Wird Windows 10 immer langsamer? Oder stürzen einige Programme immer wieder ab? Wenn der Rechner nicht mehr rundläuft, ist es womöglich Zeit für eine Defragmentierung. Dadurch kannst du deinen Computer nicht nur leistungsfähiger machen, sondern auch wichtigen Speicherplatz freigeben. UPDATED zeigt dir, wie einfach du deine Festplatte(n) unter Windows 10 defragmentieren kannst.

Warum ist es sinnvoll, Festplatten zu defragmentieren?

Die meisten Windows-Computer im niedrigen und mittleren Preissegment verfügen über eine oder mehrere sogenannte HDD(s) (Hard Disk Drive/Festplatte). Sie speichert Daten dort, wo gerade Platz ist. Das funktioniert bestens, solange sie nur wenige Daten enthält. Wird die Festplatte aber immer voller, passen zusammenhängende Daten unter Umständen nicht mehr vollständig in eine der verbliebenen Lücken.

In diesem Fall fragmentiert das System die Daten, um die Lücken zu füllen. Dadurch kann es passieren, dass etwa ein Programm in diversen Teilen auf mehreren sogenannten Spuren der Festplatte abgelegt wird. In der Folge muss Windows 10 jedes Mal auf diese verschiedenen Spuren zugreifen, um das Programm auszuführen.

Das kann nicht nur das Programm selbst, sondern den gesamten Computer verlangsamen. Je voller bzw. älter die Festplatte ist, umso stärker wird die Fragmentierung und umso ineffizienter arbeitet der Computer. Deshalb ist es sinnvoll, die HDD(s) bei Windows 10 hin und wieder zu defragmentieren und dadurch die Vereinzelung der Daten zu verringern. Darüber hinaus sorgt eine Defragmentierung häufig für mehr Speicherplatz auf der Festplatte.

Hinweis: Bei SSDs (Solid State Drives) ist keine Defragmentierung nötig bzw. empfehlenswert, da sie Daten anders speichern als HDDs. Mehr dazu liest du weiter unten im Artikel.

Was passiert bei einer Defragmentierung?

Eine Defragmentierung bedeutet im Prinzip, dass das System vereinzelt gespeicherte, aber zusammengehörige Daten gemeinsam an einem Ort ablegt. Dabei sortiert Windows 10 die HDD neu und organisiert sie nach Möglichkeit derart, dass die Daten eines Programms an einer Stelle zusammengeführt werden. Zudem werden beim Defragmentieren unnötige Datenreste von der Festplatte gelöscht.

Wann solltest du eine Defragmentierung vornehmen?

Während Windows 10 die Daten optimiert, steht die jeweilige Festplatte nur begrenzt zur Verfügung. Somit stört das Aufräumen eventuell bei der Nutzung des PCs. Da auf dem Computer dadurch unter Umständen über Stunden kein vernünftiges Arbeiten möglich ist, kann es sich lohnen, das Defragmentieren auf die Nacht oder Randzeiten am Tag zu legen.

Auch wenn es jedes Mal Zeit kostet, solltest du die Optimierung in regelmäßigen Abständen durchführen. Mindestens alle paar Monate ist eine Defragmentierung sinnvoll. Wenn du nicht gezwungen sein möchtest, daran zu denken, den Vorgang immer wieder zu starten, kannst du den Prozess auch automatisieren.

Festplatten bei Windows 10 defragmentieren: Schritt für Schritt

Festplatten unter Windows 10 zu defragmentieren, ist ganz einfach. Dafür stellt Microsoft Bordmittel zur Verfügung. Den Vorgang startest du folgendermaßen:

  1. Klicke links unten in der Taskleiste auf das Windows-Symbol und gib defrag in die dortige Suchleiste ein.
  2. Eine Suche startet, dort sollte ganz oben in der Ergebnisliste Laufwerke defragmentieren und optimieren stehen. Klicke darauf.
  3. Das Fenster Laufwerke optimieren öffnet sich mit einer Übersicht deiner Festplatten und Laufwerke. Darin ist in der Regel die oberste blau markiert. Nun kannst du entscheiden, ob du nur diese, eine andere oder mehrere der aufgeführten Festplatten defragmentieren bzw. optimieren möchtest. Klicke beispielsweise auf eines der Laufwerke, um nur dieses auszuwählen. Oder halte die Taste Strg gedrückt und klicke mit der linken Maustaste auf weitere Festplatten, um diese ebenfalls auszuwählen.
  4. Möchtest du zuerst wissen, wie stark deine Festplatten bereits fragmentiert sind, klicke auf den Button Analysieren. In wenigen Sekunden berechnet Windows 10 nun den prozentualen Anteil der Fragmentierung. Je höher dieser ist, umso mehr kann eine Defragmentierung nützen.
  5. Möchtest du die Defragmentierung nun starten? Dann klicke auf Optimieren, um den Vorgang zu beginnen.

Windows 10 fängt nun an, die ausgewählte(n) Festplatte(n) zu defragmentieren. Achte dabei darauf, dass sich der Computer nicht zwischendurch abschaltet, weil zum Beispiel der Akku des Laptops leer ist. Denn das unterbricht die Defragmentierung und es wäre dann nötig, sie erneut zu starten.

Wie lange dauert eine Defragmentierung?

Die Dauer des Defragmentierungsvorgangs hängt stark davon ab, wie viele Festplatten du ausgewählt hast. Auch die Größe der einzelnen Festplatten und die Belegung des Speicherplatzes beeinflussen, wie viel Zeit das Optimieren in Anspruch nimmt.

Die Spanne ist daher sehr weit und kann von wenigen Minuten bis zu mehreren Stunden reichen. Gerade, wenn es viel zu optimieren gibt, kann es deshalb sinnvoll sein, Windows 10 in einem Zeitraum zu defragmentieren, in dem du den Rechner nicht brauchst.

Defragmentieren unter Windows 10 automatisieren

Wann hast du noch mal die letzte Defragmentierung durchgeführt? War es vor drei Monaten, einem halben Jahr oder doch schon vor einem Jahr? Damit du dir nicht zu merken brauchst, wann das Defragmentieren deiner Festplatten wieder ansteht, lässt sich der Prozess unter Windows 10 ganz einfach automatisieren.

Ob bereits eine Automatisierung des Vorgangs vorliegt oder nicht, siehst du ebenfalls in dem Fenster Laufwerke optimieren. Öffne dieses wie oben beschrieben und schaue links unten auf das Menü Geplante Optimierung. Steht dort Ein und Die Laufwerke werden automatisch optimiert? Dann läuft das Defragmentieren bereits regelmäßig und eigenständig ab. Direkt darunter findest du die Angabe, wie häufig Windows 10 die Festplatten derzeit optimiert, zum Beispiel Häufigkeit: wöchentlich.

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Steht dort stattdessen Aus? Oder möchtest du die Häufigkeit bzw. die Laufwerke, die automatisch defragmentiert werden, anpassen? Dann gehst du folgendermaßen vor:

  1. Klicke in dem Fenster Laufwerke optimieren unter Geplante Optimierung rechts unten auf Einstellungen ändern. Ggf. wirst du an dieser Stelle nach dem Administrator-Passwort gefragt – gib es ein.
  2. Ein neues Fenster mit der Überschrift Optimierungszeitplan öffnet sich. Achte hier darauf, dass bei dem obersten Kästchen neben Ausführung nach Zeitplan ein Häkchen gesetzt ist. Nur dann wird das Defragmentieren automatisch durchgeführt.
  3. Entscheide im Drop-down-Menü neben Häufigkeit, wie oft Windows 10 deine HDD optimieren soll. Bei normaler Nutzung zu Hause reicht das Monatlich. Du kannst aber auch Wöchentlich oder Täglich auswählen, wenn du etwa sehr häufig Daten speicherst und wieder löschst.
  4. Darunter befindet sich die Checkbox Aufgabenpriorität erhöhen, wenn drei aufeinanderfolgende geplante Ausführungen verpasst werden. Setze hier ein Häkchen, wenn es nicht bereits vorausgewählt ist. Der Vorteil: Kann dein Rechner über längere Zeit keine Defragmentierung durchführen, erhöht er die Priorität dieser Aufgabe.
  5. Klicke anschließend auf Auswählen, um festzulegen, welche Festplatten Windows 10 automatisch defragmentieren soll. Bestätige die Auswahl mit OK.
  6. Klicke danach im Optimierungszeitplan auf OK, um sämtliche Einstellungen zum automatischen Defragmentieren zu bestätigen.

SSD defragmentieren: Ist das sinnvoll?

Neuere Computer haben oft SSDs oder eine solche zusätzlich zur HDD verbaut. Die SSD funktioniert jedoch nach einem gänzlich anderen System. Sie fragmentiert die Daten nicht mehr, sondern legt sie automatisch immer gebündelt ab.

Eine SSD zu defragmentieren, ist daher wenig sinnvoll. Darüber hinaus könnte mehrfaches Defragmentieren der Festplatte schaden und ihre Funktionsdauer verkürzen.

Bei älteren Windows-Versionen tauchen daher SSDs im Defragmentierungs-Tool gar nicht erst auf. Unter Windows 10 wurde die klassische Defragmentierung um die Ausführung des sogenannten TRIM-Befehls erweitert, mit dem SSDs optimiert werden können. Deshalb heißt das Menü seitdem auch, wie oben zu sehen, Laufwerke optimieren (statt “Laufwerke defragmentieren”).

Der TRIM-Befehl sollte eigentlich automatisch ablaufen und vorhandene SSDs stetig optimieren. Wer seine SSD dennoch manuell optimieren möchte, kann sie bei Laufwerke optimieren ebenfalls anwählen und die Optimierung dort ausführen.

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Läuft der Computer immer weniger rund oder stürzen bestimmte Programme regelmäßig ab, kann eine Defragmentierung deiner Festplatte(n) hilfreich sein. Diese Optimierung kannst du ganz einfach starten oder auch automatisiert ablaufen lassen. Wichtig ist dabei unter Umständen, dass du ausreichend Zeit einplanst. Beachte dabei auch, dass das klassische Defragmentieren lediglich für HDDs sinnvoll ist. Die neueren SSDs werden in der Regel automatisch optimiert.

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