Apple-Fans dürf­ten sich bei der Key­note im Sep­tem­ber gewun­dert haben: Von neu­en iPho­nes gab es bei der Kon­fe­renz kei­ne Spur. Den­noch hat­te das Unter­neh­men eini­ge Neu­hei­ten zu zei­gen. Dazu gehör­te auch die Apple Watch Seri­es 6. Die hat wie­der eini­ge neue Funk­tio­nen zu bie­ten. Wel­che das sind, wel­che Vari­an­ten es gibt und was die Uhr kos­tet, erfährst du hier.

Neu­er Sen­sor: Die Watch Seri­es 6 misst den Blut­sauer­stoff

Was sagt der Blut­sauer­stoff­ge­halt aus?

Der Blut­sauer­stoff­ge­halt gibt Auf­schluss über die Men­ge an Sauer­stoff, die der Kör­per über das Blut trans­por­tiert. Viel­mehr geht es aber um die Sauer­stoff­sät­ti­gung. Das ist ein pro­zen­tu­el­ler Wert, der bei gesun­den Men­schen bei 90 bis 99 Pro­zent lie­gen soll­te.  Erreicht er das nicht, kann das unter­schied­li­che Grün­de haben. Denk­bar sind etwa Asth­ma, eine chro­ni­sche Lun­gen­er­kran­kung, Kreis­lauf­stö­run­gen, ein Herz­feh­ler, aber auch ein gerin­ger Sauer­stoff­ge­halt in der Umge­bung. Letz­te­res ist etwa dann der Fall, wenn du beim Wan­dern in den Ber­gen bist und dich weit über dem Mee­res­spie­gel befin­dest.

Bereits mit der Apple Watch Seri­es 4 führ­te das Unter­neh­men die EKG-Funk­ti­on ein. Das Zusam­men­spiel aus elek­tri­schem Herz­fre­quenz­sen­sor und App fer­tig­te ein Elek­tro­kar­dio­gramm der Nut­zer an. Die­ses ist in der Lage, die Her­z­ak­ti­vi­tät zu über­prü­fen und unter Umstän­den sogar Hin­wei­se auf eine mög­li­che Herz­rhyth­mus­stö­rung zu geben. Die­se Funk­ti­on ist auch bei der Apple Watch Seri­es 6 wie­der mit dabei.

Zusätz­lich kann die Uhr in der neu­es­ten Ver­si­on aber auch den Blut­sauer­stoff­ge­halt fest­stel­len. Dafür sind an der Unter­sei­te der Uhr vier LED-Clus­ter und vier Pho­to­di­oden ange­bracht. Die LEDs strah­len laut Apple die Blut­ge­fä­ße im Hand­ge­lenk an. Die­se wer­fen einen Teil des Lichts zurück, das die Pho­to­di­oden auf­neh­men. Die App berech­net anhand die­ser Infor­ma­ti­on, wie hoch der Sauer­stoff­ge­halt im Blut ist. Die­se Tech­nik nennt sich Puls­oxy­me­trie und kommt auch in Kran­ken­häu­sern zum Ein­satz. Dort mes­sen die Ärz­te aber an der Fin­ger­spit­ze oder am Ohr­läpp­chen. Am Hand­ge­lenk kann es im Ver­gleich dazu zu Abwei­chun­gen der Wer­te kom­men.

Ohne­hin sagt Apple aber deut­lich, dass es sich nicht um eine medi­zi­ni­sche Mes­sung han­delt. Viel­mehr will das Unter­neh­men einen gro­ben Über­blick zu dei­nem all­ge­mei­nen Wohl­be­fin­den und dei­ner Fit­ness geben. Außer­dem bezieht Apple den Blut­sauer­stoff­ge­halt beim Erfas­sen dei­nes Schlafs mit ein.

Schlaf-App: Ste­cke dir wirk­lich schö­ne Zie­le

Bist du aus­ge­schla­fen, könn­test du Bäu­me aus­rei­ßen. Bei schlech­tem Schlaf hängst du hin­ge­gen den gan­zen Tag über durch. Mit der neu­en Schlaf-App sollst du die Mög­lich­keit haben, dei­ne Nacht­ru­he zu opti­mie­ren. Die App zeigt dir dei­ne Schlaf­pha­sen und lässt dich Zie­le fest­le­gen. So stellst du bei­spiels­wei­se ein, dass du jeden Tag um 23 Uhr ins Bett gehen und um 7 Uhr auf­ste­hen möch­test. Die Uhr erin­nert dich dann dar­an und schal­tet in den „Nicht stören“-Modus.

Pas­send dazu

Die neue Schlaf-App ist Teil von watchOS 7 – und somit auch auf älte­ren Model­len ver­füg­bar. Bei der Apple Watch Seri­es 6 soll die Funk­ti­on aber noch bes­ser sein, weil die Uhr eben auch den Blut­sauer­stoff­ge­halt wäh­rend des Schla­fens misst. In jedem Fall ist die App aber eine Ver­bes­se­rung, denn die Funk­ti­on fehl­te bis­her schlicht­weg. Wer mit der Apple Watch sei­nen Schlaf mes­sen woll­te, muss­te dafür extra eine App aus dem Store laden.

Chip­satz und Bat­te­rie: Nicht alles ist ver­bes­sert

Über die Sen­so­ren und vie­le ande­re Funk­tio­nen fal­len zahl­rei­che Daten an. Die­se muss die Uhr zuver­läs­sig und schnell ver­ar­bei­ten kön­nen. Dafür baut Apple einen neu­en Pro­zes­sor mit zwei Ker­nen in die Uhr ein. Basie­ren soll der auf dem A13 Bio­nic aus dem iPho­ne 11. Er ist ein Bestand­teil des neu­en S6-Chips, der bis zu 20 Pro­zent schnel­ler sein soll als sein Vor­gän­ger.

Ver­bes­sert hat Apple auch die Strom­auf­nah­me des Akkus. Die­ser soll nun in andert­halb Stun­den voll­ge­la­den sein. Obwohl der Akku etwas mehr Power hat, gibt es bei der Lauf­zeit aber kei­ne Ver­bes­se­rung zu berich­ten. Das bedeu­tet, dass auch die Apple Watch Seri­es 6 im Betrieb nur rund 18 Stun­den durch­hält, ohne wie­der in die Lade­sta­ti­on zu müs­sen.

Dis­play und Design: Mehr Hel­lig­keit sowie neue Far­ben

Bereits mit der Watch Seri­es 5 führ­te Apple das Always-On Reti­na“-Dis­play ein. Die Uhr­zeit ist somit also immer zu sehen. Du musst dafür nicht extra das Hand­ge­lenk schüt­teln oder anhe­ben. Um Akku zu spa­ren, dun­kelt die Uhr den Bild­schirm aller­dings etwas ab, solan­ge das Hand­ge­lenk gesenkt ist. Mit der Apple Watch Seri­es 6 kor­ri­giert das Unter­neh­men die Funk­ti­on etwas. So ist die Uhr nun mehr als dop­pelt so hell. Das soll gera­de bei direk­ter Son­nen­ein­strah­lung hel­fen, das Zif­fern­blatt bes­ser lesen zu kön­nen. Genau in die­se Funk­ti­on fließt somit die wei­ter oben erwähn­te Mehr­leis­tung der Akkus.

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Waren dir die Gehäu­sefarben der Apple Watch bis­her zu lang­wei­lig, kannst du dich über neue Vari­an­ten freu­en. Die Uhr gibt es in der sechs­ten Auf­la­ge auch als (PRODUCT)RED in knal­li­gem Rot und in einem etwas weni­ger auf­fäl­li­gen Blau – zumin­dest in der Alu-Ver­si­on. Auch neue Arm­bän­der ste­hen zur Aus­wahl: die Solo Loo­ps. Das sind Bän­der aus Gum­mi oder gefloch­te­nem Stoff, die ohne Ver­schluss aus­kom­men. Sie sind in ver­schie­de­nen Grö­ßen erhält­lich und sol­len so an jeden Arm pas­sen.

Natür­lich gibt es auch bei der Apple Watch Seri­es 6 wie­der zwei Son­der­edi­tio­nen: die sport­li­che von Nike und die edle von Her­mès.

Watch­faces: Von nütz­lich bis künst­le­risch

Bei einer neu­en Apple Watch dür­fen natür­lich auch neue Zif­fern­blät­ter nicht feh­len. Bei der Seri­es 6 kom­men sie­ben davon neu dazu:

  • GMT: Das Zif­fern­blatt zeigt meh­re­re Zeit­zo­nen gleich­zei­tig an. Die Haupt­an­zei­ge ent­spricht dabei immer der ört­li­chen Zeit­zo­ne. 
  • Count Up: Hier ist im Zif­fern­blatt eine Stopp­uhr inte­griert, die sich durch Tip­pen star­ten oder stop­pen lässt.
  • Chro­no­graph Pro: Ein Zif­fern­blatt im Stil von Renn-Uhren. Pas­send dazu gibt es ein Tacho­me­ter zur Anzei­ge von Geschwin­dig­kei­ten.
  • Typo­graph: Im Zif­fern­blatt domi­nie­ren Zah­len in aus­wähl­ba­ren Grö­ßen, Schrift­ar­ten und Zif­fern.
  • Artist: Ein vom Künst­ler Geoff McFe­tridge geschaf­fe­nes Zif­fern­blatt zeigt die Züge einer Per­son. Die Uhr­zeit ist anhand der Augen zu sehen.
  • Memo­ji: App­les Ava­tare bewe­gen sich hier im Hin­ter­grund, wenn du mit der Uhr inter­agierst oder das Hand­ge­lenk bewegst.
  • Stri­pes: Bis zu neun anpass­ba­re Strei­fen sind hier im Hin­ter­grund zu sehen. So kannst du etwa die Far­ben dei­nes Lieb­lings-Teams tra­gen.

Apple Watch Seri­es 6: Die Prei­se

Wie viel du für die neue Apple Watch aus­ge­ben musst, hängt ganz von dei­nem per­sön­li­chen Geschmack ab. Die Uhr gibt es in den zwei Grö­ßen 40 und 44 Mil­li­me­ter, in Alu­mi­ni­um, Edel­stahl sowie Titan und mit zahl­rei­chen ver­schie­de­nen Arm­bän­dern. Die güns­tigs­te Kom­bi­na­ti­on aus Alu-Gehäu­se in 40 mm und One-Loop-Arm­band kos­tet aktu­ell 418,15 Euro. Für das Titan-Gehäu­se in 44 mm mit einem Glie­der­arm­band musst du mit bis zu 1.246,70 Euro rech­nen.