Sie möcht­en Ihre Fotos, die Videos der let­zten Fam­i­lien­feier, Ihr Musikarchiv und Doku­mente mit der Fam­i­lie im pri­vat­en Net­zw­erk teilen? Dann ist es Zeit für ein NAS (Net­work Attached Stor­age). Der Net­zw­erk­spe­ich­er dient als zen­traler Abla­geort und lässt sich von allen PCs, Tablets und Smart­phones im Net­zw­erk erre­ichen. NAS-Geräte sind betrieb­s­bere­it erhältlich — oder Sie bauen die Fest­plat­ten selb­st in ein NAS-Gehäuse ein. UPDATED gibt Tipps zur Auswahl eines für Ihre Zwecke geeigneten Geräts und zeigt am Beispiel eines pop­ulären Syn­ol­o­gy-NAS, wie Sie die Grund­kon­fig­u­ra­tion vornehmen.

Das steckt hinter den drei Buchstaben NAS

Bei einem NAS (Net­work Attached Stor­age) han­delt es sich um ein zen­trales Spe­icher­medi­um für Ihr Net­zw­erk. Ein NAS ist, vere­in­facht aus­ge­drückt, ein Klein­com­put­er mit Prozes­sor, Spe­ich­er und Gehäuse, ein­er oder mehreren Fest­plat­ten und einem speziellen Betrieb­ssys­tem – ähn­lich wie ein PC mit Win­dows oder Lin­ux. Über ein gewöhn­lich­es Eth­er­net-Net­zw­erkka­bel wird das NAS mit dem Router ver­bun­den und damit in das Heim­net­zw­erk einge­bun­den. Manche NAS-Mod­elle lassen sich auch mit einem als Zube­hör erhältlichen WLAN-Stick draht­los mit dem Net­zw­erk verbinden. Die kabel­lose Anbindung ist allerd­ings wegen der gerin­geren Datenüber­tra­gungsrate nur bed­ingt empfehlenswert. Ein­mal ein­gerichtet, ste­ht der NAS-Spe­ich­er allen Teil­nehmern im Net­zw­erk zum Able­gen und Nutzen von Dateien zur Ver­fü­gung.

Darauf sollten Sie beim NAS-Kauf achten

Acht­en Sie darauf, dass die Spe­icherka­paz­ität Ihres NAS entsprechend groß bemessen ist. Wenn Sie viele Filme, Musik­dateien und Fotos auf Ihrem NAS able­gen, erre­ichen Sie schnell die 1-TB-Marke. Ein 90-Minuten-Film in 1080p-HD-Qual­ität mit 1.920 x 1.080 Pix­eln nimmt bis zu 4 GB Spe­icher­platz in Anspruch. Ein Musikalbum als MP3-Archiv belegt um die 70 bis 80 MB Spe­icher­platz, ein Hör­buch kommt auf 500 bis 700 MB. Fotos in hoher Auflö­sung von ein­er Spiegel­re­flexkam­era kön­nen um die 25 MB Spe­icher­platz beanspruchen. NAS-Geräte erhal­ten Sie in vie­len Kapaz­itätsstufen ab 1 TB zu Preisen ab rund 200 €. Ein NAS mit 16 TB Spe­ich­er kostet rund 1.500 €.

Ein Eth­er­net-Net­zw­erkan­schluss für das Net­zw­erkka­bel gehört bei einem NAS zur Stan­dar­d­ausstat­tung. Acht­en Sie bei Ihrer Net­zw­erk­in­fra­struk­tur darauf, dass Ihr Router das schnelle Giga­bit-Eth­er­net mit Über­tra­gungsrat­en von bis zu 1.000 Megabit pro Sekunde (Mbit/s; Giga­bit-Eth­er­net) unter­stützt. Ist das nicht der Fall, dauert das Kopieren von großen und vie­len Dateien auf das NAS recht lange und bis zu zehn­mal länger als bei ein­er Giga­bit-Verbindung.

Die NAS-Mod­elle der bei­den Mark­t­führer Syn­ol­o­gy und QNAP bieten inter­es­sante Zusatz­funk­tio­nen: Sie kön­nen das NAS etwa so ein­richt­en, dass ein Zugriff aus dem Inter­net möglich ist, um auch von unter­wegs via Smart­phone etwa Doku­mente zu lesen. Auch ist es möglich, eigene Web­serv­er zu betreiben – beispiel­sweise für die Fam­i­lien- oder Hob­by-Web­seite. Für hohe Sicher­heit Ihrer Dat­en kann sich das NAS automa­tisch mit Cloud-Dien­sten wie Drop­box, Google Dri­ve und Microsoft Onedrive abgle­ichen.

NAS einrichten und Zugriffsrechte vergeben

Anhand eines NAS von Syn­ol­o­gy beschreiben wir exem­plar­isch die Ein­rich­tung eines neuen Net­zw­erk­spe­ich­ers. Syn­ol­o­gy ist ein­er der bekan­ntesten Her­steller von Net­work-Attached-Stor­age-Geräten. Wir gehen hier davon aus, dass das Gehäuse mit Fest­plat­ten bestückt und mit Ihrem Router ver­bun­den ist. Dieser verteilt die IP-Adressen im Net­zw­erk über das Kom­mu­nika­tion­spro­tokoll DHCP automa­tisch – so wie es auch die FritzBox tut.

  1. Öff­nen Sie auf dem PC Ihren Inter­net­brows­er und geben Sie http://find.synology.com in die Adresszeile ein. Bestäti­gen Sie mit der Enter-Taste. Der Syn­ol­o­gy-Assis­tent durch­sucht nun das Net­zw­erk und zeigt das gefun­dene NAS an. Klick­en Sie auf Verbinden.
  2. Nach einem Klick auf Ein­richt­en wer­den Sie aufge­fordert, das Syn­ol­o­gy-Betrieb­ssys­tem Disksta­tion Man­ag­er (DSM) zu instal­lieren. Per Klick auf Jet­zt instal­lieren starten Sie den Vor­gang.
  3. Richt­en Sie Ihr Admin­is­tra­torkon­to ein, indem Sie die geforderten Infor­ma­tio­nen eingeben: Server­name, Benutzer­name und Pass­wort.
  4. In der Bedienober­fläche des NAS leg­en Sie nun ein neues Vol­ume (virtuelles Daten­laufw­erk) an. Klick­en Sie auf das Sym­bol Haupt­menü und dann Spe­icher­man­ag­er. Klick­en Sie in der linken Spalte auf Vol­ume, wählen Sie Erstellen und Schnell.
  5. Klick­en Sie auf das Desk­top-Sym­bol Sys­tem­s­teuerung und auf Erweit­ert­er Modus. Neue Ord­ner, in denen Sie etwa Ihre Musik­dateien spe­ich­ern und für Ihre Fam­i­lie freigeben, leg­en Sie über Gemein­samer Ord­ner an.
  6. Neue Benutzerkon­ten leg­en Sie in der Sys­tem­s­teuerung über Benutzer und Erstellen an. Leg­en Sie fest, welch­er Gruppe der neue Nutzer ange­hören soll. Geben Sie an, auf welche Freiga­beord­ner der Nutzer zugreifen kön­nen soll.
  7. Wollen Sie Benutzern eigene Spe­icherord­ner zuweisen, klick­en Sie auf das Reg­is­ter Erweit­ert, schal­ten Sie die Option Benutzer-Home-Dienst aktivieren ein und bestäti­gen diese mit Übernehmen.
  8. Alle weit­eren Kon­fig­u­ra­tionsauf­gaben erledi­gen Sie eben­falls über die Sys­tem­s­teuerung von Syn­ol­o­gy. Um im Heim­net­zw­erk über den Win­dows-Explor­er auf die NAS-Freiga­ben zuzu­greifen, soll­ten Sie den Win­dows Datei­di­enst aktivieren.

Diese Inhalte speichern Sie auf einem NAS

Sämtliche Dateien, die Sie auf Ihrem Com­put­er oder exter­nen Daten­trägern spe­ich­ern, lassen sich auch auf einem Net­zw­erk­spe­ich­er able­gen. Über Zugriff­s­rechte regeln Sie dabei, welche Benutzer in Ihrem Net­zw­erk auf welche Dat­en zugreifen dür­fen. So bleiben beispiel­sweise Kon­toauszüge, Verträge und son­stige ver­trauliche Doku­mente vor den Augen der Kinder oder Gäste ver­bor­gen. Eben­so ist es möglich, etwa dafür zu sor­gen, dass nicht alle Fam­i­lien­mit­glieder per­sön­liche Fotos sehen kön­nen, oder für bes­timmte Filme – getren­nt nach Alters­freiga­be für Kinder und Erwach­sene – sep­a­rate Zugriff­s­rechte zu vergeben.

Natür­lich kön­nen Sie die im NAS inte­gri­erte Fest­plat­te auch als Spe­icher­medi­um für alltägliche Dateien und Sicherungskopi­en (Back­ups) ver­wen­den. Dazu greifen Sie über den Net­zw­erko­rd­ner auf Ihrem PC direkt auf die Ord­ner des NAS-Laufw­erks zu. Um sich vor Daten­ver­lust zu schützen, sich­ern Sie besten­falls alle Doku­mente, Fotos und andere Inhalte direkt auf das NAS. Das Sich­ern kön­nen Sie entwed­er manuell erledi­gen oder automa­tisch mit entsprechen­den Back­up-Pro­gram­men, die Sie auf Ihrem PC instal­lieren. Kommt es zu einem Fest­plat­ten­de­fekt im Com­put­er, haben Sie so eine Daten­sicherung auf dem NAS zur Ver­fü­gung.

Beson­ders inter­es­sant: An Smart-TVs, Spielkon­solen, AV-Receivern, Tablets, Smart­phones und PCs spie­len Sie auf dem NAS gespe­icherte Filme und Musik ab und schauen sich Fotos an. Das ermöglicht das DLNA-Pro­tokoll (Dig­i­tal Liv­ing Net­work Alliance) auf dem NAS und ein DLNA-fähiges Gerät beziehungsweise eine entsprechende App.

NAS fertig kaufen oder selbst zusammenbauen?

Soll es ein vorkon­fig­uri­ertes NAS-Mod­ell sein, das bere­its ab Werk mit Festplatte(n) bestückt ist, oder wollen Sie das NAS aus Leer-Gehäuse und Fest­plat­ten selb­st zusam­men­bauen?

Die erste Vari­ante hat den Vorteil, dass Sie gle­ich nach dem Ein­schal­ten des Geräts mit der grundle­gen­den Ein­rich­tung begin­nen kön­nen. Für die zweite Vari­ante spricht hinge­gen, dass Sie Ihr NAS-Sys­tem mit den Fest­plat­ten ausstat­ten kön­nen, die gut zur Ihren Anforderun­gen passen. Wenn Sie beispiel­sweise auf max­i­male Sicher­heit Ihrer Dat­en Wert leg­en, greifen Sie zu einem NAS mit zwei Fest­plat­tenein­schüben. Entsprechend kon­fig­uri­ert, dient eine Fest­plat­te als Daten­spe­ich­er und die andere Plat­te als Back­up-Medi­um. Fällt eine der bei­den Fest­plat­ten aus, sind Ihre Dat­en auf dem Spiegel-Laufw­erk weit­er­hin vorhan­den – das ist nicht der Fall, wenn bei­de Fest­plat­ten als rein­er Daten­spe­ich­er ein­gerichtet sind.

So statten Sie einen Netzwerkspeicher mit einer Festplatte aus

Der Zusam­men­bau eines han­del­süblichen NAS ist schnell erledigt:

  1. Ziehen Sie den Net­zsteck­er vom NAS-Gehäuse ab.
  2. Lösen Sie bei den Geräten von QNAP und Syn­ol­o­gy die aufgesteck­te Front­plat­te. Entriegeln Sie den Fest­plat­ten­rah­men und ziehen Sie ihn langsam her­aus.
  3. Berühren Sie kurz einen Heizkör­p­er, um sich elek­tro­sta­tisch zu ent­laden. Anson­sten kön­nten die Fest­plat­ten bei Kon­takt mit Ihren Fin­gern Schaden nehmen.
  4. Leg­en Sie die Fest­plat­te in kor­rek­ter Rich­tung in den Laufw­erk­srah­men. Fix­ieren Sie die Fest­plat­te mit den Schrauben und einem kleinen Schrauben­dreher im Rah­men.
  5. Schieben Sie den Rah­men dann vor­sichtig in das NAS. Sie spüren deut­lich, ob sich die Anschlüsse der Fest­plat­te mit denen des Gehäus­es verbinden. Wen­den Sie keine Gewalt an.
  6. Sie kön­nen nun das NAS mit dem Strom­netz verbinden und ein­schal­ten. Fahren Sie nun mit der Instal­la­tion des Betrieb­ssys­tems fort, so wie es in der Schnel­lan­leitung beschrieben ist.

Fazit: NAS als vielseitiger Server im Heimnetzwerk

Wer sich viel mit Doku­menten, Medi­en­dateien und Sicherungskopi­en beschäftigt und einen zuver­läs­si­gen Spe­icherort sucht, ist mit einem NAS gut bedi­ent. Dank Spiegelung der Dateien auf ein­er zweit­en Fest­plat­te sind Sie vor Daten­ver­lust geschützt, wenn eine Fest­plat­te im NAS ver­sagt. Ein NAS bietet sich auch als zen­traler Daten­spe­ich­er für Filme, Fotos und Musik­dateien an. Mit PCs, Tablets, Smart­phones und anderen Geräten spie­len Sie Filme im Net­zw­erk ab, schauen Fotos an und lassen sich von Musik berieseln.

 

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