© 2021 DJI
Fotografieren & Video

Alles zur DJI FPV: Neu­es Flug­ge­fühl und intui­ti­ve Steuerung

Durch die FPV-Brille erlebt der Pilot den Flug mittelbar durch die Kamera der Drohne.

140 km/h, von Null auf 100 in zwei Sekun­den, Sport­mo­dus. Falls du dich fragst, ob UPDATED neu­er­dings über Sport­wa­gen schreibt – nicht ganz. Aber mit Sport haben wir es hier schon zu tun. Denn DJI hat eine neue Droh­ne vor­ge­stellt, die nicht nur wahn­sin­nig schnell und wen­dig ist, son­dern mit­hil­fe intui­ti­ver Bewe­gungs­steue­rung auch ein neu­ar­ti­ges Flug­ge­fühl ver­spricht. Was das im Detail bedeu­tet, haben wir für dich zusam­men­ge­fasst. 

DJI stellt neue Droh­ne vor: DJI FPV

Das 15. Jubi­lä­um nimmt der chi­ne­si­sche Her­stel­ler zum Anlass, eine völ­lig neue Droh­ne ins Sor­ti­ment auf­zu­neh­men. Sofern du mit der Mar­ke DJI ver­traut bist, dürf­te die Mavic-Rei­he kei­ne Unbe­kann­te für dich sein. Mit den drei unter­schied­li­chen Mavic-Model­len bie­tet DJI einen zugäng­li­chen Ein­stieg in die Welt der Droh­nen und Qua­drocopter, die sich in Bud­get, Anspruch und Anwen­dungs­ge­biet unter­teilt. 

Die DJI FPV rich­tet sich eher an erfah­re­ne Droh­nen-Pilo­ten, will mit unter­stüt­zen­den Assis­tenz­sys­te­men und drei Flug­mo­di aber auch Neu­lin­ge anspre­chen – wobei das ange­sichts des ver­gleichs­wei­se hohen Prei­ses frag­lich bleibt. DJI selbst bezeich­net die FPV als eine Hybrid-Droh­ne, die meh­re­re Eigen­schaf­ten in sich ver­eint. „Flie­gen neu defi­niert“ lau­tet der Slo­gan, mit dem der neue Qua­dro­c­op­ter des­halb selbst­be­wusst bewor­ben wird.  

FPV: Flie­gen aus der Vogelperspektive

Bevor wir auf die Droh­ne an sich ein­ge­hen, erklä­ren wir dir vor­ab den Namen. „FPV“ ist ein Akro­nym, also eine Abkür­zung wie zum Bei­spiel „Pkw“, und steht für „First Per­son View“. Die DJI FPV ver­setzt dich beim Flie­gen in die Ich-Per­spek­ti­ve der Droh­ne selbst. Statt nur vom Boden aus die Droh­ne über einen Bild­schirm zu beob­ach­ten und zu steu­ern, wird die Droh­ne mit einer Bril­le, der soge­nann­ten DJI FPV Gog­gles, gelie­fert, die dich das Gesche­hen durch die Kame­ra unmit­tel­bar mit­er­le­ben lässt. Du siehst folg­lich exakt das, was die Droh­ne sieht. Einen ähn­li­chen Ein­druck ver­mit­teln zum Bei­spiel Action­ka­me­ras, die an Motor­rad­hel­me mon­tiert sind, oder Vir­tu­al-Rea­li­ty-Bril­len bei Videospielen.
 

Übli­cher­wei­se kommt die­se Art der direk­ten Droh­nen­steue­rung vor allem im Sport- und Pro­fi­be­reich zum Ein­satz. Soge­nann­te Renn­droh­nen sind dar­auf aus­ge­legt, mit­hil­fe der Bril­len prä­zi­se Manö­ver bei hoher Geschwin­dig­keit aus­zu­füh­ren – sie erfor­dern ein hohes Maß an Geschick­lich­keit und Reak­ti­ons­ver­mö­gen. Zivi­le Kame­radroh­nen wie die Mavics bewe­gen sich behä­bi­ger und sind dadurch zum einen leich­ter zu hän­deln, zum ande­ren für Video­auf­nah­men bes­ser geeig­net, weil sie sta­bi­ler in der Luft stehen. 

Hier kli­cken, um den Inhalt von You­Tube anzuzeigen.
Erfah­re mehr in der Daten­schutz­er­klä­rung von YouTube

Droh­nen flie­gen: Ein Hob­by für zwei

In Deutsch­land herr­schen strik­te Auf­la­gen beim Droh­nen­flug. Erst Anfang 2021 wur­den die Regeln erneut ver­schärft. Was genau es beim Start eines unbe­mann­ten Luft­fahr­zeugs alles zu beach­ten gilt, haben wir in die­sem Arti­kel aufgeschrieben:

Eine der Vor­schrif­ten sieht vor, Droh­nen aus­schließ­lich auf Sicht zu flie­gen. Das heißt, die DJI FPV muss sich immer inner­halb dei­nes Bli­ckes auf­hal­ten. Weil nun aber der FPV-Flug durch die Bril­le es unmög­lich macht, die Droh­ne gleich­zei­tig im Blick zu haben, wird der Aus­flug zwangs­läu­fig zu einem Hob­by für zwei. Steu­erst du die DJI FPV mit­tels Bril­le, benö­tigst du eine wei­te­re Per­son, die der­weil die Droh­ne vom Boden aus beob­ach­tet. Nur wenn du die Droh­ne her­kömm­lich nutzt, per Smart­phone als Moni­tor statt auf­ge­setz­ten Goggles, darfst du sie allei­ne flie­gen. 

Pas­send dazu 

Sport­lich und wind­schnit­tig trotz klo­bi­gem Design

Die DJI-Mavic-Rei­he steht für schlan­kes, aero­dy­na­mi­sches Design. Sie ist flach gebaut und falt­bar, sodass sie sich kom­pakt ver­stau­en und trans­por­tie­ren lässt. Bei der FPV rückt DJI von die­ser Maß­ga­be ab. Schon auf den ers­ten Blick sind die Unter­schie­de deut­lich sicht­bar, die Ver­wandt­schaft nur noch durch den Namen gege­ben. Der wei­ße, pla­ne Kor­pus der Mavic weicht einem matt­schwar­zen, volu­mi­nö­sen Auf­bau, der, so DJI selbst, den­noch einen star­ken Antrieb, eine lan­ge Flug­zeit und eine hohe Wind­wi­der­stands­fä­hig­keit gewähr­leis­ten soll. Anders als bei der Mavic las­sen die Arme der FPV nicht ein­klap­pen. Ent­spre­chend mehr Platz benö­tigt das Flug­ge­rät beim Transport.

Der sport­li­che Ansatz schlägt sich auch im Daten­blatt nie­der. Bis zu 140 km/h schnell fliegt die DJI FPV in der Spit­ze unter Ide­al­be­din­gun­gen, dabei soll sie ledig­lich zwei Sekun­den benö­ti­gen, um von Null auf 100 km/h zu beschleu­ni­gen. Um bei der­art hohen Geschwin­dig­kei­ten das Unfall­ri­si­ko zu mini­mie­ren, hat DJI der FPV eini­ge Sicher­heits­me­cha­nis­men spen­diert, wie du sie ggf. schon von der Mavic 2 ken­nen könn­test. So erkennt die Droh­ne auto­ma­tisch Hin­der­nis­se vor und unter sich und bremst bei Bedarf selbst­stän­dig ab. Visu­el­le Posi­tio­nie­rungs­sen­so­ren unter­stüt­zen dich bei Start und Lan­dung, die Rück­kehr­funk­ti­on holt die Droh­ne auto­ma­tisch zum Start­punkt zurück, soll­te das Über­tra­gungs­si­gnal wäh­rend des Flugs abbre­chen.  

Neu hin­zu­ge­kom­men ist eine Art Not­brem­se. Betä­tigst du die Tas­te auf der Fern­steue­rung, stoppt die Droh­ne sofort und bleibt in der Luft ste­hen. Das ist vor allem dann sinn­voll, wenn du dich zum Bei­spiel bei wag­hal­si­gen Manö­vern wie Loo­pings ver­hed­derst und durch die Bril­le den Über­blick ver­lierst. Durch die Not­brem­se rich­tet die DJI FPV selbst­stän­dig wie­der am Hori­zont aus, sodass du dich in Ruhe ori­en­tie­ren kannst.

Merk­malDJI FPVDJI Mavic 2 ProDJI Mini 2
Abmes­sun­gen255 × 312 × 127 mm322 × 242 × 84 mm (ent­fal­tet)245 × 289 × 56 mm (ent­fal­tet)
Start­ge­wichtca. 795 gca. 907 g 249 g
Max. Flug­zeitca. 20 Minutenca. 31 Minutenca. 31 Minuten
Max. Schwe­be­zeitca. 16 Minutenca. 29 Minuten-
Max. Flug­hö­he6.000 m6.000 m4.000 m
Max. Flug­di­stanz16,8 km18 km6 km
Preis1.349 Euro1.499 Euro459 Euro

Drei Flug­mo­di für jedes Erfahrungslevel

Drei Flug­mo­di füh­ren dich an die unter­schied­li­chen Fähig­kei­ten der Droh­ne her­an, um dich nach und nach vom Anfän­ger zum Pro­fi-Pilo­ten zu stei­gern. Im Nor­mal­mo­dus (N‑Modus) sind sämt­li­che Assis­ten­ten aktiv und unter­stüt­zen dich beim Erler­nen der Bedie­nung. Zudem ist die Geschwin­dig­keit gedros­selt, Sink- und Steig­flug gehen so kon­trol­lier­ter von­stat­ten.  

Der manu­el­le Modus (M‑Modus) ist das exak­te Gegen­teil des N‑Modus. Hier­bei sind alle Hilfs­mit­tel deak­ti­viert. DJI ent­fernt also alle tech­ni­schen Stütz­rä­der und über­lässt dir die vol­le Kon­trol­le. Der M‑Modus eröff­net dir unbe­grenz­te Manö­vrier­fä­hig­keit auf allen Ach­sen, ohne Winkel­be­gren­zun­gen. Loo­pings und Seit­wärts­rol­len sind somit kein Pro­blem mehr. 

Die Deak­ti­vie­rung aller Assis­ten­ten heißt aber auch, dass die Droh­ne im Zwei­fel unge­bremst auf Hin­der­nis­se zusteu­ert. Ers­te Tests beschei­ni­gen der DJI FPV übri­gens eine robus­te Bau­wei­se. So schreibt Kevin Lee von IGN in sei­ner Review, dass die Droh­ne mit vol­ler Geschwin­dig­keit in einen Baum geflo­gen sei, den Unfall aber unbe­scha­det über­stan­den habe. Ver­mei­den soll­test du der­ar­ti­ge Kol­li­sio­nen aber trotz­dem. 

Der neue Sport­mo­dus (S‑Modus) ist ein Hybrid aus den zwei vor­an­ge­gan­ge­nen. Hier ver­mi­schen sich die flot­ten Flug­ei­gen­schaf­ten einer Renn­droh­ne (M‑Modus) mit dem Sicher­heits­kom­fort des Nor­mal­mo­dus. Nach eige­nen Anga­ben hat DJI den S‑Modus kon­zi­piert, um „Pilo­ten mehr Raum zu geben, ihre Fähig­kei­ten zu erkun­den und sich an den FPV-Flug zu gewöh­nen.“ 

Locker aus dem Hand­ge­lenk: Intui­ti­ve Bewegungssteuerung

Noch mehr Immersi­on beim Flie­gen will DJI mit der neu­en Bewe­gungs­steu­er­ein­heit erzeu­gen. Dabei han­delt es sich um einen sepa­rat erhält­li­chen Con­trol­ler, der optisch unter ande­rem an die Move-Con­trol­ler der Play­Sta­ti­on VR oder die Joy-Cons der Nin­ten­do Switch erin­nert. Auch das Prin­zip ist iden­tisch.  

Die Hand­be­we­gun­gen, die du mit der Bewe­gungs­steu­er­ein­heit voll­führst, wer­den direkt an die DJI FPV wei­ter­ge­ge­ben. Neigst du etwa die Hand nach links, fliegt auch die Droh­ne nach links. Somit manö­vrierst du das Flug­ge­rät intui­tiv mit der natür­li­chen Bewe­gung dei­ner Hand.   

Die Kame­ra: Auch für Auf­nah­men geeignet

Die DJI FPV soll nicht nur beim Flie­gen Spaß machen, son­dern auch danach. Des­halb hat der Her­stel­ler eine Kame­ra ver­baut, die eine Auf­lö­sung bis zu 4K bei 60 Bil­dern pro Sekun­de (fps) für flüs­si­ge Auf­nah­men unter­stützt. DJI will die FPV eben nicht als rei­ne Sport­droh­ne ver­stan­den wis­sen, son­dern auch für Pilo­ten inter­es­sant machen, die auch Wert auf ver­wert­ba­re Auf­nah­men legen.  

Damit die Vide­os auf­grund des hohen Tem­pos und der mit­un­ter abrup­ten Rich­tungs­wech­sel nicht kom­plett ver­wa­ckeln, wird der ein­ach­si­ge Gim­bal von Rock­S­te­ady als zusätz­li­chen Bild­sta­bi­li­sa­tor flan­kiert. Die soft­ware­ba­sier­te elek­tro­ni­sche Bild­aus­rich­tung soll für sau­be­re und ver­wack­lungs­freie Vide­os sor­gen, ähn­lich wie DJI es bei der Action­ka­me­ra DJI Osmo Action erst­mals ange­kün­digt hatte.

DetailWert
Sen­sor1/2,3” CMOS, Effek­ti­ve Pixel: 12 Millionen
Sicht­feld150 Grad
Blen­def/2.8
Fokus­mo­dusFest­brenn­wei­te
Foto­mo­diEin­zel­auf­nah­me
Maxi­ma­le Auflösung3840 × 2160
Foto­for­matJPEG
Video­auf­lö­sung4K bei 50/60 fps, Full HD bei 50/60/100/120 fps
Video­for­ma­teMP4/MOV (H.264/MPEG‑4 AVC, H.265/HEVC)
Max. Video­da­ten­ra­te120 MBit/s

Drei Anzei­ge­op­tio­nen für dich und dei­ne Zuschauer

Par­al­lel zu den drei Flug­mo­di bie­tet die DJI FPV drei Anzei­ge­op­tio­nen, zwi­schen denen du jeder­zeit wech­seln kannst: 

Der High-Qua­li­ty-Modus redu­ziert die Auf­lö­sung auf 1.440 x 810 Pixel bei 60 fps und einem Sicht­feld von 142 Grad. Alter­na­tiv kannst du das Sicht­feld auf die vol­len 150 Grad erwei­tern, nimmst dann aber nur noch mit 50 fps auf.  

Der Nied­rig­la­tenz-Modus ist vor allem dann inter­es­sant, wenn du einen fil­mi­schen Look erzeu­gen möch­test, der durch die höhe­re Bit­ra­te und die nied­ri­ge Latenz ent­steht. Die Auf­lö­sung bleibt gegen­über dem High-Qua­li­ty-Modus gleich, dafür ver­dop­peln sich die Bil­der pro Sekun­de auf: 120 fps bei einem 142-Grad-Sicht­feld oder 100 fps bei 150 Grad. 

Der Zuschau­er­mo­dus ist nur dann sinn­voll, wenn du mehr als eine FPV-Bril­le besitzt. Denn dann kannst du die Pilo­ten­an­sicht mit acht wei­te­ren Betrach­tern tei­len. 

Preis und Verfügbarkeit

Mit einem Start­preis von 1.349 Euro gehört die FPV zu DJIs teu­re­ren Model­len, sofern man die Inspi­re-Rei­he für Pro­fis außen vor lässt. Ledig­lich die Mavic 2 Pro liegt mit 1.499 Euro noch dar­über. Für die sepa­rat erhält­li­che Bewe­gungs­steu­er­ein­heit wer­den übri­gens noch­mal 149 Euro fäl­lig, das für den Flug an sich aber nicht not­wen­dig ist, da ein nor­ma­ler Con­trol­ler bereits bei­liegt. Glei­ches gilt auch für die Bril­le. 

Die DJI FPV ist seit dem 2. März ver­füg­bar. Vor dem Flug soll­test du dich ver­ge­wis­sern, dass dei­ne Haft­pflicht­ver­si­che­rung die Droh­ne mit­ab­deckt. Außer­dem benö­tigst du einen Droh­nen­füh­rer­schein sowie eine Pla­ket­te am Flug­ge­rät. 

Disclaimer Die OTTO (GmbH & Co KG) übernimmt keine Gewähr für die Richtigkeit, Aktualität, Vollständigkeit, Wirksamkeit und Unbedenklichkeit der auf updated.de zur Verfügung gestellten Informationen und Empfehlungen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die offiziellen Herstellervorgaben vorrangig vor allen anderen Informationen und Empfehlungen zu beachten sind und nur diese eine sichere und ordnungsgemäße Nutzung der jeweiligen Kaufgegenstände gewährleisten können.

Time to share:  Falls dir dieser Artikel gefallen hat, freuen wir uns!