Nicht Samsung, nicht Huawei, nicht Oppo – nein, der chinesische Hersteller Royole hat offenbar das Rennen um das erste Smartphone mit Falt-Display gewonnen. Am gestrigen Mittwoch stellte das Unternehmen sein „FlexPai“ offiziell vor.

Bei der Präsentation hatten die Chinesen gleich noch eine weitere Premiere in petto, berichtet GizmoChina. Ihr FlexPai ist nämlich nicht nur das erste Smartphone mit einem faltbaren Display, es wird auch als erstes Gerät von der nächsten Generation der Snapdragon-Prozessoren angetrieben, dem Modell 855, der offiziell wohl als Snapdragon 8150 ins Rennen gehen wird. Im kommenden Jahr soll er unter anderem im Samsung Galaxy S10 oder dem OnePlus 7 zum Einsatz kommen.

Der Rand wandert ums Display

Doch alle Augen richten sich natürlich zunächst auf das Display. Ausgeklappt ist der Bildschirm 7,8 Zoll groß. Die (Dual-)Kamera und die Sensoren befinden sich in einem großzügig gestalteten Rand, der mal oben, mal unten, mal an der Seite sitzt – je nachdem, wie man das fast tabletgroße ausgeklappte Display hält. Dieser Bereich wandert an den linken Rand der Rückseite, wenn der Bildschirm in der Mitte gebogen wird.

Und wo Royole schon einmal die weltweite Aufmerksamkeit auf sich gezogen hat, punkten sie neben dem Prozessor auch mit den weiteren Ausstattungsmerkmalen. So beginnt die Auswahl der Arbeitsspeicher bei 6 GB, die weiteren Modellen haben sogar 8 GB an Bord. Hinzu kommen 128, 256 oder satte 512 GB interner Speicher. Zum Vergleich: Samsungs aktuelles Flaggschiff, das Galaxy S9, kommt mit 4 GB RAM und 64 GB internem Speicher.

Außerdem dabei: eine Dual-Kamera mit 16 MP Weitwinkel und 20 MP Teleobjektiv und Fast-Charging für den Akku, dessen Kapazität aber noch nicht bekannt ist.

Ist der Preis gerechtfertigt?

Das alles hat seinen Preis: Das FlexPai soll in der günstigsten Variante (6 GB RAM + 128 GB Speicher) 8999 Yuan kosten (umgerechnet etwa 1.140 Euro), in der höchsten Ausstattung (8 GB RAM + 512 GB Speicher) 12.999 Yuan (rund 1.645 Euro).

Ob das FlexPai ein Erfolg wird? Tech-Experten wie der Profi-Leaker Ice universe bemängeln das grobe Design, andere kritisieren, dass es auch eingeklappt wohl kaum in eine Hosentasche passt. War die Aussicht, als Erstes auf den Markt zu kommen, zu verlockend, als dass sich Royole ausreichend Zeit gelassen hat? Das weltweite Echo hat ihnen bis jetzt recht gegeben. Ob es ausreicht, wird man sehen, wenn Samsung oder Huawei kontern.