Du sitzt am PC und möch­test eine län­ge­re E‑Mail an dei­ne Freun­din schrei­ben. Und obwohl dir das Tip­pen fix von der Hand geht, merkst du, dass du doch immer mal wie­der auf die Tas­ten schie­len musst. Wo ist noch mal das “H”? Und das “A”? Und schon wie­der ver­tippt! Schnel­ler geht es mit zehn Fin­gern – sowohl im beruf­li­chen All­tag wie auch pri­vat. Bei UPDATED fin­dest du Soft­ware-Tools und prak­ti­sche Tricks, mit denen du das Tip­pen mit zehn Fin­gern ganz leicht ler­nen kannst.

Vor­tei­le: Was bringt mir das 10-Fin­ger-Sys­tem?

Du hast das 10-Fin­ger-Sys­tem nie gelernt, tippst in dei­ner per­sön­li­chen Vari­an­te mit zwei, vier oder acht Fin­gern aber ziem­lich schnell? Es kann sich den­noch loh­nen, auf das 10-Fin­ger-Sys­tem umzu­stei­gen – egal, ob du einen Kurs belegst, oder mit­hil­fe von Soft­ware-Lösun­gen lernst. Denn wenn du die Tas­ten­be­le­gung mit dem 10-Fin­ger-Sys­tem ver­in­ner­licht hast, kannst du qua­si blind schrei­ben. Das bringt eini­ge Vor­tei­le mit sich:

  • Schnel­lig­keit: Mit dem 10-Fin­ger-Sys­tem tippst du deut­lich fixer als mit fast jeder ande­ren Ein­ga­be­tech­nik. Falls du lan­ge Zeit anders getippt hast, scheint es dir zunächst viel­leicht umge­kehrt und du fin­dest die Ver­wen­dung aller zehn Fin­ger zum Tip­pen umständ­lich und lang­sam. Doch hal­te durch! Auf lan­ge Sicht wirst du so garan­tiert immens Zeit spa­ren.
  • Hal­tung: Wer blind tippt, muss sich nicht stän­dig über die Tas­ta­tur beu­gen, um Buch­sta­ben zu fin­den, und nimmt auto­ma­tisch eine bes­se­re, auf­rech­te Hal­tung ein. Das schont den Rücken.
  • Pro­duk­ti­vi­tät: Wenn du das Tip­pen auto­ma­ti­siert hast, brauchst du nicht mehr zwi­schen Inhalt und Tech­nik hin- und her­zus­wit­chen. Dein Gehirn kann sich kom­plett mit dem Inhalt beschäf­ti­gen, wäh­rend die Fin­ger den Rest erle­di­gen.

Mit 10 Fin­gern tip­pen ler­nen: Grund­le­gen­des

Aus­gangs­stel­lung

Du möch­test weg vom soge­nann­ten Adler-Such­sys­tem? Kein Pro­blem: Dei­nen Ein­stieg in die Welt des 10-Fin­ger-Sys­tems beginnst du mit der Aus­gangs­stel­lung. Sie ist die Grund­la­ge für alles Wei­te­re. Egal, was du tippst: Die Fin­ger keh­ren nach jedem Buch­sta­ben in die­se Aus­gangs­stel­lung zurück.

Die lin­ke Hand liegt dabei so:

  • Zei­ge­fin­ger auf F
  • Mit­tel­fin­ger auf D
  • Ring­fin­ger auf S
  • Klei­ner Fin­ger auf A

Die Fin­ger der rech­ten Hand lie­gen in der glei­chen Tas­ta­tur­zei­le fol­gen­der­ma­ßen:

  • Zei­ge­fin­ger auf J
  • Mit­tel­fin­ger auf K
  • Ring­fin­ger auf L
  • Klei­ner Fin­ger auf Ö

Die Dau­men sind auf der Leer­tas­te posi­tio­niert. Falls du mal die Aus­gangs­stel­lung ver­ges­sen soll­test, hilft dir fol­gen­de Info: Die Tas­ten, auf denen die Zei­ge­fin­ger posi­tio­niert sind – also F und J – haben eine klei­ne, deut­lich spür­ba­re Erhe­bung. Alle wei­te­ren Fin­ger lie­gen dann ein­fach auf den Tas­ten links bezie­hungs­wei­se rechts vom Zei­ge­fin­ger.

War­um heißt es Adler-Such­sys­tem?

Der Begriff Adler-Such­sys­tem bezeich­net eine unge­üb­te Her­an­ge­hens­wei­se an Tas­ta­tu­ren. Die Rede­wen­dung bezieht sich zum einen auf das Krei­sen des Adlers auf der Suche nach Beu­te: Eben­so krei­sen die Fin­ger über der Tas­ta­tur bis sie den erwünsch­ten Buch­sta­ben fin­den.

Zum ande­ren spielt sie auf die Schreib­ma­schi­nen­fir­ma Adler (spä­ter: Tri­umph-Adler) an, die seit Ende des 19. Jahr­hun­derts Schreib­ma­schi­nen her­stell­te.

Tas­ten­be­le­gung

Von der Grund­stel­lung aus ist jeder Fin­ger auch für wei­te­re angren­zen­de Buch­sta­ben zustän­dig. Das funk­tio­niert zum Bei­spiel so:

Du möch­test den Buch­sta­ben H tip­pen. Für die­sen ist der rech­te Zei­ge­fin­ger zustän­dig, der in der Aus­gangs­stel­lung auf dem J liegt. Tip­pe also mit ihm auf das H, das direkt links neben dem J zu fin­den ist – und brin­ge die Fin­ger anschlie­ßend wie­der in die Grund­stel­lung zurück. Das ist wich­tig, weil du von der Grund­stel­lung aus sämt­li­che ande­ren Tas­ten erreichst und dei­ne Hän­de sich nicht ver­schie­ben.

Ziel des 10-Fin­ger-Sys­tems ist es, die Bedie­nung der Com­pu­ter­tas­ta­tur ins Unter­be­wusst­sein zu ver­la­gern, sodass du irgend­wann auto­ma­tisch weißt, wo wel­cher Buch­sta­be zu fin­den ist.

Pas­send dazu

Vier Pro­gram­me, mit denen du das 10-Fin­ger-Sys­tem ler­nen kannst

Um das 10-Fin­ger-Sys­tem zu ler­nen, kannst du natür­lich einen ent­spre­chen­den Kurs besu­chen. Volks­hoch­schu­len bie­ten sol­che Kur­se zum Bei­spiel stan­dard­mä­ßig an. Es gibt aber auch prak­ti­sche Lern­pro­gram­me, mit denen du dir die Tech­nik sowohl online als auch sta­tio­när auto­di­dak­tisch aneig­nen kannst. Hier stel­len wir dir vier Vari­an­ten vor:

TIPP10

Mit dem Schreib­trai­nings­pro­gramm TIPP10 kannst du umsonst und effi­zi­ent das 10-Fin­ger-Sys­tem erler­nen und üben. Du kannst es ent­we­der im Brow­ser nut­zen oder lädst dir die Soft­ware für Win­dows, Mac OS oder Linux her­un­ter. Leh­rer kön­nen dank einer spe­zi­el­len Schul­ver­si­on sogar eine Online­platt­form für ihre Schü­ler erstel­len, auf der sie Auf­ga­ben ertei­len und die Zugän­ge ver­wal­ten.

Nach der Ein­füh­rung in das Pro­gramm gibt dir TIPP10 einen Text auf einer Lauf­zei­le vor, den du dann abtippst. Die Übun­gen sind sogar intel­li­gent kon­zi­piert, sprich: Das Sys­tem erkennt indi­vi­du­el­le Schwä­chen und geht dar­auf ein. Machst du bei­spiels­wei­se häu­fi­ger den glei­chen Tipp­feh­ler, wird der ent­spre­chen­de Buch­sta­be häu­fi­ger wie­der­holt als sol­che, die du rich­tig tippst. Far­big ange­zeig­te Tas­ten und Tas­ten­fol­gen unter­stüt­zen und beglei­ten dich beim Erler­nen der Tipp­t­ech­nik.

Nach jedem Trai­ning erhältst du einen aus­führ­li­chen Bericht, der die von dir absol­vier­te Lek­ti­on bewer­tet, also zum Bei­spiel Infos über Dau­er, Feh­ler­zahl und Anschlä­ge pro Minu­te gibt. Mit­hil­fe von Ver­laufs­pro­gram­men kannst du dei­ne Fort­schrit­te ver­fol­gen.

Außer­dem kannst du selbst fest­le­gen, wie lan­ge eine Lek­ti­on dau­ert und wel­che Hil­fe­stel­lun­gen du haben möch­test.

Tip­pen­Aka­de­mie

Tipp­Lift heißt der 10-Fin­ger-Schreib­trai­ner von Tip­pen­Aka­de­mie. Auch die­ses Lern­pro­gramm steht dir kos­ten­los online zur Ver­fü­gung, hat aber auch noch eine zusätz­li­che Bezahl­ver­si­on mit wei­te­ren Vor­tei­len. Der Tipp­trai­ner läuft ohne Instal­la­ti­on direkt im Brow­ser und unter­stützt dich dabei, das blin­de Schrei­ben an der Tas­ta­tur erfolg­reich zu üben.

Ein­stei­ger begin­nen mit Übun­gen für die Aus­gangs­stel­lung und Grund­rei­he, nach und nach kannst du den Schwie­rig­keits­grad dei­nem Tem­po ent­spre­chend anpas­sen. Eine Sta­tis­tik gibt Auf­schluss über dei­ne täg­li­chen Übungs­zei­ten und Fort­schrit­te. Ein Schreib­trai­ner blen­det unter den Übungs­tex­ten eine Tas­ta­tur ein. Sie hilft dir, vor allem am Anfang, Zei­chen zu tip­pen, ohne den Blick vom Moni­tor abwen­den zu müs­sen. Durch die­ses Tool kannst du gleich von Anfang an fixer tip­pen und dir außer­dem die Posi­tio­nen der Buch­sta­ben und ande­ren Zei­chen leicht mer­ken.

Typ­ing Club

Der Name ist Pro­gramm – denn zum Club der fixen Tip­per kannst auch du schon bald gehö­ren, wenn du die Übun­gen regel­mä­ßig und erfolg­reich absol­vierst. Das Schreib­trai­ning für alle Alters­grup­pen ist eben­falls umsonst. Von der kor­rek­ten Hand­hal­tung über Tipp-Spie­le bis hin zu Übun­gen vom Anfän­ger bis zum Pro­fi fin­dest du alles, was du brauchst, um 10-Fin­ger-Exper­te zu wer­den. Und: Den Typ­ing Club gibt es in unter­schied­li­chen Spra­chen, neben Deutsch unter ande­rem auch auf Eng­lisch, Por­tu­gie­sisch und Slo­wa­kisch.

Ver­schie­de­ne Levels, Abzei­chen und Ster­ne hel­fen dabei, moti­viert zu blei­be und machen den Typ­ing Club für Jün­ge­re inter­es­sant. In man­chen Lek­tio­nen wer­den dir auch span­nen­de Vide­os, klei­ne Geschich­ten oder Fak­ten gezeigt, um das Tip­pen auf­zu­lo­ckern.

Auch eine Schul­aus­ga­be des Typ­ing Clubs gibt es, dar­in kön­nen Lehr­per­so­nen ihre Klas­sen ver­wal­ten, deren Fort­schrit­te nach­voll­zie­hen, Tipp­tests zuwei­sen oder selbst Lek­tio­nen erstel­len.

Cal­li Cle­ver: Tipp­trai­ner für Kin­der

Kin­der kom­men heut­zu­ta­ge schon früh mit Com­pu­tern in Berüh­rung und die Beherr­schung des 10-Fin­ger-Sys­tems gilt im Zeit­al­ter der Digi­ta­li­sie­rung als wich­ti­ge Schlüs­sel­qua­li­fi­ka­ti­on. Die­ser von Päd­ago­gen ent­wi­ckel­te Tipp­trai­ner für Kin­der ist spe­zi­ell auf die Bedürf­nis­se und Fähig­kei­ten von Kin­dern abge­stimmt.

Der Tipp­trai­ner Cal­li Cle­ver, eine lus­ti­ge Comic­fi­gur, schult den digi­ta­len Nach­wuchs in fünf ver­schie­de­nen Schwie­rig­keits­stu­fen im Umgang mit der Tas­ta­tur – vom Anfän­ger-Level “Maus” bis hin zum Tipp-Pro­fi “Ele­fant”. Die spie­le­ri­sche Her­an­ge­hens­wei­se des Pro­gramms, bei dem es dar­um geht, Mons­ter zu sam­meln, ist eine tol­le Moti­va­ti­on für die Klei­nen. Erhält­lich ist das kos­ten­pflich­ti­ge Pro­gramm in drei Ver­sio­nen: für Kin­der, für Fami­li­en und für Schul­klas­sen.

Tip­pen ler­nen: Im digi­ta­len Zeit­al­ter (fast) ein Muss

Das 10-Fin­ger-Sys­tem zu ler­nen lohnt sich im digi­ta­len Zeit­al­ter im Grun­de für jeden. Und dank kos­ten­lo­ser Lern­pro­gram­me im Netz kannst du dir sogar aus­su­chen, wo und wann du üben möch­test. Ein wenig Dis­zi­plin soll­test du natür­lich mit­brin­gen. Pla­ne am bes­ten fes­te Trai­nings­ein­hei­ten ein.

Viel­leicht erscheint dir das Schrei­ben mit zehn Fin­gern anfangs auch müh­sam. Doch wenn du es regel­mä­ßig übst, wirst du schon nach weni­gen Wochen ers­te Erfol­ge fest­stel­len – und mer­ken, wie du mit der Zeit immer schnel­ler tippst.

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