Die Maschi­ne ist gefüllt — jetzt fehlt nur noch das Wasch­mit­tel. Ein­mal den Mess­be­cher bis oben hin fül­len und fer­tig? Wird das Wasch­pul­ver so dosiert, gelangt meist unnö­tig viel davon in die Maschi­ne. Das belas­tet nicht nur den Geld­beu­tel und die Umwelt, son­dern kann sogar die Wasch­ma­schi­ne beschä­di­gen. Wie Sie es rich­tig dosie­ren, zei­gen wir Ihnen im Fol­gen­den.

Wie­viel Wasch­mit­tel braucht ein Wasch­gang wirk­lich?

Drei dre­cki­ge Jeans brau­chen mehr Wasch­pul­ver als zwei kaum getra­ge­ne Unter­hem­den. Soviel ist klar, doch wie viel Wasch­mit­tel genau in die Maschi­ne muss, hängt noch von ande­ren Fak­to­ren ab:

  1. Von der Men­ge und Ver­schmut­zungs­grad der Wäsche.
  2. Vom Här­te­grad des Was­sers.

Im Fol­gen­den fin­den Sie kon­kre­te Anlei­tun­gen wie Sie ihr Wasch­mit­tel dosie­ren bei unter­schied­li­chen Umstän­den:

Flüs­sig- oder Pul­ver­wasch­mit­tel — was ist bes­ser?

Vie­le der ange­bo­te­nen Wasch­mit­tel gibt es in flüs­si­ger Form und als Pul­ver. Bei­de Vari­an­ten haben ihre Vor- und Nach­tei­le. Flüs­sig­wasch­mit­tel sind gut zu dosie­ren und krü­meln nicht, das macht sie prak­tisch. Pul­ver­wasch­mit­tel haben ein ande­res Plus: Sie rei­ni­gen bes­ser als ihre flüs­si­gen Gegen­stü­cke. Sowohl für Voll­wasch­mit­tel als auch Color­wasch­mit­tel wer­den Flüs­sig- und Pul­ver-Vari­an­ten ange­bo­ten. Der Vor­teil beim Säu­bern macht sich ins­be­son­de­re beim Voll­wasch­mit­tel bemerk­bar: Das Flüs­sig­mit­tel ent­hält kei­ne Bleich­mit­tel, son­dern ledig­lich opti­sche Auf­hel­ler. Dies macht sich mit der Zeit durch ein Ver­grau­en der Wäsche bemerk­bar.

Wasch­mit­tel­do­sie­rung nach Wäsche­men­ge

Die Wäsche­men­ge bezeich­net das Volu­men, das durch Ihre Wäsche­stü­cke ent­steht. Um das Wäsche­vo­lu­men pro Ladung ver­gleich­bar zu machen, wird es in Kilo­gramm gemes­sen. Die Dosie­rungs­an­ga­ben auf den Wasch­mit­tel­ver­pa­ckun­gen bezie­hen sich auf eine nor­mal gefüll­te Wäsche­trom­mel, die rund fünf Kilo­gramm tro­cke­ne Wäsche beinhal­tet. Wol­len Sie also nur eine hal­be Ladung waschen, brau­chen Sie auch nur die hal­be Dosie­rung ver­wen­den, die auf der Packung ange­ge­ben ist. Umge­kehrt soll­ten Sie die Dosie­rung ent­spre­chend erhö­hen, wenn Sie mehr als die übli­chen fünf Kilo waschen. Wenn Sie unsi­cher sind, wie­viel Ihre Wäsche wiegt, hilft ein ein­fa­cher Trick: Legen Sie die Klei­dung in einen Eimer und stel­len Sie sich mit die­sem auf Ihre Per­so­nen­waa­ge. Anschlie­ßend wie­gen Sie sich noch ein­mal mit dem lee­ren Eimer und kön­nen nun ganz ein­fach die Dif­fe­renz berech­nen.

Wasch­mit­tel­do­sie­rung nach Ver­schmut­zungs­grad

Der Ver­schmut­zungs­grad wird in drei Stu­fen unter­teilt: leicht ver­schmutzt, mit­tel ver­schmutzt und stark ver­schmutzt. Je mehr Ver­un­rei­ni­gun­gen Ihre Wäsche auf­weist, des­to höher ist der Ver­schmut­zungs­grad. Wenn der Ver­schmut­zungs­grad steigt, steigt auch der Bedarf an Wasch­mit­tel.

Unter “leicht ver­schmutzt” fällt:

  • Wäsche mit nicht sicht­ba­ren Ver­un­rei­ni­gun­gen, wie etwa Schweiß
  • Hem­den, Blu­sen oder T‑Shirts, die nur bis zu einem Tag getra­gen wur­den

Voll­wasch­mit­tel oder spe­zi­al – was braucht die Wäsche wirk­lich?

Wasch­mit­tel wer­den heu­te in diver­sen For­men ange­bo­ten. Da ist es schwer, den Über­blick zu behal­ten. Benut­zen Sie für Weiß­wä­sche ein Voll­wasch­mit­tel. Für Bun­tes soll­ten Sie auf ein Color­wasch­mit­tel zurück­grei­fen, das kei­ne opti­schen Auf­hel­ler beinhal­tet. Ein scho­nen­des Woll­wasch­mit­tel, das auf Enzy­me ver­zich­tet, ist die rich­ti­ge Wahl für Wol­le und Sei­de. Dar­über hin­aus gilt: Wenn Sie etwas für die Umwelt tun wol­len, soll­ten Sie sich für ein super kom­pak­tes, das heißt hoch­kon­zen­trier­tes Wasch­mit­tel ent­schei­den. Das hat bezüg­lich der Umwelt­be­las­tung im Ver­gleich zu einem Wasch­pul­ver in einer Zehn-Liter-Packung die Nase vorn. Der Ver­zicht auf Hygie­ne­spü­ler kommt nicht nur der Umwelt, son­dern auch Ihrer Gesund­heit ent­ge­gen: Die­se Mit­tel kön­nen All­er­gien för­dern.

Unter “mit­tel ver­schmutzt” fällt:
  • Wäsche, die Sie meh­re­re Tage getra­gen haben oder die Spu­ren wie leich­te Schmutz­s­trie­men auf­weist
  • Ver­schwitz­te Sport­be­klei­dung
  • T‑Shirts, Hem­den oder Blu­sen, die Sie mehr­fach getra­gen haben
  • Unter­wä­sche, die Sie einen Tag getra­gen haben
  • Hand­tü­cher und Bett­wä­sche, die bis zu einer Woche benutzt wur­de

Unter “stark ver­schmutzt” fällt:

  • Wäsche, die deut­lich sicht­ba­re Ver­schmut­zun­gen und Fle­cken auf­weist
  • Kin­der­klei­dung oder Sport­klei­dung mit deut­li­chen Ver­un­rei­ni­gun­gen wie Schlamm­fle­cken
  • Pull­over und T‑Shirts, die deut­li­che Fle­cken auf­wei­sen
  • Geschirr- und Küchen­hand­tü­cher
  • Baby­klei­dung und Babylätz­chen
  • Berufs­klei­dung wie Arbeits­kit­tel oder ‑over­alls

Wasch­mit­tel­do­sie­rung nach Was­ser­här­te

Die Was­ser­här­te wird in drei Stu­fen unter­schie­den: weich, mit­tel und hart. Bestimmt wird die Was­ser­här­te vom Kalk­an­teil: Je mehr Kalk sich im Was­ser befin­det, des­to här­ter ist es. Wasch­mit­tel ent­hal­ten neben den wasch­ak­ti­ven auch ent­kal­ken­de Stof­fe. Des­halb ist es wich­tig, dass Sie bei här­te­rem Was­ser mehr Wasch­mit­tel benut­zen, um Ihre Maschi­ne vor dem Ver­kal­ken zu schüt­zen. Zusätz­li­chen Ent­kal­ker müs­sen Sie nur dann ver­wen­den, wenn das Was­ser 30 Grad deut­scher Här­te (dH) über­steigt. Das ist nor­ma­ler­wei­se nicht der Fall, da die­ser Wert bereits im obe­ren Här­te­grad drei liegt. Soll­ten Sie unsi­cher sein, kön­nen Sie sich über die Wer­te in Ihrer jewei­li­gen Regi­on online im Was­ser­här­te Ver­zeich­nis oder tele­fo­nisch bei Ihrer Gemein­de und Ihrem Was­ser­werk infor­mie­ren.

Wasch­mit­tel rich­tig dosie­ren – so klappt’s

Sind Wasch­nüs­se eine Alter­na­ti­ve zum Wasch­pul­ver?

Um Gesund­heit und Umwelt zu scho­nen, sind die Früch­te des asia­ti­schen Wasch­nuss­baums zu emp­feh­len: Sie kom­men beim Wasch­gang ohne che­mi­sche Zusät­ze aus. Dass die Nuss säu­bert, liegt an soge­nann­ten Sapo­ni­nen, die in ihrer Scha­le ste­cken und beim Kon­takt mit Was­ser Sei­fe bil­den. Hier­zu­lan­de ist die­ses natür­li­che Wasch­mit­tel als Scha­le, Flüs­sig­ex­trakt und Pul­ver im Han­del. Aller­dings kommt Stif­tung Waren­test bei einem Test der Wasch­nuss zum Ergeb­nis, dass die Nüs­se in Sachen Fle­cken­ent­fer­nung nur “man­gel­haft” abschnei­den. Grund sind laut dem Test die feh­len­den Enzy­me und Bleich­mit­tel. Auch für die Wasch­ma­schi­ne sind die Nüs­se nicht zu emp­feh­len: Bei zu har­tem Was­ser ver­kalkt das Gerät schnell, wenn kein zusätz­li­cher Was­ser­ent­här­ter ein­ge­setzt wird. Ein wei­te­rer Aspekt, der von der natür­li­chen Wasch­mit­tel-Alter­na­ti­ve abhal­ten könn­te, ist der feh­len­de Duft: Mit den Nüs­sen gewa­sche­ne Wäsche weist nicht den vom Wasch­mit­tel gewohn­ten, fri­schen Geruch auf, son­dern riecht neu­tral.

Für sämt­li­che Wasch­mit­tel­sor­ten wie Flüs­sig­wasch­mit­tel, Pul­ver-Wasch­mit­tel, Per­len oder Gel-Tabs gilt: Die Her­stel­ler­an­ga­ben sind ent­schei­dend für die Dosie­rung. Sie fin­den die Wer­te auf der Ver­pa­ckung des jewei­li­gen Wasch­mit­tels. Die­se soll­ten Sie stets ein­hal­ten und nicht nach per­sön­li­chem Augen­maß vor­ge­hen. In vie­len Fäl­len fin­den Sie auf der jewei­li­gen Inter­net­sei­te des Her­stel­lers noch gründ­li­che­re Infor­ma­tio­nen zur Dosie­rung.

Wasch­mit­tel­men­ge her­aus­fin­den und abmes­sen

Die übli­che Form der Anga­be ist eine Tabel­le. Die­se bezieht sich in der Regel auf eine nor­mal bela­de­ne Wäsche­trom­mel mit einer tro­cke­nen Wasch­la­dung, die fünf Kilo­gramm wiegt. Über die Aus­wahl von Ver­schmut­zungs- und Här­te­grad erhal­ten Sie einen Dosie­rungs-Wert, der in Mil­li­li­tern ange­ge­ben ist. Um abzu­mes­sen, wird bei vie­len Wasch­mit­teln eine Dosier­hil­fe mit­ge­lie­fert. Im Fall von Flüs­sig­wasch­mit­tel han­delt es sich oft um die Kap­pe der Fla­sche. Die Her­stel­ler von Pul­ver­wasch­mit­teln und Per­len lie­fern in den meis­ten Fäl­len einen hand­li­chen Plas­tik­be­häl­ter mit. Gel-Tabs eig­nen sich für die Dosie­rung nur bedingt, da die Tabs für eine Erhö­hung oder Ernied­ri­gung der Dosie­rung je nach Men­ge zer­bro­chen wer­den müs­sen.

War­um eine fal­sche Wasch­mit­tel-Dosie­rung schäd­lich ist

Weni­ger ist mehr? Ein Tick mehr hat noch nie­man­dem gescha­det? Von wegen. Ob Sie nun zu wenig oder zu viel Wasch­mit­tel benut­zen, bei­des hat Nach­tei­le. Wel­che, lesen Sie im Fol­gen­den:

  • Zu wenig Wasch­mit­tel: Wird das Wasch­mit­tel unter­do­siert, bleibt in ers­ter Linie die Wäsche schmut­zig. Ins­be­son­de­re gro­be Ver­schmut­zun­gen ver­schwin­den dann auch nach dem Wasch­gang nicht. Gera­de wei­ße Wäsche ver­graut zudem mit der Zeit, da das im Voll­wasch­mit­tel vor­han­de­ne Bleich­mit­tel zu nied­rig dosiert ist.
    Auch die Wasch­ma­schi­ne wird in Mit­lei­den­schaft gezo­gen: Da im Wasch­mit­tel Was­ser­ent­här­ter ent­hal­ten ist, lagert sich bei rich­ti­ger Dosie­rung weni­ger Kalk an. Wird zu wenig vom Mit­tel ver­wen­det, bleibt mehr Kalk im Was­ser. Das führt zu Abla­ge­run­gen in der Maschi­ne und auf der Klei­dung. Bei­de wer­den dadurch mit der Zeit beschä­digt.
  • Zu viel Wasch­mit­tel: Auch zu viel des Guten ist schäd­lich. Wird mehr Wasch­pul­ver als nötig genutzt, steigt nicht nur der Wasch­mit­tel­ver­brauch. Es bil­det sich auch mehr Schaum, was mehr­ma­li­ges Spü­len erfor­dert und so den Was­ser­ver­brauch in die Höhe treibt. Zudem kann oft nicht das gan­ze Wasch­mit­tel wie­der aus­ge­wa­schen wer­den und es ver­bleibt in der Maschi­ne und auf der Klei­dung. Ers­te­res kann Gum­mi und ande­re emp­find­li­che Tei­le beschä­di­gen und ver­kle­ben. Letz­te­res kann gera­de auf dunk­ler Klei­dung zu wei­ßen Fle­cken oder Krü­meln füh­ren. Beson­ders für All­er­gi­ker unter Umstän­den ein Pro­blem: Wasch­mit­tel­res­te auf der Klei­dung kön­nen die Haut rei­zen.

Mehr zum The­ma Waschen fin­den Sie auch im Rat­ge­ber “Rich­tig waschen – das 1x1 des Wäsche­wa­schens”.

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