Egal ob Zeit­schrif­ten­co­ver, belieb­te Insta­gram-Posts oder ange­sag­te Pin­te­rest-Ein­trä­ge: Sie sind oft aus­ge­spro­chen bunt und knal­lig. Pro­fis mixen für den Wow-Effekt gern kon­trast­rei­che Far­ben, die war­me und kal­te Nuan­cen geschickt mit­ein­an­der kom­bi­nie­ren. Die­ser opti­sche Kunst­griff nennt sich Duo­to­ne-Effekt und kommt vor allem bei Por­trät­fo­tos gern zum Ein­satz. Mit Pho­to­shop ist der Spe­zi­al­ef­fekt in nur weni­gen Minu­ten selbst erzeugt. Lies in die­sem Rat­ge­ber, wie du aus jedem Por­trät blitz­schnell ein Duo­to­ne-Effekt-Bild bas­telst.

Duo­to­ne-Effekt: Was ist das eigent­lich?

Duo = zwei. Tone = Far­be. Ist ein Duo­to­ne-Foto also ein Bild, das aus nur zwei Far­ben besteht? Nicht ganz, aber das Prin­zip stimmt schon mal.

Für den Duo­to­ne-Effekt wer­den kon­trast­rei­che Far­ben gemixt. Die eine Far­be soll dabei einen war­men Grund­ton besit­zen, die ande­re einen eher küh­le­ren. Wich­tig ist vor allem, dass die Far­ben unter­schied­lich hell sind: So kann die dunk­le Nuan­ce die Schat­ten des Motivs her­vor­he­ben und die hel­le die bes­ser belich­te­ten Stel­len. Dadurch stellt sich ein natür­li­che­res Ergeb­nis ein.

Aller­dings bestehen Duo­to­ne-Fotos nicht nur aus zwei Far­ben, son­dern aus so vie­len, wie du willst. Der Name “Duo­to­ne” bezieht sich nur auf das Haupt­mo­tiv. Die­ses wird mit zwei unter­schied­li­chen Far­ben gestal­tet. Wie der Hin­ter­grund aus­se­hen soll, bleibt ganz dei­ner Krea­ti­vi­tät über­las­sen.

Übri­gens: Duo­to­ne-Bil­der wir­ken beson­ders effekt­voll, wenn du die übli­chen Kon­trast­far­ben der RGB-Tabel­le (Rot-Grün-Blau) ver­wen­dest. Die Tabel­le legt fol­gen­de Kon­tras­te fest:

  • Rot – Cyan
  • Grün – Magen­ta
  • Blau – Gelb

Natür­lich ist auch jede ande­re Farb­kom­bi­na­ti­on mög­lich. Hier gibt es ten­den­zi­ell kei­ne Gren­zen: je knal­li­ger, des­to bes­ser. Für den Anfang ist aber die Ori­en­tie­rung an den RGB-Kon­tras­ten sinn­voll, um ein Gefühl für den Duo­to­ne-Effekt zu bekom­men.

Duo­to­ne-Effekt-Tuto­ri­al: So geht’s mit Pho­to­shop

Willst du den Duo­to­ne-Effekt mit Pho­to­shop nach­bau­en, benö­tigst du dafür ledig­lich ein Foto mit einem zen­tra­len Motiv, das sich gut vom Rest des Bilds abhebt. Der Effekt wirkt bei Por­trät­auf­nah­men beson­ders schön. Die Por­trät­bil­der brau­chen jedoch eine gewis­se Vor­be­rei­tung auf den Spe­zi­al­ef­fekt.

Por­trät­fo­to für Duo­to­ne fit machen

Hast du ein pas­sen­des Por­trät­bild gefun­den, berei­test du es mit Pho­to­shop CS6 oder CC für die Duo­to­ne-Bear­bei­tung vor:

  1. Öff­ne Pho­to­shop. Zie­he dein Foto per Drag-and-drop in das Pro­gramm. Es wird Hin­ter­grund genannt und im Ebe­nen­kas­ten mit einem klei­nen Schloss ver­se­hen. Kli­cke ein­mal auf das Schloss, um das Foto zur Bear­bei­tung frei­zu­ge­ben. Es wird dar­auf­hin Ebe­ne 0 genannt.
  2. Nun stellst du dein Haupt­mo­tiv frei. Das kannst du etwa über das Schnell­aus­wahl-Werk­zeug oder mit dem Poly­gon-Las­so aus dem Werk­zeug­kas­ten links machen.
    Tipp: Willst du wis­sen, wie du ein Objekt mit Pho­to­shop detail­liert frei­stellst? Dann lies im Rat­ge­ber Wie Sie Bil­der in Pho­to­shop frei­stel­len: Schritt-für-Schritt-Anlei­tung, wie das genau geht.
  3. Hast du dein Motiv kor­rekt mar­kiert, wird es mit einer gestri­chel­ten Linie umran­det. Drü­cke nun Strg + J (Win­dows) oder cmd + J (Mac). So erstellst du eine neue Ebe­ne, die nur dein Haupt­mo­tiv ent­hält und von Pho­to­shop Ebe­ne 1 genannt wird.
    Tipp: Blen­de den Hin­ter­grund (= Ebe­ne 0) aus, indem du im Ebe­nen­kas­ten links neben der Ebe­ne 0 auf das klei­ne Sym­bol mit dem Auge klickst. Ver­schwin­det das Auge, ist der Hin­ter­grund aus­ge­blen­det und wird grau-kariert dar­ge­stellt.
  4. Ist dein Bild von vorn­her­ein schwarz-weiß, kannst du zum nächs­ten Kapi­tel über­ge­hen. Ist es aller­dings far­big, klickst du im Kas­ten für die Kor­rek­tu­ren auf das Sym­bol für Schwarz­weiß.
    Tipp: Siehst du die Kor­rek­tu­ren nicht über dei­nem Ebe­nen­kas­ten, gehe in der obe­ren Menü­leis­te auf Fens­ter > Kor­rek­tu­ren. Der Kas­ten wird dar­auf­hin ein­ge­blen­det.
  5. Pas­se im Menü für die Schwarz­weiß-Ebe­ne gege­be­nen­falls jede Farb­ska­la etwas an. Beson­ders prak­tisch ist es, wenn du hel­le Haut­tei­le über die Gelb­tö­ne ein wenig wei­ter erhellst (also den Schie­be­reg­ler nach rechts ziehst) und Schat­ten mit­hil­fe der Rot­tö­ne und Blau­tö­ne abdun­kelst (den Schie­be­reg­ler nach links ziehst).

Duo­to­ne-Effekt erzeu­gen

Dein Foto ist nun bereit für den Duo­to­ne-Effekt. So erzeugst du ihn in weni­gen Schrit­ten:

  1. Erstel­le eine neue Ebe­ne. Kli­cke dazu im Ebe­nen­kas­ten unten auf das Sym­bol mit dem lee­ren Blatt. Eine neue Ebe­ne namens Ebe­ne 2 wird erstellt.
  2. Kli­cke die Ebe­ne 2 mit der rech­ten Maus­tas­te an und wäh­le im Kon­text­me­nü Schnitt­mas­ke erstel­len.
  3. Wäh­le im Werk­zeug­kas­ten das Füll­werk­zeug aus und kli­cke anschlie­ßend auf die Vor­der­grund­far­be wei­ter unten im Kas­ten.
  4. Du kannst nun jede Far­be neh­men, die dir gefällt. In unse­rem Bei­spiel arbei­ten wir mit der Far­be #e87223. Bestä­ti­ge dei­ne Aus­wahl mit OK.
  5. Kli­cke anschlie­ßend in dein Foto hin­ein. Nun wirkt die Per­son wie eine oran­ge­far­be­ne Scha­blo­ne. Im Ebe­nen­kas­ten setzt du den Misch­mo­dus von Nor­mal auf Mul­ti­pli­zie­ren. Dadurch wird die Struk­tur des Motivs wie­der sicht­bar und die Far­be “ver­schmilzt” mit der Per­son.
  6. Lege noch­mals (wie eben beschrie­ben) eine lee­re Ebe­ne an und erstel­le dar­aus eine Schnitt­mas­ke. Set­ze die Vor­der­grund­far­be dies­mal auf #0f5e17 und nut­ze wie­der das Füll­werk­zeug, um die neue Ebe­ne damit zu fül­len. Set­ze den Misch­mo­dus im Ebe­nen­kas­ten in die­sem Fall auf Auf­hel­len.
    Tipp: Neben dem Misch­mo­dus kannst du auch die Deck­kraft der neu­en Ebe­ne bestim­men. Set­ze sie für die dunk­le Far­be auf etwa 80 %, um ein schö­nes Ergeb­nis zu erzie­len.

Dein Duo­to­ne-Foto ist nun fer­tig. Gehe auf Datei > Spei­chern unter und wäh­le als For­mat JPEG. Das Foto wird so auto­ma­tisch mit einem wei­ßen Hin­ter­grund gespei­chert.

Duo­to­ne-Effekt ver­schö­nern: Ideen mit Wow-Effekt

Der Duo­to­ne-Effekt an sich sorgt schon für jede Men­ge Auf­merk­sam­keit. Was ihn aber erst so rich­tig inter­es­sant macht, ist die Kom­bi­na­ti­on mit noch mehr grel­len Far­ben im Hin­ter­grund. Pro­bie­re dich hier krea­tiv aus und denk über Farb­gren­zen hin­aus. Ein wenig Inspi­ra­ti­on fin­dest du hier.

Hin­ter­grund mit Farb­ver­läu­fen

Das Duo­to­ne-Bild hat durch sei­ne Bear­bei­tung einen trans­pa­ren­ten Hin­ter­grund. Du kannst ganz ein­fach eine neue Ebe­ne erstel­len, die­se per Drag-and-drop unter die Ebe­ne mit dem frei­ge­stell­ten Por­trät zie­hen und mit dem Ver­laufs­werk­zeug einen knall­bun­ten Ver­lauf für den Hin­ter­grund erstel­len.

Ein­fa­che Ver­zie­rung durch Schrift

Nicht nur knall­bun­te Hin­ter­grün­de, auch inter­es­san­te Schrif­ten und kur­ze, prä­gnan­te Schlag­wor­te ergän­zen den Duo­to­ne-Look mühe­los und gleich­zei­tig mar­kant. Beson­ders brei­te Schrif­ten im klas­si­schen Zei­tungs­stil, also mit Seri­fen, bil­den einen schö­nen Kon­trast zu dem ultra­mo­der­nen Duo­to­ne-Effekt – und sor­gen damit für einen Blick­fang.

Meh­re­re Duo­to­ne-Effek­te kom­bi­nie­ren

War­um immer nur ein Duo­to­ne-Effekt pro Bild? Du kannst theo­re­tisch belie­big vie­le die­ser Bear­bei­tun­gen über­ein­an­der­le­gen. Wich­tig ist dabei, dass du bestimm­te Tei­le dei­nes Fotos aus­schnei­dest und mit dem Duo­to­ne-Effekt ver­siehst. Ande­re Tei­le des Fotos schnei­dest du sepa­rat aus und bear­bei­test sie eben­falls. In die­sem Bei­spiel wur­den Frau und Hin­ter­grund mit einem Duo­to­ne-Effekt und ihre Son­nen­bril­le mit einem zwei­ten bear­bei­tet.

 

Knall­bunt und auf­se­hen­er­re­gend

Beim Duo­to­ne gilt: Je bun­ter und knal­li­ger, des­to bes­ser. Mit die­sem Effekt beweist du Mut zur Far­be – und das ist gut so! Denn das Ergeb­nis ist ein wah­rer Hin­gu­cker. Der tren­di­ge Effekt ist mit Pho­to­shop schnell und unkom­pli­ziert erstellt. Alles, was du benö­tigst, ist ein pas­sen­des (Porträt-)Foto und Pho­to­shop CS6 oder CC. Mit unse­rer Anlei­tung ist der Grund­stein gelegt – alles wei­te­re liegt bei dir und dei­ner Krea­ti­vi­tät.

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