Ein eigenes Auto ist teuer, muss gepflegt, gewartet werden – und steht meist doch nur irgendwo auf einem Parkplatz, unterm Carport oder in einer Garage herum. Gerade in Großstädten mit gutem öffentlichem Nahverkehr lohnt sich das meistens nicht. Aber ab und an ist es doch ganz praktisch, mal ein bis zwei Fahrten mit dem Auto zu erledigen. Für genau diese Gelegenheitsfälle gibt es Carsharing. Hier bekommst du schnell und unkompliziert ein Fahrzeug – ohne hohe laufende Kosten. Wir zeigen dir hier genauer, worum es geht und welche Apps du haben solltest.
Carsharing ist eine Art der Kurzzeitmiete von Fahrzeugen, die zwischen registrierten Nutzer*innen geteilt werden. Du meldest dich einmalig bei dem Anbieter deiner Wahl an und kannst danach alle Fahrzeuge der Flotte rund um die Uhr selbständig buchen. Anders als bei der herkömmlichen Autovermietung musst du den Wagen nicht an einer Mietstation abholen oder zurückgeben. Stattdessen du findest die Autos zur Leihe im gesamten Stadtgebiet. Die Buchung erfolgt über die Smartphone-App des Anbieters. In der Regel öffnest du das Fahrzeug auch per App, der Schlüssel liegt dann im Wagen bereit.
Carsharing-Dienste gehören heutzutage fest zum Mobilitätskonzept in zahlreichen Großstädten wie Berlin, Hamburg und München. Laut dem Bundesverband Carsharing e.V. standen im Januar 2026 deutschlandweit über 43.000 Fahrzeuge bereit, verteilt über mehr als 1.400 Gemeinden. Etwa 3,7 Millionen Haushalte (Stand 2023) nutzen die dazugehörigen Dienste. Kein Wunder, denn im Vergleich zum eigenen Auto hat Carsharing einige Vorteile.
Alle Kosten sind im Fahrpreis inbegriffen: Grundversicherung, Autopflege, Werkstatt, TÜV, Wartung, Reifenwechsel und alle anderen Pflichten übernimmt der Carsharing-Anbieter. In der Regel ist auch der Treibstoff bereits inklusive.
Es gibt bundesweit eine Vielzahl an Konzepten, Firmen und Fahrzeugen, die du nutzen kannst. Vor allem in Großstädten ist das Angebot gut ausgebaut. Etabliert haben sich zwei Carsharing-Varianten: Beim stationsbasierten Carsharing stehen die Autos auf einem festen Parkplatz. Dort holst du den Wagen ab und bringst ihn nach der Fahrt zum Ausgangspunkt zurück.
Bei der zweiten Variante, dem sogenannten Free-Floating-Modell, stehen die Autos frei in der Stadt verteilt. Über dein Smartphone kannst du die Fahrzeuge orten und buchen. Nach der Fahrt kannst du sie überall im Geschäftsgebiet abstellen. Parktickets brauchst du nicht zu lösen.
Die größte Flotte in Deutschland betreibt MILES (für iOS und Android). Der Carsharing-Anbieter hat 2016 als Start-up in Berlin unter dem Namen Drive By angefangen. Anders als die Mitbewerber rechnet das Unternehmen nach Kilometern ab, nicht nach Zeit – das entspannt das Fahren im oftmals zähen Großstadtverkehr. Das bietet MILES im Detail:
- Stationsunabhängiges Free-Floating-Modell, Abstellen der Wagen im Geschäftsgebiet des inneren Stadtbereichs
- Abrechnung nach Kilometren (Fahren ohne Zeitdruck)
- Verfügbar in Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Düsseldorf, Stuttgart, Duisburg, Wuppertal, Augsburg, Mönchengladbach, Potsdam und Solingen
- Tausende PKW von Marken wie Audi, VW, Opel und Tesla, Transporter von zum Beispiel von Mercedes-Benz, VW und Opel
- Drei verschiedene Preisklassen, darüber hinaus Pakete buchbar
- Keine Flughafengebühren
- Unterstützung wohltätiger Organisationen mit speziellen Mobilitätsangeboten und Spenden-Autos
DB Flinkster (für iOS und Android) ist das Carsharing-Angebot der Deutschen Bahn und setzt auf ein stationsbasiertes Modell, bevorzugt an Bahnhöfen. Flinkster startete 2009 als Pilotprojekt in Köln und Stuttgart. Das bietet Flinkster:
- Verfügbar in über 300 deutschen Städten
- Stationsbasiertes Modell meist an Bahnhöfen
- Über 4.000 Fahrzeuge vom Kleinwagen über Transporter bis zur Luxusklasse
- Abrechnung im Stundentakt zuzüglich Verbrauchspauschale pro Kilometer, auch tageweise Miete in diversen Preisklassen möglich
- Sammeln von BahnBonus-Punkten
- Kostenlose Anmeldung für Kund*innen mit BahnCard
Free2Move (für iOS und Android) will die App für alles rund um temporäre, individuelle Mobilität sein. Das bedeutet, dass der Dienst nicht nur Free-Floating-Carsharing bietet, sondern auch stationäres Carsharing, Langzeitleihe von Autos (Fahrzeugmiete), Leasing und Parkplatzvermittlung. Das Free-Floating-Carsharing ist in 15 Städten verfügbar – mit unterschiedlichsten Marken und Modellen. Das steckt in Free2Move:
- Free-Floating-Carsharing in 15 Städten, darunter: Berlin, Hamburg, München, Köln, Frankfurt am Main, Düsseldorf und Stuttgart
- Stationsbasiertes Carsharing mit mehr als 72.000 Fahrzeugen in über 400 Stationen
- Auto-Abo mit festem monatlichem Preis möglich, alle Fixkosten inklusive (außer Kraftstoff)
- App vermittelt Parkplätze an großen deutschen Flughäfen
- Punktesystem zum Sammeln zusätzlicher Fahrtzeit, Prämien und mehr
- Abo-Modell mit Preisvorteilen für Vielfahrer*innen
Der größte Anbieter für stationsbasiertes Carsharing im Jahr 2026 heißt Stadtmobil, Das Unternehmen ist eher lokal aufgestellt, je nach Standort stehen hier unterschiedliche Fahrzeugklassen zur Verfügung. Der Dienst ist vor allem für Nutzer*innen gedacht, die häufiger ein Auto brauchen. Stadtmobil verdeutlicht anhand eines Rechenbeispiels, dass die individuelle Miete eines Kleinwagens bei Stadtmobil bis etwa 12.000 Kilometer pro Jahr günstiger ist als ein eigenes Auto der gleichen Klasse. Die Vorteile von Stadtmobil:
- Regional selbstorganisiertes, stationsbasiertes Carsharing
- Auch für Vielfahrer*innen kosteneffizientes Fahren im Vergleich zum eigenen Auto
- Zahlreiche Fahrzeuge an Dutzenden Stationen in und um die Regionen
- regionale Ableger im Stadtmobil-Verbund: Berlin, Hannover, Karlsruhe, Rhein-Main, Rhein-Neckar, Rhein-Ruhr, Stuttgart und Trier
Vor allem aus Großstädten ist Carsharing nicht mehr wegzudenken. Durch die Vielzahl der Anbieter und verschiedenen Modelle kannst du dadurch gut auf ein eigenes Auto verzichten. Und auch sonst lohnt sich eine Registrierung, die in vielen Fällen kostenlos ist. Sei es, um abends das eigene Auto stehen lassen zu können, bei plötzlich einsetzendem Regen den geplanten Fußmarsch zu umgehen oder einfach nur schnell von A nach B zu kommen, wenn dein Auto gerade mal nicht in deiner Nähe ist.
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