Bestimmt haben Sie das beim Auto­fah­ren auch schon mal erlebt: Es rauscht und knis­tert im Radio und spä­tes­tens im Tun­nel ist end­gül­tig Schluss mit dem Emp­fang. Die Rede ist vom her­kömm­li­chen UKW-Radio. Doch es gibt eine Alter­na­ti­ve: Der digi­ta­le Radio­stan­dard DAB+ über­zeugt mit stö­rungs­frei­er Über­tra­gungs- und Emp­fangs­tech­nik und gro­ßer Sen­der­viel­falt. Da der Emp­fang digi­tal codiert über nicht mehr genutz­te Fern­seh­fre­quen­zen funk­tio­niert, ist er im Gegen­satz zu alter­na­ti­ven Emp­fangs­tech­ni­ken wie bei­spiels­wei­se dem Inter­net­ra­dio auch nicht von einer sta­bi­len Mobil­funk­ver­bin­dung abhän­gig. So stellt DAB+ ins­be­son­de­re im Auto eine zuver­läs­si­ge Ergän­zung zum her­kömm­li­chen UKW-Emp­fang dar. UPDATED zeigt Ihnen, wie Sie digi­ta­les Radio rich­tig nut­zen – und dafür sor­gen, dass auch Ihr Lieb­lings­sen­der wei­ter­hin im Pro­gramm ist.

Wofür steht DAB+ und was kann der neue Radio­stan­dard?

Das Kür­zel DAB+ steht für Digi­tal Audio Broad­cas­ting und bezeich­net den aktu­ell für digi­ta­len Radio­emp­fang in Deutsch­land genutz­ten tech­ni­schen Stan­dard. Das Plus steht für Zusatz­diens­te wie jeder­zeit abruf­ba­re Ver­kehrs­in­for­ma­tio­nen und einen elek­tro­ni­schen Pro­gramm­füh­rer, den eini­ge Emp­fangs­ge­rä­te bereits ver­wen­den. In Ver­bin­dung mit guter Klang­qua­li­tät und unter­bre­chungs­frei­em Emp­fang sorgt DAB+ so für deut­lich mehr Kom­fort beim Radio­hö­ren. Sogar Sur­round-Sound ist mög­lich.

Ver­gleich von DAB+ mit UKW und Inter­net­ra­dio

Es gibt ohne­hin durch­aus Grün­de, den her­kömm­li­chen Radio­emp­fang per UKW infra­ge zu stel­len: Vor allem unter­wegs wird der Hör­ge­nuss häu­fig durch Rau­schen, Knis­tern und Ton­un­ter­bre­chun­gen getrübt. Außer­dem ist die Qua­li­tät des ana­lo­gen Emp­fangs stark von den Wet­ter­ver­hält­nis­sen abhän­gig und lei­det gele­gent­lich unter soge­nann­ten Über­reich­wei­ten. Hier kann es vor­kom­men, dass Sie auf der­sel­ben Fre­quenz plötz­lich meh­re­re Sen­der gleich­zei­tig oder abwech­selnd hören.

DAB+ hat im Ver­gleich zu UKW also zahl­rei­che Vor­tei­le – aller­dings auch ein paar (gering­fü­gi­ge) Nach­tei­le:

+ Deut­lich grö­ße­re Pro­gramm­viel­falt pro Regi­on als bei UKW (bis zu 40 Sen­der mög­lich)
+ Grund­sätz­lich rausch- und stö­rungs­frei­er Emp­fang
+ Ab einer Bitra­te von 96 KBit/s deut­lich bes­se­re Klang­qua­li­tät als bei UKW
+ Emp­fang theo­re­tisch in Fast-CD-Qua­li­tät mög­lich
+ Genau wie UKW-Radi­os ide­al als Küchen­ra­dio, Bad­ra­dio oder im Auto und beim Cam­ping ein­setz­bar …
- … für beson­ders hoch­wer­ti­ge Hi-Fi-Anla­gen sind die bei DAB+ aktu­ell ver­wen­de­ten, nied­ri­gen Bitra­ten unter 160 KBit/s even­tu­ell qua­li­ta­tiv unzu­rei­chend.
- In ungüns­ti­gen Emp­fangs­la­gen wie tie­fen Tälern und hohen Ber­gen reißt der Emp­fang von DAB+ kom­plett ab.

Im Ver­gleich zum Inter­net­ra­dio, bei dem der Radio­emp­fang über eine Inter­net­ver­bin­dung erfolgt, schnei­det DAB+ teils schlech­ter ab, ver­mei­det aber einen ganz ent­schei­den­den Nach­teil:

+ Im Gegen­satz zum Inter­net­ra­dio ist Digi­tal­ra­dio nicht von einer dau­er­haft sta­bi­len, leis­tungs­fä­hi­gen Mobil­funk­ver­bin­dung abhän­gig.
+ Die am Markt erhält­li­chen Emp­fangs­ge­rä­te für DAB+ sind meist intui­tiv zu bedie­nen und erfor­dern kein Her­un­ter­la­den von Pro­gram­men oder Apps.
Bei bei­den Tech­no­lo­gien erfolgt der Emp­fang in digi­ta­ler Qua­li­tät und somit rausch- und stö­rungs­frei.
- Die ver­wen­de­ten Bitra­ten bei DAB+ sind meist nied­ri­ger als beim Inter­net­ra­dio und erzeu­gen somit ten­den­zi­ell schlech­te­ren Klang.
- Die Sen­der­aus­wahl ist bei DAB+ teil­wei­se regio­nal beschränkt, wäh­rend Sie Inter­net­ra­dio­sen­der in der Regel in ganz Deutsch­land emp­fan­gen.
- DAB+ benö­tigt einen spe­zi­el­len Emp­fän­ger, wäh­rend Inter­net­ra­dio über jedes gän­gi­ge Smart­pho­ne oder am PC/Laptop “emp­fan­gen” wer­den kann.

Zu Hau­se auf DAB+ umstei­gen

Wenn Sie zu Hau­se mit DAB+ Radio hören wol­len, haben Sie meh­re­re Mög­lich­kei­ten. Ent­we­der besor­gen Sie sich ein Zusatz­ge­rät für den Emp­fang von DAB+ und schlie­ßen es an Ihr vor­han­de­nes Hi-Fi-Sys­tem an. Oder Sie ent­schei­den sich für ein neu­es, eigen­stän­di­ges Radio, das DAB+ unter­stützt. Vor allem bei Bad- und Küchen­ra­di­os ist es oft sinn­vol­ler, die Gerä­te ein­fach aus­zu­tau­schen, als einen Extra-Emp­fän­ger anzu­schlie­ßen.

Vie­le Radi­os, die DAB+ unter­stüt­zen, bie­ten zusätz­lich ein ein­ge­bau­tes UKW-Modul an, sodass Sie über bei­de Emp­fangs­ar­ten Radio hören kön­nen. So bleibt Ihnen Ihr Lieb­lings­sen­der beim Gerä­te­wech­sel garan­tiert erhal­ten. Das neue Radio kön­nen Sie genau wie Ihr altes auch ganz ein­fach zu Hau­se anschlie­ßen und even­tu­ell bat­te­rie­be­trie­ben sogar unter­wegs auf der grü­nen Wie­se nut­zen.

Das aktu­el­le Pro­gramm­an­ge­bot

Über DAB+ sind bun­des­weit aktu­ell 13 Sen­der emp­fang­bar (Stand: 2017):

Hin­zu kom­men je nach Bun­des­land und Regi­on noch wei­te­re Sen­der. In Nie­der­sach­sen sind dies bei­spiels­wei­se N‑JOY, NDR 1, NDR 2, NDR Blue, NDR Info, NDR Info Spe­zi­al, NDR Kul­tur und NDR Plus (Stand: Mai 2017).

Das Ange­bot liegt somit im Schnitt in ganz Deutsch­land stets bei etwa 20 bis 25 Sen­dern – je nach­dem, wo Sie sich auf­hal­ten.

Eine Sen­der­lis­te mit dem Gesamt­an­ge­bot auch für Ihr Bun­des­land fin­den Sie hier.

Wie Sie DAB+ im Auto nach­rüs­ten kön­nen

Die meis­ten Auto­her­stel­ler bie­ten bei Neu­fahr­zeu­gen gegen Auf­preis ein Radio mit einem Emp­fangs­teil für DAB+ an. Doch selbst, wenn Sie kei­nen Neu­wa­gen­kauf pla­nen und Ihr Auto­ra­dio aktu­ell nicht für DAB+ aus­ge­legt ist, kön­nen Sie in der Regel einen ent­spre­chen­den Emp­fän­ger nach­rüs­ten.

Bei der Nach­rüs­tung von DAB+ im Auto ist in den meis­ten Fäl­len nicht nur ein neu­er Emp­fän­ger not­wen­dig, son­dern auch eine neue Anten­nen­lei­tung. Die­se ist den Gerä­ten meist ent­we­der als Schei­ben- oder Wurf­an­ten­ne bei­gelegt.

Bei älte­ren Fahr­zeu­gen: DIN-Radio tau­schen

Sofern Sie über ein älte­res Fahr­zeug (bis ca. Bau­jahr 2000) ver­fü­gen, ist es wahr­schein­lich, dass Sie einen recht­ecki­gen DIN-Radio­schacht haben. Sie erken­nen die­sen an sei­nen Abmes­sun­gen von 180 mm Brei­te und 50 mm Höhe. In die­sem Fall kön­nen Sie Ihr altes Radio ein­fach gegen ein neu­es DIN-Auto­ra­dio aus­tau­schen, das DAB+ unter­stützt.

Die­se Anlei­tung zeigt Ihnen anschau­lich, wie Sie ein bestehen­des DIN-Radio aus­tau­schen kön­nen. Sofern Sie Beden­ken haben, was den Umgang mit der Bord­elek­trik, Ihrem Auto­ra­dio und dem Ent­fer­nen und Wie­der­an­brin­gen von Ver­klei­dun­gen angeht, über­nimmt den Radio­tausch ger­ne eine Fach­werk­statt.

Bei Fahr­zeu­gen mit inte­grier­tem Radio und AUX-Anschluss­mög­lich­keit

Neue­re Fahr­zeu­ge haben in der Regel ein her­stel­ler­spe­zi­fi­sches Radio ver­baut, das sich naht­los ins Arma­tu­ren­brett ein­fügt und nicht ohne Wei­te­res aus­ge­tauscht wer­den kann. Das ist auch gar nicht nötig, denn Sie kön­nen – sofern Ihr Radio einen AUX-Ein­gang besitzt – einen Emp­fän­ger für DAB+ ganz leicht nach­rüs­ten. Gehen Sie hier­zu wie folgt vor:

  1. Besor­gen Sie sich ein Emp­fangs­ge­rät für DAB+ mit Anschluss an das 12V-Netz des Fahr­zeugs (Ziga­ret­ten­an­zün­der). So ein Emp­fän­ger ist meist nicht grö­ßer als eine Ziga­ret­ten­schach­tel und ver­fügt in der Regel über ein klei­nes Dis­play.
  2. Suchen Sie einen geeig­ne­ten Platz für die Auf­be­wah­rung des Emp­fän­gers aus, z.B. die Mit­tel­kon­so­le oder das Hand­schuh­fach. Man­che Emp­fän­ger las­sen sich auch per Saug­napf an der Front­schei­be befes­ti­gen.
  3. Schlie­ßen Sie den Emp­fän­ger an den Anschluss für den Ziga­ret­ten­an­zün­der an (Strom­ver­sor­gung).
  4. Schlie­ßen Sie ihn mit­tels des bei­lie­gen­den Kabels außer­dem an den AUX-Anschluss Ihres vor­han­de­nen Radi­os an (Ton­über­tra­gung).
  5. Ach­ten Sie dar­auf, dass die bei­geleg­te Wurf- oder Schei­ben­an­ten­ne und das Anschluss­ka­bel Sie nicht beim Fah­ren stö­ren und dass bei­de sich nicht bei­spiels­wei­se in den Peda­len ver­hed­dern kön­nen.
  6. Schal­ten Sie die Zün­dung Ihres Autos ein – der Emp­fän­ger star­tet mit.
  7. Füh­ren Sie auf dem Emp­fän­ger einen Sen­der­such­lauf aus.
  8. Wäh­len Sie an Ihrem bestehen­den Auto­ra­dio die Quel­le “AUX” und stel­len Sie die Laut­stär­ke wie gewünscht ein.
  9. Wäh­len Sie einen Sen­der aus, der Ihnen gefällt.

Das Gerät star­tet nun jedes Mal mit, wenn Sie los­fah­ren, und schal­tet sich nach Fahr­ten­de wie­der ab. Sofern Sie die Anten­ne nicht fest ver­le­gen, kön­nen Sie den Emp­fän­ger sogar in ver­schie­de­nen Fahr­zeu­gen ein­set­zen.

Seam­less Blen­ding: Für unter­bre­chungs­frei­en Radio­ge­nuss

Eini­ge Emp­fän­ger und Radi­os, die DAB+ unter­stüt­zen, ver­fü­gen über eine soge­nann­te Seam­less-Blen­ding-Funk­ti­on. Mit ihrer Hil­fe wird bei schwan­ken­den Emp­fangs­stär­ken auto­ma­tisch zwi­schen DAB+ und UKW gewech­selt. Sie pro­fi­tie­ren also von den Stär­ken bei­der Radio­stan­dards und kön­nen fast über­all unter­bre­chungs­frei­en Emp­fang genie­ßen. Das ist vor allem beim Auto­fah­ren prak­tisch.

Durch Umrüs­tung auf DAB+ erhal­ten Sie bes­se­ren Emp­fang und mehr Sen­der­viel­falt

Neben einer beacht­li­chen Pro­gramm­viel­falt und tat­säch­lich deut­lich bes­se­rer Ton­qua­li­tät als UKW hat das neue Digi­tal­ra­dio das Poten­zi­al, den ana­lo­gen Radio­emp­fang lang­fris­tig zu erset­zen. Nicht nur zu Hau­se, son­dern auch im Auto lässt sich DAB+ ganz ein­fach nach­rüs­ten: Ent­we­der Sie tau­schen das bestehen­de Radio aus oder Sie instal­lie­ren einen sepa­ra­ten Emp­fän­ger für DAB+. Bevor Sie jedoch Ihr altes UKW-Radio ent­sor­gen: Ach­ten Sie dar­auf, dass Ihr neu­es Gerät für DAB+ auch her­kömm­li­chen Radio­emp­fang unter­stützt. Nicht, dass Sie am Ende Ihren Lieb­lings­sen­der nicht mehr wie­der­fin­den.

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