Auch 2020 darf ein neu­es iPho­ne nicht feh­len – bes­ser gesagt: gleich meh­re­re. Denn Apple aktua­li­siert sein iPho­ne mit vier neu­en Model­len. Die­se unter­stüt­zen nicht nur erst­mals das 5G-Breit­band, son­dern heben sich auch optisch von ihren Vor­gän­gern ab. Was das neue iPho­ne 12 dar­über hin­aus zu bie­ten hat, hat UPDATED für dich zusam­men­ge­fasst.

Vier Vari­an­ten: Die Gerüch­te haben sich bewahr­hei­tet

Schon im Vor­feld der offi­zi­el­len Ankün­di­gung gab es zahl­rei­che Leaks und Gerüch­te rund um das 2020er iPho­ne. Am 13. Okto­ber hat Apple also das getan, was nach der Dich­te an Vor­ab­infor­ma­tio­nen zu erwar­ten war: Sie bestä­tig­ten die Gerüch­te. Ange­kün­digt hat Apple in sei­ner vor­ab auf­ge­zeich­ne­ten Prä­sen­ta­ti­on das iPho­ne 12 in vier Vari­an­ten: 

  • iPho­ne 12 
  • iPho­ne 12 mini  
  • iPho­ne 12 Pro 
  • iPho­ne 12 Pro Max 

In ihrer Hard­ware iden­tisch, unter­schei­den sich die “nor­ma­len” iPho­ne-12-Model­le von den bei­den Pros in ers­ter Linie bei der Kame­ra, der Dis­play­grö­ße und dem ver­wen­de­ten Mate­ri­al. 

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H2: Spei­cher: Mehr Platz gibt es nur beim Pro

Bei den nor­ma­len Vari­an­ten sei­ner Smart­pho­nes ist Apple noch immer spar­sam, was den inter­nen Spei­cher angeht. Sowohl das iPho­ne 12 also auch das neue iPho­ne 12 mini star­ten in sei­ner jeweils güns­tigs­ten Vari­an­te wei­ter­hin mit 64 Giga­byte (GB) Spei­cher. Anders sieht es beim iPho­ne 12 Pro und Pro Max aus. Die nied­rigs­te Kapa­zi­tät liegt hier bei 128 GB gegen­über dem iPho­ne 11 Pro, das sei­ner­zeit noch mit 64 GB ange­bo­ten wur­de. Das ist auch not­wen­dig, denn 4K-Vide­os und im Platz­be­darf ste­tig wach­sen­de Apps wie Games neh­men immer mehr Spei­cher ein. Wei­ter­hin staf­felt Apple sein iPho­ne auch beim 12er in drei Spei­cher­grö­ßen. 

Die dik­tiert letzt­lich auch den Preis des Modells. Mit 5,4 Zoll in der Bild­schirm­dia­go­na­le fällt das namens­ge­ben­de iPho­ne 12 mini ins­ge­samt am kleins­ten und leich­tes­ten aus – sogar klei­ner als das iPho­ne SE, App­les der­zei­ti­ges Ein­stei­ger­mo­dell. Des­sen Bild­schirm beläuft sich zwar nur auf 4,7 Zoll, durch das alte Design samt Touch ID ist es aber in Höhe, Brei­te und Gewicht der kom­pak­ten und hand­li­chen Bau­wei­se des mini unter­le­gen.  

Der Preis mit 64 GB Spei­cher beläuft sich hier auf 778,85 Euro zum Ver­kaufs­start. Das über drei Zen­ti­me­ter grö­ßere iPho­ne 12 Pro Max star­tet in der kleins­ten Spei­cher­va­ri­an­te, also 128 GB, mit 1217,50 Euro. iPho­ne 12 und iPho­ne 12 Pro kannst ab dem 16. Okto­ber vorbe­stel­lenbeim iPho­ne 12 mini und dem iPho­ne 12 Pro Max musst du dich noch bis zum 6. Novem­ber gedul­den. 

Modell64 GB128 GB256 GB512 GB
iPho­ne 12 mini778,85 Euro 827,55 Euro 944,55 Euro -
iPho­ne 12 876,30 Euro 925,05 Euro 1042,05 Euro -
iPho­ne 12 Pro-1120,00 Euro 1237,00 Euro 1461,20 Euro
iPho­ne 12 Pro Max-1217,50 Euro 1334,45 Euro 1558,65 Euro

Design: Neu­es, altes Äuße­res

2017 führ­te Apple mit dem iPho­ne X anläss­lich des 10. Jubi­lä­ums erst­mal das nahe­zu rand­lo­se Dis­play und Face ID als neue Ent­sperr-Metho­de ein. 2020 hält Apple zwar grund­sätz­lich dar­an fest, doch ver­packt das iPho­ne-Update in einen neu­en Rah­men.  

Mit dem iPho­ne 12 ver­ab­schie­det sich Apple auch bei sei­nem Smart­pho­ne von den abge­run­de­ten Rän­dern. Statt­des­sen läuft der Rah­men wie­der flach am Gehäu­se ent­lang. Die neue, kan­ti­ge Optik könn­te dir even­tu­ell bekannt vor­kom­men, erin­nert sie doch stark an das iPho­ne 4 von 2010. Zuletzt hat­te Apple die­se Design­än­de­rung auch bei der Revi­si­on des im Sep­tem­ber ange­kün­dig­ten iPad Air prä­sen­tiert. Dar­über hin­aus hat sich äußer­lich wenig getan. Die Notch, also die Ein­ker­bung an der Vor­der­sei­te, ist wei­ter­hin vor­han­den und gegen­über den Vor­jah­res­mo­del­len nicht klei­ner gewor­den.

Här­ter als Glas dank Cer­a­mic Shield

Anders sieht es bei der Wahl der Mate­ria­li­en aus. Denn hier hat sich tat­säch­lich was getan. So wird das Dis­play nicht län­ger durch gewöhn­li­ches Glas geschützt, son­dern durch Kera­mik gehär­te­tes Glas. In Zusam­men­ar­beit mit Corning hat Apple das soge­nann­te Cer­a­mic Shield ent­wi­ckelt, das laut Apple “här­ter als jedes Smart­pho­ne-Glas” sei. Genau genom­men wei­se das Cer­a­mic Shield eine vier­mal bes­se­re Sturz­leis­tung auf. Oder anders for­mu­liert: Die Gefahr, dass das Dis­play bei Stür­zen Schä­den nimmt oder reißt, sinkt auf ein Vier­tel gegen­über Glas  sagt zumin­dest Apple. 

Die Rück­sei­te des iPho­ne 12 (mini) besteht wei­ter­hin aus Glas und Alu­mi­ni­um. Bei den Pro-Model­len wer­tet hin­ge­gen Edel­stahl die Optik der Sei­ten­rän­der auf. Das iPho­ne 12 und das iPho­ne 12 mini hin­ge­gen kom­men mit Alu­mi­ni­um an den Kanten daher. Dank IP68-Klas­si­fi­zie­rung sind alle vier gegen Staub und Was­ser geschützt, letz­te­res bis zu sechs Meter für bis zu 30 Minu­ten.

Kopf­hö­rer und Lade­ad­ap­ter flie­gen raus

Apple hat sich beim iPho­ne 12 dazu ent­schie­den, Kopf­hö­rer und Lade­ad­ap­ter nicht län­ger dem Gerät bei­zu­le­gen. Ein Light­ning-USB-C-Kabel ist das ein­zi­ge Zube­hör, das in der klei­ner gewor­de­nen Ver­pa­ckung noch Platz fin­det. App­les Begrün­dung für die Ent­schei­dung: Durch die schma­le­re Ver­pa­ckung wür­den 70 Pro­zent mehr Gerä­te auf eine Palet­te pas­sen. Das sen­ke den logis­ti­schen Auf­wand und somit letzt­lich den Koh­len­stoff­aus­stoß. Oder um es bild­lich aus­zu­drü­cken: “Das ist so, als wür­de man 450.000 Autos pro Jahr von der Stra­ße neh­men.”

MagSafe ist zurück

Nicht nur beim Design ori­en­tiert sich Apple an der eige­nen His­to­rie. Ein neu­es wie sinn­vol­les Fea­ture über­nimmt Apple von frü­he­ren Mac­Books: Dort sorg­te MagSafe dafür, dass das Lade­ka­bel dank Magne­ten auto­ma­tisch in die Lade­buch­se des Mac­Books sprang.  

Beim iPho­ne 12 sind Magne­te in die Rück­sei­te ein­ge­las­sen, um das Smart­pho­ne beim Plat­zie­ren auf Lade­mat­ten auto­ma­tisch auf der Induk­ti­ons­spu­le aus­zu­rich­ten. Das soll nicht nur für einen opti­ma­les Lade­vor­gang sor­gen, son­dern die­sen auch noch ver­kür­zen. Denn statt 12 Watt flie­ßen bei MagSafe-zer­ti­fi­zier­tem Zube­hör 15 Watt in die Bat­te­rie. 

Für das iPho­ne 12 (mini) stellt Apple fünf Far­ben zur Aus­wahl, beim iPho­ne 12 Pro vier. Die fünf Far­ben des iPho­ne 12 sind Schwarz, Weiß, (Product)Red, Grün und Blau. Die vier Far­ben des iPho­ne 12 Pro sind Sil­ber, Gra­phit, Gold und Pazi­fik­blau. 

Dis­play: OLED und HDR für alle

Die größ­te Über­ra­schung beim Dis­play dürf­te sein, dass selbst das klei­ne Modell, das iPho­ne 12 mini, über ein OLED-Dis­play ver­fügt. 2019 war dies noch den Pro-Model­len vor­be­hal­ten. Für die­ses Jahr hat sich auch das Mar­ke­ting einen neu­en Begriff ein­fal­len las­sen: Statt eines soge­nann­ten “Liquid Reti­na HD Dis­play” ver­baut Apple im iPho­ne 12 ein “Super Reti­na XDR Dis­play”. Die Unter­schie­de machen sich in der Auf­lö­sung und der Pixel­dich­te bemerk­bar. 

ModellDis­play­grö­ßeAuf­lö­sungPixel­dich­te
iPho­ne 12 mini 5,4 Zoll (13,7 cm) 2340 x 1080 476 ppi
iPho­ne 12 6,1 Zoll (15,5 cm) 2532 x 1170 460 ppi
iPho­ne 12 Pro 6,1 Zoll (15,5 cm) 2532 x 1170 460 ppi
iPho­ne 12 Pro Max 6,7 Zoll (17 cm) 2778 x 1284 458 ppi
iPho­ne 11 6,1 Zoll (15,5 cm) 1792 x 828 326 ppi

Wei­te­re Neue­rung: Die vier neu­en iPho­nes unter­stüt­zen alle HDR10, Dol­by Visi­on und Hybrid Log Gam­ma für höhe­re Kon­tras­te und leben­di­ger wir­ken­de Far­ben. In Zah­len aus­ge­drückt beherrscht die neue iPho­ne-Genera­ti­on ein Kon­trast­ver­hält­nis von zwei Mil­lio­nen zu eins, das iPho­ne 11 schafft hier ledig­lich 1.400 zu 1. Das bereits bekann­te True Tone ist auch im iPho­ne 12 dafür zustän­dig, Inhal­te dyna­misch an äuße­re Licht­ver­hält­nis­se anzu­pas­sen.

Glei­cher­ma­ßen als kor­rekt her­aus­ge­stellt hat sich das Gerücht, dass das iPho­ne 12 doch auf 120 Hertz bei der Bild­wie­der­hol­ra­te ver­zich­tet. Die bei Apple “Pro Moti­on” genann­te Dis­play­tech­no­lo­gie kommt also wei­ter­hin aus­schließ­lich beim iPad Pro vor.

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Pro­zes­sor: Auf A13 folgt A14

Mit den neu­en Smart­pho­nes kommt auch ein neu­er Pro­zes­sor. Sein Name: A14 Bio­nic. Erst­mals vor­ge­stellt hat­te Apple den A13-Nach­fol­ger im Sep­tem­ber als Sys­tem-on-a-Chip (SoC) für das iPad Air. Auch beim iPho­ne 12 arbei­tet der 6‑Kern-Pro­zes­sor, der von einer 4‑Kern star­ken Gra­fik­ein­heit unter­stützt wird. Genaue Anga­ben zur Tak­tung der Ker­ne hat Apple wie üblich kei­ne gemacht, ver­spricht aber 50 Pro­zent mehr Leis­tung gegen­über ande­ren SoCs.

Auch die für maschi­nel­les Ler­nen zustän­di­ge Neural Engi­ne hat an Leis­tung hin­zu­ge­won­nen und kann nun Bil­lio­nen Auf­ga­ben gleich­zei­tig pro Sekun­de berech­nen. Das ist vor allem für Anwen­dun­gen rele­vant, die künst­li­che Intel­li­genz zur Daten­ver­ar­bei­tung ein­set­zen, zum Bei­spiel die Kame­ra-App des iPho­nes.

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Kame­ras: Nacht­mo­dus und LiDAR-Sen­sor

Schon beim iPho­ne 11 gab es Unter­schie­de zwi­schen den nor­ma­len und Pro-Model­len bei der Kame­ra. Glei­ches gilt auch für das iPho­ne 12.

In den Basis-Vari­an­ten sind zwei Lin­sen mit je 12 Mega­pi­xeln ver­baut – für Weit­win­kel- und Ultra­weit­win­kel-Fotos. Beim iPho­ne 12 Pro und 12 Pro Max kommt ein Tele­ob­jek­tiv mit opti­schem Zoom dazu.

Dar­über hin­aus kommt auch nur bei den Pro-Vari­an­ten zusätz­lich ein LiDAR-Sen­sor zum Ein­satz. “LiDAR” steht für “Light Detec­tion and Ran­ging” und bedeu­tet, dass das iPho­ne 12 Pro (Max) die Umge­bung mit­tels Laser­strahl abtas­tet. Die­se spe­zi­el­le Raum­wahr­neh­mung — die zum Bei­spiel auch auto­nom fah­ren­de Autos bei der Ori­en­tie­rung unter­stützt — ver­bes­sert unter ande­rem AR-Anwen­dun­gen durch eine prä­zi­se­re Ver­mes­sung der Umge­bung sowie den Auto­fo­kus der Kame­ra, der vor allem bei schlech­ten Licht­ver­hält­nis­sen von dem Sen­sor pro­fi­tiert. Als ein­zi­ges Modell erhält das iPho­ne 12 Pro Max eine opti­sche Bild­sta­bi­li­sie­rung mit Sen­sor­ver­schie­bung, die leich­te Erschüt­te­run­gen aus­glei­chen soll.

An den 12 Mega­pi­xeln der Front­ka­me­ra hat sich nichts getan. Dafür ist die­se nun dank Nacht­mo­dus eben­falls in der Lage, schwa­che Aus­leuch­tung bei Sel­fies aus­zu­glei­chen. Die Extra­power des A14 Bio­nic und die ver­bes­ser­te Neural Engi­ne kom­men auch dei­nen Foto­gra­fie-Ambi­tio­nen zugu­te. Durch Machi­ne Lear­ning erkennt das iPho­ne 12 ein­zel­ne Details und hebt die­se stär­ker her­vor. So kom­men zum Bei­spiel natür­li­che Struk­tu­ren auf Unter­grün­den bes­ser zur Gel­tung. 

Video-Auf­nah­men beherrscht das iPho­ne 12 (mini) mit bis zu 60 Bil­dern pro Sekun­de (fps), abhän­gig der gewähl­ten Auf­lö­sung. Bei den Pro-Model­len spielt die Auf­lö­sung kei­ne Rol­le, hier sind immer bis zu 60 Bil­der mög­lich.

Mobil­funk: Apple setzt auf 5G-Tech­nik

Eine tech­ni­sche Neue­rung, die mit dem iPho­ne 12 ein­her­geht  und auf die Apple beson­ders viel Wert legt –, ist die 5G-Unter­stüt­zung. Dass der neue Netz­stan­dard eine immer grö­ße­re Rol­le bei den Her­stel­lern von Mobil­funk­ge­rä­ten spielt, demons­trier­te nicht zuletzt auch Goog­le mit dem Pixel 5. 

Das Pro­blem hier­zu­lan­de mit 5G ist jedoch, dass der Aus­bau und dem­entspre­chend die Netz­ab­de­ckung nur sehr lang­sam vor­an­ge­hen. Inso­fern pro­fi­tierst du in Deutsch­land nur bedingt vom neu­en Tur­bo-Inter­net. Immer­hin ver­spricht Apple, mehr 5G-Bän­der zu unter­stüt­zen als ande­re Her­stel­ler  und das ist gar nicht so unwich­tig, da jedes Land ande­re Fre­quenz­bän­der für das Netz nutzt. 

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Unter opti­ma­len Bedin­gun­gen erreichst du unter 5G bis zu 3,5 Giga­bit pro Sekun­de beim mobi­len Sur­fen. Unter­wegs hoch­auf­lö­send strea­men oder online stö­rungs­frei spie­len sind mit 5G also theo­re­tisch pro­blem­los mög­lich  vor­aus­ge­setzt, du hast einen ent­spre­chen­den Tarif. Mit dem soge­nann­ten Smart Data Mode akti­viert und deak­ti­viert das iPho­ne 12 5G übri­gens auto­ma­tisch, um Akku und Daten­vo­lu­men zu scho­nen.

Betriebs­sys­tem: iOS 14 ab Werk

Wie üblich lie­fert Apple sei­ne neu­es­ten iPho­nes mit dem aktu­el­len iOS als Betriebs­sys­tem aus. Auf den iPho­ne-12-Model­len ist dem­entspre­chend das im Sep­tem­ber erschie­ne­ne iOS 14 vor­in­stal­liert. iOS 14 hält jede Men­ge neue Fea­tures bereit, unter ande­rem Wid­ge­ts, Bild-in-Bild-Optio­nen und neue iMes­sa­ge-Funk­tio­nen. Was iOS 14 im Detail mit sich bringt, haben wir in einem geson­der­ten Arti­kel aus­führ­lich beleuch­tet.

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