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HDR foto­gra­fie­ren mit Spie­gel­re­flex & Smart­pho­ne Kame­ra + App Tipps

HDR-Aufnahmen bieten Detailreichtum bei hellen wie dunklen Bildbereichen. Dieser Ratgeber gibt Ihnen Tipps für die HDR Fotografie für Spiegelreflex- und Smartphone-Kamera.

Sie haben ein Foto eines son­nen­durch­flu­te­ten Wald­we­ges geschos­sen, aber Ihnen sind die hel­len Berei­che zu hell und die dunk­len zu dun­kel. Wenn Sie beim Foto­gra­fie­ren öfter auf den Umstand sto­ßen, dass Ihnen die Belich­tung nicht gefällt, dann sind HDR-Auf­nah­men viel­leicht das Rich­ti­ge für Sie. UPDATED erklärt Ihnen, was es damit auf sich hat und wor­auf Sie bei Ihrer Spie­gel­re­flex­ka­me­ra oder auch Ihrem Smart­pho­ne ach­ten müssen.

Grund­la­gen zur HDR Fotografie

High Dyna­mic Ran­ge (“hoher Dyna­mik­um­fang”), kurz HDR, ist ein Hoch­kon­trast-Effekt, den Sie durch das Zusam­men­fü­gen meh­re­rer Bil­der unter­schied­li­cher Belich­tung erzie­len. Ein Bild mit hohem Kon­trast­um­fang bedeu­tet, das mehr Details und Hel­lig­keits­ab­stu­fun­gen zu sehen sind. Schat­ten­be­rei­che tre­ten damit kon­trast­rei­cher her­vor, hel­le Berei­che wir­ken weni­ger über­be­lich­tet, das Bild wirkt farb­kräf­tig. Gute HDR-Auf­nah­men kom­men damit dem Wahr­neh­mungs­um­fang des mensch­li­chen Auges nahe, was Far­be, Details und Schär­fe anbelangt.

Wol­len Sie nun ein sol­ches Bild auf­neh­men, soll­ten Sie eini­ge grund­le­gen­de Regeln für die HDR-Foto­gra­fie beachten:

      1. HDR-Auf­nah­men set­zen sich aus meh­re­ren geschos­se­nen Bil­dern zusam­men, die sie über eine Rei­hen­auf­nah­me erhal­ten und spä­ter zusam­men­fü­gen oder einen ent­spre­chen­den HDR-Effekt an Ihrer Kame­ra nut­zen. In bei­den Fäl­len soll­ten Sie die Kame­ra nicht bewe­gen, da ein und das­sel­be Motiv in ver­schie­de­nen Belich­tungs­ein­stel­lun­gen auf­ge­nom­men wird und es bei Bewe­gung zu ver­schwom­me­nen Bild­ele­men­ten kom­men kann.
      2. Suchen Sie sich daher für die HDR-Foto­gra­fie auch kei­ne beweg­ten Moti­ve. Sie erhal­ten dadurch in der Regel einen mini­ma­len Bild­ver­satz in den ein­zel­nen Auf­nah­men, der sich im fer­ti­gen Bild als unschö­ner “Geis­ter­schat­ten” mani­fes­tiert. Auch klei­ne, unschein­ba­re­re Ele­men­te wie wehen­de Fah­nen oder wedeln­de Bau­mäs­te soll­ten Sie meiden.
      3. Benut­zen Sie ein Sta­tiv: Egal, ob Smart­pho­ne oder Spie­gel­re­flex­ka­me­ra, sor­gen Sie für einen sta­bi­len und fes­ten Unter­grund, der das Gerät für die Dau­er der Auf­nah­me in Posi­ti­on hält. Am ehes­ten emp­fiehlt sich hier ein Kame­ra­sta­tiv, für wel­che es auch Hal­te­run­gen für Smart­pho­nes gibt. Schal­ten Sie hier­für aber Bild­sta­bi­li­sa­to­ren aus, denn die­se erzeu­gen dann oft den gegen­tei­li­gen Effekt. 

HDR-Apps für Ihr Smartphone

Möch­ten Sie über die Funk­tio­nen Ihres Smart­pho­nes hin­aus HDR-Auf­nah­men machen und die Bil­der anschlie­ßend noch etwas nach­be­ar­bei­ten, emp­feh­len wir Ihnen zwei Apps für iOS und Android:

HDR-App für iOS: Pro­Ca­me­ra und HDR for Free

Pro­Ca­me­ra bie­tet Ihnen ein für eine Foto-App recht umfas­sen­des Paket an Ein­stel­lungs- und Fil­ter­mög­lich­kei­ten. Neben der intui­ti­ven Benut­zer­ober­flä­che mit Anpas­sun­gen für Auf­nah­men bei schwa­chem Licht oder einer Seri­en­bild­funk­ti­on ver­fügt die App auch über einen HDR-Modus, der eine Bil­der­rei­he auto­ma­tisch zusam­men­setzt. Drei Fil­ter­op­tio­nen geben Ihnen hier zusätz­li­che Mög­lich­kei­ten für hohe Farb- und Kon­trast­wer­te. Dafür ist Pro­Ca­me­ra aller­dings kos­ten­pflich­tig (4,99 Euro).

Pro­Ca­me­ra kön­nen Sie im App Store erstehen.

Als kos­ten­lo­se Alter­na­ti­ve für Ihr iOS-Gerät ste­hen hier in der Regel nur sol­che Apps zur Ver­fü­gung, die geschos­se­ne Bil­der ledig­lich nach­be­ar­bei­ten. Das heißt, Sie wäh­len Fotos aus Ihrer Bil­der­ga­le­rie und las­sen eine App wie etwa HDR for Free Dyna­mik­an­pas­sun­gen an Licht und Far­be vornehmen.

HDR for Free laden Sie im app Store herunter.

HDR-App für Android: Came­ra HDR Stu­dio und Ulti­ma­te HDR Camera

Came­ra HDR Stu­dio erlaubt Ihnen über eine leicht zu bedie­nen­de Benut­zer­ober­flä­che, schnell HDR-Auf­nah­men zu erstel­len. Drei Modi ste­hen hier zur Ver­fü­gung, die Sie über ein Antip­pen des HDR-Icons aus­wäh­len. Dazu gibt es eini­ge Fil­ter- und Rah­men­funk­tio­nen, womit Sie auch Bil­der aus Ihrer Foto­ga­le­rie bear­bei­ten können.

Die Basis­ver­si­on ist kos­ten­los, für die Pro-Ver­si­on mit mehr Funk­tio­nen zah­len Sie im Goog­le Play Store 2,15 Euro.

Kom­plett kos­ten­los hin­ge­gen ist die App Ulti­ma­te HDR Came­ra. Die Anwen­dung wan­delt Auf­nah­men schnell in das Hoch­kon­trast­for­mat um und erlaubt anschlie­ßend noch Anpas­sun­gen der Schär­fen- und Farbintensität.

Ulti­ma­te HDR Came­ra fin­den Sie im Play Store.

HDR-Foto­gra­fie mit der Spiegelreflex

Gene­rell gibt es zwei Metho­den, mit Ihrer Kame­ra eine HDR-Auf­nah­me zu täti­gen: Bei der manu­el­len Vari­an­te neh­men Sie alle Ein­stel­lun­gen am Gerät selbst vor. Hier­bei sind beson­ders die Ein­stel­lun­gen an Blen­de, Belich­tungs­zeit und ISO-Wert (Licht­emp­find­lich­keit) wich­tig. Für die manu­el­le Vari­an­te stel­len Sie das Modus­wahl­rad ent­we­der auf A/AV (Zeit­au­to­ma­tik) oder M (Manu­ell), um fes­te Blen­den­ein­stel­lun­gen aus­zu­wäh­len, die für die HDR-Foto­gra­fie uner­läss­lich sind. Sie ver­hin­dern damit Schär­fen­un­ter­schie­de in den Ein­zel­auf­nah­men. Anschlie­ßend set­zen Sie die geschos­se­nen Bil­der am Com­pu­ter mit einem ent­spre­chen­den Bild­be­ar­bei­tungs­pro­gramm zu einem HDR-Bild zusam­men. Je nach Rou­ti­ne und Kennt­nis­grad erzie­len Sie hier­mit das best­mög­li­che Ergebnis.

Moder­ne digi­ta­le Spie­gel­re­flex­ka­me­ras (DSLR) ver­fü­gen in ihren Ein­stel­lun­gen in der Regel auch über einen HDR-Modus, der einen Groß­teil an Ein­stel­lun­gen über­nimmt, die Sie sonst manu­ell für ein sol­ches Bild vor­neh­men. Je nach Kame­ra fin­den Sie die­sen Modus in den Menü­ein­stel­lun­gen unter den Effekt- oder Filtereinstellungen.

Ob Sie sich für die manu­el­le Ein­stel­lung-Metho­de oder den Nut­zen eines HDR-Modus ent­schei­den, ist natür­lich immer mit Ihrem Anspruch an die Qua­li­tät des HDR-Bil­des ver­bun­den. Pro­fi-Foto­gra­fen grei­fen hier eher zur manu­el­len Vari­an­te, wäh­rend Gele­gen­heits-Bil­der­jä­ger auch gern dem HDR-Modus die Haupt­ar­beit über­las­sen. Auch das Datei­for­mat, in dem Sie Ihre HDR-Auf­nah­men abspei­chern, kann dabei ent­schei­dend sein: Nut­zen Sie den HDR-Modus und wol­len kei­ne wei­te­ren nach­träg­li­chen Bear­bei­tun­gen an Ihrem Bild vor­neh­men, ist das platz­spa­ren­de­re JPG-For­mat ver­mut­lich Ihre ers­te Wahl. Wol­len Sie Ihre Belich­tungs­rei­hen selbst zusam­men­fü­gen und nach­träg­lich noch bear­bei­ten, soll­ten Sie im RAW-For­mat spei­chern – was aller­dings mehr Platz benö­tigt. Tipps zum Foto­gra­fie­ren mit RAW haben wir für Sie in einem ent­spre­chen­den Rat­ge­ber zusammengefasst.

Wich­ti­ge Punk­te für die manu­el­le HDR-Fotografie:

      • Schal­ten Sie den Auto­fo­kus ab, damit gera­de bei wenig Rest­licht die Auto­ma­tik den Fokus nicht auf einen unge­woll­ten Bild­punkt aus­rich­tet. Stel­len Sie die­sen manu­ell auf den gewünsch­ten Bereich ein.
      • Schal­ten Sie die ISO-Auto­ma­tik ab: Eine wech­seln­de Licht­emp­find­lich­keit führt zu unter­schied­li­chen Schär­fen der ein­zel­nen Auf­nah­men, eben­so kann sich auch der Farb­cha­rak­ter des Bil­des ändern.
      • Ver­mei­den Sie unter­schied­li­che Blen­den­ein­stel­lun­gen, da die­se zu Unschär­fe im End­pro­dukt füh­ren kön­nen. Wich­ti­ger sind die unter­schied­li­chen Belich­tungs­zei­ten. Stel­len Sie hier­für bei­spiels­wei­se eine fes­te, auf Schär­fe aus­ge­leg­te Blen­de von f8 oder f11 ein und wäh­len Sie eine Belich­tungs­rei­he im Kame­ra-Menü. Dann erstellt Ihr Gerät beim Aus­lö­sen auto­ma­tisch meh­re­re Bil­der unter­schied­li­cher Belichtung.

Das soll­ten Sie beim Nut­zen des HDR-Modus bei einer Spie­gel­re­flex­ka­me­ra beachten:

        • Vie­le Kame­ras haben beim HDR-Modus eine Wer­te­ab­stu­fung zwi­schen zwei und fünf. Davon hängt die Anzahl der Bil­der ab, die geschos­sen und anschlie­ßend auto­ma­tisch zusam­men­ge­fügt wer­den. Je mehr Bil­der, des­to grö­ße­re Dyna­mik­be­rei­che wer­den abge­deckt und erge­ben ein leben­di­ge­res HDR-Bild.
        • Sei­en Sie bei der Bild­ver­ar­bei­tung gedul­dig: Da im HDR-Modus die Kame­ra-Soft­ware das Bild nach den Ein­zel­auf­nah­men sofort zusam­men­setzt, kann die­ser Vor­gang je nach Ein­stel­lung zwi­schen weni­gen und meh­re­ren Sekun­den dauern.
        • HDR-Modi ver­fü­gen oft über zusätz­li­che Fil­ter­ein­stel­lun­gen wie etwa “Ölge­mäl­de”, die Sie zu Beginn zunächst aus­las­sen kön­nen. Möch­ten Sie Ihre HDR-Auf­nah­men kunst­vol­ler gestal­ten, pro­bie­ren Sie sich an die­sen kame­rain­ter­nen Fil­tern, wenn Sie genü­gend Rou­ti­ne mit dem Modus ent­wi­ckelt haben.

HDR-Auf­nah­men mit dem Smartphone

Auch Ihr Smart­pho­ne eig­net sich als HDR-Kame­ra. Dafür benö­ti­gen Sie in jedem Fall eine App, denn Sie haben ansons­ten kei­nen Zugriff auf Bil­der­rei­hen mit unter­schied­li­cher Belich­tung. Vie­le Kame­ra-Apps der Her­stel­ler haben bereits einen HDR-Modus vor­in­stal­liert. In der Regel schießt Ihr Mobil­ge­rät zwi­schen zwei und drei Bil­der hin­ter­ein­an­der und kom­bi­niert die­se anschlie­ßend zu einer Hoch­kon­trast-Auf­nah­me. Auch hier gilt, dass Sie das Smart­pho­ne für die Auf­nah­me ruhig hal­ten müs­sen. Beden­ken Sie wei­ter­hin, dass Sie beim Drü­cken des Aus­lö­sers eben­falls eine Erschüt­te­rung auf das Mobil­ge­rät aus­üben, was sich auf die Lin­se über­trägt und die Auf­nah­me ver­wa­ckeln kann. Ein Sta­tiv oder zumin­dest ein fes­ter Unter­grund wie eine Tisch­plat­te sind hier also sehr zu emp­feh­len – leh­nen Sie das Smart­pho­ne zusätz­lich an einem schwe­ren Gegen­stand wie einen Stein oder eine Tas­se. Eben­so kön­nen Sie den Timer bezie­hungs­wei­se den Selbst­aus­lö­ser Ihrer Kame­ra-App auf ein paar Sekun­den ein­stel­len, damit zum Zeit­punkt der Auf­nah­me kein Druck durch Ihren Fin­ger das Gerät erschüttert.

Beden­ken Sie hier­bei aber auch, dass ein Smart­pho­ne in punc­to Hard­ware und Nach­be­ar­bei­tungs­soft­ware nicht an die Qua­li­tät einer “ech­ten” Spie­gel­re­flex­ka­me­ra und pro­fes­sio­nel­ler Com­pu­ter­pro­gram­me her­an­reicht. Ihre HDR-Auf­nah­men wer­den sich nicht mit denen der gro­ßen Gerä­te mes­sen kön­nen, was Schär­fe und Farb­sät­ti­gung anbe­langt. Von einer rein manu­el­len HDR-Foto­gra­fie auf dem Smart­pho­ne, bei der Sie über man­che Apps die Belich­tungs­zeit kon­trol­lie­ren kön­nen, raten wir daher ab: Der Auf­wand, die Bil­der anschlie­ßend per Soft­ware nach­zu­be­ar­bei­ten, steht in kei­nem Ver­hält­nis zur Qua­li­tät. Für beein­dru­cken­de Auf­nah­men, die Sie auf Ihrem Smart­pho­ne oder Tablet betrach­ten, rei­chen HDR-Bil­der aus dem Smart­pho­ne, die Sie mit einer App erstellt haben, aber abso­lut aus.

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