Sie haben sich als Anfänger für eine Nähmaschine entschieden, arbeiten damit und stellen fest, dass eine für Sie essenzielle Funktion fehlt. Oder Sie nähen mit Ihrem neuen Stück drauf los und sind von der Funktionsvielfalt des Geräts derart überfordert, dass Sie aufgeben. Um solche Enttäuschungen zu vermeiden, sollten Sie beim Kauf Ihrer ersten Nähmaschine einige wichtige Fragen im Blick haben.

So finden Sie auch ohne Erfahrung heraus, ob die Nähmaschine zu Ihnen passt

Wenn Sie sich in keinem Nähmaschinenladen beraten lassen und dort die Maschine Ihrer Wahl ausprobieren können: Bestellen Sie eine Nähmaschine zu sich nach Hause und testen Sie, ob das Gerät Ihre Ansprüche erfüllt. Dafür laden Sie zum Beispiel unter www.makerist.de einen einfachen Schnitt inklusive Anleitung herunter. Probieren Sie zunächst alle möglichen Stichvarianten wie Geradstich, Zickzackstich oder elastische Stichvarianten sowie unterschiedliche Fadenspannungen und Nadeln mit einem kleinen Stück Stoff aus. Machen Sie sich erst dann an Ihr erstes Werkstück. Vergessen Sie bei Nichtgefallen nicht die Einhaltung der Rückgabefrist.

Wofür wird die Nähmaschine benötigt?

Machen Sie sich vor dem Kauf Gedanken darüber, was Sie mit der Nähmaschine am Ende nähen wollen. Haben Sie vor, kleinformatige Accessoires zu nähen, oder werden es vor allem Kissenbezüge und Vorhänge sein? Wollen Sie ausgefallene Kleidung nähen, oder werden Sie sich hauptsächlich mit schweren Baumwoll-Gardinen beschäftigen? Von der Art des Materials und der zu nähenden Stücke hängt es unter anderem ab, welche Art von Maschine Sie anschaffen sollten.

Für den einen reicht eine übliche Haushaltsnähmaschine völlig aus, der Nächste ist mit einer Spezialmaschine mit außergewöhnlichen Features besser bedient. In der Regel ist als Anfänger weniger mehr und ein solides Grundmodell ist zu empfehlen, da ein Übermaß an Funktionen und Möglichkeiten den Einsteiger schnell frustrieren kann.

Deshalb ist der Nähfuß einer Nähmaschine besonders wichtig

Für Anfänger wie Profis ist der Nähfuß der Nähmaschine von entscheidender Bedeutung. Achten Sie darauf, wie weit sich der Nähfuß anheben lässt und wie dick der Stoff sein darf, dass ihn die Nähmaschine noch bearbeiten kann. Insbesondere für Anfänger eignet sich ein Obertransportfuß, der das Verrutschen des Stoffes verhindert. Gehört dieser nicht zur Ausstattung der Maschine, kann er im Fall vieler Hersteller dazu gekauft werden.

Welche Sticharten werden benötigt?

Ihre Maschine sollte zunächst einmal drei Sticharten beherrschen: Zick-Zack-, Knopfloch- und Geradstich sind für Einsteiger wie Fortgeschrittene unerlässlich, um Basis-Arbeiten an der Nähmaschine verrichten zu können. Zusätzlich ist ein Steppstich zu empfehlen, der ebenfalls häufig zum Einsatz kommt. Sie werden an dieser Grundausstattung ohnehin kaum vorbeikommen: Heute verfügen bereits die meisten günstigen Modelle über einige Sticharten mehr als die oben genannten. Zusätzlich sollten Sie darauf achten, inwieweit Stichlänge und -breite stufenlos einstellbar sind. Lassen Sie sich nicht von den endlos vielen Zierstichen einiger Modelle verführen. Diese werden Sie selten nutzen, dafür aber bei der Anschaffung der Nähmaschine einen um einiges höheren Preis zahlen müssen.

Mechanische oder computergesteuerte Nähmaschine?

Eine günstige mechanische Nähmaschine bekommen Sie bereits unter einhundert Euro. Viele der Modelle sind äußerst robust, übersichtlich zu bedienen und für Anfänger bestens geeignet. Computergesteuerte Nähmaschinen kosten ab etwa zweihundert Euro und bieten viele Features und Programme, die Sie als Anfänger in den meisten Fällen kaum nutzen werden. Allerdings sind einige dieser Modelle für Einsteiger ebenfalls sehr geeignet, da Sie Ihnen die Arbeit vereinfachen. So können Sie etwa per Knopfdruck unterschiedliche Nähprogramme wählen, die Maschine nimmt Ihnen das lästige Einfädeln ab oder die automatische Fadenspannung und wählbare Nähgeschwindigkeit erleichtert Ihnen als Anfänger das Leben.

Wie groß ist die Benutzerfreundlichkeit?

Wann Sie auf die Lautstärke der Maschine achten sollten

Die Lautstärke wird immer wieder als eines der wichtigen Themen genannt, wenn es um die Kaufentscheidung bei einer Nähmaschine geht. Wenn Sie mit Ihrer Nähmaschine nur ab und an nähen und Sie nicht aus bestimmten Gründen sehr auf die Lautstärke achten müssen, können Sie diesen Punkt vernachlässigen. Sitzen Sie aber regelmäßig an Ihrer Nähmaschine, ist ein laufruhiges Modell sehr zu empfehlen. Das gilt selbst dann, wenn Sie anfangs noch davon überzeugt sind, dass die angeblich so laute Maschine eigentlich ganz tragbar ist. Häufig entsteht der Ärger über diesen Punkt erst auf Dauer, wenn es für eine Rückgabe des Modells bereits zu spät ist.

Ein Punkt, den Sie als Anfänger besonders im Auge behalten sollten: Die Nähmaschine sollte über eine größtmögliche Nutzerfreundlichkeit verfügen. Sie sollten sich vor dem Kauf die Details des jeweiligen Modells vor Augen führen:

  • Sind die Symbole auf der Maschine gut verständlich?
  • Steht ihre Größe und Farbe in einem guten Verhältnis zum Rest der Maschine, sodass Sie die Zeichen gut sehen können?
  • Wie steht es um die Ergonomie der Nähmaschine, sind die Grundfunktionen wie zum Beispiel Rückwärtstaste, Nähfußhebel oder Fadenspannungeinstellrad gut erreichbar?
  • Sind sämtliche Grundeinstellungen mit wenig Aufwand vorzunehmen?
  • Ist bei einer computergesteuerten Maschine das Display gut zu erkennen?
  • Gilt das auch für sehr helle oder dunkle Umgebung?
  • Ebenfalls zur Nutzerfreundlichkeit gehört die Bedienungsanleitung. Ist diese umfassend, klar und verständlich?

Soll die Nähmaschine oft transportiert werden?

Bleiben Sie mit Ihrer Nähmaschine fast immer an einem Ort, zum Beispiel in Ihrem Nähzimmer, brauchen Sie sich mit dieser Frage nicht weiter auseinandersetzen. Anders, wenn Sie oft mit der Nähmaschine unterwegs sind, sich mit Gleichgesinnten treffen oder Näharbeiten für Freunde oder Verwandte außerhalb Ihres Zuhauses erledigen. Dann sollten Sie auf ein überschaubares Gewicht achten, ab rund acht Kilo wird der Transport mühsam. Zudem sollte Ihre Maschine über einen Tragegriff verfügen.

Lässt sich der Tisch der Nähmaschine abnehmen?

Wenn Sie enge oder schlauchförmige Kleidungsteile wie Ärmel oder Hosenbeine nähen wollen, sollte der Tisch der Nähmaschine mit wenigen Handgriffen abnehmbar sein. Sogenannte Freiarm-Nähmaschinen bieten diese Funktion.

Welches Zubehör bietet die Nähmaschine?

Achten Sie darauf, dass Ihre Nähmaschine genug Basis-Zubehör mitbringt. Es kann schnell ins Geld gehen, wenn Sie Teile davon nachkaufen müssen. Zu einer guten grundlegenden Ausstattung gehören Ersatznadeln und ein Schraubendreher oder sonstiges Werkzeug, um die Nadeln zu wechseln. Auch ein Auftrenner sowie Maschinenöl sollten Standard sein. Zumeist ist auch mindestens ein zusätzlicher Nähfuß an Bord, etwa für Reißverschlüsse. Darüber hinaus ist eine Staubabdeckhaube praktisch, genauso wie ein Staufach an der Nähmaschine, in dem Kleinteile untergebracht werden können.

Welche Garantiezeit hat die Nähmaschine?

Eine Nähmaschine ist im besten Fall eine Anschaffung, die Sie über viele Jahre begleiten und Ihnen treue Dienste leisten soll. Umso ärgerlicher, wenn teure Reparaturen gemacht werden müssen, die schnell mehr als die gesamte Nähmaschine kosten können. Wählen Sie einen Hersteller, der Ihnen eine möglichst lange mehrjährige Garantie bietet, um keine Angst vor plötzlichen Schäden haben zu müssen. Achten Sie hier aufs Kleingedruckte: Was genau ist abgedeckt, was nicht? Wenn für die Garantie eine Registrierung beim Hersteller nötig ist: Halten Sie die Frist ein, in der Ihre Maschine registriert werden muss.

Mehr zum Thema Nähen finden Sie auch im Ratgeber „Grundausstattung fürs Nähen: Zubehör und wichtigste Nähutensilien„.

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