Du siehst immer wieder wunderschöne Szenen auf deinem Heimweg. Abends leuchtet der Himmel pink, violett und rot und taucht die Stadt in ein einzigartiges Licht. Zückst du deine Kamera und knipst drauf los, merkst du allerdings: Entweder ist der Himmel schön und die Stadt rabenschwarz oder die Stadt ist gut zu erkennen und der Himmel überstrahlt in grellem Weiß. Hier ist ein Verlaufsfilter eine große Hilfe. Mit ihm gelingen perfekt ausgeleuchtete und farbintensive Fotos.

Das ist ein Verlaufsfilter

Fotos, die bei sehr unterschiedlichen Lichtverhältnissen gemacht wurden und dennoch alle Details und Farben kräftig und intensiv zeigen, sind nicht zwangsweise mit Photoshop bearbeitet. Schon beim Fotografieren kannst du für eine ideale Ausleuchtung sorgen, ohne einen Teil deines Bilds über- oder unterzubelichten. Wie? Mit einem Verlaufsfilter.

Der Filter weist eine spezielle Tönung auf: Eine Hälfte ist heller, die andere dunkler. Dieser simple Effekt entfaltet seine große Wirkung, wenn du den helleren Teil auf den dunklen Bereich deines Fotos ausrichtest und die dunkle Tönung nutzt, um den hellen Bereich deines Fotomotivs zu dimmen.

Diese Verlaufsfilter gibt es

Was ein Verlaufsfilter ist, ist dir nun im Groben klar. Es gibt allerdings verschiedene Abstufungen und Leistungsumfänge in Sachen Verlaufsfilter. Grundsätzlich lassen sich zwei mechanische Arten unterscheiden:

  • Schraubfilter: Ein Schraubfilter erinnert optisch an ein Vergrößerungsglas und wird auf das Gewinde am vorderen Ende deines Objektivs geschraubt. Achte daher beim Kauf auf den Durchmesser deines Objektivs, damit du auch die korrekte Größe des Filters auswählst.
  • Steckfilter: Steckfilter werden vor dein Objektiv gesteckt bzw. geklemmt. Dazu benötigst du eine Kunststoffhalterung, die du am Objektiv anbringst. Anschließend wird die Filterscheibe in die Halterung eingeschoben. Achte beim Kauf auf die korrekte Größe der Halterung, sodass dein Filter nicht zu lose an der Kamera sitzt.

Welcher Verlaufsfilter für deine Bedürfnisse der richtige ist, hängt allerdings nicht nur davon ab, wie du ihn an deine Kamera anbringen möchtest, sondern auch, welche Stärke er besitzt. Die Stärke des Filters wird in der Einheit ND (Neutraldichte) angegeben. Die einzelnen Stärken unterscheiden sich jeweils um 0,3 ND.

Dabei gilt: Je niedriger der ND-Wert, desto weicher ist der Übergang von heller zu dunkler Tönung. Zusätzlich lassen sich Filter in “hard” und “soft” unterteilen. “Hard” bedeutet hierbei, die dunkle Tönung ist intensiver, “soft” bedeutet, die dunkle Tönung ist schwächer.

Graufilter vs. Farbfilter

Neben der Anbringungsart gibt es auch Unterschiede bei den Farben und Farbabstufungen von Verlaufsfiltern. Welcher für dich der richtige ist, hängt vor allem davon ab, wofür du den Filter verwenden möchtest.

Grundsätzlich lassen sich Verlaufsfilter in zwei Kategorien unterteilen: grau und farbig.

Der Graufilter

Der Grauverlaufsfilter, kurz auch Graufilter genannt, kommt dann zum Einsatz, wenn du mit Schatten und Licht arbeiten möchtest. Du setzt den abgedunkelten Teil des Filters dort an, wo der helle bzw. stark beleuchtete Teil des Fotos ist. Dadurch wird dieser dem dunkleren Part angeglichen und die Kamera hat es leichter, alle Details korrekt einzufangen.

Der Graufilter eignet sich besonders gut, wenn du ein Motiv möglichst farbecht ablichten willst. Beachte allerdings: Hundertprozentig farbecht ist kein Filter. Graufilter neigen zu einem leichten Magenta-Stich. Für Hobby-Fotografen ist das aber vernachlässigbar – nur Profis sehen diese feine Nuance.

Was darf ein Verlaufsfilter kosten?

Verlaufsfilter können mitunter sehr teuer werden. Es braucht aber nicht immer das Profi-Modell zu sein. Filter für Anfänger kannst du meist in Packungen mit mehreren farbigen Aufsätzen schon für wenig Geld erstehen.

Profi-Filter dagegen kosten häufig mehrere hundert Euro. Für den alltäglichen Gebrauch eines Hobby-Fotografen sind diese aber nicht nötig. Schöne Fotos knipst du auch mit günstigen Alternativen. Mit einem mehrteiligen Filter-Set hast du außerdem gleich mehrere Farbfilter zur Auswahl und kannst dich kreativ ausprobieren.

Farbfilter

Zusätzlich zu den Graufiltern gibt es mittlerweile auch vermehrt Farbfilter. Der Farbverlauf geht dabei entweder von transparent hin zu einer immer dunkler werdenden, farbigen Tönung oder von einer hellen Nuance einer Farbe zu einer dunkleren. Farbige Verlaufsfilter sind in allen möglichen Nuancen erhältlich und werden genau wie der Graufilter angewendet, um ungleichen Lichtverhältnissen entgegenzuwirken. Dabei tauchen sie dein Foto allerdings noch in eine von dir gewählte Farbe. Die Filter können also natürliche Farben verstärken oder künstlerische Effekte erzeugen.

Tipp: Benutzt du einen einseitig gefärbten Verlaufsfilter, bietet dir das die Möglichkeit, bestimmte Teile eines Fotos farblich gezielt zu verstärken. Damit kann der Himmel blauer, die Wiese grüner oder das Sonnenlicht gelber werden. Vollständig gefärbte Verläufe dagegen färben das gesamte Bild schwächer oder stärker ein.

Simpel und schnell zu perfekten Fotos

Aufwändige Fotobearbeitung ade: Mit Verlaufsfiltern kannst du unterschiedliche Lichtverhältnisse auf einem Foto im Nu ausgleichen. Wer mag, besorgt sich die verschieden getönten Steck- oder Schraubfilter in simplem Grau oder in auffälligen Farben wie Lila, Grün oder Blau. Der Effekt bleibt immer derselbe: Das Foto sieht von vornherein klasse aus.

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