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iPho­ne 1: Wie ein Gerät die Smart­pho­nes revolutionierte

Mit dem iPhone 1 gelang Apple die ganz große Sensation. Bis heute steht das Gerät als Startschuss für moderne Smartphones.

Hast du ein moder­nes Smart­pho­ne in der Hand, dann ist das ein Gerät mit einem Touch-Bild­schirm, der Mög­lich­keit, Apps zu instal­lie­ren und im Funk­ti­ons­um­fang fast schon ein Ersatz für einen Rech­ner. Das war aller­dings nicht immer so, denn der Begriff „Smart­pho­ne“ stand einst für etwas ande­re Gerä­te. Erst mit dem iPho­ne 1 änder­te sich das – nach­hal­tig, wie wir heu­te wis­sen. Doch wie sah die­se Revo­lu­ti­on des Mark­tes aus, was steck­te im ers­ten iPho­ne, was ist es heu­te wert und wie hat sich die Tech­nik wei­ter­ent­wi­ckelt? All das erfährst du hier.

Smart­pho­nes vor dem iPho­ne: So rich­tig „smart“ waren sie nicht

Die Geschich­te der Smart­pho­nes begann nicht erst mit dem iPho­ne 1, son­dern schon mehr als zehn Jah­re vor­her. Bereits Mit­te der 1990er kamen ers­te Mobil­te­le­fo­ne auf den Markt, die mehr auf dem Kas­ten hat­ten als die rein sprach­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on. Beson­ders her­vor­zu­he­ben ist hier Nokia, die mit der Com­mu­ni­ca­tor-Rei­he den geis­ti­gen Vor­rei­ter heu­ti­ger Smart­pho­nes auf den Markt brach­ten. Das dar­auf lau­fen­de Betriebs­sys­tem PEN/GEOS 3.0 ermög­lich­te etwa den Aus­tausch von E‑Mails und sogar den Zugang zum Inter­net per Brow­ser. Ver­gli­chen mit heu­te, war der Zugang aber stark ein­ge­schränkt und gäh­nend lang­sam (9,6 kbit/s beim Nokia 9000).

Die Gerä­te selbst waren auf­klapp­bar und mit einer voll­wer­ti­gen Tas­ta­tur aus­ge­stat­tet. Von außen sahen sie hin­ge­gen wie (damals) nor­ma­le Mobil­te­le­fo­ne mit Wähl­tas­ten aus. All­ge­mein funk­tio­nier­te die Steue­rung kom­plett per Tas­ten, denn Touch gab es damals so noch nicht. Etwas anders waren die PDAs (Per­so­nal Digi­tal Assi­stant), die sich per Stift bedie­nen ließen.

Das Pro­blem: Obwohl sich die Gerä­te wei­ter­ent­wi­ckel­ten und Tei­le ihrer Funk­tio­nen auch in Han­dys zum Ein­satz kamen, fan­den Smart­pho­nes fast aus­schließ­lich in der geschäft­li­chen Nut­zung Anklang. Pri­vat­an­wen­der wuss­ten mit den Funk­tio­nen nicht viel anzu­fan­gen, und die Prei­se für die Gerä­te waren schlicht astro­no­misch. So kos­te­te etwa ein Nokia 9000 knapp 3.000 Mark. Es setz­ten sich in der Mas­se also die Tas­ten-Mobil­te­le­fo­ne in unter­schied­lichs­ten Aus­füh­run­gen durch. So sahen wir neben den nor­ma­len Gerä­ten auch Sli­der, Klapp­han­dys und Absur­di­tä­ten wie das T‑Mobile Side­kick mit sei­nem dreh­ba­ren Dis­play oder das Gaming-Han­dy Nokia N‑Gage. Lan­ge schie­nen die Han­dys alter­na­tiv­los – bis zum Jahr 2007.

Das iPho­ne 1: Prä­sen­ta­ti­on stell­te den Mobil­funk-Markt auf den Kopf

Am 9. Janu­ar 2007 betrat ein Mann mit schüt­te­rem grau­em Haar, einem schwar­zen Roll­kra­gen­pull­over und einer leicht aus­ge­wa­sche­nen Blue-Jeans eine Büh­ne in San Fran­cis­co und erschüt­ter­te die Grund­fes­te des dama­li­gen Han­dy-Mark­tes. Es war Apple-Mit­be­grün­der Ste­ve Jobs, der bei der Tech­nik-Mes­se Mac­world eigent­lich nur das neue Apple TV zei­gen soll­te. Doch er hat­te eine Über­ra­schung dabei: das iPho­ne 1, auch iPho­ne 2G genannt. Er star­te­te die Prä­sen­ta­ti­on mit den Worten:

„Das ist ein Tag, auf den ich mich zwei­ein­halb Jah­re lang gefreut habe. Hin und wie­der kommt ein revo­lu­tio­nä­res Pro­dukt, das alles ver­än­dert.“
Ste­ve Jobs 

Genau das soll­te die Funk­tio­nen des iPods, eines Mobil­te­le­fons und eines Inter­net-Geräts ver­ei­nen. Statt drei Gerä­te war also nur noch eins notwendig.

Beson­ders wich­tig war dabei: Apple woll­te auf die Tas­ten-Bedie­nung der bis­he­ri­gen Smart­pho­nes ver­zich­ten. Statt derer soll­te es ein Bedien­kon­zept geben, dass sich immer der aktu­el­len Anwen­dung anpasst. Das Unter­neh­men lös­te das mit Mul­ti-Touch. Ein (für dama­li­ge Ver­hält­nis­se) gro­ßer 3,5‑Zoll-Bildschirm, der sich mit den Fin­gern steu­ern lässt. An der Front gab es nur einen ein­zi­gen Knopf, näm­lich den Home-But­ton. Die­ser führ­te immer zurück ins Haupt­me­nü, egal aus wel­cher Anwen­dung her­aus. Tas­ta­tur, Steu­er­ele­men­te und mehr waren nur noch Ein­blen­dun­gen auf dem Dis­play. Wobei die nur bedingt not­wen­dig waren, denn ein gro­ßer Teil des Betriebs­sys­tems ließ sich durch Ges­ten steu­ern. Das hör­te damals übri­gens noch nicht auf den Namen iOS, son­dern auf „iPho­ne­OS“. Die Abkür­zung kam erst viel spä­ter mit Ver­si­on 4.0. Zum Start noch nicht ver­füg­bar war der App Store, der erst Mit­te 2008 öff­ne­te und das Her­un­ter­la­den zahl­rei­cher Pro­gram­me erlaubte.

Die Begeis­te­rung im Publi­kum war groß. Ein sol­ches Gerät, in sei­nem Prin­zip und der Ein­fach­heit, war bis­her noch nicht da gewe­sen. Jobs zeig­te sich stolz und führ­te wei­ter durch eine Prä­sen­ta­ti­on, die am Ende rund 80 Minu­ten dau­ern soll­te. Doch wel­che Tech­nik steck­te in dem Gerät und wel­che Funk­tio­nen stell­te Apple in den Vordergrund?

Der ein­zi­ge Kon­kur­rent: Das LG KE850 (LG Prada)

Ganz allein war Apple mit der Idee eines Touch­screens zur Bedie­nung nicht. Bereits am 12. Dezem­ber 2006 kün­dig­te das süd­ko­rea­ni­sche Unter­neh­men LG ein Smart­pho­ne an, das größ­ten­teils ohne Tas­ten aus­kam und auch kei­nen Stift benö­tig­te: das LG KE850, auch LG Pra­da genannt. Die offi­zi­el­le Vor­stel­lung erfolg­te aller­dings ein paar Tage nach der des iPho­nes, näm­lich am 18. Janu­ar per Pres­se­mit­tei­lung. Was wich­ti­ger war ist, dass LG sein Gerät eini­ge Mona­te vor dem iPho­ne auf den Markt brach­te. Das trüb­te aller­dings nicht über eini­ge Nach­tei­le hin­weg, denn dem LG KE850 fehl­te es an Mul­ti-Touch, an einem kom­plett auf die Touch-Bedie­nung ange­pass­tem Betriebs­sys­tem und vor allem am preis­li­chen Vor­teil des iPho­nes. Das LG kos­te­te zum Markt­start 777 US-Dol­lar, das iPho­ne war mit 399 US-Dol­lar (nach Preis­sen­kung) deut­lich günstiger.

Hard­ware: Für dama­li­ge Ver­hält­nis­se war es flott

Natür­lich woll­te Apple mit dem iPho­ne ein Gerät bie­ten, das gut gerüs­tet für alle Auf­ga­ben war. Dafür wand­te sich das Unter­neh­men an Sam­sung, um einen maß­ge­schnei­der­ten Chip­satz zu bekom­men. Das war das „Sys­tem-on-a-Chip“ (SoC) S5L8900. Auf dem Chip saßen CPU sowie GPU, was für eine kom­pak­te und ener­gie­spa­ren­de Bau­wei­se sorg­te. Auch heu­te kom­men sol­che Chip­sät­ze noch in Smart­pho­nes zum Ein­satz. In der CPU arbei­te­te beim iPho­ne 1 nur ein Kern mit einer Takt­ra­te von 412 Mega­hertz (MHz). Dazu gab es 128 Mega­byte (MB) Arbeits­spei­cher und maxi­mal 16 Giga­byte inter­nen Speicher.

Pas­send dazu 

Die Dar­stel­lung der Inhal­te erfolg­te über ein Dis­play mit einer Auf­lö­sung von 480 x 320 Pixel. Bei 3,5 Zoll Bild­schirm­dia­go­na­le ergab sich eine Pixel­dich­te von 163 ppi. Die­sen Wert hob Apple damals deut­lich her­vor, weil er eine hohe Schär­fe ver­sprach. Für heu­ti­ge Ver­hält­nis­se wirkt die Zahl fast schon mick­rig. Auch das 2:3‑Format des dama­li­gen iPho­nes wäre nicht mehr zeit­ge­mäß. Die Kame­ra kam auf immer­hin 2 Mega­pi­xel (MP). Eine Kame­ra an der Front für Sel­fies gab es damals noch nicht. Der Akku soll­te rund einen Tag lang durchhalten.

Wie der Name „iPho­ne 2G“ sug­ge­riert, funk­te das Smart­pho­ne im 2G-Netz, also über den Stan­dard GSM. Mobi­les Inter­net gab es höchs­tens per EDGE. Die kabel­lo­se Daten­über­tra­gung im Heim­netz gelang per Wi-Fi 3 (802.11g). Ande­re Gerä­te lie­ßen sich per Blue­tooth 2.0 ansteuern.

Ver­gleich: iPho­ne 1 gegen iPho­ne 13

Natür­lich ist es etwas gemein, ein Smart­pho­ne aus dem Jahr 2007 mit einem von heu­te zu ver­glei­chen. Aller­dings soll dies zei­gen, wie sich die Tech­nik inner­halb von 14 Jah­ren wei­ter­ent­wi­ckelt hat. Hier des­halb die Wer­te gegen­über­ge­stellt in einer Tabelle:

Smart­pho­neiPho­ne 1 (iPho­ne 2G)iPho­ne 13 (Stan­dard)
Bild­schirm­dia­go­na­le3,5 Zoll (8,9 Zentimeter)6,1 Zoll (15,4 cm)
Auf­lö­sung (For­mat)480 x 320 Pixel (2:3)2.532 x 1.170 Pixel (9:19,5)
Pixel­dich­te163 ppi460 ppi
SoCSam­sung S5L8900Apple A15 Bionic
Anzahl Ker­ne (Takt­ra­te)1 (412 MHz)6 (2x 3,2 GHz, 4x 2,0 GHz)
Arbeits­spei­cher128 MB LPDDR1 (137 MHz)4 GB (LPDDR4X (4.266 MHz)
Inter­ner Speicher4, 8 oder 16 GB128, 256 oder 512 GB
Hauptkamera(s)2 MP2 x 12 MP
Front­ka­me­raKei­ne12 MP
Mobil­funkGSM, EDGE5G
Betriebs­sys­tem (Markt­start)iPho­ne­OS 1.0iOS 15
Abmes­sun­gen115 x 61 x 11,6 mm146,7 x 71,5 x 7,6 mm
Gewicht135 Gramm173 Gramm
Farbe(n)SchwarzPolar­stern, Mit­ter­nacht, Blau, Rosé, (PRODUCT)RED
Preis zum Verkaufsstartab 399 Euroab 899 Euro
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Der Preis: Was ein iPho­ne 1 heu­te noch wert sein kann

Bei Tech­nik ist es mit dem Wert­er­halt immer so eine Sache. Der über­wäl­ti­gen­de Groß­teil der Gerä­te ist bereits nach weni­gen Jah­ren deut­lich weni­ger wert als zum Release, nach über einem Jahr­zehnt gibt es dafür oft nicht mehr als ein paar Euro. Aller­dings gibt es auch immer wie­der Aus­rei­ßer. Das sind etwa sehr sel­te­ne Gerä­te oder wel­che mit Kult­sta­tus. Zu letz­te­ren lässt sich wohl auch das iPho­ne 1 zäh­len, was ein Blick in diver­se Foren und Inter­net-Markt­plät­ze zeigt.

Ein häu­fig genutz­tes Gerät bekommst du grob schon zwi­schen 100 und 200 Euro. In gutem Zustand ist min­des­tens der dama­li­ge Kauf­preis fäl­lig. Rari­tä­ten sind hin­ge­gen iPho­nes der ers­ten Genera­ti­on in Ori­gi­nal­ver­pa­ckung. Willst du so eins haben, brauchst du zunächst sehr viel Glück und auch eini­ges an Erspar­tem. Die Prei­se bewe­gen sich hier schnell im fünf­stel­li­gen Bereich. Du hast also die Wahl: ein neu­er Klein­wa­gen oder ein brand­neu­es iPho­ne 1 ohne Simlock.

iPho­ne 1: Beginn einer Erfolgsgeschichte

Heu­te lässt sich behaup­ten, dass das iPho­ne 1 eine Revo­lu­ti­on gestar­tet hat. Nach der Ver­öf­fent­li­chung sank die Nach­fra­ge nach nor­ma­len Mobil­te­le­fo­nen immer wei­ter. Als ein Jahr nach dem Markt­start auch Goog­le mit einem eige­nen Betriebs­sys­tem, näm­lich Android, in den Markt ein­stieg, war der Sie­ges­zug der Smart­pho­nes nicht mehr auf­zu­hal­ten. Mitt­ler­wei­le sind die Gerä­te für vie­le Men­schen die wich­tigs­te Tech­nik in ihrem Besitz, weil Smart­pho­nes immer und über­all mit dabei sind und die Auf­ga­ben zahl­rei­cher ande­rer Gerä­te übernehmen.

Auch für Apple selbst war das iPho­ne ein gro­ßer Erfolg. 2021 erscheint bereits das 15. Gerät der Haupt­rei­he, näm­lich das iPho­ne 13 (S‑Modelle als neue Model­le der Haupt­rei­he gezählt). Die Tech­nik hat im Ver­gleich zu damals einen gigan­ti­schen Sprung gemacht. Die nächs­te gro­ße Inno­va­ti­on steht aller­dings noch aus. Viel­leicht kommt die ja auch wie­der von Apple.

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