
Künstliche Intelligenz bietet heute zahlreiche Möglichkeiten, den Arbeitsalltag effizienter zu gestalten. Doch wie gelingt es, aus ersten Ideen konkrete Lösungen zu entwickeln und AI nachhaltig im Arbeitsalltag zu verankern? Unsere Kollegin Lina-Marie begleitet als AI Enablement Partnerin genau diesen Weg. Sie unterstützt HR-Kolleg*innen dabei, Potenziale zu erkennen, Use Cases umzusetzen und neue Technologien sinnvoll einzusetzen. In diesem Beitrag gibt sie Einblicke ins AI Enablement und teilt ihre Erfahrungen, wichtigsten Learnings und praktische Tipps für den Einstieg.
"Wir in HR möchten AI-gestützter arbeiten und uns von lästigen, sich ständig wiederholenden Aufgaben befreien. Dabei sehen wir AI nicht als zusätzliche Aufgabe neben unserem Tagesgeschäft, sondern möchten sie zu einem selbstverständlichen Bestandteil unserer täglichen Arbeit machen. Genau deshalb haben wir das "AI First by HR Movement" gegründet. Unser Ziel ist es, HR-Kolleg*innen dabei zu unterstützen, vom Problem über den Use Case bis hin zur tatsächlichen Umsetzung zu kommen."
"Aktuell entwickeln wir verschiedene Formate, die dabei helfen sollen, Wissen rund um AI aufzubauen, sich untereinander auszutauschen und voneinander zu lernen. Gleichzeitig möchten wir eine Plattform schaffen, auf der wir gemeinsam Best Practices teilen, Erfahrungen sammeln und uns gegenseitig inspirieren können. "
"Mein Ziel ist es, Kolleg*innen bestmöglich bei der Umsetzung ihrer AI-Use-Cases zu unterstützen.
Dabei ist mir besonders wichtig, dass ich die Lösung nicht einfach für andere entwickle, sondern die Kolleg*innen dazu befähige, ihre Lösungen selbst zu verstehen und weiterzuentwickeln. Ich möchte, dass sie nach der Umsetzung in der Lage sind, ihren Use Case eigenständig zu pflegen, anzupassen und weiter auszubauen."
"Ein großer Teil meiner Arbeit besteht deshalb auch darin, gemeinsam mit Kolleg*innen auf ihre Prozesse zu schauen und viele Fragen dazu zu stellen: Wo verlieren wir Zeit? Welche Aufgaben wiederholen sich ständig? Welche Arbeitsschritte könnten einfacher werden? Oft entstehen aus diesen Gesprächen bereits die besten Ideen.
Besonders finde ich dabei, dass jeder Use Case anders ist. Manche Kolleg*innen kommen mit einer sehr konkreten Idee auf mich zu, andere haben einfach das Gefühl, dass etwas effizienter laufen könnte. Gemeinsam überlegen wir dann, welche Möglichkeiten es gibt und welche Lösung wirklich zum Arbeitsalltag passt.
Am schönsten ist es natürlich, wenn Kolleg*innen irgendwann wieder zurückkommen und sagen: „Das spart mir jetzt jede Woche Zeit“ oder „Ich habe schon die nächste Idee.“
Genau dann merkt man, dass das Enablement funktioniert hat."
"Besonders häufig kommen Kolleg*innen auf mich zu, wenn Prozesse zu viel Zeit kosten und sich automatisieren lassen. Oft wurden in anderen Teams bereits Lösungen mit Power Automate oder Copilot-Agenten umgesetzt und die Frage lautet: „Wie können wir so etwas auch für unseren Bereich nutzen?“."
"Genauso häufig spreche ich mit Kolleg*innen, die gerade erst mit AI starten. Es macht mir besonders viel Freude zu sehen, wie sie neue Möglichkeiten entdecken und erkennen, welches Potenzial in den Technologien steckt. Diese Begeisterung erinnert mich immer wieder daran, wie fasziniert ich selbst am Anfang war."
"Für mich zeigt die Arbeit mit Copilot in Excel besonders eindrucksvoll, wie leistungsfähig AI inzwischen geworden ist. Ich bin keine klassische „Excel-Maus“ und freue mich deshalb über die Analysefunktionen, die Copilot direkt in Excel bereitstellt. Dass erste Auswertungen automatisch erstellt und visualisiert werden können, spart enorm viel Zeit und macht die Arbeit deutlich einfacher. Ein weiterer Lieblingsanwendungsfall ist die Aufbereitung von Informationen: Ob Besprechungsprotokolle, Notizen oder spontane Gedanken, mit Unterstützung von Copilot kann ich daraus in kurzer Zeit strukturierte Onepager erstellen. Das hilft mir, komplexe Themen verständlicher darzustellen und den Überblick zu behalten."
"Besonders gerne erstelle ich außerdem sogenannte HTML-Artefakte. Wenn ich für ein neues Projekt viele Informationen zusammentragen muss, lassen sich daraus interaktive Inhalte entwickeln. Diese vermitteln Wissen nicht nur ansprechend, sondern ermöglichen es den Nutzenden auch, direkt mit den Informationen zu interagieren."
"Mein wichtigstes Learning ist, dass AI allein noch keinen Mehrwert schafft. Der eigentliche Unterschied entsteht, wenn Kolleg*innen bereit sind, ihre Arbeitsweisen zu hinterfragen und neue Wege auszuprobieren. Dabei muss niemand sofort alles perfekt beherrschen. Die besten Erkenntnisse entstehen oft, indem man einfach loslegt, Erfahrungen sammelt und gemeinsam aus Herausforderungen lernt."
"Außerdem habe ich gelernt, dass die spannendsten Use Cases meist direkt aus dem Arbeitsalltag kommen. Oft sind es kleine Verbesserungen, die jede Woche Zeit sparen und in Summe einen großen Mehrwert schaffen."
"Die größte Herausforderung besteht für mich darin, bei der Vielzahl neuer Möglichkeiten den Überblick zu behalten und sich bewusst Zeit zum Experimentieren zu nehmen. Genau deshalb ist der Austausch unter Kolleg*innen so wertvoll: Wenn wir Erfahrungen teilen und voneinander lernen, kommen wir gemeinsam deutlich schneller voran."
"Einfach anfangen.
Im Zweifelsfall reichen schon fünf Minuten am Tag. Sucht euch eine Aufgabe, die euch regelmäßig Zeit kostet oder vielleicht sogar ein wenig nervt, und überlegt, wie z.B. Copilot euch dabei unterstützen könnte."
"Niemand muss direkt einen komplexen Copilot-Agenten entwickeln oder einen großen Prozess automatisieren. Oft reicht es schon, sich bei der Strukturierung von Ideen unterstützen zu lassen, Dokumente zusammenzufassen oder erste Analysen erstellen zu lassen."
"Mit jedem kleinen Anwendungsfall wächst das Verständnis für die Möglichkeiten von AI. Und meist merkt man sehr schnell, wie hilfreich die Unterstützung im Alltag sein kann.
Mein wichtigster Tipp lautet deshalb: Nicht zu lange überlegen, sondern einfach ausprobieren. Perfektion ist am Anfang überhaupt nicht wichtig. Neugier, Offenheit und die Bereitschaft, Neues zu testen, sind viel wichtiger. Die besten Ideen entstehen häufig genau dann, wenn man einfach den ersten Schritt macht!"
Passend dazu hat OTTO kürzlich das GenAI-Enablement-Partner-Programm gestartet, mit dem KI-Anwendungsfälle systematisch in die Fachbereiche gebracht werden:
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