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Versandkartons aus Paludi-Biomasse

Innovative Versandkartons aus mindestens 10% Moorpflanzen

Auch wenn wir nach Möglichkeit auf zusätzliche Verpackungen verzichten, benötigen schwere oder sperrige Artikel weiterhin einen stabilen Versandkarton. Deshalb arbeiten wir kontinuierlich daran, unsere Verpackungen weiterzuentwickeln. Ein Beispiel dafür ist der OTTO Paludi-Versandkarton.



Für seinen innovativen Ansatz wurde der Karton 2025 mit dem Deutschen Verpackungspreis in der Kategorie „Materialsubstitution“ ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich vom Deutschen Verpackungsinstitut e.V. (dvi) vergeben und prämiert Lösungen, die bisher eingesetzte Rohstoffe durch alternative Materialien ersetzen. Dazu hat eine unabhängige Jury insbesondere die ökologische Verbesserung durch die Materialsubstitution sowie deren Auswirkungen auf Funktionalität, Produktschutz, Recyclingfähigkeit und Ressourceneffizienz bewertet.

Logo Verpackungspreis "Materialsubstitution"







Der Paludi-Versandkarton besteht zu mindestens 10% aus Paludi-Biomasse. Dabei handelt es sich um Seggen, die auf wiedervernässten Moorflächen wachsen und geerntet werden können. Die Pflanzen werden mechanisch verarbeitet, zu Pellets aufbereitet und anschließend in der Papierherstellung eingesetzt.

Das daraus entstehende Papier besteht neben Paludi-Biomasse aus FSC®-zertifiziertem Recyclingpapier sowie einem geringen Anteil FSC®-zertifizierter Frischfaser, der für die notwendige Stabilität des Kartons sorgt. Ein Versandkarton besteht aus mehreren Papierlagen. Die Paludi-Papiere kommen dabei in der äußersten Lage zum Einsatz.

Aktuell bestehen die eingesetzten Paludi-Kartons je nach Kartongröße aus 10% Paludi-Biomasse, 90% bzw. 75% Recyclingpapier und beinhalten bei größeren Kartongrößen bis zu 15% Frischfaserpapier.

Der aktuelle Karton ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung neuer Verpackungslösungen mit Paludi-Biomasse. Bis Ende 2026 sollen 50% der OTTO Versandkartons Paludi-Biomasse enthalten. Unser Ziel: Bis Ende 2027 werden alle OTTO-Versandkartons des Verkäufers OTTO einen Anteil von mindestens 10% Paludi-Pflanzen enthalten. Parallel arbeiten wir an neuen Materialzusammensetzungen mit weiteren Moorgräsern, wie z.B. Schilf oder Rohrkolben, und unterschiedlichen Anteilen.

Die eingesetzte Paludi-Biomasse schafft neue Nutzungsmöglichkeiten für wiedervernässte Moore und eröffnet Landwirt*innen zusätzliche wirtschaftliche Perspektiven. Auf den nassen Flächen können Pflanzen wie Seggen, Binsen, Schilf oder Rohrkolben angebaut werden, die als Rohstoffe beispielsweise für Papier, Verpackungen oder Baustoffe genutzt werden. Dadurch entstehen neue Wertschöpfungsketten und zusätzliche Einkommensmöglichkeiten für landwirtschaftliche Betriebe.

Warum Moore dabei eine Rolle spielen

Moore speichern große Mengen Kohlenstoff im Boden. Werden sie entwässert, zersetzt sich der Torf und CO₂ wird freigesetzt. Daher gelten Moore in Wissenschaft und Politik als bedeutende Kohlenstoffspeicher. In 2023 setzen trockengelegte Moorflächen in Deutschland jährlich rund 53 Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente frei*. CO₂-Äquivalente (CO₂e) sind eine gemeinsame Maßeinheit, mit der die Klimawirkung verschiedener Treibhausgase in die entsprechende Menge an CO₂ umgerechnet wird. So lassen sich die Emissionen unterschiedlicher Gase direkt vergleichen und zusammenfassen.

Um ein Moor wiederherzustellen, muss insbesondere das Wasser zurückgehalten und der natürliche hohe Wasserstand wiederhergestellt werden. Dadurch lassen sich die CO₂-Emissionen entwässerter Moore deutlich reduzieren und die natürliche Kohlenstoffspeicherung wieder ermöglichen. Zur Wiedervernässung trockengelegter Moore werden unter anderem Entwässerungsgräben geschlossen und Drainagesysteme angepasst, sodass der Wasserstand dauerhaft angehoben wird.  

* Quelle:  MOORATLAS 2023, ein Kooperationsprojekt der Heinrich-Böll-Stiftung gemeinsam mit dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland und der Michael Succow Stiftung