Dieser Tage führt kaum ein weg am iPhone Duo vorbei. Das erste Foldable der Marke ist das Gesprächsthema in der Technik-Welt. Dabei gibt es bereits seit einigen Wochen ein Gerät auf dem Markt, dass in eben diesem ungewöhnlichen, neuen Formfaktor daherkommt: das Samsung Galaxy Z Fold8. Ja, Apples größter Konkurrent hat bereits ein kompaktes Foldable zu bieten. Wie sich das schlägt und ob es für mich eine Alternative zum bisherigen Foldable-Format darstellt, klärt der Praxistest.
Das erfahrt ihr gleich
- Das Foldable, das mich zum Umdenken bringt?
- Design und Verarbeitung: Sieben Jahre Erfahrung machen sich bemerkbar
- Die Bildschirme: Ungewöhnlich, aber spannend
- Leistung: Viel Power – auch für die Zukunft
- Kameras: Verlässlich gut statt spektakulär
- Akku: Gute Ausdauer, schnelles Laden wäre aber schön gewesen
Den Umstieg auf ein Foldable habe ich, nach Jahren, in denen ich entsprechende Geräte regelmäßig getestet habe, vor rund einem halben Jahr gewagt. Allerdings nutze ich bislang ein Gerät im eher klassischen Foldable-Format: das Honor Magic V5. Zusammengefaltet verhält es sich wie ein normales Smartphone, aufgeklappt entsteht ein fast quadratischer Bildschirm. Inzwischen drängen aber immer mehr Hersteller mit einem anderen Ansatz auf den Markt. Einer der prominentesten Vertreter dieser Gerätekategorie ist das Samsung Galaxy Z Fold8.
Als großer Konkurrent zum iPhone-Foldable steht das Z Fold8 besonders im Fokus. Für mich stellte sich deshalb vor allem eine Frage: Kann mich dieser andere Formfaktor überzeugen? Und ist er vielleicht sogar die bessere Alternative zu dem Foldable-Konzept, das ich mittlerweile gewohnt bin? Genau das wollte ich herausfinden. Natürlich inklusive der Frage, was Samsungs neuestes Falt-Smartphone im Alltag tatsächlich auf dem Kasten hat.
Samsung war der erste große Smartphone-Hersteller, der Foldables in den Massenmarkt gebracht hat. Entsprechend viel Erfahrung steckt mittlerweile in der Produktreihe. Das erste Galaxy Fold liegt mehr als sieben Jahre zurück. Zeit genug also, um Technik, Haltbarkeit und Design kontinuierlich zu verfeinern.
Und genau das merke ich dem Galaxy Z Fold8 sofort an. Das Smartphone fühlt sich ausgesprochen hochwertig an, liegt hervorragend in der Hand und vermittelt jederzeit den Eindruck eines ausgereiften Premiumprodukts. Besonders positiv aufgefallen ist mir das Scharnier. Es öffnet sich äußerst geschmeidig und wirkt gleichzeitig stabil und langlebig.
Beeindruckend sind auch die Abmessungen. Aufgeklappt misst das Fold8 gerade einmal 4,5 Millimeter in der Dicke, zusammengefaltet sind es 9,7 Millimeter. Damit wirkt das Gerät erstaunlich schlank und handlich. Gerade hier zeigt sich Samsungs Erfahrung mit Foldables besonders deutlich.
Unser Testgerät kommt in der Farbe „Lavender“. Das sehr helle Lila wirkt in der Realität deutlich dezenter als auf den offiziellen Produktbildern. Mir gefällt der Farbton aber ausgesprochen gut. Wer Pastellfarben mag, dürfte hier voll auf seine Kosten kommen. Wie bei vielen aktuellen Smartphones ragt die Kameraeinheit auf der Rückseite jedoch etwas aus dem Gehäuse heraus. Lege ich das Gerät auf einen Tisch, entsteht deshalb ein leichtes Kippeln.
Auffällig ist zudem das geringe Gewicht. Samsung spricht selbstbewusst vom „leichtesten Foldable“ am Markt. Tatsächlich bringt das Galaxy Z Fold8 lediglich 201 Gramm auf die Waage. Zum Vergleich: Mein Honor Magic V5 wiegt rund 21 Gramm mehr. Das hört sich zunächst nach wenig an, ist in der Praxis aber tatsächlich spürbar. Das Fold8 fühlt sich überraschend leicht an und wirkt für ein Gerät dieser Größe fast schon luftig. An ein besonders leichtes Smartphone wie das Galaxy S25 Edge kommt es zwar nicht heran, innerhalb seiner Kategorie setzt Samsung aber definitiv Maßstäbe.
Der eigentliche Star jedes Foldables ist natürlich das Display. Und genau hier unterscheidet sich das Galaxy Z Fold8 deutlich von vielen Konkurrenten.
Zusammengefaltet setzt Samsung auf ein Format von 10:16. Das ist heutzutage eher ungewöhnlich und sorgt im Alltag für einige interessante Eigenheiten. Besonders bei vertikalen Videos oder Social-Media-Inhalten fällt das auf. Inhalte auf Instagram, YouTube Shorts oder TikTok werden häufig nicht vollständig dargestellt oder zeigen im Vollbild links und rechts deutlich sichtbare schwarze Balken. Der Grund ist simpel: Die meisten dieser Inhalte sind für länglichere Displays im Bereich von 19,5:9 optimiert.
Andererseits bringt das Format auch klare Vorteile mit sich. Beim Lesen von Artikeln, beim Browsen im Internet oder beim Betrachten von Fotos wirkt die Darstellung deutlich angenehmer. Inhalte erhalten mehr Breite und damit mehr Platz. Auch viele Spiele profitieren von diesem Bildschirmformat.
Noch spannender wird es beim Innendisplay. Hier setzt Samsung auf ein Seitenverhältnis von 4:3. Im direkten Vergleich zu meinem Honor Magic V5 werden Videos zwar kaum größer dargestellt, dafür geht deutlich weniger Bildschirmfläche ober- und unterhalb des eigentlichen Inhalts verloren. Das Ergebnis wirkt insgesamt harmonischer und angenehmer.
Besonders viel Spaß macht das Gerät beim Lesen. Bücher, Magazine, Webseiten oder Mangas lassen sich auf dem großen Innendisplay hervorragend konsumieren. Das Fold8 erinnert dabei fast an einen zusammenklappbaren E‑Book-Reader. Gerade für Nutzer*innen, die viele Texte lesen, besitzt das Format echten Charme.
Etwas anders sieht es beim Multitasking aus. Samsung hat die Software ausgezeichnet angepasst und bietet viele praktische Funktionen für die parallele Nutzung mehrerer Apps. Dennoch stößt das Format hier teilweise an seine Grenzen. Teile ich den Bildschirm in zwei Bereiche auf, erhält jede App letztlich wieder nur eine Fläche mit etwa 10:16. Im Hochformat werden die Fenster dadurch sogar sehr unangenehm schmal. Im Vergleich zu breiteren Foldables wie dem Magic V5 fühlt sich Multitasking deshalb stellenweise etwas eingeschränkter an. Wer allerdings von einem klassischen Smartphone kommt, wird trotzdem völlig neue Möglichkeiten entdecken.
Ein großes Lob verdient Samsung für die Minimierung des Displayspalts. Der Falz ist bei normaler Nutzung kaum sichtbar und nur bei stärkerem Druck mit dem Finger überhaupt spürbar. Allerdings lässt sich nach wenigen Testtagen natürlich noch nicht beurteilen, wie sich das Display nach Monaten oder Jahren intensiver Nutzung entwickelt. Erfahrungsgemäß wird der Falz mit der Zeit oft etwas deutlicher sichtbar.
Technisch gibt es an beiden Bildschirmen ohnehin nichts auszusetzen. Die hohe Auflösung sorgt für eine gestochen scharfe Darstellung, Farben und Kontraste sind typisch Samsung auf absolutem Flaggschiff-Niveau. Auch die Helligkeit bewegt sich auf einem sehr hohen Niveau. Bauartbedingt fehlen allerdings einige Spezialfunktionen, die Samsung bei seinen klassischen Topmodellen anbietet – etwa die Privacy-Funktion vom S26 Ultra.
Im Premiumsegment sind Leistungssorgen mittlerweile ohnehin selten geworden. Das Galaxy Z Fold8 bildet hier keine Ausnahme.
Samsung verbaut den Snapdragon 8 Elite Gen 5 von Qualcomm, der aktuell zu den leistungsstärksten Smartphone-Prozessoren überhaupt gehört. Im Alltag arbeitet das Gerät entsprechend jederzeit blitzschnell. Apps starten ohne Verzögerung, Multitasking läuft flüssig und auch anspruchsvolle Anwendungen bringen das Fold8 nicht ins Schwitzen.
Besonders erfreulich ist die Leistungsreserve für die Zukunft. Wer lokale KI-Funktionen nutzt oder mit rechenintensiven Anwendungen arbeitet, bekommt hier in absehbarer Zeit wohl keine Probleme. Auch moderne Spiele laufen problemlos. Selbst grafisch aufwendige Titel wie Neverness to Everness erreichen stabile, hohe Bildraten.
Ganz ohne Einschränkungen geht die enorme Leistung allerdings nicht einher. Wie bei vielen Foldables steht für Kühllösungen nur begrenzt Platz zur Verfügung. Unter hoher Last wird das Gerät deshalb spürbar warm. Kritisch wird das zwar nicht, ganz verhindern lässt es sich bei dieser Bauweise aber ebenfalls nicht.
Bei den Kameras liefert Samsung gewohnt solide Arbeit ab. Sowohl die 50-Megapixel-Hauptkamera als auch die 50-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera produzieren scharfe, farbenfrohe und insgesamt überzeugende Bilder.
Besonders Samsungs Bildverarbeitung gefällt mir gut. Fotos wirken lebendig, ohne zu stark überzeichnet zu sein. Auch Videos gelingen zuverlässig und bieten die Qualität, die man in dieser Preisklasse erwarten darf.
Ein genereller Vorteil von Foldables zeigt sich bei Selfies. Dank des Außendisplays lässt sich das Gerät aufgeklappt nutzen, während die hochwertige Hauptkamera als Selfie-Kamera fungiert. Das Ergebnis fällt deutlich besser aus als bei klassischen Frontkameras.
Zusätzlich stehen auf dem Außen- und Innendisplay jeweils Punchhole-Kameras mit 10 Megapixeln bereit. Für Videotelefonie, spontane Schnappschüsse oder Gesichtserkennung erfüllen sie ihren Zweck problemlos.


Mit 4.800 Milliamperestunden fällt der Akku auf dem Papier nicht gigantisch aus. Im Alltag zeigt sich jedoch, dass Samsung die Kombination aus Hard- und Software sehr gut abgestimmt hat.
Bei normaler Nutzung kommt das Galaxy Z Fold8 problemlos durch einen kompletten Tag. Wer hauptsächlich Nachrichten schreibt, im Internet surft oder Videos konsumiert, muss sich im Regelfall keine Sorgen machen. Laut Samsung sind bei reiner Videowiedergabe sogar Laufzeiten von bis zu 26 Stunden möglich.
Geladen wird mit maximal 45 Watt. Das ist absolut in Ordnung und sorgt für alltagstaugliche Ladezeiten. Allerdings zeigen einige Konkurrenten inzwischen, dass bei Foldables deutlich mehr möglich ist. Geräte wie das Honor Magic V6 unterstützen bereits Ladeleistungen von bis zu 80 Watt.
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