Eine Mar­ki­se jedes Mal hän­disch ein- und aus­zu­fah­ren, wenn du sie brauchst, kann ner­ven. Eine neue, moto­ri­sier­te Mar­ki­se ist aller­dings ziem­lich teu­er. Lässt sich der Motor nach­rüs­ten? Ja! UPDATED erklärt, wie das geht und wor­auf du ach­ten soll­test.

War­um über­haupt die Mar­ki­se moto­ri­sie­ren?

Eine Mar­ki­se über der Ter­ras­se oder dem Bal­kon bie­tet vie­le Vor­tei­le. Sie spen­det Schat­ten, hält Räu­me kühl und schützt vor direk­tem Son­nen­licht, das Pflan­zen und Möbeln auf Dau­er scha­det. Aller­dings haben vie­le Mar­ki­sen einen Nach­teil: Sie müs­sen hän­disch bedient wer­den – und das kann ganz schön anstren­gend sein.

Außer­dem bist du wahr­schein­lich nicht immer zu Hau­se, wenn du dei­ne Mar­ki­se aus­fah­ren müss­test, damit sie ihre Funk­tio­nen erfül­len kann. Der bes­te Son­nen­schutz nützt nichts, wenn du tags­über unter­wegs bist und abends in die auf­ge­heiz­te Woh­nung zurück­kehrst, weil die Son­ne unge­hin­dert hin­ein­schei­nen konn­te.

Abhil­fe schafft ein Mar­ki­sen­mo­tor. Der nimmt dir die läs­ti­ge Hand­ar­beit ab und kann unter bestimm­ten Vor­aus­set­zun­gen auch dafür sor­gen, dass dei­ne Mar­ki­se auto­ma­tisch aus­fährt, sobald sie gebraucht wird – mehr dazu liest du wei­ter unten.

Mar­ki­sen­mo­to­ren las­sen sich bei allen Mar­ki­sen nach­rüs­ten, die über eine Tuch­wel­le ver­fü­gen, auch Rund­wel­le genannt. Das ist die Rol­le, von der bzw. auf die das Tuch der Mar­ki­se auf- und abge­rollt wird. Am wei­tes­ten ver­brei­tet sind Gelenk­arm­mar­ki­sen und Kas­set­ten­mar­ki­sen – bei­de Modell­arten kön­nen pro­blem­los nach­träg­lich mit einem Elek­tro­mo­tor aus­ge­stat­tet wer­den.

Die Wahl des rich­ti­gen Motors

Es gibt zwei ver­schie­de­ne Arten von Mar­ki­sen­mo­to­ren: den Auf­steck- und den Rohr­mo­tor. Wel­cher für dich infra­ge kommt, hängt von ver­schie­de­nen Fak­to­ren ab.

Die unkom­pli­zier­te Vari­an­te: Der Auf­steck­mo­tor

Der Auf­steck­mo­tor ist ein­fach und schnell mon­tiert. Denn die­se Art des Antriebs wird ledig­lich von außen auf die Kur­bel­wel­le gesteckt – genau wie die nor­ma­le Hand­kur­bel – und mit Strom aus der Steck­do­se betrie­ben. Es gibt auch Model­le, die mit Solar­ener­gie arbei­ten.

Der gro­ße Vor­teil des Auf­steck­mo­tors: Du brauchst die Mar­ki­se nicht abzu­bau­en, um den Motor zu instal­lie­ren.

Ein Auf­steck­mo­tor hat aber auch Nach­tei­le: Da er in der Regel neben der Mar­ki­se an der Haus­wand befes­tigt wird, ist er immer sicht­bar. Außer­dem eig­net sich die­se Art von Antrieb nicht für jede Mar­ki­se, da die Leis­tung des Motors in der Regel beschränkt ist. Bei einer Aus­la­dung von 5 Metern, wenn das Mar­ki­sen­tuch also 5 Meter lang ist, benö­tigt der Motor eine Leis­tung von 40 New­ton­me­tern (Nm), um das Tuch zu span­nen. Auf­steck­mo­to­ren haben meist nicht mehr als 10 bis 15 Nm, was nur für eine maxi­ma­le Aus­la­dung von 3 Metern aus­reicht.

Mie­ter müs­sen Eigen­tü­mer um Erlaub­nis bit­ten

Du wohnst zur Mie­te? Bevor du dei­ne Mar­ki­se mit einem Rohr­mo­tor nach­rüs­test, sprich unbe­dingt mit dei­nem Ver­mie­ter. Du brauchst sei­ne Geneh­mi­gung, um die Mar­ki­se ab- und wie­der anzu­bau­en. Soll der Mar­ki­sen­an­trieb an das haus­in­ter­ne Strom­netz ange­schlos­sen wer­den, muss er dies eben­falls abseg­nen.

Die unsicht­ba­re Vari­an­te: Der Rohr­mo­tor

Bist du bereit, mehr Zeit und Geduld in die Moto­ri­sie­rung dei­ner Mar­ki­se zu inves­tie­ren, ist der Rohr­mo­tor eine wei­te­re Opti­on, um dei­ne Mar­ki­se elek­trisch nach­zu­rüs­ten. Er ist – wie der Name ver­mu­ten lässt – rohr­för­mig und wird in die Tuch­wel­le hin­ein­ge­scho­ben. Der gro­ße Vor­teil dar­an: Der Rohr­mo­tor ist nach der Instal­la­ti­on unsicht­bar. Dar­über hin­aus ist die­ser Mar­ki­sen­an­trieb auch für grö­ße­re Tuch­flä­chen geeig­net, die eine höhe­re Motor­leis­tung erfor­dern.

Der Auf­wand der Mon­ta­ge ist ungleich höher als beim Auf­steck­mo­tor, da du die Mar­ki­se von der Fas­sa­de abbau­en musst, um den Rohr­mo­tor zu instal­lie­ren. Außer­dem ist die Unter­stüt­zung eines Elek­tri­kers unbe­dingt not­wen­dig. Hin­ter­grund: In der Regel wird der Mar­ki­sen­an­trieb an das haus­ei­ge­ne Strom­netz ange­schlos­sen – das soll­test du kei­nes­falls selbst über­neh­men.

Pas­send dazu

Die Wahl der Steue­rung

Es gibt unter­schied­li­che Mög­lich­kei­ten, um den Mar­ki­sen­an­trieb zu steu­ern.

Einen Auf­steck­mo­tor kannst du fol­gen­der­ma­ßen bedie­nen:

  • Mit Tas­ten direkt am Gerät
  • Über eine mit­ge­lie­fer­te Fern­be­die­nung

Ein Rohr­mo­tor bie­tet je nach Modell meh­re­re Steue­rungs­mög­lich­kei­ten:

  • Per Schal­ter: Wird der Rohr­mo­tor an das haus­ei­ge­ne Strom­netz ange­schlos­sen, kannst du einen Schal­ter anbrin­gen las­sen, mit dem du die Mar­ki­se aus- und ein­fah­ren kannst – ent­we­der drin­nen oder drau­ßen.
  • Per Funk: Rohr­mo­to­ren, die über eine Funk­ver­bin­dung gesteu­ert wer­den, hei­ßen auch Funk­mo­to­ren. Ihnen liegt in der Regel eine Fern­be­die­nung bei.
  • Mit Smart­pho­ne oder Sprach­as­sis­tent: Eini­ge Rohr­mo­to­ren las­sen sich per App auf dem Smart­pho­ne bedie­nen und/oder ins Smart Home inte­grie­ren. Eini­ge Model­le kannst du dann auch über Ale­xa, Siri oder den Goog­le Assi­stant steu­ern.
  • Mit Sen­so­ren: Rohr­mo­to­ren, die mit spe­zi­el­len Sen­so­ren ver­bun­den sind, fah­ren voll­au­to­ma­tisch ein und aus. Son­nen- und Regen­sen­so­ren sowie Wind­wäch­ter ermit­teln den idea­len Zeit­punkt, um die Mar­ki­se ein- oder aus­zu­rol­len. Der Son­nen­sen­sor misst zum Bei­spiel kon­ti­nu­ier­lich die Licht­in­ten­si­tät. Erreicht sie einen fest­ge­leg­ten Höchst­wert, akti­viert sich der Antrieb von selbst und fährt die Mar­ki­se aus. Der Wind­wäch­ter sorgt dafür, dass dein Son­nen­schutz bei star­kem Wind wie­der ein­fährt, damit die Mar­ki­se kei­nen Scha­den nimmt. Glei­ches gilt für den Regen­sen­sor. Er behält den Nie­der­schlag im Auge, sodass sich kein Was­ser auf der Mar­ki­se sam­meln kann.
Pas­send dazu

Rohr­mo­tor instal­lie­ren: Die Mon­ta­ge vor­be­rei­ten

Du soll­test einen Rohr­mo­tor kei­nes­falls in Eigen­re­gie instal­lie­ren. Du wirst tat­kräf­ti­ge Unter­stüt­zung brau­chen, um dei­ne Mar­ki­se von der Wand abzu­bau­en – lass dir also von min­des­tens einem Freund oder Bekann­ten hel­fen.

Um den Rohr­mo­tor spä­ter an den Strom bzw. das haus­in­ter­ne Strom­netz anzu­schlie­ßen, soll­test du unbe­dingt einen Elek­tri­ker beauf­tra­gen. Ver­ein­ba­re am bes­ten noch vor der Mon­ta­ge des Rohr­mo­tors einen Ter­min, damit der Fach­mann prü­fen kann, ob dein Vor­ha­ben umsetz­bar ist und was du gege­be­nen­falls beach­ten soll­test.

Ist alles geklärt, kannst du die eigent­li­che Mon­ta­ge vor­be­rei­ten. In der Regel brauchst du die fol­gen­den Mate­ria­li­en:

  • Rohr­mo­tor
  • Instal­la­ti­ons­ma­te­ri­al für die Steue­rung
  • Lei­tern
  • Böcke oder ähn­li­ches, um die Mar­ki­se dar­auf abzu­le­gen
  • Spann­gur­te, Sei­le oder Schnü­re zum Fixie­ren der Gelenk­ar­me
  • Schrau­ben­schlüs­sel
  • Schrau­ben­zie­her
  • Inbus­schlüs­sel

Mar­ki­se mit Rohr­mo­tor nach­rüs­ten: Schritt für Schritt

Wich­tig: Im Fol­gen­den fin­dest du eine bei­spiel­haf­te Anlei­tung für das Nach­rüs­ten eines Rohr­mo­tors in einer Gelenk­arm­mar­ki­se. Je nach­dem, wel­ches Mar­ki­sen- und Motor­mo­dell du ver­wen­dest, kön­nen die Schrit­te abwei­chen. Ori­en­tie­re dich immer an der Anlei­tung des Her­stel­lers.

In der Regel läuft die Instal­la­ti­on so ab:

  1. Fah­re das Tuch ein letz­tes Mal per Hand kom­plett ein.
  2. Fixie­re die Gelenk­ar­me mit Sei­len oder ande­ren Hilfs­mit­teln. Das ist sehr wich­tig, weil die Arme unter Span­nung ste­hen und nicht plötz­lich auf­schnap­pen dür­fen – Ver­let­zungs­ge­fahr!
  3. Löse die Arre­tie­rungs­schrau­ben, mit denen die Mar­ki­se an der Wand­hal­te­rung befes­tigt ist. Nimm die Mar­ki­se zusam­men mit dei­nem Hel­fer vor­sich­tig von der Wand.
  4. Lege die Mar­ki­se auf den bereit­ge­stell­ten Böcken ab.
  5. Löse die Schrau­ben, die das Sei­ten­la­ger mit dem Tuch­wel­len­hal­ter ver­bin­den. In der Regel benö­tigst du hier­für den Inbus­schlüs­sel. Nimm das Sei­ten­la­ger ab und leg es zur Sei­te.
  6. In der Tuch­wel­le sitzt in der Regel ein Stop­fen oder eine Wal­zen­kap­sel – ent­fer­ne sie, um hier anschlie­ßend den Rohr­mo­tor ein­bau­en zu kön­nen. Hier ist etwas Kraft nötig, der Stop­fen sitzt oft sehr fest.
  7. Schie­be den Rohr­mo­tor in die nun offe­ne Tuch­wel­le. Er passt in der Regel nur in einer Rich­tung hin­ein, du kannst ihn also nicht falsch her­um ein­ste­cken. Schie­be den Rohr­mo­tor bis zum Anschlag hin­ein. Nur der Motor­kopf darf noch her­aus­schau­en.
  8. Nimm dir das Sei­ten­la­ger der Mar­ki­se vor, das du in Schritt 5 abmon­tiert hast: Löse die Schrau­ben des vor­han­de­nen manu­el­len Kur­bel­la­gers, um die­ses zu ent­fer­nen. Nut­ze die mit­ge­lie­fer­ten Schrau­ben des Motor­la­gers, um die­ses statt­des­sen am Sei­ten­la­ger anzu­brin­gen.
  9. Befes­ti­ge das Sei­ten­la­ger wie­der am Tuch­wel­len­hal­ter. Ach­te dar­auf, dass Motor und Motor­la­ger genau auf­ein­an­der­sit­zen. Siche­re die Ver­bin­dung mit dem mit­ge­lie­fer­ten Splint.
  10. Brin­ge die Mar­ki­se zusam­men mit dei­nem Hel­fer wie­der an der Fas­sa­den­hal­te­rung an. Stel­le sicher, dass alle Schrau­ben zuver­läs­sig fest­ge­zo­gen sind.
  11. Ent­fer­ne die Sei­le oder ande­ren Hilfs­mit­tel, die die Gelenk­ar­me der Mar­ki­se sichern.

Nun kannst du den Elek­tri­ker bestel­len, damit er den Mar­ki­sen­mo­tor fach­ge­recht an den Strom anschließt.

Mit hand­werk­li­chem Geschick zur moto­ri­sier­ten Mar­ki­se

Du hast zwei Mög­lich­kei­ten, eine Gelenk- oder Kas­set­ten­mar­ki­se elek­trisch nach­zu­rüs­ten: mit einem Auf­steck­mo­tor oder einem Rohr­mo­tor. Der Auf­steck­mo­tor ist mit weni­gen Hand­grif­fen ange­bracht, bie­tet aber nicht so vie­le Steue­rungs­mög­lich­kei­ten wie der Rohr­mo­tor. Der wie­der­um ver­langt hand­werk­li­ches Geschick bei der Mon­ta­ge – außer­dem brauchst du einen Elek­tri­ker, der den Motor mit dem Strom­netz ver­bin­det.

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