Ein Geschirr­spü­ler ist eine prak­ti­sche Erfin­dung, denn damit ist dei­ne Küche nach dem Kochen im Nu wie­der auf­ge­räumt und du brauchst fast nichts mehr per Hand zu spü­len. Zudem ist ein sol­ches Gerät auch ener­gie- und was­ser­spa­ren­der sowie hygie­ni­scher als eine Rei­ni­gung mit hei­ßem Was­ser im Spül­be­cken. Es gibt aber bestimm­te Din­ge, die du bes­ser von Hand abwäschst. Hier erfährst du, bei wel­chen Gegen­stän­den und Mate­ria­li­en beson­de­re Vor­sicht gebo­ten ist und wel­che gene­rell nicht in die Spül­ma­schi­ne gehö­ren.

Sil­ber, Alu­mi­ni­um, Kup­fer & Co.: Tabu für die Spül­ma­schi­ne

Vor­sicht bei alten Ther­mos­kan­nen

Klas­si­sche Iso­lier­kan­nen oder Thermobe­häl­ter aus frü­he­ren Zei­ten haben eine ver­sil­ber­te, eva­ku­ier­te und mit Vaku­um ver­se­he­ne Dop­pel­glas­wand, die von einem Silber‑, Edel­stahl- oder Kunst­stoff­be­häl­ter umman­telt ist. Damit in den Zwi­schen­raum zwi­schen der Außen­hül­le und der Dop­pel­glas­wand kein Was­ser gelangt, wird daher emp­foh­len, die Kan­ne nur aus­zu­spü­len, aber nicht ins Spül­be­cken zu tau­chen oder gar in die Spül­ma­schi­ne zu geben. Bei eva­ku­ier­ten Iso-Edel­stahl­kan­nen kann das Vaku­um sogar ohne die Rei­ni­gung in der Spül­ma­schi­ne durch Ein­drin­gen von Was­ser­stoff nach und nach abneh­men. Die­se Kan­nen spülst du daher bes­ser nur mit Geschirr­spül­mit­tel heiß aus. Neue­re Ther­mos­kan­nen sind meist dop­pel­wan­di­ge Edel­stahl­be­häl­ter. Die­se Kan­nen ohne iso­lie­ren­des Vaku­um kannst du in die Spül­ma­schi­ne geben.

Bestimm­te Metal­le eig­nen sich nicht für die Rei­ni­gung in der Spül­ma­schi­ne. Hier­zu gehö­ren Alu­mi­ni­um und Legie­run­gen.

Alu­mi­ni­um

Kaf­fee­voll­au­to­ma­ten sind vie­len Men­schen heu­te lieb und teu­er, aber auch zur soge­nann­ten „Caf­fe­te­ria“ Espress­o­kan­ne für die Koch­plat­te wird ger­ne gegrif­fen. Die hoch­wer­ti­ge­ren Model­le bestehen aus Edel­stahl, die güns­ti­gen meist aus Alu­mi­ni­um. Stel­le letzt­ge­nann­te kei­nes­falls in die Spül­ma­schi­ne, weil das Alu­mi­ni­um sonst anläuft und dun­kel wird. Der Gum­mi­ring im obe­ren Teil der Espress­o­kan­nen gehört eben­falls nicht in den Geschirr­spü­ler. Dies gilt für alle Gum­mi­dich­tun­gen.

Legie­run­gen

Auch bei älte­rem Sil­ber­be­steck ist teil­wei­se Vor­sicht gebo­ten. Mes­ser, Gabeln und Löf­fel aus oder mit 925er Ster­ling­sil­ber, mit 150er Mas­siv­ver­sil­be­rung oder 90er Hart­ver­sil­be­rung kön­nen einem Wasch­gang in der Spül­ma­schi­ne durch­aus stand­hal­ten. Wenn du den­noch nichts ris­kie­ren willst, wasche sie lie­ber von Hand ab. Wenn Sil­ber nach dem Spül­gang bräun­lich anläuft, liegt dies an dem bei­gemisch­ten Kup­fer­ge­halt des Geschirr­spül­mit­tels. Der UPDATED-Rat­ge­ber „Sil­ber­be­steck rei­ni­gen — So polie­ren Sie ange­lau­fe­nes Sil­ber und holen den Glanz zurück“ erklärt dir, wie du Ver­fär­bun­gen an Sil­ber­ge­gen­stän­den mit ein­fa­chen Mit­teln ent­fer­nen kannst und den alten Glanz zurück­er­hältst.

Älte­re Haus­halts­ge­gen­stän­de mit Bestand­tei­len aus Kup­fer, Zinn und Bron­ze gehö­ren auch nicht in die Maschi­ne. Wenn du sicher­ge­hen willst, nichts falsch zu machen, wasche die­se bes­ser eben­falls per Hand ab.

Fili­gra­nes und anti­kes Geschirr

Glei­ches gilt auch für fili­gra­nes Geschirr und Glä­ser mit Gold­rän­dern aus den Zei­ten dei­ner Groß­mutter. Von die­sen kön­nen sich die edlen Rän­der schon nach einem Spül­gang lösen. Rei­ni­ge sol­che Tei­le also in jedem Fall von Hand.

Spü­le beson­ders fili­gra­ne Glä­ser oder hauch­dün­ne Kaf­fee­ser­vices eben­falls bes­ser im Spül­be­cken, weil sie in der Maschi­ne mit ande­ren Gegen­stän­den anecken und bre­chen könn­ten. Auch lang­stie­li­ge Sekt­glä­ser soll­test du aus dem­sel­ben Grund per Hand spü­len.

Holz im Geschirr­spü­ler rächt sich schnell

Durch die hohe Tem­pe­ra­tur und Feuch­tig­keit im Inne­ren eines Geschirr­spü­lers neigt das Natur­ma­te­ri­al Holz dazu, auf­zu­quel­len und sich zu spal­ten. In den Rit­zen kön­nen sich dann Kei­me bil­den. Spü­le daher zum Bei­spiel Schnei­de­bret­ter, Gefä­ße, Koch­löf­fel und Grif­fe aus Holz nicht maschi­nell.

Bei lackier­ten oder beschich­te­ten Holz­grif­fen erscheint die Gefahr weni­ger augen­schein­lich – aber auch hier kann das Holz auf­quel­len und Ris­se bekom­men. Nach eini­ger Zeit kön­nen sich die­se in Tei­len oder ganz lösen.

Hoch­wer­ti­ge Mes­ser und Rei­ben bes­ser per Hand waschen

Bei hoch­wer­ti­gen, sehr schar­fen Mes­sern wird emp­foh­len, die­se per Hand zu spü­len. Das liegt zum einen dar­an, dass sie oft einen Holz­griff haben (sie­he oben). Zum ande­ren kön­nen Spül­mit­tel und Säu­ren sowie Rost von Pfan­nen und Töp­fen, die sich gleich­zei­tig in der Maschi­ne befin­den, die Klin­gen angrei­fen. Glei­ches gilt für Gemü­se- oder Par­me­san­rei­ben, weil deren Klin­gen beson­ders fein sind. Spü­le aus die­sem Grund auch Rei­ben aus Kunst­stoff nicht in der Maschi­ne, son­dern per Hand.

Glas und Kunst­stoff: Vor­sicht vor Ver­fär­bun­gen und Ris­sen

„Spül­ma­schi­nen­fest“ und „spül­ma­schi­nen­ge­eig­net“: Defi­ni­ti­on und Unter­schied

Her­stel­ler wei­sen man­ches Besteck und Geschirr als „spül­ma­schi­nen­fest“ und man­ches als „spül­ma­schi­nen­ge­eig­net“ aus. Die­se Begrif­fe schei­nen auf den ers­ten Blick das Glei­che aus­zu­sa­gen, es gibt jedoch einen gro­ßen Unter­schied.

Pro­duk­te mit dem Prä­di­kat “spül­ma­schi­nen­fest” kön­nen pro­blem­los und ohne Scha­den zu neh­men im Geschirr­spü­ler gerei­nigt wer­den. Die Gegen­stän­de wur­den dabei auf Grund­la­ge von zwei DIN-Nor­men geprüft und als “spül­ma­schi­nen­fest” bewer­tet.

Pro­duk­te mit der Bezeich­nung “spül­ma­schi­nen­ge­eig­net” kön­nen in der Spül­ma­schi­ne gerei­nigt wer­den. Aller­dings auf eige­ne Ver­ant­wor­tung — es ist damit zu rech­nen, dass Besteck und Geschirr nach einer unge­wis­sen Anzahl von Spül­durch­gän­gen Schä­den auf­wei­sen.

“Spül­ma­schi­nen­taug­lich” ist gleich­be­deu­tend wie “spül­ma­schi­nen­ge­eig­net”

Wer schon län­ger eine Spül­ma­schi­ne besitzt, kennt das Ärger­nis, dass Glä­ser nach einer Rei­he von Spül­gän­gen wei­ße Kal­krän­der anset­zen, sich mil­chig ver­fär­ben oder fei­ne Ris­se und Krat­zer bekom­men. Im Volks­mund und in der Wer­bung ist oft von „Glas­kor­ro­si­on“ die Rede. Laut Stif­tung Waren­test liegt das meist nicht am Glas, son­dern dar­an, dass die Maschi­ne schlecht ein­ge­räumt wur­de und ande­re Gegen­stän­de dar­an rei­ben. Auch ein fal­scher Rei­ni­ger oder zu wenig Klar­spü­ler bezie­hungs­wei­se Ent­här­ter­salz kön­nen die Ursa­chen sein.

Bei hoch­wer­ti­ge­ren Mar­ken­glä­sern, die als spül­ma­schi­nen­fest- oder geeig­net aus­ge­wie­sen sind, hast du den Tes­tern zufol­ge eher Gewähr, dass sie auch nach vie­len Spül­gän­gen noch glän­zen. Das stimmt jedoch auch nicht immer. Wenn dei­ne Glä­ser Kal­krän­der anset­zen, ver­su­che, das Glas mit einem wei­chen Lap­pen und Essig­es­senz aus­zu­wi­schen. Vor­beu­gend wird unter ande­rem emp­foh­len, Glä­ser nur bei 45 oder 50 °C maschi­nell zu spü­len und statt Tabs Spül­ma­schi­nen­pul­ver zu ver­wen­den.

Zei­gen sich im Glas nach meh­re­ren Spül­gän­gen in der Maschi­ne läng­li­che Schlie­ren oder Loch­fraß an den Rän­dern, liegt in der Regel Lini­en­kor­ro­si­on vor, die auf Pro­duk­ti­ons­män­gel zurück­zu­füh­ren ist. Bei Glä­sern mit Stiel kann der Stiel­an­satz zum Teil Trü­bun­gen zei­gen oder, wenn er nur ange­klebt ist, sich sogar lösen. Letz­te­res Phä­no­men kann sich auch bei Wein- und Sekt­glä­sern von Edel­mar­ken zei­gen und ist somit nicht auf Bil­lig­an­bie­ter beschränkt.

Kunst­stoff

Auch Gegen­stän­de aus Kunst­stoff oder mit Kunst­stoff­an­tei­len kön­nen in der Maschi­ne lei­den. Plas­tik an bei­spiels­wei­se Besteck­grif­fen kann sich lösen, auf­quel­len oder Ris­se bekom­men. Auch Ver­fär­bun­gen sind mög­lich.

Durch­sich­ti­ge Kunst­stoff­auf­sät­ze zei­gen schon nach weni­gen Spül­gän­gen in der Maschi­ne Ris­se. Gera­de dün­nes, durch­sich­ti­ges Hart­plas­tik ver­trägt sich oft nicht mit Geschirr­spü­lern. Bei Kunst­stoff-Was­ser­be­häl­tern von Kaf­fee­ma­schi­nen kann zudem die Gum­mi­dich­tung Scha­den neh­men. Spü­le die­se daher von Hand ab.

Vor­rats­do­sen aus Kunst­stoff sind in der Regel spül­ma­schi­nen­ge­eig­net. Ent­sor­ge sie jedoch, wenn sie sich gelb­lich ver­fär­ben oder Ris­se bekom­men. Die Ver­fär­bung kann auf sich lösen­de Weich­ma­cher hin­deu­ten, die du nicht zu dir neh­men soll­test.

Bestand­tei­le von Maschi­nen: Bloß nicht!

Tei­le, die direkt zum Elek­tro­kreis­lauf gehö­ren, dür­fen über­haupt nicht mit Was­ser in Berüh­rung kom­men und daher auch nicht maschi­nell gespült wer­den.

Vie­le Küchen­ge­rä­te haben ab- oder her­aus­nehm­ba­re Tei­le. Wenn in der Gebrauchs­an­wei­sung steht, dass die­se Tei­le nicht spül­ma­schi­nen­fest sind, wasche sie unbe­dingt von Hand ab. Beach­te zudem, dass auch bei einer Kenn­zeich­nung als „spül­ma­schi­nen­ge­eig­net“ nicht immer Ver­lass dar­auf ist, dass die Tei­le nach Dut­zen­den Spül­ma­schi­nen­gän­gen immer noch wie neu aus­se­hen.

Lei­der sind die Hin­wei­se der Her­stel­ler bezüg­lich der Spül­ma­schi­nen­taug­lich­keit der Ein­zel­tei­le viel­fach zu unüber­sicht­lich oder unein­deu­tig. Ver­traue daher auch dei­nen Erfah­run­gen und dei­nem Bauch­ge­fühl.

Fazit: Auf die Gebrauchs­an­wei­sung und das Mate­ri­al ach­ten

Vie­le Din­ge kön­nen pro­blem­los in der Spül­ma­schi­ne gerei­nigt wer­den. Bei Kunst­stoff­tei­len, Sil­ber­be­steck, fili­gra­nem Por­zel­lan oder Holz­ma­te­ria­li­en ist jedoch Vor­sicht gebo­ten. Oft sind die Gebrauchs­an­wei­sun­gen von Her­stel­ler­sei­te, ob ein Gegen­stand spül­ma­schi­nen­ge­eig­net ist oder nicht, unein­deu­tig. Daher gilt: Wenn du dir nicht sicher bist, spü­le die ent­spre­chen­den Tei­le bes­ser von Hand, damit du noch lan­ge Freu­de an Besteck, Geschirr und Glä­sern hast.

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