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“Vaunt”: Intel zeigt Pro­to­typ für smar­te Datenbrille

Intels Datenbrille Vaunt ist auf den ersten Blick kaum von einer herkömmlichen Brille zu unterscheiden.

Wolf im Schafs­pelz? Intels neue Smart­glas­ses namens Vaunt sehen von außen aus wie eine ganz nor­ma­le Bril­le. Das kommt offen­bar nicht von unge­fähr: Das Unter­neh­men ver­folgt mit dem Weara­ble einen mini­ma­lis­ti­schen Ansatz – “Weni­ger ist mehr” lau­tet das Motto.

Das fängt beim Design an: Wo Goo­g­les geschei­ter­tes Pro­jekt Goog­le Glass mit auf­dring­li­chem Hard­ware-Gehäu­se auf­fiel, ist die Tech­nik in Intels Vaunt fast unsicht­bar mit dem Gestell ver­wo­ben. Statt ein Dis­play zu nut­zen, pro­ji­ziert die Daten­bril­le Infor­ma­tio­nen direkt auf die Netz­haut des Trä­gers. Außen­ste­hen­de neh­men den Vor­gang dabei höchs­tens als roten Punkt im Auge des Trä­gers wahr.

Smart­watch für die Augen

Vaunt soll auch für den Nut­zer kei­ne Ein­schrän­kung dar­stel­len. Der inter­ne Code­na­me bei Intel habe zunächst “Super­leicht” gelau­tet, wie Die­ter Bohn für The Ver­ge in einem Erfah­rungs­be­richt schreibt. Das Ziel: ein Gewicht von höchs­tens 50 Gramm. Der Funk­ti­ons­um­fang beschränkt sich dabei in etwa auf den einer Smart­watch. Kein Wun­der, ist die Hard­ware doch ähn­lich kom­pakt. Die Ent­wick­ler haben die Kom­po­nen­ten in die Bügel auf bei­den Sei­ten inte­griert, wobei der Laser rechts unter­ge­bracht ist.

Angst vor Schä­den sind unbe­grün­det, sagt der Her­stel­ler. Es han­delt sich um einen unge­fähr­li­chen Klas­se-1-Laser, der die Strah­len auf eine klei­ne Flä­che wirft, die wie­der­um das Bild auf die Netz­haut wirft – mit einer Auf­lö­sung von 400 x 150 Pixeln. Die­se Metho­de ist für Fehl­sich­ti­ge eben­so geeig­net wie für Trä­ger ohne Bril­len­stär­ke. Kor­rek­tur­glä­ser las­sen sich zudem wie bei einer nor­ma­len Bril­le einsetzen.

Ohne Benach­rich­ti­gun­gen alles im Blick

Mini­ma­lis­mus auch bei der Dar­stel­lung: Ein Bild sieht der Trä­ger nur, wenn er sei­nen Blick dezent nach unten schwei­fen lässt. Auf Benach­rich­ti­gun­gen ver­zich­ten die Desi­gner gleich ganz: Da die Augen ohne­hin nie ganz still­ste­hen, krie­ge man schon mit, wenn sich die Anzei­ge ändert. In einer Demons­tra­ti­on zeig­te Vaunt bei­spiels­wei­se Weg­be­schrei­bun­gen und ein­ge­hen­de Anru­fe an.

Die kom­pak­te Bau­wei­se hat neben einem rela­tiv gerin­gen Gewicht noch einen wei­te­ren Vor­teil: Vaunt ist fle­xi­bler als so man­che smar­ten Bril­len der Kon­kur­renz, was beim Auf­set­zen und Tra­gen für mehr Kom­fort sor­gen soll. Trotz der Grö­ße fin­den noch ein Beschleu­ni­gungs­sen­sor, ein Kom­pass sowie ein Blue­tooth-Modus Platz im Gehäu­se. Auf die­se Wei­se ver­bin­det sich Vaunt kabel­los mit Smart­pho­nes, egal ob Android oder iPhone.

Ver­öf­fent­li­chung noch ungewiss

Wie eine ech­te Bril­le kommt auch Vaunt nicht ganz ohne Anpas­sun­gen an. Erst wenn der Laser auf den indi­vi­du­el­len Augen­ab­stand jus­tiert ist, funk­tio­niert die Anzei­ge kor­rekt. Der Ver­ge-Pro­band hat sich aber bereits in weni­ger als einer Stun­de an Vaunt gewöhnt. Die Arbei­ten an der Bril­le sind aller­dings noch nicht abge­schlos­sen. Zum The­ma Akku­lauf­zeit heißt es etwa, dass 18 Stun­den ange­peilt werden.

Die Macher sind sich indes auch bewusst, dass die unauf­fäl­li­ge Nut­zung Nach­tei­le mit sich brin­gen kann. So wür­de es einem Gesprächs­part­ner bei­spiels­wei­se kaum auf­fal­len, wenn man mit der Vaunt neben­her ein Quiz spielt. Wer dazu auf sein Smart­pho­ne schau­en muss, lässt es hin­ge­gen wohl eher blei­ben, um nicht unhöf­lich zu erschei­nen. Von der Markt­rei­fe ist Vaunt aber auch noch etwas ent­fernt. Der­zeit sucht Intel noch Ver­triebs­part­ner. Soll­te die Bril­le je erschei­nen, hängt der Erfolg zudem vom Preis und von der Soft­ware ab. Zu bei­dem woll­te sich Intel bis­lang nicht äußern.

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