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Haushalt

Näh­ma­schi­ne für Anfänger*innen: Tipps für den Kauf

Nähen ist nicht nur nützlich, sondern kann auch ein großer Spaß sein. Mit Anfänger-Maschinen gelingt der Einstieg.

Mit einer Näh­ma­schi­ne lässt sich so eini­ges anfan­gen. Gera­de jun­ge Eltern holen sich ein Gerät ins Haus, um etwa Klei­dung und Acces­soires für die Klei­nen selbst zu nähen. Doch wer zuvor noch nie mit so einer Maschi­ne gear­bei­tet hat, ist schnell über­for­dert. Es emp­fiehlt sich des­halb, schon vor dem Kauf auf eini­ge Din­ge zu ach­ten und eine Näh­ma­schi­ne für Anfänger*innen zu wäh­len. Eini­ge Tipps dazu gibt es hier.

Näh­ma­schi­ne für Anfänger*innen: Ein­satz­zweck und Anspruch

Mache dir vor dem Kauf Gedan­ken dar­über, was du mit der Näh­ma­schi­ne am Ende nähen willst. Hast du vor, klein­for­ma­ti­ge Acces­soires zu nähen oder wer­den es vor allem Kis­sen­be­zü­ge und Vor­hän­ge sein? Willst du aus­ge­fal­le­ne Klei­dung nähen oder wirst du dich haupt­säch­lich mit schwe­ren Baum­woll-Gar­di­nen beschäf­ti­gen? Von der Art des Mate­ri­als und der zu nähen­den Stü­cke hängt es unter ande­rem ab, wel­che Art von Maschi­ne du anschaf­fen solltest.

Für man­che reicht eine Haus­halts­näh­ma­schi­ne völ­lig aus, ande­re sind mit einer Spe­zi­al­ma­schi­ne mit außer­ge­wöhn­li­chen Fea­tures bes­ser bedient. In der Regel ist als Anfänger*in weni­ger mehr und ein soli­des Grund­mo­dell zu emp­feh­len, da ein Über­maß an Funk­tio­nen und Mög­lich­kei­ten Einsteiger*innen schnell frus­trie­ren kann.

Des­halb ist der Näh­fuß einer Näh­ma­schi­ne beson­ders wichtig

Für Anfänger*innen wie Pro­fis ist der Näh­fuß der Näh­ma­schi­ne von ent­schei­den­der Bedeu­tung. Ach­te dar­auf, wie weit sich der Näh­fuß anhe­ben lässt und wie dick der Stoff sein darf, dass ihn die Näh­ma­schi­ne noch bear­bei­ten kann. Ins­be­son­de­re für Anfänger*innen eig­net sich ein Ober­trans­port­fuß, der das Ver­rut­schen des Stof­fes ver­hin­dert. Gehört die­ser nicht zur Aus­stat­tung der Maschi­ne, kann er im Fall vie­ler Her­stel­ler dazu gekauft werden.

Wel­che Stich­ar­ten wer­den benötigt?

Dei­ne Maschi­ne soll­te zunächst ein­mal drei Stich­ar­ten beherr­schen: Zick-Zack‑, Knopf­loch- und Gerad­stich sind für Einsteiger*innen wie Fort­ge­schrit­te­ne uner­läss­lich, um Basis-Arbei­ten an der Näh­ma­schi­ne ver­rich­ten zu kön­nen. Zusätz­lich ist ein Stepp­stich zu emp­feh­len, der eben­falls häu­fig zum Ein­satz kommt. Du wirst an die­ser Grund­aus­stat­tung ohne­hin kaum vor­bei­kom­men: Heu­te ver­fü­gen bereits die meis­ten güns­ti­gen Model­le über eini­ge Stich­ar­ten mehr als die oben genann­ten. Zusätz­lich soll­test du dar­auf ach­ten, inwie­weit Stich­län­ge und ‑brei­te stu­fen­los ein­stell­bar sind. Las­se dich nicht von den end­los vie­len Zier­sti­chen eini­ger Model­le ver­füh­ren. Die­se wirst du ver­mut­lich sel­ten nut­zen, dafür aber bei der Anschaf­fung der Näh­ma­schi­ne einen um eini­ges höhe­ren Preis zah­len müssen.

Mecha­ni­sche oder com­pu­ter­ge­steu­er­te Nähmaschine?

Eine güns­ti­ge mecha­ni­sche Näh­ma­schi­ne bekommst du bereits unter ein­hun­dert Euro. Vie­le der Model­le sind äußerst robust, über­sicht­lich zu bedie­nen und für Uner­fah­re­ne bes­tens geeig­net. Com­pu­ter­ge­steu­er­te Näh­ma­schi­nen kos­ten ab etwa zwei­hun­dert Euro und bie­ten vie­le Fea­tures und Pro­gram­me, die du als Neu­ling in den meis­ten Fäl­len kaum benö­tigst. Aller­dings sind eini­ge die­ser Model­le für Einsteiger*innen eben­falls sehr geeig­net, da sie dir die Arbeit ver­ein­fa­chen. So kannst du etwa per Knopf­druck unter­schied­li­che Näh­pro­gram­me wäh­len, die Maschi­ne nimmt dir das läs­ti­ge Ein­fä­deln ab oder die auto­ma­ti­sche Faden­span­nung und wähl­ba­re Näh­ge­schwin­dig­keit erleich­tert dir das Nähen.

Wie groß ist die Benutzerfreundlichkeit?

Ein Punkt, den du als Anfänger*in beson­ders im Auge behal­ten soll­test: die Nut­zer­freund­lich­keit. Über­kom­pli­zier­te Gerä­te sind näm­lich schnell über­for­dernd. Fol­gen­de Fra­gen sind rund um die Benut­zer­freund­lich­keit wichtig:

  • Sind die Sym­bo­le auf der Maschi­ne gut verständlich?
  • Ste­hen ihre Grö­ße und Far­be in einem guten Ver­hält­nis zum Rest der Maschi­ne, sodass du die Zei­chen gut sehen kannst?
  • Wie steht es um die Ergo­no­mie der Näh­ma­schi­ne, sind die Grund­funk­tio­nen wie zum Bei­spiel Rück­wärts­tas­te, Näh­fuß­he­bel oder Faden­span­nungeinstell­rad gut erreichbar?
  • Sind sämt­li­che Grund­ein­stel­lun­gen mit wenig Auf­wand vorzunehmen?
  • Ist bei einer com­pu­ter­ge­steu­er­ten Maschi­ne das Dis­play gut zu erkennen?
  • Gilt das auch für sehr hel­le oder dunk­le Umgebung?
  • Eben­falls zur Nut­zer­freund­lich­keit gehört die Bedie­nungs­an­lei­tung. Ist die­se umfas­send, klar und verständlich?

Soll die Näh­ma­schi­ne oft trans­por­tiert werden?

Bleibst du mit dei­ner Näh­ma­schi­ne fast immer an einem Ort, zum Bei­spiel in dei­nem Näh­zim­mer, brauchst du dich mit die­ser Fra­ge nicht wei­ter aus­ein­an­der­set­zen. Anders, wenn du oft mit der Näh­ma­schi­ne unter­wegs bist, dich mit Gleich­ge­sinn­ten tref­fen oder Näh­ar­bei­ten für Freun­de oder Ver­wand­te außer­halb dei­nes Zuhau­ses erle­digst. Dann solltest du auf ein über­schau­ba­res Gewicht ach­ten, ab rund acht Kilo wird der Trans­port müh­sam. Zudem soll­te dei­ne Maschi­ne über einen Tra­ge­griff ver­fü­gen.

Lässt sich der Tisch der Näh­ma­schi­ne abnehmen?

Wenn du enge oder schlauch­för­mi­ge Klei­dungs­tei­le wie Ärmel oder Hosen­bei­ne nähen willst, soll­te der Tisch der Näh­ma­schi­ne mit weni­gen Hand­grif­fen abnehm­bar sein. Soge­nann­te Frei­arm-Näh­ma­schi­nen bie­ten die­se Funktion.

Wel­ches Zube­hör bie­tet die Nähmaschine?

Ach­te dar­auf, dass dei­ne Näh­ma­schi­ne genug Basis-Zube­hör mit­bringt. Es kann schnell ins Geld gehen, wenn du Tei­le davon nach­kau­fen musst. Zu einer guten grund­le­gen­den Aus­stat­tung gehö­ren Ersatz­na­deln und ein Schrau­ben­dre­her oder sons­ti­ges Werk­zeug, um die Nadeln zu wech­seln. Auch ein Auf­tren­ner sowie Maschi­nen­öl soll­ten Stan­dard sein. Zumeist ist auch min­des­tens ein zusätz­li­cher Näh­fuß an Bord, etwa für Reiß­ver­schlüs­se. Dar­über hin­aus ist eine Staub­ab­deck­hau­be prak­tisch, genau­so wie ein Stau­fach an der Näh­ma­schi­ne, in dem Klein­tei­le unter­ge­bracht wer­den können.

Näh­ma­schi­ne für Neu­lin­ge: Beispiele

Der Markt für Näh­ma­schi­nen ist groß und Gerä­te für Uner­fah­re­ne gibt es vie­le. Eine kom­plet­te Über­sicht wäre also nur schwer zu erstel­len. Aber immer­hin ein paar Bei­spie­le las­sen sich in die­sem Zusam­men­hang nen­nen. Dabei geht es um das oben erwähn­te: die Näh­ma­schi­nen sind rela­tiv ein­fach, kom­pakt und bewe­gen sich preis­lich nicht auf Profi-Niveau.

Sin­ger, ein geschichts­träch­ti­ger Name im Han­del mit Näh­ma­schi­nen, bie­tet meh­re­re Gerä­te für Unge­üb­te an. Dazu gehört etwa die M1605 mit sechs Pro­gram­men und kom­pak­ter Bau­wei­se sowie die M2405, die zwei Pro­gram­me mehr und eine Anpas­sung der Stich­län­ge bietet.

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Bro­ther hat mit der J17S etwa eine Näh­ma­schi­ne im Ange­bot, die sogar 17 Pro­gram­me bie­tet und sich durch eine ent­spre­chen­de Auto­ma­tik auch für das Nähen von Knopf­lö­chern eig­net. Das ist etwa für Stoff­ja­cken und ähn­li­ches praktisch.

Abseits die­ser bei­den gro­ßen Namen gibt es natür­lich noch vie­le wei­te­re Unter­neh­men, die Näh­ma­schi­nen zu rela­tiv gerin­gen Prei­sen mit Basis-Funk­tio­nen anbie­ten. Genannt sei hier etwa Cari­na, etwa mit der Cari­na Juni­or, die sich vor allem für Kin­der und Jugend­li­che eig­net sowie Veri­tas, die ihre Näh­ma­schi­ne „Sarah“ sogar im Paket mit Tra­ge­ta­schen für Maschi­ne und Fuß­an­las­ser anbieten.

Einsteiger*innen-Nähmaschine: Es kommt auch auf dei­ne Ansprü­che an

Die Aus­wahl der ers­ten Näh­ma­schi­ne ist wirk­lich nicht ein­fach. Moder­ne Gerä­te bie­ten so vie­le Funk­tio­nen und Extras, dass es oft erschla­gend wirkt. Mit den oben genann­ten Tipps wird dei­ne Visi­on der pas­sen­den Näh­ma­schi­ne für dich viel­leicht schon etwas kla­rer. Ver­giss dabei aber auch eines nicht: Bist du sehr ambi­tio­niert und denkst, dass du mit einer Basis-Maschi­ne schnell an dei­ne Gren­zen kommst, dann nimm lie­ber gleich ein Modell mit ein paar mehr Stich­ar­ten und etwa einer ein­stell­ba­ren Stich­län­ge. So bist du auch für Pro­jek­te in der Zukunft gerüstet.

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