Schwung­voll wischt du mit dem Staub­tuch über die Möbel, denn als “Arbeits­hil­fe” beim Haus­putz unter­stützt dich fet­zi­ge Musik. Doch was ist das für ein Song im Radio, der dir so gut gefällt? Schnell zum Smart­pho­ne gegrif­fen, eine Musi­k­er­ken­nungs-App gestar­tet und schon weißt du Bescheid. Wir haben für dich sechs Bei­spie­le zusam­men­ge­stellt und zei­gen dir, was die­se Apps kön­nen.

1. “Shazam”: Der Klas­si­ker der Musi­k­er­ken­nung

Wie funk­tio­niert Musi­k­er­ken­nung?

Du hörst einen Song spie­len? Oder schwirrt dir ein bestim­mer im Kopf her­um, bei dem du ger­ne wis­sen möch­test, wie er heißt oder von wem er ist? Hier hilft Musi­k­er­ken­nung mit und ohne Apps. Du spielst dabei ein­fach das Lied ab, bei eini­gen Diens­ten kannst du es auch vor­sin­gen, sum­men oder pfei­fen.

Die App oder der Online-Dienst zur Musi­k­er­ken­nung nimmt die audi­tiven Infor­ma­ti­on über das Mikro­fon am Han­dy oder Com­pu­ter auf und sucht, wel­cher Song aus einer oder meh­re­ren Daten­ban­ken dazu passt. Anschlie­ßend bekommst du das Ergeb­nis prä­sen­tiert und erfährst neben Titel, Inter­pret und Album der Musik auch häu­fig wei­te­re Details, wie den Text oder wei­te­re Songs.

“Shazam” ist wohl die bekann­tes­te App zur Musi­k­er­ken­nung. Sie war eine der ers­ten Anwen­dun­gen mit die­ser Funk­ti­on und soll heu­te nach Anga­ben des Anbie­ters monat­lich über 100 Mil­lio­nen Benut­zer ver­zeich­nen. Die Erken­nung eines gera­de gespiel­ten Songs funk­tio­niert selbst bei stö­ren­den Neben­ge­räu­schen recht zuver­läs­sig.

Willst du meh­re­re Titel erken­nen las­sen, ist ein jeweils neu­es Star­ten nicht erfor­der­lich – “Shazam” erkennt meh­re­re Lie­der hin­ter­ein­an­der, die dann in einer Play­lis­te zusam­men­ge­fasst wer­den. Mit einem Fin­ger­tipp kannst du in die erfass­ten Titel hin­ein­hö­ren, sie ganz abspie­len oder kau­fen. Vor­aus­set­zung dafür ist, dass du Abon­nent eines von “Shazam” unter­stütz­ten Strea­ming­diens­tes bist, etwa “Apple Music”, “Spo­ti­fy”, “Goog­le Music”, “Naps­ter” oder “Deezer”.

Wei­te­re Funk­tio­nen in “Shazam” rund um die Musi­k­er­ken­nung sind bei­spiels­wei­se:

  • Anzei­gen von Song­tex­ten
  • Tei­len der erkann­ten Songs auf sozia­len Medi­en
  • Anzei­ge von You­Tube-Vide­os zum jewei­li­gen Musik­stück
  • Sehen, nach wel­cher Musik bestimm­te Künst­ler gesucht haben
  • Mit Echt­zeit-Charts ver­fol­gen, wel­che Songs gera­de ange­sagt sind

Die Musi­k­er­ken­nungs-App ist kos­ten­los für Andro­id und iOS ver­füg­bar, gegen Gebühr gibt es eine wer­be­freie Ver­si­on.

2. “Sound­Hound”: Erkennt auch gesumm­te Melo­di­en

“Sound­Hound” bie­tet im Wesent­li­chen ähn­li­che Funk­tio­nen wie “Shazam”. Mit einem Fin­ger­tipp auf den oran­ge­far­be­nen Erken­nungs­but­ton mit dem sti­li­sier­ten “S” zeigt dir die Anwen­dung mit hoher Tref­fer­quo­te den lau­fen­den Titel an. Dabei kann die App zusätz­lich den Text zur Musik anzei­gen oder auch pas­sen­de Vide­os.

Für das teil­wei­se oder gan­ze Anhö­ren der Lie­der ist eine Ver­knüp­fung zu gän­gi­gen Musik-Strea­ming­diens­ten vor­han­den. Eine Beson­der­heit von “Sound­Hound” ist aller­dings, dass die App nicht auf die “ech­te” Wie­der­ga­be eines Lie­des ange­wie­sen ist: Du kannst auch eine prä­gnan­te Stel­le des gewünsch­ten Stü­ckes vor­sum­men, pfei­fen oder vor­sin­gen, um ein Such­ergeb­nis zu bekom­men.

Wei­te­re Fea­tures der Musi­k­er­ken­nungs-App sind etwa:

  • Tei­len in sozia­len Medi­en
  • Hin­ter­grund­in­for­ma­tio­nen zu Künst­lern abfra­gen
  • Auf­ru­fen von diver­sen Charts
  • Vor­schlä­ge zu Lie­dern, Künst­lern oder Vide­os erhal­ten
  • Tei­le der App über Spra­che steu­ern mit dem Befehl “OK Hound”

Die Anwen­dung zur Musi­k­er­ken­nung ist kos­ten­los für Andro­id und iOS, gegen Gebühr gibt es eine wer­be­freie Ver­si­on.

3. “MusiX­match”: Der Song­text-Kata­log

Bist du Karao­ke-Fan? Dann könn­te “MusiX­match” für dich eine unver­zicht­ba­re App wer­den. Nach Anga­be des Ent­wick­lers hast du damit Zugriff auf die welt­weit größ­te Samm­lung an Lied­tex­ten und deren Über­set­zun­gen. Über die Erken­nungs­funk­ti­on las­sen sich auf dei­nem Mobil­ge­rät gespei­cher­te Songs iden­ti­fi­zie­ren und du erhältst direkt dazu die Tex­te – syn­chron zur Musik und zum Mit­sin­gen geeig­net.

Wie bei ande­ren Musi­k­er­ken­nungs-Apps kön­nen auch extern gespiel­te Lie­der erkannt und die Tex­te ange­zeigt wer­den. Wenn du Songs über einen Strea­ming­dienst wie “Spo­ti­fy” anhörst, blen­det “MusiX­match” über der App ein trans­pa­ren­tes Fens­ter mit syn­chron lau­fen­der Text­wie­der­ga­be ein, so genann­te “Floa­ting Lyrics”. Das Fens­ter lässt sich ein- und aus­blen­den oder auch mini­mie­ren. Gene­rell wer­den alle Tex­te der lau­fen­den Lie­der eben­so auf dem Sperr­bild­schirm ange­zeigt.

Zu den wei­te­ren Funk­tio­nen der Musi­k­er­ken­nungs-App gehö­ren:

  • Das Erken­nen von Lie­dern durch Ein­ga­be von Song­text-Tei­len
  • Das auto­ma­ti­sche Anzei­gen von Musik-Infor­ma­tio­nen und Cover­bil­dern
  • Die Unter­stüt­zung von “Chro­me­cast”, “Andro­id Wear” für Smart­wat­ches, “Andro­id-TV” und “Ama­zon Fire TV”

Die Anwen­dung ist kos­ten­los erhält­lich für Andro­id und iOS.

Musi­k­er­ken­nung ohne App im Brow­ser

Neben Apps kön­nen auch Inter­net­sei­ten dei­ne gespiel­ten Songs erken­nen. Dabei klickst du in der Regel auf einen But­ton, der mit Record, Start oder Ähn­li­chem bezeich­net ist, oder wie ein Mikro­fon aus­sieht. Danach kannst du direkt damit begin­nen, das Lied über das Com­pu­ter­mi­kro­fon ein­zu­spie­len, ‑sin­gen oder ‑sum­men. Die Musi­k­er­ken­nung ohne App beherr­schen bei­spiels­wei­se fol­gen­de Web­diens­te:

Mehr dazu erfährst du auch in unse­rem Rat­ge­ber Musi­k­er­ken­nung am PC: 6 Online-Diens­te für den Com­pu­ter

4. “Who­Sam­pled”: Wis­sen, woher mei­ne Musik kommt

Musi­k­er­ken­nung der etwas ande­ren Art bie­tet dir “Who­Sam­pled”. Hier geht es nicht dar­um, unbe­kann­te Songs zu iden­ti­fi­zie­ren. Statt­des­sen erfährst du mehr über dei­ne eige­ne Musik­samm­lung und deren Ursprün­ge.

Die App unter­sucht die gespei­cher­ten Titel ein­schließ­lich dei­ner Play­lis­ten von “Apple Music”, “Spo­ti­fy” und “iTu­nes” auf Sam­ples, Cover-Ver­sio­nen oder Neu­auf­la­gen (Remi­xes). Anschlie­ßend lie­fert sie ent­spre­chen­de Infor­ma­tio­nen, die dir die Geschich­te und Hin­ter­grün­de dei­ner Samm­lung näher­brin­gen. Du erfährst bei­spiels­wei­se, wel­che Remi­xe es zu einem Titel gibt, wer die Sam­ples erstellt hat oder in wel­chen Stü­cken sie vor­kom­men.

Die Grund­la­ge für die Erken­nung bil­det eine rie­si­ge, kon­ti­nu­ier­lich erwei­ter­te Daten­bank mit über 415.000 Titeln und rund 140.000 Künst­lern vie­ler Stil­rich­tun­gen – von Hip­Hop bis Klas­sik. Du kannst daher auch nach Künst­lern und Songs suchen, die nicht in dei­ner Samm­lung vor­han­den sind.

Wei­te­re Mög­lich­kei­ten der Nut­zung der Musi­k­er­ken­nungs-App sind unter ande­rem:

  • Songs im Direkt­ver­gleich neben­ein­an­der stel­len
  • Anle­gen per­sön­li­cher Favo­ri­ten­lis­ten
  • “Now Playing”-Funktion nut­zen: Wäh­rend des Abspie­lens eines Titels kannst du zu “Who­Sam­pled” umschal­ten, um dir alle musi­ka­li­schen Ver­bin­dun­gen anzei­gen zu las­sen (nur in der iOS-Ver­si­on für Apple Music und iTu­nes ver­füg­bar).

Die App ist kos­ten­los für Andro­id und kos­ten­pflich­tig für iOS ver­füg­bar.

5. “Sound Search for Goog­le Play”: Ein Wid­get für die Song-Suche

Vie­le Apps, auch für die Musi­k­er­ken­nung, sind voll­ge­packt mit Funk­tio­nen. Oft wird ein Groß­teil davon aber gar nicht genutzt. “Sound Search for Goog­le Play” kommt ohne die­sen Bal­last aus und kon­zen­triert sich allein auf die Musi­k­er­ken­nung. Inso­fern han­delt es sich eher um eine Mini-Anwen­dung (Wid­get) als um eine voll­wer­ti­ge App.

Nach der Instal­la­ti­on steht die Anwen­dung im Andro­id-Sys­tem im Wid­get-Bereich zur Ver­fü­gung und kann bei­spiels­wei­se zen­tral auf der Start­sei­te des Smart­pho­nes oder auf dem Sperr­bild­schirm (mög­lich ab Andro­id 4.2) plat­ziert wer­den. Wie du dafür vor­ge­hen musst, ist je nach Andro­id-Ver­si­on und Gerä­te-Her­stel­ler unter­schied­lich.

Das Star­ten der Musi­k­er­ken­nung ist dann sehr ein­fach:

  1. Tip­pe ein­fach auf das “Sound Search for Goog­le Play”-Feld aus dei­nem Start. oder Sperr­bild­schirm, erkenn­bar am Schrift­zug Wie heißt die­ses Lied?.
  2. Mit­tels des Kom­man­dos OK Goog­le, wie heißt die­ses Lied lässt sich die Erken­nung auch per Sprach­be­fehl star­ten.
  3. Wenn ein Song läuft, wird er vom Wid­get ana­ly­siert und erkannt.

Alle erkann­ten Titel spei­chert die Anwen­dung in einer Ver­laufs­lis­te, die mit allen dei­nen Andro­id-Gerä­ten mit Goog­le-Kon­to syn­chro­ni­siert wird. So hast du stets Zugriff auf die Ergeb­nis­se. Das ist prak­tisch, wenn du bei­spiels­wei­se spä­ter eines oder meh­re­re Stü­cke kau­fen möch­test. Der Kauf über den “Goog­le Play Store” ist direkt inte­griert.

Die Anwen­dung gibt es kos­ten­los für Andro­id.

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6. “Siri” hilft ohne App bei der Musi­k­er­ken­nung auf iOS-Gerä­ten

“Siri” fällt in die­ser Auf­lis­tung etwas aus dem Rah­men. Han­delt es sich doch nicht um eine spe­zi­el­le App zur Musi­k­er­ken­nung, son­dern um die inte­grier­te Sprach­as­sis­tenz bei iOS-Gerä­ten. Doch die­se kann ab iOS 8 eben­falls beim Erken­nen unbe­kann­ter Songs hel­fen. Drü­cke zum Akti­vie­ren von “Siri” zunächst die Home-Tas­te oder sprich Hey Siri!. Dann ste­hen dir drei Mög­lich­kei­ten zur Ver­fü­gung:

  • Fra­ge Wie heißt der Song? und “Siri” lauscht über das Mikro­fon dem gespiel­ten Lied, um es zu erken­nen.
  • Sprich Shazam in das Mikro. Wenn der Schrift­zug Ich höre zu… erscheint, ist die Erken­nung gestar­tet.
  • Hal­te das iPho­ne ohne etwas zu sagen direkt an die Ton­quel­le, bei­spiels­wei­se einen Laut­spre­cher.
    Hin­weis: Die­se Metho­de hat im Ver­gleich die schlech­tes­te Erken­nungs­quo­te.

Erkann­te Titel kannst du direkt im “iTu­nes Store” kau­fen. Als Erin­ne­rung an die Ergeb­nis­se wird zudem eine Lis­te in “iTu­nes” gespei­chert. Um sie auf­zu­ru­fen, tip­pe auf das Lis­ten­sym­bol rechts oben und anschlie­ßend auf Siri.

Kein Lied bleibt uner­kannt

Einen tol­len Song hören und sich dann ärgern, weil man den Titel und Inter­pre­ten nicht mit­be­kom­men hat? Die­se Zei­ten sind dank Musi­k­er­ken­nungs-Apps vor­bei. Unse­re Lis­te zeigt dir, dass Pro­gram­me wie “Shazam” gespiel­te Musik erstaun­lich zuver­läs­sig erken­nen. Bei “Sound­Hound” reicht es sogar einen Teil der Melo­die zu sum­men oder pfei­fen – und “MusiX­match” lie­fert dir syn­chron in Echt­zeit die Tex­te zum Such­ergeb­nis. “Who­Sam­pled” ver­sorgt dich dar­über hin­aus mit Detail­in­for­ma­tio­nen, es klärt bei­spiels­wei­se, ob das Stück ein Remix ist.

Wenn du die Sprach­un­ter­stüt­zung “Siri” bei einem iOS-Gerät oder die “OK Google”-Sprachfunktion des Andro­id-Wid­gets “Sound Search for Goog­le Play” benutzt, lässt sich eine Song-Erken­nung sogar münd­lich star­ten.

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