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For­scher ent­wi­ckeln Scan-Tech­no­lo­gie, um Mumi­en zu durchleuchten

Britische Wissenschaftler haben ein Scan-Verfahren entwickelt, um neue Einblicke in die Hüllen zu gewinnen, die Mumien umgeben.

Bri­ti­sche Wis­sen­schaft­ler haben ein Ver­fah­ren ent­wi­ckelt, um neue Ein­bli­cke in die Hül­len zu gewin­nen, die Mumi­en umge­ben. Mit­tels einer Scan-Tech­no­lo­gie durch­leuch­ten sie die Scha­len aus Papy­rus, Har­zen und Pas­ten und haben dadurch ver­bor­ge­ne Inschrif­ten mit Tin­te aus­fin­dig machen kön­nen. Aber: Der Inhalt ist weni­ger spek­ta­ku­lär als erwartet …

Dank Com­pu­ter­to­mo­gra­fie und ande­rer Ver­fah­ren ist es schon seit gerau­mer Zeit mög­lich, in das Inne­re von Sar­ko­pha­gen und sogar in einen ein­bal­sa­mier­ten und mumi­fi­zier­ten Men­schen hin­ein­zu­leuch­ten. Was sich in der deko­rier­ten Hül­le befin­det, wel­che die ban­da­gier­te Mumie noch ein­mal umgibt, blieb dem mensch­li­chen Auge bis­lang jedoch ver­bor­gen. Zumin­dest, wenn die aus Papy­rus, Har­zen und Pas­ten bestehen­de Scha­le dabei nicht zer­stört und die Mumie geöff­net wer­den sollte.

Scan-Tech­no­lo­gie macht Tin­te auf Papy­rus sichtbar

Archäo­lo­gen und His­to­ri­ker dürf­te die Ent­de­ckung, die Wis­sen­schaft­ler vom Uni­ver­si­ty Col­le­ge in Lon­don gemacht haben, des­halb beson­ders freu­en. Denn die For­scher um den bri­ti­schen Phy­si­ker Adam Gib­son haben eine Tech­no­lo­gie ent­wi­ckelt, mit der die Mumi­en­hül­len hei­le blei­ben und trotz­dem das in ihnen Ver­steck­te zuta­ge geför­dert wird. In die­sem Fall: Mit Tin­te ver­fass­te Inschrif­ten, die sich auf dem ver­wen­de­ten Papy­rus befinden.

Mög­lich macht das laut BBC ein Scan-Ver­fah­ren, das die mehr­schich­ti­ge Scha­le in ver­schie­de­nen Fre­quen­zen durch­dringt und ver­bor­ge­ne Tin­te zum Leuch­ten bringt. Die benutz­te Tin­te ent­hält Eisen­ver­bin­dun­gen, die mit der rich­ti­gen Wel­len­län­ge sicht­bar gemacht wer­den können.

Mumie als Einkaufszettel

Die Teil­neh­mer am Pilot­pro­jekt “Deep Ima­ging Mum­my Cases” tes­te­ten das Ver­fah­ren an einer rund 2000 Jah­re alten ägyp­ti­schen Mumie, die sich im Besitz des Muse­ums von Chid­ding­stone Cast­le in der eng­li­schen Graf­schaft Kent befin­det. Am Fußen­de der Hül­le ent­deck­ten die Wis­sen­schaft­ler fol­gen­de Inschrift: “Ire­thor­ru – Das Auge von Horus wacht gegen mei­ne Fein­de”. So beka­men sie Infor­ma­tio­nen zur mumi­fi­zier­ten Per­son. Ire­thor­ru war im alten Ägyp­ten ein Aller­welts­na­me wie Max oder Michael.

Abge­se­hen von die­ser Inschrift brach­te das durch­leuch­te­te Papy­rus aller­dings weni­ger span­nen­de Infor­ma­tio­nen zum Vor­schein: Denn der Beschreib­stoff wur­de von den Ägyp­tern ger­ne als Ein­kaufs­lis­te oder Steu­er­ver­zeich­nis ver­wen­det – und dann für die Her­stel­lung der Mumi­en­scha­len recycelt. 

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