Die Augen tränen, die Nase läuft, die Haut juckt: Jeder fünfte Deutsche leidet unter einer Allergie, hervorgerufen durch Milben, Tierhaare oder Waschmittelrückstände. Substanzen, die sich besonders gut in Heimtextilien festsetzen und dadurch Allergien verstärken und sogar auslösen können. Doch von der Auswahl der richtigen Waschmittel über die geeigneten Waschprogramme bis hin zu speziellen Anti-Allergen-Waschmaschinen können Allergiker viel tun, um lästigen allergenen Substanzen den Garaus zu machen. Der UPDATED Ratgeber zeigt lohnenswerte Allergiker-Tipps rund um die Waschmaschine, damit Augen und Nasen trocken bleiben.

Das können Anti-Allergiker-Waschmaschinen

Immer mehr Hersteller haben Allergiker als neue Zielgruppe entdeckt und bieten moderne Waschmaschinen, die durch spezielle Anti-Allergie-Programme Allergene wie Pollen, Milben, Tierhaare und Waschmittelrückstände aus Bettwäsche und Kleidung entfernen sollen. Hierbei kombinieren die Waschmaschinen drei verschiedene Ansätze:

  • Sowohl herkömmliche als auch Allergiker-Waschmaschinen bieten Waschprogramme mit 60 Grad Celsius oder mehr an, die sich insbesondere für Bettwäsche, Handtücher, Tierdecken und Putzmaterialien eignen. Der Unterschied besteht in der Waschdauer mit diesen hohen Temperaturen. Bei Anti-Allergiker-Waschmaschinen sollen 60 Grad Celsius und mehr für mindestens 20 Minuten erreicht werden, während herkömmliche Waschmaschinen nur für einige Minuten aufheizen und die Wäsche dann wieder abkühlen lassen.
  • Unter Dampf: Hand in Hand mit den hoch temperierten Waschprogrammen der Anti-Allergie-Waschmaschinen geht der Einsatz von Dampf: Die Steam-Wash-Technologie sorgt dafür, dass die Waschtemperaturen konstant hoch gehalten und Allergien auslösende Erreger und Stoffe aktiv ausgewaschen werden. Positiver Nebeneffekt: wie beim Bügeln reduziert der intensive Dampfausstoß Falten und Knitter schon während des Waschvorgangs.
  • Einige Hersteller setzen außerdem auf die desinfizierende Wirkung von Silber. Die Ionen des Edelmetalls ziehen die Allergien verursachenden Schadstoffe aktiv aus der Wäsche, töten Gerüche und Bakterien wirksam ab. Bei dieser modernen Technologie fließt das Wasser zunächst über mehrere Platten aus Silber, bevor es in die Wäschetrommel gelangt und auf Ihre Wäsche trifft. Der große Vorteil dieser Technologie ist, dass sich die desinfizierende Wirkung des Silbers auch bei Temperaturen von weniger als 60 Grad einstellt und so auch empfindliche Kleidungsstücke wie Unterwäsche oder Sportkleidung reinigt.

Bei besonders ausgeprägten Allergien oder mehreren betroffenen Personen in einem Haushalt kann die Anschaffung einer Anti-Allergiker-Waschmaschine durchaus sinnvoll sein. Jedoch haben die modernen Geräte auch entscheidende Nachteile: Neben dem hohen Anschaffungspreis schlagen die speziellen, sehr heißen Waschprogramme mit einem deutlich höheren Energieverbrauch zu Buche. Nach Aussage der Hersteller benötigt ein Anti-Allergiker-Waschgang circa die doppelte Energie wie ein Sparprogramm. Bei der Anschaffung einer Waschmaschine für Allergiker sollten Sie daher unbedingt auf eine hohe Energieeffizienzklasse wie A+++ achten. Anti-Allergiker-Waschmaschinen erkennen Sie an dem ECARF-Qualitätssiegel für allergiefreundliche Produkte.

Hauptsache heiß? Diese Waschprogramme sind für Allergiker geeignet

Hausstaubmilben gehören nach Pollen zu den zweithäufigsten Auslösern von Atemwegserkrankungen in Deutschland. Dies liegt vor allem daran, dass Hausstaubmilben sehr Widerstandsfähig sind und selbst bei 1200 Umdrehungen der Waschmaschine überleben. Um Bettwäsche, Handtücher & Co. wirklich von Milben zu befreien und diese abzutöten, sind daher Waschtemperaturen von mindestens 60 Grad Celsius erforderlich. Bei 40 Grad Celsius liegt die Erfolgsquote noch unter 10 Prozent. Auch andere Substanzen, die Allergien auslösen können, wie Pollen, Hautschuppen und Haare von Haustieren, werden bei höheren Waschtemperaturen zuverlässiger entfernt. Gleichzeitig ist es wichtig, dass diese Heimtextilien, auf denen sich Milben bevorzugt niederlassen, einmal wöchentlich für eine Dauer von mindestens 40 Minuten bei diesen hohen Temperaturen zu waschen.

Da die meisten Kleidungsstücke nicht für solche hohen Waschtemperaturen geeignet sind, können Sie das Waschen bei niedrigen Temperaturen von 30 und 40 Grad Celsius jedoch erheblich effektiver gestalten, indem Sie die Wäsche nach der Hauptwäsche mindestens zweimal mit kaltem Wasser nachspülen. Der Temperaturunterschied sorgt dafür, dass die Anzahl der Hausstaubmilben weiter reduziert wird. Gleichzeitig werden auch Rückstände aus Waschmitteln deutlich reduziert. Hierzu aktivieren Sie das Spülprogramm Ihrer Waschmaschine nach dem Hauptwaschgang.

So waschen Sie Encasing Schutzbezüge richtig

Viele Allergiker setzen auf milbendichte Schutzbezüge, sogenannte Encasing Bezüge, für Matratzen, Kissen und Bettdecken. Der besonders feinmaschige Bezug fängt den reizenden Milbenkot rechtzeitig auf, sodass der Staub der Ausscheidungen nicht mehr aufgewirbelt werden kann, sobald das Bett gemacht oder die Matratze gedreht wird. Außerdem entziehen die Encasing Schutzbezüge Milben ihre notwendigen Nahrungsgrundlage, indem sie verhindern, dass Hautschuppen, von denen sich Milben ernähren, bis in die Matratze vordringen.

Ihre Encasings sollten regelmäßig gewaschen werden. Empfehlenswert ist es, die Allergiker-Bezüge circa viermal jährlich bei mindestens 60 Grad in der Waschmaschine zu waschen. Werden sie häufiger gewaschen, besteht die Gefahr, dass die Textilien ihre Schutzwirkung einbüßen. Trotz intensiver Reinigung sammelt sich auch in den Encasings mit der Zeit Schmutz an. Hier hilft dann oft nur noch der Austausch der Bezüge nach etwa drei bis vier Jahren. Leiden Sie unter einer starken Milbenallergie, bitten Sie nach Möglichkeit eine andere Person, das Abziehen der Bezüge für Sie zu übernehmen, damit Sie nicht zwangsläufig den aufgewirbelten Staub einatmen.

Bei dieser Nuss sollten Allergiker zugreifen

Die indische Waschnuss – sapindus trifoliatus – ist die Empfehlung für jeden Waschmittel-Allergiker – vorausgesetzt, er leidet nicht unter einer Nussallergie. Hierbei handelt es sich um die Frucht des Soapnut Baumes, die in Indien und Pakistan schon seit mehreren Jahrhunderten der Wäsche beigegeben wird. Grund ist ihr hoher Gehalt an Saponin, ein Wirkstoff, der nicht nur eine besonders hohe Reinigungskraft besitzt, sondern auch Schädlingen wie Bakterien und Pilzen den Kampf ansagt. Ein weiterer Pluspunkt: Die indische Wundernuss macht die Wäsche kuschelweich und stellt dabei sogar die Wirkung manch herkömmlicher Weichspüler in den Schatten. Die Nüsse sind inklusive Baumwollbeutel in gut sortierten Reformhäusern oder im Internet erhältlich und können bei jeder Temperatur als Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln genutzt werden. Pro voller Waschtrommel werden die Schalen von drei geknackten Waschnüssen in einem Baumwollbeutel mit in die Wäsche gegeben. Am einfachsten lassen sich die Waschnüssen mit herkömmlichen Nussknackern knacken. Es gibt mittlerweile auch die ersten Hersteller von Anti-Allergiker Waschmittel, die diesen Job für Sie übernehmen und Waschpulver mit dem Wirkstoff der Waschnuss anbieten. Diese Produkte haben den Vorteil, dass sie zusätzlich ein Bleichmittel erhalten, welches Ihre Wäsche vor Grauschleiern schützt – etwas, was der Waschnuss allein nicht gelingt und worin beim Waschen von weißer Wäsche ihr entscheidender Nachteil liegt.

Das richtige Waschmittel für Allergiker

Herkömmliche Waschmittel enthalten eine Vielzahl von Inhaltsstoffen, die im Verdacht stehen, Allergien auszulösen. Hierzu gehören Parfümstoffe, Tenside, Aufheller, Enzyme und weitere Zusatzstoffe, die nach dem Waschen in den Textilfasern haften bleiben. Kommen diese Bestandteile beim Tragen der Kleidung mit Haut und Körperschweiß in Berührung, kann es zu den typischen Symptomen einer Waschmittelallergie wie Jucken oder Hautrötungen kommen. Ob und welche Waschmittelbestandteile eine Allergie auslösen können, ist sehr schwierig nachzuweisen, da jeder Mensch anders auf Allergene reagiert. Reagieren Sie auf Ihre gewaschene Wäsche mit trockener Haut, Juckreiz, Ekzemen, Hautausschlag, Schnupfen, Husten oder Halskratzen, sollten Sie Ihr herkömmliches Waschmittel gegen hautfreundliche Alternativen austauschen und zu ein paar Tricks greifen.

  • Allergiker-Waschmittel wählen. Zahlreiche Hersteller bieten spezielle Allergiker-Waschmittel an, welche die bisher bekannten Allergene nicht mehr enthalten und kaum Waschmittelrückstände in der gewaschenen Wäsche hinterlassen. Hierzu gehören hautfreundliche Basiswaschmittel in Form von Flüssigwaschmittel sowie Waschpulver. Sie werden wie herkömmliches Waschmittel verwendet und dosiert und sind in Drogerien, Reformläden und gut sotierten Supermärkten erhältlich. Achten Sie bei Ihrem Kauf auf entsprechende Bezeichnungen wie “allergikerfreundlich” und “Allergiker-Waschmittel”.
  • Die Überdosierung von Waschmittel führt schnell dazu, dass Waschmittelrückstände in der sauberen Wäsche verbleiben. Sie sollten auch bei stark verschmutzter Wäsche die Herstellerangaben nicht überschreiten, sondern schmutzige Stellen vor dem Waschgang vorbereiten. Einige smarte Waschmaschinen kennen das Problem der Überdosierung und schließen es mit einer automatischen Waschmitteldosierung aus. Über eine integrierte Sensorik erkennt die Maschine Wäschemenge und Textilart und passt die Wasserzufuhr sowie die tatsächlich benötigte Waschmittelmenge an. Dadurch lässt sie entweder Waschmittel in den Kammern zurück oder reagiert auf besonders verschmutzte Wäsche mit einer Nachdosierung.
  • Achtung bei Weichspülern. Weichspüler macht die Wäsche weich und verleiht ihr einen angenehmen Duft. Für Ihre Haut bedeutet dies aber eine zusätzliche Belastung durch enthaltene Duftstoffe. Möchten Sie trotzdem nicht auf das kuschelige Gefühl der frischen Wäsche verzichten, empfiehlt sich der Kauf von allergiefreien Weichspülern, deren Duftstoffe im Vergleich zu herkömmlichen Weichspülern kein Problem für Allergiker darstellen.
  • Vergleichen Sie vor dem Kauf eines Waschmittels die Inhaltsstoffe. Denn je mehr unterschiedliche Inhaltsstoffe im Waschmittel enthalten sind, desto höher ist auch die Gefahr, dass sich darunter ein Allergieauslöser verbirgt.

Gallseife bei stark verschmutzter Kleidung

Häufig greift man bei stark verschmutzter Kleidung zu überproportional viel Waschmittel. Die Kleidung wird zwar in der Regel sauber, steckt jedoch auch voller Waschmittelrückstände, die zu Hautreizungen führen können. Daher lohnt es sich insbesondere für Allergiker, stark verschmutzte Wäsche vor dem Waschgang in der Waschmaschine vorzubereiten. Empfehlenswert ist ebenfalls an dieser Stelle ein hautfreundliches Mittel, das bereits zu Großmutters Zeiten für strahlend weiße Wäsche genutzt wurde: Gallseife. Der Vorteil: Es ist sehr günstig und völlig frei von Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen. Haben sich in Ihrem Kleidungsstück unschöne Gelbschleier oder Fett- und Eiweißflecken, wie Öl, Lippenstift, Blut, Wein und Ketchup festgesetzt, empfiehlt sich die Vorbehandlung mit Gallseife aus der Drogerie. Das natürliche Wundermittel aus Kernseife und Rindergalle ist als flüssige Seife sowie als festes Seifenstück erhältlich. Wie die Verwendung dieses klassischen Reinigungsmittels gelingt, erfahren Sie im Folgendem Schritt für Schritt.

  1. Als erstes sollten Sie den Fleck mit etwas lauwarmem Wasser gut anfeuchten.
  2. Danach reiben Sie den Fleck mit der Gallseife ein.
  3. Nach einer Einwirkzeit von circa 10 Minuten spülen Sie das Kleidungsstück mit lauwarmem Wasser aus.
  4. Danach kann das wie gewohnt in der Waschmaschine gereinigt werden.
  5. Handelt es sich um besonders hartnäckige Flecken oder einen sehr starken Farbschleier, können Sie die Seife auch mehrmals hintereinander auftragen und ausspülen, bevor Sie das Kleidungsstück in die Waschmaschine geben.

Allergiker-Tipps für nach der Wäsche

Da ist sie: herrlich saubere, duftende und besonders weiche Wäsche, die die Haut nicht durch Rückstände reizt und frei ist ist von Milben, Pollen und anderen allergieauslösenden Substanzen. Nun geht es ans Trocknen, bei dem Allergiker ebenfalls auf einige Tipps zurückgreifen können.

  • Weiße Wäsche, die an Wäscheleinen im Freien von Sonne und Wind getrocknet wird, gibt zwar ein schönes Bild ab, ist aber für Allergiker völlig ungeeignet. Das Trocknen an der frischen Luft sorgt dafür, dass sich beispielsweise Blütenpollen direkt auf der frisch gewaschenen und noch feuchten Wäsche festsetzen können.
  • Und auch das Trocknen in schlecht belüfteten Räumen wie Badezimmern oder Kellern ist keine gute Idee für empfindliche Allergiker-Nasen. Sporen und Keime aus der Umgebungsluft warten regelrecht darauf, sich an den gewaschenen Textilien abzusetzen.
  • Zu raue Wäsche ist ebenfalls ein großer Risikofaktor, um eine Kontaktallergie zu verstärken, da raue Gewebeoberflächen die Irritationsgefährdung der Haut erhöhen. Deshalb sollten Allergiker und Menschen mit sensibler Haut – sofern die betreffende Wäsche dafür geeignet ist – nach der Wäsche unbedingt mit einem Trockner arbeiten. Er sorgt für weichere Wäsche und trägt mit seinen hohen Temperaturen nochmals zur zusätzlichen Reduzierung von Allergenen bei.
  • Neben dem Trockner ist das Bügeleisen der beste Helfer für weiche und glatte Wäsche, die die Haut mit ihrer Oberfläche nicht zusätzlich reizen und Kontaktallergien auslösen kann.

Trockene Augen und saubere Wäsche

Pollen, Milben & Co. werden sich nie zu 100 Prozent aus Heimtextilien entfernen lassen. Dennoch gibt es einige hilfreiche Tricks mit denen sich die ungebetenen Mitbewohner und damit auch die klassischen Symptome wie juckende Haut, laufende Nase und tränende Augen reduzieren lassen, so dass sich selbst stark geplagte Allergiker trockenen Auges in saubere und weiche Bettwäsche schmiegen können. Ob Sie dabei auf modernste Technik wie Anti-Allergiker-Waschmaschinen oder auf natürliche Wundermittel wie Gallseife und Waschnüsse setzen oder sogar beide Ansätze kombinieren, bleibt Ihnen überlassen.

Mehr zum Thema Waschen finden Sie auch in unserem Ratgeber „Richtig waschen – das 1×1 des Wäschewaschens„.

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