Samsung hat mit den Galaxy Buds4 Pro seine neuen In‑Ear‑Kopfhörer vorgestellt – und nach der eher durchwachsenen Wahrnehmung der Vorgängergeneration war die Erwartungshaltung entsprechend hoch. Ziel ist klar: besserer Klang, stärkeres ANC und eine echte Alternative zu AirPods Pro & Co. Im Praxis‑Test zeigt sich schnell, dass Samsung beim Sound deutlich nachgelegt hat, sich gleichzeitig aber weiterhin stark auf das eigene Ökosystem stützt.
Das erfahrt ihr gleich
Optisch bleiben die Galaxy Buds4 Pro klar in der Samsung‑Linie, wirken aber insgesamt durchdachter und hochwertiger als das vorherige Modell. Der bekannte Stiel bleibt erhalten, fühlt sich jetzt durch die Metallfläche außen jedoch edler an und lässt sich dank kleiner Einkerbungen präziser bedienen. Das Ladecase übernimmt die leicht transparente Optik der Buds3 FE und ist im Alltag angenehmer zu handhaben, da die Hörer nicht mehr umständlich verdreht eingelegt werden müssen.
In‑Ear‑typisch sitzen die Buds stabil im Ohr und bleiben auch über mehrere Stunden bequem. Selbst seitliches Liegen bringt sie nicht aus dem Konzept. Positiv ist zudem die IP57‑Zertifizierung – die Buds überstehen also Regen, Schweiß und sogar kurzzeitiges Untertauchen problemlos.

Der größte Schritt der Galaxy Buds4 Pro zeigt sich ganz klar beim Sound. Samsung setzt erstmals auf ein Dual‑Treiber‑System mit separatem Hochton‑Treiber und 11‑mm‑Tiefmitteltöner – und das hört man sofort. Höhen und Mitten wirken sauberer und offener, die Bühne breiter, Stimmen klar platziert. Gleichzeitig bleibt der Bass präsent, ohne den Rest zu überdecken.
Genre‑Wechsel stecken die Buds souverän weg: Egal ob akustische Tracks, komplexe Rock‑Produktionen oder basslastiger Pop – das Klangbild bleibt ausgewogen und kontrolliert. Im direkten Vergleich mit AirPods Pro 3 wirken die Buds4 Pro tonal sogar etwas harmonischer, auch wenn Apple beim Tiefbass noch minimal druckvoller bleibt.
Ein kleiner Wermutstropfen: Der Klang verändert sich hörbar beim Umschalten des ANC‑Modus. Mit aktivem ANC wirkt der Bass kräftiger als ohne – ein Verhalten, das in dieser Preisklasse eigentlich nicht mehr vorkommen sollte.
Die aktive Geräuschunterdrückung gehört zu den größten Baustellen der Vorgänger – und Samsung hat hier klar nachgebessert. Alltagslärm wie Verkehr oder Gespräche wird deutlich besser reduziert, besonders in Kombination mit laufender Musik. Windgeräusche sind nahezu verschwunden, was die Buds unterwegs angenehm macht.
Ganz an die Spitzenreiter von Bose oder Apple reichen die Galaxy Buds4 Pro aber weiterhin nicht heran. Auch der Transparenzmodus klingt natürlicher als zuvor, Gespräche sind gut möglich, wenn die Buds im Ohr bleiben. Besonders praktisch ist der adaptive Modus als Zwischenlösung, der Umgebungsgeräusche zwar durchlässt, sie aber leicht abdämpft.
Gesteuert werden die Buds per Touch‑ und Pinch‑Gesten, die jetzt zuverlässiger funktionieren als früher. Anpassungsmöglichkeiten bleiben allerdings begrenzt. Ein freies Belegen aller Gesten ist nicht möglich, Bluetooth‑Multipoint fehlt weiterhin komplett – ein klarer Nachteil im Alltag mit mehreren Geräten.
Die Galaxy‑Wearable‑App bietet einen 9‑Band‑Equalizer, ANC‑Optionen, Passtest und Zusatzfunktionen wie vorgelesene Benachrichtigungen. Allerdings gilt: Ein Samsung‑Konto ist Pflicht, und einige Features – etwa KI‑Funktionen, Spatial Audio, Kopfgesten oder der eigene SSC‑Codec – sind exklusiv für Galaxy‑Smartphones.
Mit iPhones funktioniert das zwar grundsätzlich, aber stark eingeschränkt: keine App, keine Personalisierung, keine erweiterten Funktionen.

Beim Telefonieren überzeugen die Galaxy Buds4 Pro. Stimmen bleiben selbst in lauten Umgebungen klar verständlich, Umgebungsgeräusche werden zuverlässig herausgefiltert. Wind wird effektiv unterdrückt – ein echter Pluspunkt für Calls unterwegs. In dieser Disziplin spielt Samsung klar in der Oberklasse mit.
Akkutechnisch liegen die Buds4 Pro im Mittelfeld. Rund 6 Stunden mit aktivem ANC, insgesamt etwa 26 Stunden mit Ladecase sind okay, aber weniger als bei vielen direkten Konkurrenten. Positiv: kabelloses Laden und der aktuelle Bluetooth‑Standard 6.1 mit Auracast‑Support (auf kompatiblen Geräten).
Auch hier zeigt sich aber erneut: Das volle Potenzial entfalten die Buds nur im Samsung‑Ökosystem.
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