Win­dows 10 on ARM soll die Ret­tung der mobi­len Initia­ti­ve von Micro­soft sein. Nach­dem das Smart­pho­ne-Sys­tem des Soft­ware­her­stel­lers Ende 2017 für tot erklärt wur­de, rollt der Kon­zern die Kam­pa­gne neu auf – und will damit Tablets und Hybrid­ge­rä­te erobern.

Zuletzt sah es im App-Store für Win­dows-Pho­nes mager aus: Ama­zon, Paypal und Sky­pe ent­sag­ten dem Betriebs­sys­tem ihre Unter­stüt­zung – lang­sam, aber sicher wur­de der vir­tu­el­le Super­markt immer lee­rer. Ende letz­ten Jah­res galt das Pro­jekt, Win­dows auf dem Smart­pho­ne-Markt zu eta­blie­ren, end­gül­tig als geschei­tert. Aller­dings über­leb­te das voll­wer­ti­ge Com­pu­ter­pro­gramm mit sei­ner Sur­face-Linie im Bereich der Tablets und Hybrid­ge­rä­te, wenn auch eher mar­gi­nal. Mit Win­dows 10 on ARM sol­len künf­tig wie­der mehr mobi­le End­ge­rä­te ein­ge­spannt wer­den und von der klas­si­schen Win­dows-Vari­an­te pro­fi­tie­ren.

Unter­schied zu Apple und Android

Micro­softs größ­ter Trumpf ist sein voll­um­fäng­li­ches Betriebs­sys­tem. Wäh­rend sich Apple-Nut­zer auf ihren Tablets mit mobi­len iOS-Platt­for­men begnü­gen müs­sen und auch ein Android-Tablet kei­nen PC-Ersatz dar­stel­len kann, steht Win­dows 10 on ARM den Funk­tio­nen eines regu­lä­ren Com­pu­ters durch Intel-Pro­zes­so­ren in nichts nach. Die­sen Vor­teil will Micro­soft laut Netz­welt nun wei­ter aus­bau­en und sein Sys­tem auf ARM-Chip­sät­ze opti­mie­ren. Die­se wer­den dank ihrer strom­spa­ren­den Natur gern im mobi­len Bereich ein­ge­setzt und könn­ten ein Come­back des Soft­ware-Klas­si­kers in jenem Seg­ment ermög­li­chen.

Als ange­pass­te Ver­si­on von Win­dows 10 soll die ARM-Vari­an­te auf leis­tungs­star­ke Gra­fik ver­zich­ten und Ver­bin­dun­gen mit exter­nem Zube­hör nur in Maßen zulas­sen. 64-Bit-Anwen­dun­gen sind genau­so wenig drin wie gra­fik­las­ti­ge Spie­le oder spe­zi­el­le Hard­ware mit geson­der­ten Trei­bern. Den­noch lau­fen dank der Zusam­men­ar­beit mit Qual­comm-Snap­dra­gon-Pro­zes­so­ren selbst anspruchs­vol­le Pro­gram­me wie Pho­to­shop flüs­sig.

“Always Conn­tec­ted PCs”

Von die­sen Fea­tures dürf­ten vor allem Hybrid­ge­rä­te pro­fi­tie­ren, die Micro­soft als “always conn­tec­ted PCs” bezeich­net. Auf Note­books wie dem Asus Nova Go ist das Betriebs­sys­tem bereits vor­in­stal­liert. Ob es sich am Tablet-Markt durch­set­zen kann, wird sich noch zei­gen. Smart­pho­nes schei­nen für Micro­soft aber zunächst ein rotes Tuch zu sein.