Im Aus­land flit­zen sie schon län­ger durch die Stra­ßen. Nun haben die klei­nen Elek­tro-Tret­rol­ler auch unse­re Groß­städ­te erreicht. Sharing-Diens­te wie Lime, Circ & Co. ver­spre­chen Fahr­spaß und Zeit­er­spar­nis. Wie unter­schei­den sich die Anbie­ter und wie funk­tio­niert das Aus­lei­hen per App? Einen Über­blick über die wich­tigs­ten E‑S­coo­ter-Ver­lei­her lie­fert dir UPDATED in die­sem Rat­ge­ber.

Vor­ab: Was du über E‑S­coo­ter-Sharing wis­sen soll­test

Die Unter­neh­men Lime, Tier und Co. haben fie­bernd auf das Go für ihre Miet­fahr­zeu­ge gewar­tet: Seit Mit­te Juni 2019 sind E‑Scooter in Deutsch­land offi­zi­ell erlaubt. Sie machen mobil, sol­len den öffent­li­chen Nah­ver­kehr ergän­zen.

  • Par­ken: Die Anbie­ter haben unter­schied­li­che Geschäfts­be­rei­che, in denen die Scoo­ter ver­rie­gelt am Stra­ßen­rand zum Mie­ten bereit­ste­hen. Die Aus­lei­he ist an kei­ne Sta­ti­on gebun­den. Per App erfährst du, wo die Rol­ler gefah­ren und abge­stellt wer­den dür­fen.
  • Aus­stat­tung: Die flüs­ter­lei­sen Flit­zer beschleu­ni­gen mit Elek­tro­kraft per Dau­men­he­bel am Len­ker, haben  Brem­sen und LED-Lich­ter an Bord. Bei etwa 20 km/h rie­geln sie ab. Ver­lässt du den Geschäfts­be­reich, dros­selt das Gefährt auf Schritt­tem­po.
  • Power: Bei der Beschleu­ni­gung gibt es Unter­schie­de. Das liegt an den Moto­ren. Akkustand, Stei­gung und Fah­rer­ge­wicht beein­flus­sen zudem das Vor­an­kom­men.
  • Kos­ten: Der Preis ist bei allen Sharing-Diens­ten ähn­lich. Er beträgt einen Euro pro Fahrt plus etwa 20 Cent pro Minu­te (Stand: Juli 2019).

Maxi­mal 40 bis 50 Kilo­me­ter sol­len mit einem vol­len Akku mög­lich sein. Sinkt die Ener­gie­an­zei­ge unter 40 Pro­zent, ver­liert der Rol­ler meist an Power. Das Gewicht des Fah­rers – inklu­si­ve Gepäck – darf je nach Rol­ler maxi­mal 120 bis 150 Kilo­gramm betra­gen.

Nachts sind die E‑Scooter in der Regel nicht ver­füg­bar, da sie ein­ge­sam­melt, abtrans­por­tiert und zen­tral gela­den sowie gewar­tet wer­den müs­sen.

E‑Scooter ohne Füh­rer­schein fah­ren: Ist das erlaubt?

Ja, denn so etwas wie ein E‑S­coo­ter-Füh­rer­schein exis­tiert nicht. Folg­lich darf jeder ab 14 Jah­ren mit einem Elek­tro-Tret­rol­ler fah­ren. Aller­dings musst du min­des­tens 18 Jah­re alt sein, um dir einen Miet-Flit­zer aus­lei­hen zu dür­fen.  Du soll­test dich wie Fahr­rad­fah­rer auch an die all­ge­mei­nen Ver­kehrs­re­geln hal­ten, nicht alko­ho­li­siert oder unter Dro­gen­ein­fluss fah­ren sowie dein Smart­pho­ne wäh­rend der Fahrt bedie­nen. Geh­we­ge und Fuß­gän­ger­zo­nen sind tabu – ist kein Rad­weg oder Rad­fahr­strei­fen vor­han­den, darfst du auf die Fahr­bahn aus­wei­chen. Eine Helm­pflicht besteht nicht. Wei­te­re Details regelt die E‑Scooter Ver­ord­nung.

Schritt 1: Anmel­den und E‑Scooter per App mie­ten

Um einen E‑Scooter für eine Ein­zel­fahrt anmie­ten zu kön­nen, benö­tigst du…

  • … ein Smart­pho­ne (Andro­id oder iOS).
  • … die App des jewei­li­gen Sharing-Anbie­ters.
  • … eine Kre­dit­kar­te für die Bezah­lung. Die Apps “Lime” und “Tier” bie­ten auch Pay­pal an.

Die Apps der vor­ge­stell­ten Ver­leih­diens­te ähneln sich sehr. So gehst du beim ers­ten Mal vor:

  1. Lade eine Anwen­dung dei­ner Wahl im Goog­le Play Store oder im App Store her­un­ter und regis­trie­re dich. Das dau­ert weni­ge Minu­ten und ist kos­ten­los.
  2. Die Anbie­ter benö­ti­gen dei­nen Stand­ort, um die ver­füg­ba­ren Scoo­ter in dei­ner Nähe anzei­gen zu kön­nen.
  3. Han­dy­num­mer, E‑Mail und dein Name gehö­ren zu den Pflicht­ein­ga­ben. Du bekommst umge­hend einen Frei­schalt­code per SMS zuge­schickt, mit dem du die App akti­vierst. Die Abrech­nung jeder Fahrt erreicht dich im Anschluss per Mail.
  4. Du musst den AGB sowie der Daten­schutz­er­klä­rung zustim­men und mit einem Häk­chen bestä­ti­gen, dass du 18 Jah­re oder älter bist.
  5. Abschlie­ßend wirst du gebe­ten, dei­ne Zah­lungs­da­ten zu hin­ter­le­gen.

Schritt 2: Elek­tro-Rol­ler fin­den und frei­schal­ten

Wo steht der nächs­te ver­füg­ba­re Rol­ler? Die Apps zei­gen dir auf einer Kar­te, wo gela­de­ne Scoo­ter in der Nähe ste­hen und wie groß – bezie­hungs­wei­se klein – die Restreichweite/der Akkustand ist. Die Stand­or­te sind ziem­lich exakt, was das Auf­spü­ren erleich­tert. Per Klick oder Wisch in der App kannst du dir einen E‑Scooter reser­vie­ren, damit er nicht gleich wie­der weg ist.

Befin­dest du dich in unmit­tel­ba­rer Nähe eines Rol­lers, den du ent­sper­ren möch­test, kannst du ihn in der App aus­wäh­len und zur Bestä­ti­gung auf Fahrt star­ten kli­cken. Außer­dem besteht die Mög­lich­keit, den QR-Code am Len­ker zu scan­nen – dar­un­ter steht die ein­ma­li­ge Rol­ler-ID.

Hast du den Rol­ler frei­ge­schal­tet, kannst du crui­sen. So geht’s: Mit einem Fuß los­tre­ten, danach mit bei­den Füßen auf das Tritt­brett stel­len und am Len­ker lang­sam Gas geben. Die Apps zeich­nen dei­ne Stre­cken auf.

Am Ziel ange­kom­men? Schie­be den Sei­ten­stän­der nach unten, öff­ne die App und tip­pe auf Fahrt been­den. Bestä­ti­ge ggf. mit einem zwei­ten Klick. Stel­le den Rol­ler im grün mar­kier­ten Geschäfts­be­reich so ab, dass ande­re Ver­kehrs­teil­neh­mer nicht gestört wer­den. Park­ver­bots­zo­nen sind auf der Kar­te in der App rot gekenn­zeich­net.

Sicher brem­sen und beschleu­ni­gen

Das Fahr­ver­hal­ten und die Beschleu­ni­gung kön­nen anfangs unge­wohnt sein. Dre­he eine Pro­berun­de, um ein Gefühl für den E‑Scooter zu bekom­men. Die Anbie­ter emp­feh­len, drei­mal per Fuß anzu­tre­ten und erst dann bei­de Füße auf das Tritt­brett zu stel­len und am Len­ker zu beschleu­ni­gen. Fah­re kon­zen­triert und umsich­tig. Pas­se die Geschwin­dig­keit an die Ver­kehrs­si­tua­ti­on an.

4 Apps, über die du E‑Scooter mie­ten kannst

“Circ”, “Lime”, “Tier” oder “Voi” – wel­che App soll es sein? Wir stel­len dir die vier Ver­lei­her vor und nen­nen ihre Vor­tei­le.

1. “Circ”: Die Oran­ge­far­be­nen

Der deut­sche E‑S­coo­ter-Anbie­ter Circ (ehe­mals Flash) ist inzwi­schen in mehr als zehn euro­päi­schen Län­dern ver­füg­bar. In Deutsch­land ste­hen die oran­ge­far­be­nen Rol­ler bis­her in Ber­lin, Ham­burg, Mün­chen, Köln, Frank­furt und Her­ne. Wei­te­re Städ­te sol­len fol­gen. Das Unter­neh­men möch­te ver­stärkt mit dem öffent­li­chen Nah­ver­kehr koope­rie­ren. Die High­lights:

  • Digi­ta­le Alles­kön­ner und Was­ser kannst du sicher im Smart­pho­ne- und Geträn­ke­hal­ter ver­stau­en.
  • Der Rol­ler hat zwei Hand­brems­he­bel, dafür fehlt aller­dings eine Fuß­brem­se.
  • Eine Tacho­an­zei­ge ist am Len­ker der Scoo­ter nicht vor­han­den.

In der “Circ”-App kannst du aus­schließ­lich mit Kre­dit­kar­te bezah­len. Pay­pal ist in Pla­nung. Die App ist kos­ten­los für Andro­id und iOS ver­füg­bar.

2. “Lime”: Die Wei­ßen

Die US-Fir­ma Lime ist in Deutsch­land bis­lang mit am häu­figs­ten ver­tre­ten – nach eige­nen Anga­ben ist der Ver­lei­her mit dem Limet­ten-Logo in 23 Län­dern und mehr als 100 Städ­ten aktiv. In Deutsch­land fin­dest du die Rol­ler bis­her in Ber­lin, Köln, Ham­burg, Dres­den, Mün­chen und Frank­furt (Stand: Juli 2019).
Die High­lights:

  • Die Rol­ler haben ein ver­gleichs­wei­se brei­tes Tritt­brett. Ein siche­rer Stand ist dir damit garan­tiert.
  • Die Scoo­ter sind mit mehr Gewicht belast­bar, beschleu­ni­gen dafür aber nur mit­tel­mä­ßig.
  • Es gibt einen Hand­brems­he­bel und eine Fuß­brem­se sowie eine Klin­gel und ein Dis­play mit Anzei­ge für Geschwin­dig­keit und Akkustand.
  • Die Park­po­si­ti­on des abge­ge­be­nen Rol­lers musst du per Foto doku­men­tie­ren.

Bei den grün­wei­ßen Scoo­tern bezahlst du mit Kre­dit­kar­te oder Pay­pal. Auf Wunsch kannst du ein Pre­paid-Gut­ha­ben hin­ter­le­gen. Ansons­ten wird pro Fahrt abge­rech­net. Die “Lime”-App steht kos­ten­los für Andro­id und iOS zum Down­load bereit.

3. “Tier”: Die Tür­kis­far­be­nen

Tier Mobi­li­ty ist ein Ber­li­ner Start-up und mit sei­nen City-Flit­zern in elf Län­dern und mehr als 23 euro­päi­schen Städ­ten unter­wegs. In Deutsch­land kannst du sie unter ande­rem in Ber­lin, Ham­burg und Mün­chen lei­hen. Was die tür­ki­sen Flit­zer so beson­ders macht?

  • Tier koope­riert mit der Münch­ner Ver­kehrs­ge­sell­schaft (MVG) und soll in Zukunft auch über die “MVG-more”-App loka­li­sier- und buch­bar sein.
  • Die Scoo­ter sind wen­dig und beschleu­ni­gen zügig.
  • Als ein­zi­ger der vier E‑Scooter hat er zwei Hand­brem­sen und zusätz­lich eine Fuß­brem­se.
  • Die Rol­ler von Tier haben wie die von Lime eine Tacho­an­zei­ge.

In der “Tier”-App kannst du mit Kre­dit­kar­te und Pay­pal bezah­len. Die App kannst du kos­ten­los für Andro­id und iOS her­un­ter­la­den.

4. “Voi”: Die Roten

Das schwe­di­sche Unter­neh­men Voi ist in 21 euro­päi­schen Städ­ten unter­wegs und möch­te den urba­nen Ver­kehr ver­bes­sern. Dabei kann der Anbie­ter mit fol­gen­den High­lights punk­ten:

  • Die Rol­ler kannst du in Augs­burg, Ber­lin, Erfurt, Ham­burg, Lübeck und Mün­chen aus­lei­hen.
  • Auf­fäl­lig am roten Scoo­ter sind die ver­gleichs­wei­se klei­nen Räder.
  • Unge­wöhn­lich ist der „umge­dreh­te“ Hand­brems­he­bel.
  • Ein Tritt auf das Schutz­blech unter­stützt die Brems­wir­kung. Gut so, denn die Scoo­ter beschleu­ni­gen schnell.
  • Es gibt kei­nen Tacho. LEDs zei­gen den Akkustand an.

Bezah­len kannst du in der “Voi”-App nur mit Kre­dit­kar­te. Die App kannst du kos­ten­los für Andro­id  und iOS her­un­ter­la­den.

E‑Scooter sind prak­tisch und ein­fach zu mie­ten

Die Elek­tro-Rol­ler der Anbie­ter Tier, Voi und Co. berei­ten viel Spaß. Du kannst sie bequem per App fin­den, unkom­pli­ziert mie­ten und gleich los­dü­sen. Für Tou­ris­ten sind sie prak­tisch, um weni­ger lau­fen zu müs­sen und das Sight­see­ing zu beschleu­ni­gen. Für die „letz­te Mei­le“ vom Bus zur Arbeit oder von der Haus­tür zur U‑Bahn bie­ten sie sich an, weil sie in Ziel­nä­he abge­stellt wer­den dür­fen. Für den täg­li­chen Arbeits­weg von meh­re­ren Kilo­me­tern sind sie weni­ger geeig­net. Beach­te: Spo­ra­di­sches Mie­ten ist güns­ti­ger als einen eige­nen Scoo­ter zu kau­fen, regel­mä­ßi­ges Mie­ten hin­ge­gen nicht.

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