Dis­play­bruch ist bei Smart­pho­nes noch immer ein gro­ßes Pro­blem. Fällt das Gerät von grö­ße­rer Höhe oder ein­fach etwas blöd auf einen har­ten Unter­grund, hast du schnell ein unschö­nes „Spin­nen­netz“ auf dem Bild­schirm. Das sorgt oft auch dafür, dass sich das Gerät nicht mehr wie gewohnt nut­zen lässt. Ein Wech­sel ist meist teu­er und macht natür­lich auch eine Ein­sen­dung not­wen­dig. Um das zu ver­hin­dern, ver­bau­en die Her­stel­ler immer wider­stands­fä­hi­ge­res Glas. Beim iPho­ne 12 hört das auf den Namen „Cer­a­mic Shield“ und soll deut­lich mehr aus­hal­ten als das Glas in bis­he­ri­gen iPho­nes. Was genau hin­ter dem Begriff steckt und wie es sich wirk­lich schlägt, erfährst du hier.

Cer­a­mic Shield: Was sich in dem Glas verbirgt

Um Cer­a­mic Shield zu ver­ste­hen, lohnt sich zunächst ein Exkurs zum Auf­bau eines moder­nen Smart­pho­ne-Dis­plays. Das besteht näm­lich aus meh­re­ren Tei­len: Die Basis ist das Dis­play selbst, das die Anzei­ge in dei­nem Gerät ist. Dar­über liegt eine ers­te Schicht aus dicke­rem Glas, die den Bild­schirm vor äuße­ren Ein­flüs­sen schüt­zen soll. Es folgt eine Folie, die zusam­men mit Sen­so­ren an den Sei­ten die Touch­ein­ga­ben regis­triert. Erst dar­über liegt dann die zwei­te Schicht Glas, auf der du dei­nen Fin­ger bewegst. Sie darf aller­dings nicht zu dick sein, weil das Smart­pho­ne sonst ja dei­ne Ein­ga­ben nicht erken­nen kann.

Weil es den­noch wider­stands­fä­hig sein muss, sind die Her­stel­ler stets auf der Suche nach neu­en Tech­no­lo­gien, die genau das errei­chen sol­len. Eine gro­ße Rol­le dabei spielt das US-Unter­neh­men Corning. Das hat mit Goril­la Glass ein durch che­mi­sche Pro­zes­se deut­lich kratz- und sturz­fes­te­res Glas ent­wi­ckelt, das vie­le Her­stel­ler von Smart­pho­nes bei ihren Gerä­ten ver­wen­den. Dazu gehört auch schon län­ger Apple mit dem iPho­ne. Doch solch „ein­fa­ches“ Goril­la Glass war dem Unter­neh­men aus Cup­er­ti­no für die neu­en iPho­nes wohl nicht mehr robust genug. Es muss­te eine neue Tech­nik her, die den Dis­play­schutz noch stär­ker macht.

Pas­send dazu

Gefun­den hat Apple die­se wohl mit dem Cer­a­mic Shield, das eben­falls von Corning stammt. Hin­ter dem Mar­ke­ting-Begriff ver­steckt sich im Prin­zip Glas­ke­ra­mik. Die­se kennst du viel­leicht aus dem Haus­halt, denn dort kommt sie in ers­ter Linie in der Küche zum Ein­satz. Moder­ne Koch­fel­der sind damit aus­ge­stat­tet, denn die­se sind durch Töp­fe und Pfan­nen einer hohen Belas­tung aus­ge­setzt. Krat­zer und Ris­se soll­ten bei der Benut­zung schließ­lich nicht auf­tau­chen. Glas­ke­ra­mik ist aller­dings meist, wie auch die Tech­nik in der Küche zeigt, nicht kom­plett durchsichtig.

Corning muss­te sich also etwas ein­fal­len las­sen, um genau das zu errei­chen. Der Trick: Das Unter­neh­men nutzt nano­ke­ra­mi­sche Kris­tal­le, die in das Glas ein­ge­bun­den sind. Sie sind so klein, dass Licht pro­blem­los durch­schei­nen kann und die Ober­flä­che voll­stän­dig durch­sich­tig ist. Somit beein­träch­tigt Cer­a­mic Shield die Sicht­bar­keit des Dis­plays nicht, ist durch die Stär­ke der Kera­mik aber den­noch wider­stands­fä­hi­ger als bis­he­ri­ges Schutz­glas für Bildschirme.

Ver­spre­chen: Deut­lich bes­se­rer Schutz bei Stürzen

Stür­ze sind noch immer das größ­te Pro­blem, wenn es um Schä­den an Smart­pho­ne-Dis­plays geht. Das ist natür­lich auch beim iPho­ne der Fall. Corning kon­zen­trier­te sich des­halb dar­auf, genau an die­sem Punkt anzu­set­zen. Zahl­rei­che Tests mit der neu­en Tech­no­lo­gie spä­ter stand die fina­le Zusam­men­set­zung. Die ist stark auf einen Schutz vor Beschä­di­gun­gen durch Stür­ze aus­ge­legt. Apple spricht beim iPho­ne 12 von einer „vier­mal bes­se­ren Sturz­fes­tig­keit gegen­über dem Vor­gän­ger­mo­dell“. Dort kam noch die bis­her jüngs­te Aus­bau­stu­fe des bis­he­ri­gen Schutz­gla­ses zum Ein­satz: Goril­la Glass 6. Stimmt die Behaup­tung, hat sich Corning also um ein Viel­fa­ches selbst über­trof­fen und mit Cer­a­mic Shield einen neu­en Stan­dard für Glas in Smart­pho­nes geschaffen.

You­Tuber macht den Test: So stark ist Cer­a­mic Shield wirklich

Nun kön­nen Apple und Corning viel behaup­ten, solan­ge ein Beweis für die Wider­stands­fä­hig­keit der Tech­no­lo­gie fehlt. Das iPho­ne 12 ist noch zu kurz auf dem Markt, als dass es vie­le Erfah­rungs­wer­te geben könn­te. Schließ­lich wirft nicht jeder frei­wil­lig sein Smart­pho­ne auf den Boden, nur um das neue Dis­play zu tes­ten. Zum Glück gibt es aber Men­schen, die ihre Gerä­te absicht­lich beschä­di­gen, um aus sol­chen ers­ten Tests dann Vide­os zu pro­du­zie­ren. Dazu gehört der Kanal „Mobi­le­Re­view­sEh“ auf You­Tube. Die Macher nah­men sich das iPho­ne 12 zur Brust und zogen einen Ver­gleich zum Vorgänger.

Zuge­ge­ben: Das Video anzu­schau­en ist für Tech­nik-Fans nicht gera­de ein gro­ßer Spaß, aller­dings lie­fert es wert­vol­le Erkennt­nis­se. Zunächst tes­te­te Mobi­le­Re­view­sEh das iPho­ne 11 und das iPho­ne 12 auf den maxi­ma­len Druck, dem die Dis­plays stand­hal­ten. Hier zeig­te sich bereits die ers­te posi­ti­ve Über­ra­schung: Das iPho­ne 11 brach bei 352 New­ton, das iPho­ne 12 erst bei 442 New­ton. Somit ist das neue iPho­ne in die­ser Dis­zi­plin bereits deut­lich wider­stands­fä­hi­ger als das alte Modell.

Doch nicht nur Stür­ze sind ein Pro­blem, son­dern auch Krat­zer. Auch hier­für gibt es eine Mög­lich­keit, einen Test durch­zu­füh­ren. Test­stä­be mit einer nor­mier­ten Här­te, die sich in „Mohs“ mes­sen lässt, sind hier die rich­ti­gen Tools. Natür­lich hat auch Mobi­le­Re­view­sEh sol­che für den Test her­an­ge­zo­gen. Zunächst muss­te das iPho­ne 11 ran, bei dem ab einer Här­te von sechs Mohs ers­te Krat­zer erkenn­bar waren. Beim iPho­ne 12 waren die­se hin­ge­gen erst ab sie­ben Mohs zu sehen. Bei einer Här­te von acht Mohs muss­ten sich hin­ge­gen bei­de Dis­plays klar geschla­gen geben. Offen­bar lie­fert Cer­a­mic Shield aber auch bei der Kratz­fes­tig­keit eine klei­ne Ver­bes­se­rung, auch wenn Corning sich gar nicht auf die­sen Punkt kon­zen­triert hatte.

Übri­gens: Der You­Tube-Kanal tes­te­te auch mit etwas all­täg­li­che­ren Gegen­stän­den. Das waren etwa Schlüs­sel und Mün­zen, die durch­aus zusam­men mit einem iPho­ne in einer Hosen- oder Hand­ta­sche lan­gen kön­nen. Pro­ble­me ver­ur­sach­ten die­se beim Bild­schirm aller­dings nicht.

Cer­a­mic Shield: Tech­nik ist nur auf der Vor­der­sei­te zu finden

All das gilt aller­dings nur für die Vor­der­sei­te, genau­er für das Dis­play, des Smart­pho­nes. Apple ver­wen­det näm­lich nur hier Cer­a­mic Shield. Die Rück­sei­te ist hin­ge­gen auch wei­ter­hin aus ein­fa­chem Glas. Hier kön­nen Krat­zer und Ris­se also deut­lich schnel­ler auf­tau­chen. Vor­sich­tig sein soll­test du auch mit dem Rah­men. Beim iPho­ne 12 und 12 Mini ist die­ser aus mat­tem Alu­mi­ni­um. Er gilt als etwas weni­ger anfäl­lig für Krat­zer. Beim iPho­ne 12 Pro sowie 12 Pro Max gibt es hin­ge­gen glän­zend polier­ten Edel­stahl. Hier zeich­nen sich Beschä­di­gun­gen etwas schnel­ler ab. Emp­feh­lens­wert ist in jedem Fall aber eine Hül­le, um die Mate­ria­li­en zusätz­lich zu schützen.

Apple iPho­ne 12: Cer­a­mic Shield sorgt wirk­lich für bes­se­ren Schutz

Was der You­Tube-Kanal Mobi­le­Re­view­sEh zeigt, ist sicher­lich kein rich­ti­ger Labor­test. Aller­dings ist deut­lich zu erken­nen, dass sich beim Druck- und Kratz­test im Ver­gleich zum iPho­ne 11 eini­ges getan hat. Ob es sich hier wirk­lich um einen vier­mal so hohen Schutz bei Stür­zen han­delt, ist aller­dings nur schwer zu bemes­sen. Ver­mut­lich dürf­te sich die­se Aus­sa­ge wohl nie so wirk­lich nach­prü­fen las­sen. Wün­schens­wert ist, dass Apple das Cer­a­mic Shield in der nächs­ten Genera­ti­on auch auf der Rück­sei­te verwendet.

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