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Audio

Bey­er­dy­na­mic Aven­tho Y im Hands-on: Aus­dau­ern­der All­roun­der mit klas­si­scher Bedienung

Optisch machen die Aventho Y von Beyerdynamic echt was her. Gerade das in die Seiten eingelassene Logo gefällt.

Bey­er­dy­na­mic gehört zu den Mar­ken, die bei vie­len Audio­fans einen beson­de­ren Ruf genie­ßen. Das liegt nicht nur an der lan­gen Unter­neh­mens­ge­schich­te, son­dern vor allem an den zahl­rei­chen Kopf­hö­rern, die sich über die Jah­re einen fes­ten Platz auf Schreib­ti­schen, in Stu­di­os und auf den Köp­fen von Musikliebhaber*innen erar­bei­tet haben. Mit den Aven­tho Y hat der Her­stel­ler nun ein kabel­lo­ses Over-Ear-Modell im Pro­gramm, das moder­ne Funk­tio­nen wie Acti­ve Noi­se Can­cel­ling, App-Anbin­dung und Schnell­la­den mit typisch deut­scher Tugend ver­bin­den möch­te: Lang­le­big­keit. Nach eini­gen Tagen im All­tags­ein­satz fällt das Urteil über­wie­gend posi­tiv aus.

Optik: Schi­ckes Design mit Lie­be zum Detail

Optisch machen die Aven­tho Y direkt einen sehr guten Ein­druck. Beson­ders das in die Außen­sei­te der Ohr­mu­scheln ein­ge­las­se­ne Bey­er­dy­na­mic-Logo sorgt für einen hoch­wer­ti­gen Look. Wäh­rend vie­le Kon­kur­ren­ten auf schlich­te, glat­te Kunst­stoff­flä­chen set­zen, ver­lei­hen die struk­tu­rier­ten Außen­scha­len den Kopf­hö­rern etwas mehr Charakter.

Auch die blaue Farb­va­ri­an­te unse­res Test­ge­räts weiß zu gefal­len und hebt sich ange­nehm vom übli­chen Schwarz-Grau-Einer­lei vie­ler Mit­be­wer­ber ab. Ein schö­nes Detail zeigt sich bereits beim Aus­pa­cken: Selbst das bei­lie­gen­de USB-C-auf-USB-C-Kabel ist farb­lich auf die Kopf­hö­rer abge­stimmt. Das wirkt durch­dacht und zeigt, dass Bey­er­dy­na­mic auch auf Klei­nig­kei­ten Wert legt.

Die Ver­ar­bei­tung fällt für die Preis­klas­se ins­ge­samt gut aus. Zwar besteht ein Groß­teil der Kon­struk­ti­on aus Kunst­stoff, die beson­ders bean­spruch­ten Berei­che wie Dreh- und Klapp­ge­len­ke sind jedoch aus Metall gefer­tigt. Das sorgt für einen robus­ten Ein­druck im All­tag. Eben­falls erfreu­lich: Die Aven­tho Y las­sen sich kom­plett ein­klap­pen. Das ist mitt­ler­wei­le kei­nes­wegs selbst­ver­ständ­lich und macht den Trans­port deut­lich ange­neh­mer. Anstel­le eines Hard­ca­ses legt Bey­er­dy­na­mic aller­dings ledig­lich einen Beu­tel aus Poly­es­ter mit Bran­ding bei.

Kom­fort: Bequem auch auf län­ge­ren Hörsessions

Beim Tra­ge­kom­fort hin­ter­las­sen die Aven­tho Y eben­falls einen gelun­ge­nen Ein­druck. Die Ohr­pols­ter umschlie­ßen durch­schnitt­lich gro­ße Ohren pro­blem­los und sor­gen für einen siche­ren Sitz, ohne unan­ge­nehm zu drü­cken. Gleich­zei­tig schir­men sie bereits pas­siv einen gro­ßen Teil der Umge­bungs­ge­räu­sche ab.

Beson­ders posi­tiv fällt das Kopf­band auf. Hier setzt Bey­er­dy­na­mic auf ange­nehm wei­che Pols­ter, die mit­tig aus­ge­spart sind. Die­ser klei­ne Kniff erhöht den Kom­fort spür­bar, da kein direk­ter Druck auf die emp­find­li­che Kopf­mit­te ent­steht. Gera­de Men­schen, die bei län­ge­ren Hör­ses­si­ons schnell zu Kopf­schmer­zen durch drü­cken­de Kopf­bän­der nei­gen, dürf­ten die­se Lösung zu schät­zen wissen.

Prak­tisch für kur­ze Pau­sen: Die Ohr­mu­scheln las­sen sich ein­klap­pen und die Kopf­hö­rer bequem um den Hals tra­gen, ohne dass sie dabei stö­rend wirken.

Bedie­nung: Zum Glück ech­te Tasten

Wäh­rend immer mehr Her­stel­ler auf Touch­flä­chen set­zen, geht Bey­er­dy­na­mic erfreu­li­cher­wei­se einen ande­ren Weg. Die Aven­tho Y wer­den klas­sisch über phy­si­sche Tas­ten bedient.

Ein Knopf über­nimmt das Ein- und Aus­schal­ten sowie das Blue­tooth-Pai­ring, ein wei­te­rer akti­viert oder deak­ti­viert das Acti­ve Noi­se Can­cel­ling. Auf der gegen­über­lie­gen­den Sei­te sit­zen die Bedien­ele­men­te für Start, Pau­se sowie Titel­sprung vor und zurück.

Im All­tag erweist sich die­ses Kon­zept als ange­nehm unkom­pli­ziert. Die Tas­ten las­sen sich schnell ertas­ten und reagie­ren zuver­läs­sig. Fehl­be­die­nun­gen, wie sie bei Touch-Steue­run­gen häu­fig vor­kom­men, gehö­ren damit prak­tisch nicht zum All­tag. Wer sich über schlecht erkann­te Wisch­ges­ten oder ver­se­hent­li­che Ein­ga­ben ärgert, dürf­te die klas­si­sche Bedie­nung schnell zu schät­zen wissen.

Sound: Guter Klang mit Poten­zi­al zum Nachjustieren

Klang­lich prä­sen­tie­ren sich die Aven­tho Y auf einem ins­ge­samt guten Niveau, spre­chen jedoch nicht zwangs­läu­fig jeden Musik­ge­schmack sofort an.

Im Aus­lie­fe­rungs­zu­stand ori­en­tiert sich die Abstim­mung eher an moder­nen Hör­ge­wohn­hei­ten. Bei Soul, Jazz, Hip-Hop oder elek­tro­ni­scher Musik macht das Hören direkt Spaß. Stim­men wir­ken prä­sent, Bäs­se besit­zen aus­rei­chend Fun­da­ment und das Klang­bild bleibt ins­ge­samt ange­nehm dynamisch.

Bei mit­ten­be­ton­ten Gen­res wie Rock oder Metal zeigt sich aller­dings eine ande­re Sei­te. Hier wir­ken die Aven­tho Y im Stan­dard-Tuning stel­len­wei­se etwas ble­chern und teil­wei­se leicht zischig. Gera­de bei Gitar­ren und Becken fällt das auf.

Das bedeu­tet aller­dings kei­nes­wegs, dass die Kopf­hö­rer für die­se Musik­rich­tun­gen unge­eig­net wären. Über die Bey­er­dy­na­mic-App steht ein Mul­ti­band-Equa­li­zer zur Ver­fü­gung, mit dem sich der Klang ver­gleichs­wei­se ein­fach anpas­sen lässt. Zwar reagie­ren die Aven­tho Y dabei nicht ganz so bereit­wil­lig auf Equa­li­zer-Ein­stel­lun­gen wie man­che kabel­ge­bun­de­nen Model­le des Her­stel­lers, den­noch lässt sich mit etwas Fein­ge­fühl eine deut­lich ange­neh­me­re Abstim­mung erzielen.

Unterm Strich lie­fern die Kopf­hö­rer eine gute Klang­qua­li­tät, die ins­be­son­de­re mit leich­ter Anpas­sung über­zeu­gen kann und ange­sichts des Prei­ses einen gelun­ge­nen Gesamt­ein­druck hinterlässt.

Noi­se-Can­cel­ling und Mikros: Soli­des ANC und cle­ve­re Gaming-Option

Natür­lich dür­fen auch bei den Aven­tho Y Funk­tio­nen wie Acti­ve Noi­se Can­cel­ling und Trans­pa­renz­mo­dus nicht feh­len. Das ANC lässt sich in drei Stu­fen ein­stel­len und redu­ziert Umge­bungs­ge­räu­sche zuverlässig.

Im direk­ten Ver­gleich mit den Spit­zen­mo­del­len am Markt bleibt jedoch ein Abstand bestehen. Weder errei­chen die Aven­tho Y das Niveau eines Air­Pods Max noch die beein­dru­cken­de Abschir­mung aktu­el­ler Sony-Flagg­schif­fe. Den­noch funk­tio­niert die Geräusch­un­ter­drü­ckung im All­tag gut genug, um Bahn­fahr­ten, Büro­ar­beit oder das Arbei­ten im Café deut­lich ange­neh­mer zu gestalten.

Der Trans­pa­renz­mo­dus erfüllt sei­nen Zweck eben­falls ordent­lich, ohne aller­dings die Natür­lich­keit der bes­ten Lösun­gen am Markt zu erreichen.

Die inte­grier­ten Mikro­fo­ne lie­fern eine soli­de Sprach­qua­li­tät für Tele­fo­na­te und Video­kon­fe­ren­zen. Eine Beson­der­heit bie­tet Bey­er­dy­na­mic dar­über hin­aus mit einem optio­nal erhält­li­chen Ansteck­mi­kro­fon. Damit ver­wan­deln sich die Aven­tho Y prak­tisch in ein voll­wer­ti­ges Head­set und eig­nen sich sogar für gele­gent­li­che Gam­ing-Ses­si­ons am PC oder der Konsole.

Akku: Wech­sel­ba­res Design als ech­tes Highlight

Beson­ders sym­pa­thisch zeigt sich Bey­er­dy­na­mic beim The­ma Nach­hal­tig­keit. Der Her­stel­ler ver­spricht eine Akku­lauf­zeit von bis zu 90 Stun­den. Die­ser Wert gilt zwar ohne akti­vier­tes ANC, doch auch mit ein­ge­schal­te­ter Geräusch­un­ter­drü­ckung hal­ten die Aven­tho Y im All­tag erfreu­lich lan­ge durch.

Geht der Akku doch ein­mal zur Nei­ge, sorgt die Schnell­la­de­funk­ti­on für Nach­schub. Bereits fünf Minu­ten an der Steck­do­se rei­chen für bis zu sechs Stun­den Musikwiedergabe.

Noch span­nen­der ist jedoch eine ande­re Eigen­schaft: Der Akku lässt sich vom Nut­zer selbst aus­tau­schen. Glei­ches gilt für die Ohr­pols­ter. In Zei­ten, in denen vie­le Her­stel­ler ihre Pro­duk­te mög­lichst geschlos­sen kon­stru­ie­ren, ist das ein ech­tes Allein­stel­lungs­merk­mal und ver­dient gro­ßes Lob. Wer sei­ne Kopf­hö­rer vie­le Jah­re nut­zen möch­te, bekommt hier deut­lich bes­se­re Vor­aus­set­zun­gen als bei vie­len kon­kur­rie­ren­den Modellen.

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