run­gen in Ven­ti­len und Ver­bin­dungs­lei­tun­gen dei­nes Dampf­rei­ni­gers vor­zu­beu­gen, soll­te der kom­plet­te Dampf nach dem Put­zen über den Dampf­schlauch aus dem Gerä­te­in­ne­ren abge­las­sen wer­den. Zudem kann es rat­sam sein, den Dampf­schlauch am Ende vom Dampf­rei­ni­ger zu lösen. So kön­nen sich hier kei­ne Was­ser­res­te sam­meln.

Prak­ti­sche Putz­hel­fer ganz ein­fach pfle­gen

Ein Dampf­rei­ni­ger erleich­tert den All­tag enorm, denn das Put­zen geht deut­lich kraft­s­pa­ren­der von der Hand. Da ledig­lich hei­ßer Dampf, aber kei­ne Che­mi­ka­li­en zum Ein­satz kom­men, kannst du damit sogar Geld spa­ren. Damit du lan­ge Freu­de an dei­nem Dampf­rei­ni­ger hast, soll­te das Gerät alle vier bis acht Wochen ent­kalkt wer­den. Hier­für eig­nen sich Haus­mit­tel wie Essig und Kaf­fee­ma­schi­nen­ent­kal­ker, es gibt aber auch spe­zi­el­le indus­tri­el­le Ent­kal­kungs­mit­tel.

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